Mitternachtsspitzen
Nur wer einen Hund zum Freund hat, weiß, was es bedeutet, einen wahren Freund zu haben. STEFAN WITTLIN

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gemeldet am: 19.07.2018 14:20

TAGESSEGEN FÜR FREITAG, DEN 20. JULI 2018

"Mögen deine Wurzeln tief in die Erde
und deine Äste weit in den Himmel reichen.



Mögest du BEIDE KRÄFTE in dir vereinen
und ganz du selbst sein."

(IRISCHER SEGEN) 

Nickname 20.07.2018, 09.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: SEELENGARTEN

TAGESSEGEN FÜR DONNERSTAG, DEN 19. JULI 2018



"Möge der Fluss deines Lebens
jeden Felsen spielerisch umfließen
und sich auf seinem Weg
zum Meer der UNENDLICHKEIT
durch nichts aufhalten lassen."

(IRISCHER SEGEN)

Nickname 19.07.2018, 08.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: SEELENGARTEN

TAGESSEGEN FÜR MITTWOCH, DEN 18. JULI 2018



"Mögen an allen Orten der Welt
 für dich Wege entstehen
 und dich zu dem stillen GLÜCK führen, 
das du in dir selbst finden kannst."

(IRISCHER SEGEN)

Nickname 18.07.2018, 07.34| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: SEELENGARTEN

TAGESSEGEN FÜR DIENSTAG, DEN 17. JULI 2018



"Möge ein freier Geist dich leiten,
deinem Blick KLARHEIT und OFFENHEIT schenken
und dich auch in deiner Grenzenlosigkeit
niemals deinen Nächsten 
vergessen lassen."

(IRISCHER SEGEN)

Nickname 17.07.2018, 07.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: SEELENGARTEN

TAGESSEGEN FÜR MONTAG, DEN 16. JULI 2018



Mögest du die sanften Schwingen der Engel spüren
in lauen Nächten und an harten Tagen.
 Sie sind die Sendboten des Herrn. 
Mögen sie dir VERTRAUEN und KRAFT schenken
 für deinen Weg des Lebens.

 IRISCHER SEGENSWUNSCH



Nickname 16.07.2018, 08.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: SEELENGARTEN

DAMALS WAR´S: DEUTSCHLAND, DEINE HELDEN

  

(9. Juli 2014)


Eigentlich war für diese Seite eine längere Sommerpause geplant. Aber mal ehrlich: Ist das überhaupt ein Sommer? Hier bei uns erleben wir momentan eher so etwas wie eine tropische Regenzeit. Außerdem verdienen besondere Ereignisse auch eine besondere Würdigung; und das gestrige Fußballspiel Deutschland gegen Brasilien stellte zweifellos ein solches Ereignis dar.


 7:1 für Deutschland, was war passiert? Unsere Mannschaft spielte Fußball und die Brasilianer schauten verwundert zu, als hätten sie vorher noch nie einen Ball gesehen. Zeitweise liefen sie verwirrt und orientierungslos über das Feld, wie Schafe, die ihren Hirten verloren haben. Löwis Jungs dagegen tanzten und hüpften über den Rasen wie kleine Buben auf dem Bolzplatz und hatten sichtlich ihren Spaß. Sogar vereidigte Fußballmuffel wie der Beste und ich lagen atemlos im Bett, krallten ihre Finger in die Decke und hingen mit den Augen wie gebannt am Bildschirm. Jedes Tor wurde von Barny mit wütendem Gekläff kommentiert. Er dachte nämlich, wir hätten schon wieder Silvester, weil nebenan bei jedem deutschen Treffer ein Feuerwerkskörper losging (in der ersten Halbzeit immer etwas zeitversetzt – so schnell kamen die Nachbarn mit dem Anzünden gar nicht nach, wie die Tore fielen). Ein bisschen taten mir die Brasilianer schon leid, aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen. Jeglicher Nationalstolz ist hierzulande zwar nach wie vor verpönt; über ein tolles Spiel und einen mehr als verdienten Sieg wird man sich, natürlich frei von jeglicher Häme, aber trotzdem freuen dürfen.


Also schon alles Weltmeister, oder was? Hier ist vorsichtiger Optimismus angesagt. Wer die Latte selbst so hoch legt, muss aufpassen, dass er sie nicht reißt. Es heißt nicht umsonst: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Man darf nie den Fehler machen, irgendeinen Gegner zu unterschätzen, das gilt im Fußball wie überall im Leben. Aber wir stehen im Finale; und egal wie das ausgeht, blamieren können wir uns nach dieser sensationellen Leistung nicht mehr. Auch wenn wir „nur“ Zweiter werden sollten - von dem gestrigen Halbfinalspiel wird die Fußballwelt (und nicht nur sie) bestimmt noch lange reden.



Nickname 15.07.2018, 11.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

DEN SEINEN SCHENKT DER HERR VERGESSEN

Der Pfarrer predigt in seiner Sonntagsandacht gegen den Ehebruch. Nach dem Gottesdienst bedankt sich ein männliches Mitglied der Gemeinde überschwänglich bei dem geistlichen Herren.
"Sind Sie durch meine Worte zu tieferen Einsichten gekommen?" erkundigt sich der Pfarrer.
"Das gerade nicht, Herr Pfarrer", strahlt der Mann, "aber mir ist endlich wieder eingefallen, wo ich letzte Woche meinen Schirm vergessen habe!"


Einem Geistlichen wurde vor der Predigt ein Brief überreicht, in dem nur ein einziges Wort stand: BLÖDMANN.
Auf der Kanzel erzählt er der Gemeinde davon:
"Ich kenne viele Beispiele dafür, daß jemand einen Brief schreibt und dann vergisst, ihn zu unterschreiben. Aber das hier ist der erste Fall, in dem jemand mit seinem Namen unterschreibt und den Brief zu schreiben vergisst!"


Allen Lesern

 einen unvergesslichen Feierabend!

Nickname 14.07.2018, 18.10| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in:

DU SOLLST NICHT FLUCHEN - WER SAGT DENN DAS?

Vor dem Pfarrhaus versucht ein junger Mann vergeblich, sein Motorrad in Gang zu bekommen. Er stößt dabei die grässlichsten Flüche aus. Schließlich erscheint der Pfarrer:
"Junger Mann, wer wird denn so schrecklich fluchen! Versuchen Sie es lieber mit Beten, zum Beispiel "Lieber Gott, hilf mir!"
Der junge Mann blickt verzweifelt zum Himmel und spricht:
"Lieber Gott, hilf mir!"
Und das Motorrad springt mühelos an.
Als der junge Mann davon saust, sagt der Pfarrer verwundert:
"Ja, verfluchtkruzitürkenhimmeldonnerwetternochmal, das hätte ich jetzt nicht gedacht!“




Es gibt in Deutschland Regionen, wo man noch regelmäßig in die Kirche und zur Beichte geht. So musste auch Franz zur Beichte.
"Herr Pfarrer, ich habe meine Frau betrogen."
"So so, und mit wem?"
"Eigentlich möchte ich das nicht sagen!"
Der Pfarrer will ihm helfen: "War's die Frieda aus der Finkenstraße?"
"Nein."
"War's die Helga aus der Ahornstraße?"
"Nein."
"War's die Sabine aus der Lerchengasse?"
"Nein", antwortet Franz und verlässt den Beichtstuhl unverrichteter Dinge.
Draußen vor der Kirche trifft er seinen Kumpel. "Na“ fragt ihn dieser, „hast du die Absolution bekommen?"
"Das nicht, aber drei neue Adressen!"




Der frischgebackene Pfarrer hat gerade sein neues Büro bezogen. Plötzlich klopft es an der Tür. Der Pfarrer denkt sich: "Na, da werde ich mir gleich Respekt verschaffen!" Er nimmt den Telefonhörer in die Hand und ruft: "Herein!" Es ist der Messner. Der neue Pfarrer spricht in sein Telefon: "Jawohl, Heiliger Vater. Genauso werde ich es machen. Und nochmals vielen Dank für die Gratulation, schönen Gruß noch an meinen Freund, den Herrn Kardinal." Danach legt er auf, begrüßt den Messner und fragt ihn: "Was wünschen Sie von mir?" "Ich muss noch Ihr Telefon anschließen, Herr Pfarrer."

           

Nickname 13.07.2018, 11.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

ICH KAUFE EIN A WIE IDA


Bei solchen Millionengeschäften bleibt natürlich immer ein gewisser Flitzverdacht." (Gemeint ist wohl Filz - aber irgendwie passt das andere auch)


"Viele Jugendliche kennen gar nicht das achte Gebot: du sollst mir gestohlen blei-, du sollst gestehen, nicht stehlen sollst du!" (Wie es scheint, haben damit nicht nur Jugendliche ein Problem)


"Was immer länger ist, wird auch schon mal kürzer!" (Wovon ist bitte die Rede?)


"48jährige Angesteckte (Angestellte) sucht Kontakt..." (Au weia, das wird schwer)


"Dein Gesicht steht dir wirklich gut!" (Da habe ich aber Glück!)


Allen Lesern einen attraktiven Nachmittag!


Nickname 12.07.2018, 14.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

DER ANGEKAGTE TRÄGT DIE KISTEN DES VERFAHRENS


"Lieber Heinz! Die Auflösung der Verlobung mit Maria kam ganz von selbst. Sie erzählte mir, was sie sich zum Geburtstag wünsche und ich erzählte ihr, was ich im Monat verdiene. Bald mehr von Deinem Karl"


"Liebes Amt! Ich bin Familienfater fon 5 Kindern. Das älteste ist 10 Jahre alt. Meine Wirtschaft muss ich mit einer Magd bearbeiten, welche 30 Morgen groß ist. Einen Knecht trägt dieselbe nicht. Ich bitte um weitere Bearbeitung. Ignaz Lotzel, In der Aue 3" (Anm.: 1 Morgen = 2.500 qm)


Aushang am Schwarzen Brett: "Die Tagesordnung umfasst Beleidigungen, Verletzungen der Unterhaltspflicht, Diebstähle und andere belanglose Angelegenheiten." (Nichts wirklich Wichtiges also)


EINER GEHT NOCH! Aus dem Biologieheft einer Drittklässlerin: "Das mit den Bienen und Blüten verstehe ich nicht. Wer wird denn dabei schwanger?" (Gute Frage!)


Allen Lesern

einen aufgeklärten Tag!

Nickname 11.07.2018, 09.30| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

CHEF, DAS HAUS IST EINGESTÜRZT! ODER: HANDWERK HAT DOPPELTEN BODEN


Friedensstifter: "Wie gefällt Ihnen denn Ihr neues Fertighaus?" wird die junge Frau von ihrer Nachbarin gefragt.
"Es ist wunderbar", antwortet sie. "Seit wir darin wohnen, haben wir uns noch kein einziges Mal gestritten."
"Wie ist das denn möglich?"
"Wir trauen uns nicht, mit den Türen zu knallen!"


It´s a long, long way: Auf der Autobahn soll der Malerlehrling den Mittelstreifen malen. Fünf Kilometer malt er am ersten Tag, drei Kilometer am zweiten Tag. Am dritten bringt er es nur noch auf einen Kilometer, und am vierten Tag schafft er gerade zweihundert Meter.
"Du wirst ja jeden Tag langsamer", schimpft der Meister. "Was ist denn los mit dir?"
"Ich gebe mir ja so viel Mühe, Meister. Aber der Weg zum Farbtopf wird doch immer länger!"


Nickname 10.07.2018, 12.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

FALSCHE PRIORITÄTEN

"Na, Peter", fragt die Nachbarin, "wie gefällt dir denn dein neues Brüderchen?"

Wat soll ick sagen", erwidert Peter, " keen anständijer Computer im Haus, aba für so´n Quatsch hamse Jeld!"


"Wat denn, in Betragen ´ne Fünf?" empört sich Dieters Mutter, als der sein Zeugnis vorlegt. "Nimm dir´n Beispiel an Vatern, der is schon dreimal wejen juter Führung vorzeitich aus de Haftanstalt entlassen worden!"


"Papa, wat is ´n Wiedehopf"?
"Wiede- wat? Det is bestimmt irjend so een bekloppter Fisch."
"Aba hier steht doch: Er hüft von Ast zu Ast."
"Da kannste sehn, wie bekloppt der Fisch is!"


Allen Lesern einen

 angenehm verrückten Tag!

Nickname 09.07.2018, 10.03| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

VERKEHRS- UND ANDERE SÜNDER


Sebastian trifft auf der Straße seinen alten Mathelehrer. Dieser kann sich nur schwer an ihn erinnern. "Sebastian, sagten Sie? Wie geht es Ihnen denn?" "Danke, sehr gut", antwortet Sebastian. "Ich habe inzwischen eine Frau und sieben Kinder." Der Lehrer: "Was Sie nicht sagen, sieben Kinder? Natürlich, jetzt erinnere ich mich an Sie. Sie haben schon damals nicht aufgepasst!"


Zwei ältere Damen sitzen am Boxring. Plötzlich geht der eine Boxer zu Boden. Der Ringrichter fängt sofort an zu zählen. Da sagt die eine Oma: "Geben Sie sich keine Mühe, der steht nicht auf. Den kenne ich aus der Straßenbahn!"


Eine ältere Dame sucht im überfüllten Bus einen Sitzplatz. Da winkt sie ein sitzender junger Mann heran und flüstert ihr ins Ohr: "An der übernächsten Haltestelle müssen Sie auf Zack sein, da steige ich aus!"


Die U-Bahn ist voll. Eine alte Dame steigt zu und drückt sich mit Mühe ins Wageninnere. Ein junger Mann sieht sie auf sich zukommen, schließt die Augen und stellt sich schlafend. Die alte Dame, die das Spiel durchschaut hat, klopft ihm auf die Schulter und fragt milde: "An welcher Station möchten Sie denn geweckt werden?"


Allen Lesern einen gemütlichen Nachmittag!


Nickname 08.07.2018, 16.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

ZUM FIVE O´CLOCK TEA: GANZ VERSCHIEDEN


"Meine Tante ist Witwe. Sie hat einen verschiedenen Mann und verschiedene Männer." (Sie liebt eben die Abwechslung)


"Mein kleiner Bruder ist jetzt drei Monate alt. Laufen kann er noch nicht, aber Füße hat er schon." (Immerhin etwas)


"Weil mein Bruder neulich mit seiner Frau Hochzeit machte, schrieb ich an Tante Frieda, dass wir im engsten Kreis feiern wollen und nur beschränkte Verwandte einladen können. Ich schloss: 'Dabei stehst Du, liebe Tante, an erster Stelle'." (V.I.P. der anderen Art)


"Unsere Mutter stellte die Torte so auf, dass meine kleine Schwester und die anderen Haustiere nicht drankommen konnten." (So eine Gemeinheit)


Allen Lesern einen gemütlichen Nachmittag!


Nickname 07.07.2018, 17.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

SUCHE GARAGE MIT DUSCHE/WC FÜR ZWEI AUTOS

Ja, auch das findet man, wenn man die Anzeigenteile diverser Tageszeitungen aufmerksam studiert. Überhaupt zahlt genaues Lesen sich aus. Schmunzeln garantiert!

"Wieder mehr Babys! Ursache ist größtenteils unklar." Oder auch nicht, denn:
"Der Geschlechtsunterschied zwischen den Eltern ist Voraussetzung für die Zeugung des Nachwuchses."
(Vive la différence!)


"Als untergewichtig gelten Säuglinge, die bei der Geburt weniger als 2500 Kilogramm wiegen." (Ach, du dickes Ei!)


"Total entnervte Psychologen-Wohngemeinschaft sucht robuste Person zur Zähmung zweier antiautoritär erzogener 'Ungeheuer', 3 und 6 Jahre alt"


"Diskussionsgruppe Donnerstag: Der Verkehr mit dem anderen Geschlecht (nur bei schlechtem Wetter)" (Und was machen wir bei Sonnenschein?)


"Und er verströmte warme Wellen von Trost und Liebe für sie, und wenn er ihr die Butter reichte, war sein Herz darin."


Allen Lesern einen herzerwärmenden Nachmittag!

Nickname 06.07.2018, 15.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

ZUM MORGENKAFFEE: BLEIBE IM LANDE UND MEHRE DICH REDLICH!


„…und so verbrach ich meine Ferien zu Hause.“


„Mohammed war der Gründer der Iss-Lamm-Bewegung.“ (Islam)


Ausnahmen bestätigen die Regel: „Die Rechtschreibung bereitet dem Menschen sein ganzes Leben lang Schwierigkeiten, es sei denn, er ist Analphabet.“


„In Birkenfeld wurde die neue Leerackerdemie eingeweiht.“ (Die was???)


Die schwammen im Geld: „Gestern sind wieder zwei Menschen bei Banküberfällen ertrunken.“ (Badeunfällen)


So einen möchte ich auch: „In unserem Garten wachsen viele Millionen.“ (Melonen)


Die will ich aber nicht: „Hören Sie bis Mitternacht Musik zum Verspannen und Entwöhnen.“ (Entspannen und Verwöhnen)


Allen einen entspannten Tag!


Nickname 05.07.2018, 07.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

ERST DIE FREIZEIT, DANN DAS VERGNÜGEN!


"Alle Kinder waren munter wie die Fische im Wasser. Am nächsten Morgen konnte der Heimleiter einige im See fangen. Sie wurden zum Mittagessen gebraten."


Schulwandertag: "In einer Stunde waren wir gewaschen, angezogen und gefrühstückt."


"Zur Strafe mussten wir die Schnipsel alle wieder aufsammeln. Das war eine richtige Syphilisarbeit." (Sisyphus)


Verkehrserziehung: "Wenn ein Auto einen Radfahrer überholt, sollte es ihm genügend Platz zum Hinfallen lassen."


Dein Helfer in allen Lebenslagen: "Der riesige Menschenstrom vor Weihnachten zwang die Polizei in der Stadt, Verhütungsmaßnah-
men zu ergreifen. Ein großes Aufgebot regelte den Verkehr."


Rücksichtsvoll: "Er schleppte sich in ein Haus, damit die Leute auf der Straße nicht merkten, dass er tot war."


Angewandte Ökumene: "Das Buch des Papstes ist jetzt auch ins Evangelische (ins Englische) übersetzt worden."


Halbe Sache: "Die Schwesterparteien haben Frieden geschlossen und wollen wieder aufeinander losgehen (zugehen)."


Allen einen friedlichen Tag!


Nickname 04.07.2018, 08.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

DER PLACEBO - EFFEKT ODER: GLAUBE MACHT (WEIN)SELIG

 

(12. Januar 2014)


Gestern rief Jens, einer der Betreuer aus dem „Rosenhof“ bei mir an, um neue Termine abzusprechen. Mich plagte längst mein schlechtes Gewissen, weil ich mich in diesem Jahr bisher dort nicht habe sehen lassen. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, ab jetzt wenigstens zweimal pro Woche hinzugehen. Nun ist der Januar schon fast zur Hälfte um, und ich war kein einziges Mal da. Soviel zu den guten Vorsätzen… Als Entschuldigung mag gelten, dass ich durch meine Erkältung immer noch gehandicapt bin - die Viren scheinen sich diesmal bei mir besonders wohl zu fühlen und wollen die gastliche Stätte einfach nicht verlassen – und niemanden anstecken möchte. Ältere Menschen haben ja oft kein so starkes Immunsystem mehr und sind entsprechend anfällig. Obendrein hat mein Arzt heute bei mir einen tieftonalen Hörsturz diagnostiziert, so dass an Musik vorerst leider nicht zu denken ist.


Nachdem wir das Dienstliche erledigt hatten, berichtete er von der Silvesterfeier. Zuerst lief die Sache wohl ein wenig schleppend an, mit dem „Musikantenstadl“ im Fernsehen und Erdbeer-Vanilletee für die Bewohner. Jens und die anderen Diensttuenden richteten sich schon auf einen ziemlich langweiligen Abend ein. Das änderte sich jedoch schlagartig, als er und seine Kolleginnen ab etwa zweiundzwanzig Uhr begannen, den alten Herrschaften Kräuterlikör zu kredenzen. Als Ersatz für echte Schnapsgläser hielten diese kleinen Medizingläschen aus Plastik her, die Flaschen wurden auf den Tisch gestellt und jeder durfte sich nach Belieben einschenken oder wurde von den anderen bedient. Der Fernseher wurde auf ein Programm umgeschaltet, in dem Schlager aus den 70er und 80er Jahren liefen; viele Bewohner sangen und klatschten mit, andere wagten allein oder zu zweit ein Tänzchen, und Herr St., ein gestrenger, pensionierter Oberlehrer, fing sogar an, halbseidene Witze zu erzählen.


Das Ganze glich mehr einer ausgelassenen Betriebsfeier auf dem Ausflugsdampfer als einem beschaulichen Jahresausklang im Altersheim. Um Mitternacht sahen sie dem Feuerwerk am Brandenburger Tor zu und stießen dabei auf das neue Jahr an, danach wurde noch lustig weiter gefeiert. Gegen ein Uhr hakte Frau P., eine sonst recht zurückhaltende, reservierte Dame, sich bei Jens ein und kicherte wie ein Teenager: „Weißt du was, mein Lieber, ich glaube, du hast mich abgefüllt.“ Und Herr K. meinte entschieden: „So, acht Schnäpse habe ich intus, jetzt mache ich Schluss. Bisher merke ich nichts, aber wenn ich noch einen trinke, falle ich wahrscheinlich um.“ Dann löste sich die feuchtfröhliche Gesellschaft nach und nach auf, und um halb zwei wurden die Letzten zu Bett gebracht.


Was die Bewohner nicht ahnten: Der Likör war selbstredend alkoholfrei, Hochprozentiges wird ja grundsätzlich nicht ausgeschenkt. Das hatten ihnen die guten Hausgeister aber wohlweislich verschwiegen. Mit Erfolg, denn so gaben sie den lieben Senioren das Gefühl, noch einmal wie in jungen Jahren richtig gefeiert und gezecht zu haben. Hätten die Bescheid gewusst, dann wären sie bestimmt nie so locker und ausgelassen gewesen. Der eine oder andere dürfte sich nur am Neujahrsmorgen gewundert haben, dass der befürchtete Kater ausblieb und sein Kopf so klar wie ein Frühlingslüftchen war.


Da kann man einmal sehen:
Glaube versetzt nicht nur Berge, sondern – entsprechend dargereicht – auch in richtig gute Laune! Gern wäre ich dabei gewesen.


Nickname 03.07.2018, 10.36| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

SO SICHER WIE DAS AMEN IN DER KÜCHE

Dazu fällt mir spontan die folgende kleine Geschichte ein: Zwei Steppkes unterhalten sich. Fragt der eine: "Sag mal, betet ihr bei euch zu Hause auch immer vor dem Essen?" Antwortet der andere: "Nee, das brauchen wir nicht, meine Mutter kocht ganz gut!"


Und hier noch ein paar Betthupferl, entdeckt in Schulaufsätzen unseres hoffnungsvollen Nachwuchses. Viel Vergnügen!


"Mozart ist selbst gestorben." (Eine alte Erkenntnis - wenn man will, dass etwas richtig getan wird, muss man es selbst tun!)


"Wenn langsam das Empfinden für das andere Geschlecht wächst, werden die Abende länger..." (...die Nächte dafür um so kürzer)


"Auch mein Vater ist mit Vögeln groß geworden. Mein Opa hatte eine riesige Voliere." (Ach so, das erklärt natürlich alles!)


"Der Heimcomputer ist mein liebstes Haustier." (Praktisch - er braucht kein Futter und muss nicht raus)


"Da spürte er etwas Hartes in der Hose - es war der Salzstreuer, den er aus Versehen eingesteckt hatte." (Sicher war die Enttäuschung groß!)


"I want to be sexsessful!" (Wer möchte das nicht?)


"Erst jetzt, wo sie gestorben sind, können sie endlich in Frieden miteinander leben." (Besser spät, als nie!)


Allen Lesern eine friedliche Nachtruhe!


Nickname 02.07.2018, 20.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

VÖLKERVERSTÄNDIGUNG - SO GEHT´S!


Zwei wie Hund und Katze" - diese Beziehung war und ist eine Geschichte voller Missverständnisse... Das Verhältnis der Beiden muss aber keineswegs immer nur Erzfeindschaft bedeuten. Wie es auch anders gehen kann, wird im folgenden Gedicht beschrieben:


Ein Mops aus Nicaragua
erging sich vor dem Haus.
Er pflückte Blumen hier und da
und flocht sie dann zum Strauß.


Ein Kätzchen aus Bolivien
im schönsten Sonntagsstaat
das machte aus Endivien
erfrischenden Salat.


Sie tat ihn in ein Kübelchen.
Dann knetete sie Klops
aus Hackefleisch und Zwiebelchen,
und alles für den Mops.


Und als der Mops zum Kätzchen kam
mit Blumen und Konfekt
und liebevoll ihr Tätzchen nahm,
war schon der Tisch gedeckt.


Im Zimmer unterm Giebelchen
verzehrten sie in Ruh
die Klopse mit den Zwiebelchen
und den Salat dazu.


Und als das Mahl zu Ende war,
da futterten sie Drops
und reichten sich die Pfötchen dar,
das Kätzchen und der Mops.


Man sieht daraus: Im Grunde sind
sich Hund und Katze gut,
weil, wenn die zwei im Bunde sind,
keins etwas Böses tut.


Wenn Hund und Katz´ sich einigen,
gibt´s manchen frohen Hops.
Das können euch bescheinigen
das Kätzchen und der Mops.


(James Krüss)


Allen Lesern einen freundschaftlichen Tag!


Nickname 01.07.2018, 08.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: BITTE LÄCHELN!

ZUM GUTEN SCHLUSS

 


Erinnern Sie sich an die 'unheimliche Begegnung der dritten Art' mit meinem Klon? Ich sage Ihnen, das war echt gruselig! Jeder hat ja angeblich irgendwo auf der Welt einen Doppelgänger. Bekannte wollen unser Frauchen zum Beispiel mal am Strand von Mallorca gesichtet haben. Die schwören heute noch Stein und Bein, dass sie und nur sie es gewesen sein kann. Dabei hat die Große noch nie im Leben einen Fuß auf die Insel gesetzt. Aus der Ferne mag das ganz lustig scheinen. Aber wenn man sich dann selbst leibhaftig gegenübersteht, sieht die Sache schon anders aus.


Zurück zu Benny, so heißt mein Schwippzwilling. Stellen Sie sich vor, es könnte sein, dass wir gemeinsame Vorfahren haben! Sein Frauchen erzählte nämlich, sie hätte ihn von ihrem Schwiegerpapa geerbt. Der war damals schon achtzig, als er den Hund aus dem Tierschutz übernahm. Wenn Sie mich fragen, ein bisschen alt für einen zweijährigen, quirligen Hundejungen! Die beiden lebten in einer Zweizimmerwohnung. Viel Auslauf hatte Benny da nicht. In der Nähe gab es zwar einen kleinen Park, aber dort durften die Hunde natürlich nicht herumtoben, sondern mussten brav an der Leine laufen.


Ursprünglich stammt Benny genau wie ich aus Rumänien. Er hat dort auf der Straße gelebt, bis er von den Hundefängern gekascht wurde. Gott sei Dank haben deutsche Tierschützer ihn aus dem Tötungslager gerettet, nur ist nicht bekannt, wo genau das war. Wir sind auch gleichaltrig, beide so sieben bis acht Jahre. Wer weiß, am Ende sind wir sogar echte Geschwister! Benny lebt jetzt bei seiner neuen Familie in Kleinmachnow – das liegt direkt bei uns um die Ecke – in einem Haus mit großem Garten. Vielleicht können wir ihn da ja mal besuchen. Umgekehrt wird´s ein bisschen schwierig, weil unser Woody mit fremden Hunden noch nicht so richtig gut Freund ist.


Irgendwie schon komisch, auf einmal einen Bruder zu haben, von dem man bisher nicht wusste, dass es ihn gibt. Aber vielleicht ist unsere Ähnlichkeit ja auch bloß ein Zufall, sozusagen eine Laune der Natur. Was soll´s, für mich bleibt so oder so alles beim Alten. Frauchen hat nämlich gesagt, egal, wie viele Brüder, Schwestern, Vettern oder Kusinen von mir noch auftauchen – sie hält es mit einem bekannten Schlager aus den 60ern. Der geht so:

„…es gibt Millionen von Sternen,

in der Nacht brennen tausend Laternen,

Gut und Geld gibt es viel auf der Welt,

aber dich gibt´s nur einmal für mich!“

 

Schön, oder?

Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.

 

Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 30.06.2018, 07.38| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

DIE WELT IST EIN DORF!

 


Wie man sich doch irren kann. Bisher dachte ich immer, ich sei ein Unikat, und Frauchen meint das auch. Wenn ich meine selbst einstudierte Ballakrobatik zeige oder einen Indianertanz aufführe, bei dem garantiert jeder Häuptling vor Neid erblasst, lacht sie, bis ihr die Tränen kommen und sagt, Nelly, du bist wirklich einmalig. Stellen Sie sich nun mein Entsetzen vor, als ich mich heute beim Waldgassi urplötzlich meinem Zwilling gegenübersah! Ich stehe jetzt noch unter Schock, das können Sie mir glauben. Der Schrecken schlug mir augenblicklich auf die Eingeweide, und ich musste mich schleunigst ins Unterholz verdrücken.


Zuerst glaubte ich an irgendeinen dämlichen Aprilscherz, oder mein Double wäre eine Art Fata Morgana und würde sich bei genauerem Hingucken in Luft auflösen. Aber weit gefehlt. Nachdem sich mein Innenleben beruhigt hatte und ich wieder aus dem Gebüsch hervorkroch, sah ich ihn mitten auf dem Waldweg liegen, wo er zwei Schmetterlinge beobachtete, die in der Sonne spielten und sich abwechselnd hinter dem linken und dem rechten Ohr kratzte. Hoffentlich hatte der keine Flöhe! Die springen ja meilenweit und hätten uns auch leicht verwechseln können, ähnlich wie wir uns waren. Er drehte sich nach mir um, wedelte freundlich mit seinem – meinem! - Schwanz und zwinkerte mir vertraulich zu.


Es war einfach unglaublich. Er hatte genau meine Größe, meine Statur, das gleiche dezente Grau um Schnauze und Brustansatz sowie – leider muss ich es zugeben – das gleiche schwarzglänzende, seidige Fell. Zum seinem Glück besaß er – anders als ich – noch beide Augen. Davon abgesehen glichen wir uns wie ein Ei dem anderen und wären glatt als doppeltes Lottchen durchgegangen – hätte es da nicht „den kleinen Unterschied“ gegeben. Sie verstehen schon, und ich brauche nicht weiter in intime Details zu gehen.


Ansonsten schien mein Klon nicht die hellste Kerze im Leuchter zu sein. Unsere Ähnlichkeit war ihm offenbar noch nicht aufgefallen; er tat zumindest so, als wäre das alles ganz normal. Ich brauchte dringend moralische Unterstützung. Unsere Frauchen waren längst in eine lebhafte Unterhaltung vertieft; sie schwatzten und lachten und achteten nicht weiter auf uns. Hilfesuchend sah ich mich nach Barny um. Aber der hatte inzwischen seine Busenfreundin Emmy entdeckt, ein hübsches Retrievermischlingsmädel; wenn die auf der Bildfläche erscheint, vergisst er alles andere und hat nur noch Augen für sie.


Mir war schlecht, ich wollte nach Hause. Zum Glück hatten unsere Frauchen gerade ihren Plausch beendet und verabschiedeten sich mit dem Versprechen, bald wieder gemeinsam spazieren zu gehen. Na, aber das nächste Mal dann bitteschön ohne mich! Wir fingen Barny ein, der sich nur schwer von seiner Emmy losreißen konnte und fuhren nach Hause, wo ich mich sofort in mein Körbchen flüchtete und mir die Decke über den Kopf zog. Bloß nichts mehr hören und sehen. Mir reichte es, vielen Dank, und von Doppelgängern bin ich für den Rest meines Lebens bedient! 

  

    

Bin ich´s oder bin ich´s nicht???

(Auflösung: Ja, ich bin es - Gott sei Dank!

Frauchen hatte nämlich keine Kamera dabei)


Jetzt am Abend – nach einem ausgiebigen Nickerchen, einem ordentlichen Abendfresschen und mit genügend Abstand – betrachte ich die Angelegenheit schon etwas anders. Ein Zwillingsbruder wäre vielleicht gar nicht so übel. Wenn ich mir überlege, was wir zwei alles anstellen könnten… Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass wir tatsächlich um ein paar Ecken miteinander verwandt sind. Das Leben geht ja manchmal seltsame Wege, und sein Frauchen hat da was erzählt. Mehr darüber demnächst. Mir fallen schon wieder die Augen zu, obwohl ich gerade erst ein paar Stunden geschlafen habe. Das alles war wohl doch ein bisschen viel für mich.


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY 

Nickname 29.06.2018, 18.32| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

EIN FLOTTER DREIER

 


Barny hat einen tierischen Schreibkrampf, deswegen übernehme ich heute.


Also…, die beiden Großen haben es noch einmal getan, und wir Hunde sind wieder zu dritt. Honi soit, qui mal y pense! Ganz ehrlich, das mit dem „Nur–für–ein–paar–Tage–und–Nächte–auf–Probe“ hat sowieso niemand ernsthaft geglaubt. Wer einmal hier ist, der bleibt auch da; außer, es hätte zwischen uns eine unüberwindliche Abneigung gegeben. Die gab es aber nicht, ganz im Gegenteil.


Ich bin kein Schmetterling, der von Blüte zu Blüte flattert. Unseren Bobby hatte ich aufrichtig gern, und Barny läuft sowieso außer Konkurrenz. Aber beim Woody hatte ich von Anfang an das Gefühl, als würde ich ihn schon seit einer Ewigkeit kennen. Das erste Treffen gab es, wie mit dem Böbchen, auf neutralem Boden im Auslaufgebiet. Das heißt, diesmal fand es am Waldrand statt, weil der Kollege sich zu der Zeit noch entschieden weigerte, auch nur einen einzigen Meter an der Leine zu laufen. Er stand bloß wie angewachsen da und ließ sich beschnuppern. Ich merkte, da war einer, der noch mehr Angst hatte als ich, das gab mir Selbstvertrauen. Barny akzeptiert grundsätzlich jeden, solange der ihm nur seine Ruhe lässt und Herrchen als sein - also Barnys - persönliches Eigentum anerkennt, und damit war die Sache soweit geritzt.


Als wir zu Hause ankamen, hatte ich ein Déja – vu. Genau wie derzeit Bobby zögerte Woody höchstens ein paar Minisekunden, dann hopste er ins Haus. Wegen seines verkürzten Hinterbeins sah er dabei zum Brüllen aus. Sorry, ich weiß, man soll sich darüber nicht lustig machen, aber es war einfach urkomisch! Er guckte sich nur kurz um, fand auf Anhieb eines unserer kuscheligsten Hundebetten und plumpste hinein. Barny verdrehte die Augen, als wollte er sagen, war das nötig? Wir hatten es doch gerade so gemütlich zu zweit! Aber wir wollten ja gastfreundlich sein. Außerdem gibt´s hier jede Menge an weichen Kissen und Decken, wo ausdrücklich "Reserviert für Hunde" draufsteht, wir müssen uns also deshalb nicht ins Fell kriegen.


Inzwischen sind dreieinhalb Monate vergangen. Von Kleinigkeiten abgesehen leben wir ganz zufrieden miteinander; und wenn wir nicht gestorben sind, dann bellen wir morgen noch. Klingt märchenhaft, ich weiß, ist aber trotzdem wahr.


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 28.06.2018, 13.41| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

WIR ÜBERLEGEN NOCH

 


Liebe Leute, unser Frauchen hat seit gestern einen dicken Knoten im Gehirn von dem Bandwurmsatz, den sie geschrieben hat. Deswegen mach´ ich hier mal weiter.


Also: Wo der Woody - der ja damals noch Grigore hieß -, vorübergehend Quartier bezogen hatte, das war keine richtige Pflegestelle, sondern ein Gnadenhof für alte und kranke Hunde. Die sollen gar nicht mehr vermittelt werden und dort friedlich bis zu ihrem Ende leben. Eigentlich eine schöne Sache. Da gab es aber eine Schäferhündin, die jünger und fitter war als die anderen und die das Sagen hatte. Anscheinend witterte sie in dem Neuzugang einen unerwünschten Konkurrenten und fing prompt an, ihn zu mobben. Sie hatte sozusagen das Hausrecht, und den Leuten fiel nichts Besseres ein, als den Grigore in eine Transportbox zu sperren (das ist eine Art Käfig, in dem wir Hunde zum Beispiel eine Flugreise aussitzen müssen). Darin brachte er viele Stunden am Tag und die meisten Nächte zu. Nicht eben komfortabel, und für seine angeknacksten Knochen war es das reine Gift. In dem engen Kasten konnte er sich ja kaum umdrehen, geschweige denn richtig ausstrecken.


Nach dem Telefongespräch mit Frau T. und zwei schlaflosen Nächten hielt unser Frauchen Familienrat mit Chef. Der kennt sie seit über vierzig Jahren und weiß, wie sie tickt. Darum wunderte er sich auch kein bisschen, als sie vorschlug, den Hund einfach mal so für ein paar Tage und Nächte auf Probe bei uns wohnen zu lassen. Er gab nur zu bedenken, wie ich und Nelly darauf reagieren würden. Wir hatten uns ja gerade erst wieder in unserer gemütlichen Zweisamkeit eingerichtet.


Genug für heute. Ich bin das viele Schreiben nicht gewohnt, und mir fallen gleich die Pfoten ab. Morgen gibt´s den Rest der Geschichte. Also, bis denne.


Macht´s gut, Nachbarn!

Euer BARNY


Nickname 27.06.2018, 18.46| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

WAS TUN?, SPRACH ZEUS


GANZ EHRLICH...  Woody ist ein best dog ever, ein weltbester Hund. Wieso nur ein bester und nicht der beste überhaupt? Weil unsere Vierbeiner allesamt beste Hunde waren und sind. Tatsächlich haben wir mit unseren tierischen Lebensabschnittsgefährten unglaubliches Glück gehabt. Klar gab es hin und wieder Schwierigkeiten. Nicht jeder war hundertprozentig pflegeleicht – das bin ich übrigens auch nicht – und unsere Holly würde mancher vielleicht sogar als Problemhund bezeichnen. Sie hatte ja auch schon einiges durch, bevor sie zu uns kam. Für uns war sie eine feine Kameradin, wir haben sie innig geliebt und oft herzhaft über ihre Einfälle gelacht.


Back to Woody. Ich könnte schwören, dass unser Böbchen dabei seine Pfoten im Spiel hatte. Denn eigentlich sollte das mit drei Hunden eine einmalige Sache bleiben. Wir sind nicht mehr die Jüngsten und möchten auf keinen Fall, dass unsere Lieblinge uns überleben.


Hätte ich seinem früheren Pflegefrauchen nicht von seinem Fortgehen geschrieben und hätte sie nicht angerufen und gesagt, ach, das sind ja traurige Nachrichten, und gerade habe ich zwei von Bobbys Art hier, von denen der eine aber zurzeit in einer anderen Pflegestelle untergebracht ist, - übrigens heißt er zufällig auch Grigore, so wie früher der Bobby, ist ja in Rumänien ein gebräuchlicher Hundename -, weil er sich mit dem Spotty nicht versteht, der will nämlich immer den Chef spielen, aber ihn konnte ich nicht weggeben, weil er total auf mich fixiert ist und sonst niemanden an sich ran lässt und der Grigore ist ja mehr so eine Art Teddy, der lässt sich alles gefallen, nur hat er es in der Pflegestelle nicht besonders gut und das macht mir viel Kopfzerbrechen, ich muss ihn unbedingt von da wegholen, aber ich weiß nicht, wo ich ihn hier bei mir unterbringen soll, ich kann ihm höchstens in der Garage etwas herrichten…


So, den letzten Satz lernen Sie jetzt auswendig, und morgen erzählen wir Ihnen, wie es weiterging!


Nickname 26.06.2018, 09.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

WAS KANN DER BOBBY DENN DAFÜR, DASS ER SO SCHÖN IST?

 


Was sagen Sie? Der Knabe in dem Lied heißt Sigismund? Ja, ich weiß, und für meinen Geschmack ist das ein reichlich alberner Name. Außerdem liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters, und so mancher hat ein Gesicht, das nur seine Mutter lieben kann. Aber unseren Bobby finde ich richtig hübsch mit seinem einen Auge, der demolierten Schnauze, dem gespaltenen Ohr und den verkrüppelten Vorderbeinen. Sein weiches, weißes Fell mit den lustigen Kuhflecken hat es mir angetan, und wenn er mir manchmal zublinzelt, kommt er mir direkt verwegen vor. Dabei ist er alles andere als das. Statt auszuteilen steckt er lieber ein, möchte es jedem recht machen und niemandem im Wege sein. Ein echter Seelenhund!


Halten Sie mich bitte nicht für flatterhaft. Ich liebe Barny nach wie vor heiß und innig. Sein Herz ist aus purem Gold; er hat mich hier mit offenen Pfoten aufgenommen und ganz schnell heimisch werden lassen. Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein. Obendrein besitzt er sehr viel Charme, trotz seiner manchmal etwas ruppigen Art. Aber Bobby ist eben ganz anders, eher ein Hund zum Anlehnen, und das gefällt mir gut. Übrigens, wer sagt denn, dass man nicht zwei lieben kann? Rein platonisch, wohlgemerkt, zu etwas anderem reicht´s beim Böbchen ohnehin nicht mehr. Jedenfalls hat er bisher meine sämtlichen Flirtversuche höflich, aber doch entschieden zurückgewiesen. Dabei dachte ich, Männer wollen immer… Frauchen sagt, das liegt am Alter, er ist froh, wenn man ihm seinen Frieden lässt. Den hat er sich auch verdient nach allem, was er durchmachen musste. Ich fühle mich trotzdem hundewohl mit meinen beiden Jungs und bin, wie Lucylectric (noch so ein komischer Name) froh, „dass ich´n Mähähädchen bin“!


Gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly





Sie sehen, meine Männer liegen mir zu Füßen!

Nickname 25.06.2018, 10.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

ANSCHAUEN KOSTET NICHTS

 

  (10. Dezember 2014)

 

Unsere erste Begegnung hatten wir auf neutralem Boden: Wir trafen Frau T. mit Bobby im Auslaufgebiet. Dort gab es für niemanden einen Heimvorteil, so konnten wir uns ganz zwanglos beschnuppern. Barny machte es wie immer: Er ignorierte den fremden Artgenossen und ließ ihn links liegen. So schien es zumindest. Seltsam war nur, dass er jedes Mal genau den Baum goss, den der Neue eben bewässert hatte und sich für dieselben Nachrichten interessierte, die der andere gerade las. Ein reichlich plumpes Manöver, wenn Sie mich fragen. Männer sind ja so leicht zu durchschauen!


Ich ging natürlich diskreter vor. Erstens, weil ich ein Mädchen bin und zweitens, weil große Hunde mir nach wie vor Angst einjagen. Es ist zwar schon viel besser geworden, aber ein bisschen fürchte ich mich noch immer. Der hier schien allerdings harmlos zu sein. Er wedelte mich freundlich an, zwinkerte mir mit seinem einen Auge lustig zu und tat sonst nichts Anstößiges oder Beunruhigendes. Auch war er wohl schon ein älteres Semester, aber das musste ja nichts heißen. Schließlich sagt man zu Recht: Je oller, je doller. Trotzdem flößte mir der nette Bursche mit seinem gescheckten Fell gleich Vertrauen ein.


Nach etwa einer halben Stunde kamen wir zurück an den Ausgangspunkt. Die Großen besprachen sich kurz; dann sprangen Barny und ich in unser Auto, und Bobby stieg bei Frau T. ein. Mach´s gut, Kumpel, es war nett, dich kennenzulernen. Vielleicht sieht man sich irgendwann.


Wir ahnten noch nicht, was unsere Menschen ausgeheckt hatten! Davon in Kürze dann mehr.


Gutes Nächtlein und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre NELLY



Zwei Wochen später...


 

 

...warten wir gemeinsam aufs Abendbrot.

Nickname 24.06.2018, 19.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

DIE BEIDEN HABEN ES GETAN!

  !!! 

(2. Dezember 2014)

   

Und nun sind wir zu dritt. Honi soit, qui mal y pense! Vielleicht erinnern Sie sich, was ich Ihnen über Frauchens Prinzipien erzählt habe: "Drei sind einer zu viel", "Zwei Hände, zwei Hunde" und derlei Weisheiten mehr. Aber ein anderes Sprichwort sagt: Grundsätze sind dafür da, um sie zu brechen.


Bobby (der vorher Grigo hieß) ist allerdings nicht aus irgendeiner weiblichen Laune heraus angeschafft worden, die Sache hat eine sehr ernste Vorgeschichte. Frauchen ist im Internet auf einen Artikel über die entsetzlichen italienischen „Canili“ gestoßen, hat auch etwas über die so genannten Todeshäuser in der Ukraine und die Hundemassaker in Rumänien (bei denen die Hunde zu Hunderten mit Spaten erschlagen werden) gelesen. Danach war sie nicht mehr dieselbe. Tagelang lief sie herum wie Falschgeld, weinte und tat nur das Allernötigste. Eines Abends bekam ich dann mit, wie sie betete: "Gott, bitte lass mich sterben. Lass mich jetzt einschlafen und morgen früh nicht mehr aufwachen. Diese Erde ist kein guter Ort, und Mensch zu sein ist eine Schande. Für Barny und Nelly ist ja gesorgt und D. kommt auch allein zurecht. Ich mag nicht mehr, bitte lass Schluss sein."


Sie hat es nur gedacht, aber ich konnte es trotzdem hören und bekam schreckliche Angst um sie. Zum Glück ist sie dann am nächsten Morgen doch wieder aufgewacht. Sie sprach mit Herrchen und sagte, sie würde gern noch einen Hund haben; einen, der wie Barny und ich das Grauen überlebt hat und mit dem sie sozusagen stellvertretend all die vielen Millionen ehren wolle, für die sie nichts tun könne. Sie schauten auf der Seite von Frau T., meiner ehemaligen Pflegemama, nach und entdeckten dort den Grigo. Über ihn stand folgendes zu lesen:

 

"Grigo ist einer von diesen ganz armen Socken: Als er hier ankam, war ein Auge total vereitert und verschrumpelt und wir mussten feststellen, dass genau darunter der Backenzahn gespalten war, ebenso wie sein linkes Ohr. Wie kann so etwas passieren? Durch einen Schlag mit dem Spaten vielleicht...? Das Auge und der Zahn - und noch 12 weitere Zähne waren total vereitert und mussten schnellstmöglich herausoperiert werden. Mittlerweile hat der liebe Grigo diesen Eingriff hinter sich und erholt sich zusehends. Er ist ein alter Hund, der auch noch auf den Vorderläufen stark humpelt. So möchte er keine langen Spaziergänge mehr und liebt es, im Garten zu liegen. Er ist ein sehr ruhiger und verträglicher Hund, sein größtes "Hobby" ist Fressen, das genießt er sehr und kann nicht genug kriegen. Für Grigo suchen wir einen ruhigen Platz mit Garten und möglichst ebenerdiger Wohnung. Er ist absolut stubenrein und liebt es, auf einer weichen Matte zu liegen. Außerdem fährt er sehr gerne im Auto mit und läuft halbwegs gut an der Leine. Grigo ist kastriert, geimpft, gechipt sowie entwurmt und gegen Flöhe/Zecken behandelt. Seine Schulterhöhe beträgt 53 cm. er wiegt ca. 20 kg. Wer gibt ihm ein liebevolles Zuhause für seine letzten Jahre?"



 

 Die Antwort lautete kurz und bündig: WIR! Danach ging dann im Grunde alles ganz fix, und nun gehört er also zu unserem Familienrudel. Nur den Namen haben wir geändert, bei uns heißt er jetzt Bobby. Ihm ist es wurscht, wie er gerufen wird, er hört sowieso nicht mehr besonders gut. Wie wir uns kennenlernten, wie sein Einzug verlief und wie wir miteinander leben, darüber berichte ich Ihnen beim nächsten Mal. Und wissen Sie was? Ich kenne da noch so eine Spruchweisheit, die trifft es genau, finde ich. Sie lautet: „Aller guten Hunde sind drei“!

 

Auf Wiederlesen bis zum nächsten Mal!

 

Haben Sie es fein!
Ihre NELLY

Nickname 23.06.2018, 07.35| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

OH, DIESE MÄNNER!

  (13. Oktober 2014)

 

Ihnen vertraue ich es an, Sie werden mich sicher nicht verraten: Mein neuer Rudelgefährte Barny gefällt mir von Tag zu Tag besser. Ich finde ihn äußerst attraktiv mit seinem blonden, seidenweichen Fell; er wird ja auch alle zwei Tage von Herrchen gestriegelt und gebürstet wie beim teuersten Hundefrisör. Kein Wunder, dass ihm so manches Rasse- oder Mischlingsmädchen nachguckt und mit ihm zu flirten versucht. Dann denke ich immer, ätschebätsch, der gehört mihir! Aber erzählen Sie ihm das bloß nicht weiter, sonst wird er noch eitel. Mir gegenüber verhält er sich höflich und zurückhaltend, wie ein echter Kavalier eben. Er wird nie zudringlich oder so, wenn Sie wissen, was ich meine. Sowieso ist er nur wenig interessiert am weiblichen Geschlecht; das hängt wohl damit zusammen, dass wir beide kastriert sind. Gut, manchmal kommt er mir etwas schwerfällig vor. Ein bisschen mehr Temperament dürfte er gern zeigen, da muss ich ihm noch auf die Sprünge helfen. Er hat ja sein Leben bisher mit zwei lieben, älteren Hundedamen geteilt, das färbt eben ab.

 

Trotz aller Vorzüge hat er eine fürchterliche Unart: Seine ewige Spülerei. Jedesmal, wenn er beim Waldgassi die Hundenachrichten liest und eine Randnotiz oder einen Kommentar hinterlässt, unterschreibt er das mit seinem Namen. Dabei scharrt er dermaßen heftig mit den Hinterpfoten, dass haufenweise Blätter, Kiefernnadeln und Erdreich in alle Himmelsrichtungen fliegen. Auf die Weise tut er der übrigen Hundewelt kund: "Barny was here!" Oft stehe ich direkt hinter ihm und kriege die volle Ladung ins Gesicht. Nicht gerade angenehm, das können Sie mir glauben; besonders bei meinen empfindlichen Augen. Frauchen oder Herrchen müssen mich dann regelmäßig saubermachen. Warum ich ihm nicht lieber ausweiche und anderswo meine Zeitung lese? Sehr einfach, weil gerade dort, wo er ist, etwas  Interessantes drinstehen könnte. Nicht, dass ich besonders neugierig wäre, oh nein, aber schließlich will man ja auch als Mädchen überall mitreden können!

 

Das ist eigentlich schon alles, was mich an ihm stört. Irgendwie gewöhne ich ihm das auch noch ab. Ich wäre nicht die erste, die sich ihren Partner nach eigenen Wünschen erzieht. Dafür braucht es nur Geduld, starke Nerven, und man muss ausgeschlafen sein.

 

Also dann, gute Nacht und auf Wiederlesen.

 

Haben Sie es fein!

Ihre Nelly


 


Er ist so süß, wie er da liegt und schläft...!

Nickname 22.06.2018, 20.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

DUMME HABEN´S LEICHTER

  

(28. September 2014)

 

Ich stecke gerade richtig in der Zwickmühle. Das tut zwar nicht so weh, wie es klingt, ist aber doch sehr unangenehm. Ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten soll.

 

Es geht um folgendes:

Ich lebe ja erst seit kurzem hier bei meiner Familie. Bisher kenne ich kein normales Hundedasein, muss alles, was dazu gehört, von der Pieke auf erlernen. Ich bin mit Feuereifer dabei, und die Großen sind sehr stolz auf mich, denn ich begreife schnell. Es heißt, ein Lehrer muss selbst die dümmsten Schüler von Zeit zu Zeit loben, damit sie nicht die Lust verlieren. Das gilt erst recht für eine kluge Hündin wie mich! Herrchen und Frauchen wissen das und belohnen mich immer mit einem feinen Leckerli, wenn ich etwas richtig mache. Das spornt an, denn ich futtere für mein Leben gern. Und wenn eine Sache nicht gleich auf Anhieb klappt, kriege ich trotzdem ein Häppchen. Barny kassiert ebenfalls tüchtig ab, er mischt ja überall mit.

 

Jetzt kommt´s: Er hat mir im Vertrauen erzählt, dass es nur anfangs so viele Leckerlis gibt. Sobald ich alle Kommandos kenne und befolge, werden es weniger, bis die Quelle irgendwann versiegt. Er sagt, zu seiner Zeit als Neuer war das genauso. Damals hat sich Wendy über die Extrabröckchen gefreut. Sie verstehen mein Problem? Um noch lange abzusahnen, müsste ich mich möglichst dumm anstellen und recht begriffsstutzig tun. Das ginge aber entschieden gegen meine Ehre. Schließlich habe ich einen Ruf zu verlieren, ich bin ja nicht umsonst als blitzgescheites Mädchen bekannt. Barny und ich hielten heimlich Kriegsrat und fanden die Lösung: Ein dritter Hund! Der hätte dann auch alles neu zu lernen, und es gäbe wieder Häppchen im Überfluss. So einfach, so genial.


Die Sache hat leider einen Haken: Herrchen und Frauchen möchten keinen weiteren Hund. Das heißt, eigentlich schon. Wenn es nach Frauchen ginge, hätten sie sogar ihr privates, kleines Tierheim. Aber sie hat da ein Prinzip: „Zwei Hände zum Streicheln, zwei Hunde“, und sie meint, „Drei sind einer zuviel“ sei nicht nur der Titel einer erfolgreichen Fernsehserie, sondern ein sehr wahrer Satz. Insgeheim gebe ich ihr recht. Mit Barny teile ich unsere Zweibeiner ja gern, er ist ein prima Kumpel. Aber mit noch einem Artgenossen? Nein danke! Sie sehen, ich sitze wirklich arg in der Klemme.

Was raten Sie mir?

 

Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.

 

Haben Sie es fein!

Ihre NELLY 


Nickname 21.06.2018, 10.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

MEINE LEINE SCHLEPP´ ICH NICHT, Teil 3: Der Erfolg

 


Beim nächsten Ausflug fiel mir etwas Sonderbares auf: (ich erwähnte ja schon, dass ich ein gescheites Mädchen bin): Trotz des lästigen Anhängsels konnte ich mich ganz locker bewegen und deutlich weiter als zehn Meter laufen! Die Schleppleine war scheinbar bloß eine Attrappe, ein gemeiner Trick, um mich am Wegrennen zu hindern. Aber meine Herrschaften, nicht mit mir! Ich zählte heimlich bis drei, dann schoss ich ab wie eine Rakete, mitten hinein ins Unterholz. Spaß, Spaß, Spahaß! Plötzlich passierte es: An einem Ast oder einem Gestrüpp blieb ich hängen, verhedderte mich und konnte weder vor noch zurück. Je mehr ich mich bemühte, freizukommen, desto fester zog sich die Leine um das Hindernis. Sie war also doch keine Attrappe...


Die Zeit verging, ich hing unverändert fest und begann, mich ein bisschen zu fürchten. Frauchen hatte inzwischen Chef zu Hilfe gerufen, gemeinsam suchten sie nach mir. In der Ferne hörte ich sie pfeifen und immer wieder meinen Namen rufen. Hier stecke ich, dachte ich verzweifelt, bitte kommt und macht mich los! Auf die Idee, einfach laut zu bellen, damit sie mich orten konnten, kam ich in meiner Panik nicht. Mir blieb kein anderer Ausweg, als mich selbst befreien. So begann ich, vorsichtig an der Leine zu knabbern. Sie schmeckte scheußlich und erwies sich obendrein als sehr robust.  Zum Glück habe ich gute Zähne, die aus Rumänien allerhand gewöhnt sind.


Nach einer halben Stunde hatte ich es endlich geschafft. Die Leine war durch, der Gurt vom Ranzen auch. Ich war frei. FREI!!! Völlig fertig machte ich mich auf den Weg zu meinen Menschen. Ein Stück vom Ranzen hing noch lose über meinem Rücken, so dass wenigstens Steuermarke und Adressanhänger gerettet waren. Mit hängenden Ohren trottete ich auf Herrchen und Frauchen zu und erwartete mein wohlverdientes Donnerwetter. Aber nichts dergleichen geschah. Frauchen nahm mich nur in die Arme und ich sah, dass sie weinte. Sie hatte wohl große Angst um mich ausgestanden. Ganz fest drückte sie mich an sich, während Herrchen mir den Rücken kraulte. Dann gingen wir nach Hause, wo Barny uns schon sehnsüchtig erwartete und vor lauter Wiedersehensfreude einen Indianertanz aufführte.


Noch am selben Abend kauften Herrchen und Frauchen mir einen neuen Ranzen: schön stylisch in Violett mit meinen Klettstickern "Im Dienst" und "Schutzengel" dran. Eine neue Schleppleine wurde allerdings nicht angeschafft...


Weder Leine noch Ranzen stammten übrigens aus ostasiatischer Massenproduktion. Beide waren 'made in Germany', aber meinem durchtrainierten rumänischen Gebiss hält eben nicht mal die deutsche Wertarbeit stand!


**E N D E**


Danke für Ihr Interesse und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre NELLY


 


Der "CHARMANTE CHARLY"

hätte mir auch gefallen

(Das bleibt aber bitte unter uns)!

Nickname 20.06.2018, 15.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

MEINE LEINE SCHLEPP´ ICH NICHT, Teil 2: Der Plan

 


Es war herrlich! Ich tobte wie ein übermütiger Welpe durch den Wald und erkundete das Revier in sämtliche Himmelsrichtungen. Dabei dehnte ich meine Streifzüge immer weiter aus. Hatte ich erst die Witterung eines Kaninchens oder Eichhörnchens in der Nase, stellte ich meine Ohren automatisch auf Durchzug. Dann mochten die Großen noch so viel rufen oder pfeifen, ich sah und hörte nichts mehr. Irgendwann habe ich es wohl auf die Spitze getrieben. Als ich nämlich einmal nach von Frauchen gefühlten zwei Stunden wiederkam (in Echtzeit war ich höchstens fünfzehn Minuten lang weg gewesen), gab es weder Lob noch Leckerli. Frauchen sah mich nur stumm und böse an, nahm mich an die kurze Leine und führte mich wie eine Schwerverbrecherin ab nach Hause. Sie erzählte Herrchen davon, und gemeinsam schmiedeten sie einen perfiden Plan.


Ganz ehrlich, nie hätte ich gedacht, dass sie wegen so einer winzigen Eskapade gleich zu derart unfairen Mitteln greifen würden. Um es kurz zu machen: Sie verpassten mir eine Schleppleine! Das zehn Meter lange Nylonseil wurde an meinem Ranzen festgehakt. Am hinteren Ende gingen Frauchen oder Herrchen und dirigierten das Ding; jedenfalls nahm ich das an. Ich bin ein gescheites Mädchen. Ich sah ein, dass unter diesen Umständen ein Ausbruchversuch sinnlos wäre, und probierte es gar nicht erst. Die Großen waren sehr zufrieden und gratulierten sich zu ihrem genialen Einfall.


Ende gut, alles gut! Wirklich? Das erfahren Sie demnächst.


Gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY




MOLLY mit BELLA, ihrer Seelenschwester.
Beide waren bis zum Ende unzertrennlich.

Nickname 19.06.2018, 08.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

MEINE LEINE SCHLEPP´ ICH NICHT, Teil 1: Die Vorgeschichte

 

Nachdem ich in mein neues Zuhause gezogen war, durfte ich die ersten Wochen nur angeleint spazieren gehen. Unser Auslaufgebiet ist ja riesig; wer sich nicht auskennt, kann sich leicht verirren. Wir liefen alle Strecken mehrfach ab und kamen immer aus einer anderen Richtung zurück, damit ich den Heimweg zur Not auch allein finden würde. Bald kannte ich die meisten Rundgänge auswendig. Mit den Hunden, die wir trafen, verstand ich mich im Allgemeinen gut, mochte ab und zu auch mit ihnen spielen; nur ging das wegen der doofen Leine schlecht. Ich fing an, mich ein bisschen zu langweilen. Barny konnte ja immer frei herumlaufen, und ich wäre ihm zu gern auf seinen Extratouren gefolgt.


Endlich kam der große Tag, an dem Frauchen sagte: "Ich denke, wir haben jetzt lange genug geübt. Wir sollten Nelly einen ersten Freigang erlauben." Chef war einverstanden, meinte jedoch, er würde dann lieber das Fahrrad mitnehmen, um mich nötigenfalls verfolgen zu können. Das war lieb von ihm gedacht, aber überflüssig. Die neue Freiheit war ja noch ungewohnt für mich und ich fühlte mich ein wenig unsicher. So entfernte ich mich anfangs nur selten von den anderen, unternahm höchstens mal einen kurzen Streifzug durchs Unterholz, wenn irgendwo ein Vogel aufflog oder ein Mäuschen raschelte. Dabei blieb ich stets in Ruf- und Sichtweite, bis eines Tages... Aber das erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal.


Alles Gute und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly




Eine meiner Vorgängerinnen:

MOLLY.

Sie war eine Seele von Hund und wurde 9 1/2 Jahre alt.

Nickname 18.06.2018, 10.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

SO EINE SCH...WEINEREI!

  (OKTOBER 2017)


Junge, Junge, unser Frauchen war vielleicht sauer, als wir vormittags vom Waldgassi heimkamen. So wütend habe ich sie noch nie erlebt. Sie schimpfte wie ein Rohrspatz und benutzte Ausdrücke, die ich hier lieber nicht wiederhole. Was war passiert? Schon bei der Rückfahrt fiel ihr auf, dass es im Auto strenger roch als sonst. Wie sie dann zuhause die Schuhe auszog, sah sie die Bescherung: Die Sohle vom linken Schuh klebte voll Hundesch...e! Da hatte es mal wieder jemand versäumt, seinem Fifi beizubringen, dass man auch im Wald sein großes Geschäft nicht mitten auf dem Weg erledigt. Sie achtet ja schon immer darauf, wo sie hintrtitt. Aber jetzt, wo alles so schön dick mit Laub bedeckt ist, kann man nicht gleich jede Hinterlassenschaft erkennen.


H
errchen brauchte geschlagene zehn Minuten, bis er den Schuh wieder blank geputzt hatte. Frauchen sagt, man müsste diese Leute packen und mit der Nase direkt in so einen Haufen stecken; dann wüssten sie, wie eklig das ist. Ich finde, sie hat recht.


Mit mir hat es diese Probleme übrigens von Anfang an nicht gegeben. Wie durch ein Wunder war ich nämlich schon total stubenrein, als ich aus Rumänien in meine Pflegestelle kam. Ich wusste auch, dass man an die Seite oder ins Gebüsch geht, wenn man groß muss. Dabei hatte ich niemanden, der mir das beigebracht hätte, als ich noch ein Welpe war. Die beste - wenn auch harte und oft unbarmherzige - Schule ist eben manchmal das Leben selbst.


Also dann, noch einen sonnigen Tag und auf Wiederlesen.


Bleiben Sie sauber!
Ihre NELLY


Nickname 17.06.2018, 11.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

ES KANN DIE FRÖMMSTE NICHT IN FRIEDEN LEBEN

 


Eltern und Nachbarn haben eines gemeinsam: Beide kann man sich nicht aussuchen. Das heißt, bei den Nachbarn ginge das schon. Nur müsste man dann erst eine Zeitlang zur Probe wohnen, bevor man sich endgültig entscheidet, in eine bestimmte Gegend zu ziehen. Vielleicht hat man Glück, und da wohnen lauter nette Leute: die ein Auge zudrücken, wenn die Jugend ein-, zweimal im Jahr nach zehn Uhr abends noch ein bisschen lauter feiert. Und die nicht gleich mit ihrem Anwalt kommen, wenn wir Hunde nachts ab und zu bellen, weil wir etwas Verdächtiges gehört haben. Oft liest man ja fellsträubende Geschichten, von Gartenzwergmorden und Zoff am Maschendrahtzaun. Manchmal enden solche Streitereien sogar erst vor Gericht, oder wenn einer der Kampfhähne seine Siebensachen packt und sich eine neue Bleibe sucht.


Ich habe auch eine Nachbarin, ein Airedaleterriermädchen namens Suse. Die benimmt sich aber leider gar nicht mädchenhaft, sondern wie eine rüpelige Straßengöre! Sie kann mich nicht ausstehen (das beruht übrigens auf Gegenseitigkeit), und seit ich hier eingezogen bin, hat sie mich auf dem Kieker. Ein anderes Frauchen erzählte neulich, dass Suse in unserem Kiez unbedingt so eine Art Bandenchefin sein und den Ton angeben will. Von mir aus soll sie, ich möchte in Frieden leben und lege es nicht auf ein Kräftemessen an. Das kriegt die doofe Suse aber nicht ihren eckigen Kopf, da hat sie, scheint´s, nur Hundekuchen drin. Sobald wir uns treffen, stürzt sie sich wie eine Furie auf mich und beginnt eine wüste Rauferei. Zwar beißt sie nicht richtig zu, schnappt nur in die Luft, schmeißt sich auf mich und spektakelt herum wie eine Irre. Ich wehre mich natürlich so gut ich kann, denn ich habe zwar fürchterliche Angst, doch feige bin ich nicht!


Suses Frauchen ist nicht besonders gut zu Fuß; bis die kommt, haben meine Großen längst eingegriffen. Eigentlich soll man das ja nicht, es kann gefährlich werden, weil der Hund in seiner Wut manchmal nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann. Das ist ihnen in dem Moment aber völlig gleich, Herrchen packt die Töle kurzerhand am Schlafittchen oder schubst sie einfach zur Seite. Da sitzt sie dann total belämmert und ist auf einmal mäuschenstill. Ich hocke daneben und zittere am ganzen Körper, für mich bedeutet es puren Stress. Ihrem Frauchen ist das immer sehr peinlich, sie entschuldigt sie jedes Mal in den höchsten Tönen. Und was habe ich davon? Lieber soll sie mit ihrer Halbstarken eine gute Hundeschule besuchen, da können beide eine Menge lernen.


Eins steht auf jeden Fall für mich fest: Ganz gleich, was die blöde Suse sich noch ausdenkt, um mich einzuschüchtern – ich ziehe hier nicht weg!


Viel Schönes und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre NELLY




Guck mal, du dumme Suse,

was du mich kannst!

Nickname 16.06.2018, 13.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

ANGEKOMMEN!

   


Kinder, wie die Zeit vergeht! Vier Monate lebe ich jetzt in meinem neuen Zuhause und mir kommt es vor, als sei ich schon immer hier gewesen. Meine beiden Menschen sind sehr verständnisvoll und geduldig. Frauchen hat mir „Platz“ und Pfötchen geben beigebracht, mit Herrchen habe ich „bei Fuß“ gehen geübt. Ich besitze eine gute Auffassungsgabe und lerne schnell. Seit drei Wochen darf ich im Wald frei herumlaufen, da machen die Spaziergänge gleich doppelt so viel Spaß. Auf der Straße bleiben wir Hunde natürlich angeleint, das ist einfach sicherer. Wir wohnen zwar in einer äußerst ruhigen Gegend mit nur wenig Autoverkehr, aber verrückte Raser gibt es ja überall. Besonders vor Motorrädern habe ich Angst. Wenn die mit ihrem Höllenlärm an uns vorbreibrettern, mache ich schon mal unvermutet einen Seitensprung.


Mein Rudelkumpel, der blonde Barny, und ich verstehen uns schon richtig gut. Er ist ein feiner Kerl, ich orientiere mich an ihm und er gibt mir Sicherheit. Sonst habe ich noch keine neuen Hundefreundschaften geschlossen. Ich weiche meinen Artgenossen lieber aus und gehe meiner eigenen Wege. Allerdings habe ich eine Lieblingsfeindin, aber die ist ein Kapitel für sich.


Frau T. kam uns schon bald besuchen, so wie sie es versprochen hatte, begrüßte mich herzlich und brachte sogar ein paar Leckerlis mit. Sie sah sich alles genau an, den Garten und das ganze Haus, und schien sehr zufrieden. Ich freute mich natürlich auch, sie zu sehen, war aber nicht weiter betrübt, als sie wieder ging. Inzwischen hatte ich Herrchen und Frauchen ja liebgewonnen und wollte nicht mehr zurück in die Pflegestelle.


So rückt meine traurige Vergangenheit in immer weitere Ferne. Nur manchmal werden schlimme Erinnerungen wach – zum Beispiel gestern. Da wurde morgens im Auslaufgebiet ein Hund vermisst. Es herrschte helle Aufregung, alle fahndeten nach dem Ausreißer. Der war hier nämlich nur zu Besuch und kannte sich im Revier nicht aus. Vermutlich hatte er ein Eichhörnchen, ein Kaninchen oder sogar ein Wildschwein gewittert, die Verfolgung aufgenommen und dabei die Orientierung verloren. Überall im Wald waren Rufe, Schreie und Pfiffe zu hören, wie ich sie von den rumänischen Hundefängern her kenne. Die kamen ja nicht nur in der Stille der Nacht. Manchmal trieben sie uns mit fürchterlichem Krach in die Enge, um uns so leichter einfangen zu können.- Mir war das alles zu viel, ich wollte nur nach Hause. Zum Glück hatte Herrchen ein Einsehen und brach die Runde vorzeitig ab. Wir holten sie mit Frauchen dann später nach.


Es dauert sicher noch eine Weile, bis ich mich ganz an ein normales Hundedasein gewöhnt habe. Aber wir lassen uns Zeit, und jeden Tag gewinne ich ein Stück Selbstvertrauen hinzu. Das Leben kann wunderschön sein!


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly! 



Noch einmal DANKESCHÖN,

du liebes JULCHEN!

Nickname 15.06.2018, 07.35| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

ZUHAUSE! ZUHAUSE?

   


Die Fahrt nach Berlin dauert nur eine Dreiviertelstunde, viel zu kurz für meinen Geschmack. Wie wird mein künftiges Leben aussehen? Wird es mir dort gefallen und wird man mich gut behandeln? Von den vielen Fragen schwirrt mir der Kopf und mein Bauch tut vor Aufregung weh. Zum Glück fährt der Mann sehr vorsichtig, besonders wenn Kurven kommen. So wird mir wenigstens nicht übel. Ich sitze im Heckraum des Autos, durch ein Gitter von den anderen getrennt. Die Frau hat es sich mit Barny (so heißt der Blonde) auf der Rückbank bequem gemacht. Warum lassen sie mich nicht mit ihm zusammensitzen? Haben sie Angst, ich könnte ihn beißen? Das fiele mir nicht im Traum ein! Aber vielleicht verhält es sich auch umgekehrt, schließlich hat er hier die älteren Rechte.


Dann sind wir am Ziel. Mir wird nun doch ein bisschen schlecht und ich muss würgen. Leider merkt es keiner, und die Bescherung landet im Auto. Sofort ist mir besser, dafür wird es wohl ein Donnerwetter und womöglich sogar Schläge setzen. Aber nichts dergleichen passiert, stattdessen werde ich getröstet und behutsam aus dem Wagen gehoben. Scheu, mit geducktem Kopf sehe ich mich um. Von außen wirkt das Haus riesig, wie soll ich mich je darin zurechtfinden? Wir gehen auch nicht sofort hinein, sondern drehen erst eine Runde durch den Garten. Ein Glück, ich muss nämlich dringend mal Pipi und … na, Sie wissen schon. Der Stress und die Aufregung schlagen durch. Hinterher fühle ich mich erleichtert und sehe mich ein bisschen um. Schön groß ist der Garten ja und nicht zu ordentlich. Gepflegte Wildnis sozusagen. Wie es scheint, nimmt man hier auf die Bedürfnisse von uns Hunden Rücksicht. Aber jetzt wird es kritisch, wir gehen ins Haus. Das heißt, die anderen gehen rein. Ich weigere mich strikt, da können die beiden Menschen bitten und locken, soviel sie wollen. Bin ich nämlich erst einmal drinnen, sitze ich in der Falle, dann ist jeder Gedanke an Flucht aussichtslos.


Sie haben ein Einsehen und lassen mich in Ruhe. Erst nach einer Weile kommt der Mann und trägt mich ins Haus. Zitternd hebe ich meine Nase in die Luft und schnuppere: Wenigstens riecht es hier nicht steril, sondern angenehm würzig nach Hund. Die Frau stellt mir eine Schüssel mit Futter hin. Das duftet verlockend, und weil ich furchtbar hungrig bin, schlinge ich es in Sekundenschnelle hinunter. Sie zeigen mir den Wassernapf und meinen Schlafplatz. In der Küche und im Flur lassen sie eine kleine Lampe brennen. Dann streicheln sie mich noch einmal, reden mir gut zu und gehen ins Bett. Die erste Nacht im neuen Heim steht mir bevor - umgeben von fremden Gerüchen, fremden Geräuschen und fremder Stille. Ich fürchte mich ein bisschen. Ob ich hier wohl heimisch werde? Morgen ist ein neuer Tag, dann sehen wir weiter.


Also dann, gutes Nächtlein und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly 


 

Nickname 14.06.2018, 19.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

GESCHAFFT!

 


Kurz und froh gesagt: Sie haben mich genommen! Es lief alles ganz leicht. Zugegeben, als Frau T. die Haustür aufmachte und die Beiden hereinließ, bin ich erst einmal erschrocken: So ein großer Mann, mindestens 1,90 m! Sie können sich denken, dass mir ein bisschen bange ums Herz war; bisher hatte ich von Männern ja nichts anderes als Fußtritte und Schläge kennengelernt. Vorsichtshalber legte ich mich vor dem Riesen auf den Rücken und präsentierte ihm mein Bäuchlein. Wenn er nur ein paar Brocken Hündisch konnte, dann würde er diese Demutsgeste schon verstehen. Ich kniff die Augen fest zu und wartete. Es dauerte gar nicht lange, bis er anfing, mir mit den Fingerspitzen vorsichtig die Brust zu kraulen. War das angenehm, von mir aus hätte er ewig weitermachen können. Doch da hörte ich die Frau sagen: „So, jetzt bin ich aber auch mal dran!“ Sie hatte sich bis dahin im Hintergrund gehalten, wohl um zu sehen, wie ich auf den Mann reagierte. Nun holte sie eine große Tüte mit Leckerlis hervor, und es dauerte nur eine Minute, bis wir zehn uns um sie versammelt hatten. Das heißt nein, wir waren elf, denn sie hatten noch jemanden mitgebracht: Einen hübschen, blonden Hundejungen, der sich wie selbstverständlich zu uns setzte. Ob sie den gegen mich austauschen wollten? Das hätte mir für ihn leid getan, er gefiel mir nämlich ausgesprochen gut. Aber da irrte ich mich zum Glück.


Nachdem die Tüte mit den Leckereien leer gefuttert war, durften der Blonde und ich uns in aller Ruhe beschnuppern. Das taten wir ausgiebig, drehten gemeinsam ein paar Runden durch den Garten, und im Nu war das Eis zwischen uns gebrochen.


Der Rest ist schnell erzählt: Es mussten nur noch einige Formalitäten erledigt und etwas Geld bezahlt werden, dann hieß es Lebewohl sagen zu Frau T. und meinen Pflegegeschwistern. Sie werden verstehen, ein bisschen wehmütig war mir dabei schon zumute. Ich hatte mich hier ja wohl gefühlt, und wer wusste denn, was mich dort draußen erwartete? Frau T. strich mir beim Abschied über den Kopf, wünschte mir viel Glück und versprach, mich bald besuchen zu kommen, um zu sehen, wie ich es getroffen hätte. Zum Dank für alles leckte ich ihr kurz die Hand und fuhr ihr mit der Zunge einmal quer übers Gesicht. Dann stiegen wir zu viert ins Auto, und die Reise in mein neues Leben begann.


Beim nächsten Mal berichte ich Ihnen mehr darüber.

Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly



Danke, liebes JULCHEN,

dass Du mir den Weg hierher gewiesen hast!

Nickname 13.06.2018, 14.35| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

FAST AM ZIEL!

 


Auf der Pflegestelle bei Frau T., in der Nähe von Berlin, ging es mir gut. Zum ersten Mal in meinem Leben bekam ich anständiges Fressen und für mich allein ein Körbchen mit einer weichen Decke darin. Das Schönste war, dass ich nicht mehr vor schwarz angezogenen, nach Alkohol stinkenden Männern mit Holzknüppeln und Eisenstangen um mein Leben rennen musste.


Wir waren zu zwölft in dem Haus. Frau T. und ihre Kinder sprachen immer sehr freundlich mit uns und gaben uns viele Streicheleinheiten. Natürlich nie genug, dafür reichten die Hände und auch die Zeit nicht aus. In dem großen, ein bisschen verwilderten Garten durften wir nach Herzenslust buddeln und toben. Mir war das meistens zuviel, ich mochte lieber meine Ruhe haben. Deswegen zog ich mich oft in mein Körbchen zurück und träumte vor mich hin. Wovon? Das wusste ich damals nicht genau, heute ist es mir klar.


Unsere Pflegemama sprach häufig in so ein kleines Ding, das sie Händi nannte. Manchmal kamen danach Menschen, um einen von uns zu besuchen und meistens nahmen sie ihn anschließend mit. Frau T. war dann immer sehr zufrieden, und für uns Zurückgebliebene gab es ein paar extra Leckerlis. Ich habe keine Ahnung, was aus meinen Kameraden geworden ist, aber ich hoffe, sie mussten nicht zurück auf die Straße.


Eines Morgens redete Frau T. wieder mit dem kleinen Apparat. Als sie fertig war, setzte sie sich zu mir, kraulte mich hinter den Ohren und sagte: „Na, meine süße Bona“, (diesen Namen hatte man mir in Rumänien gegeben), „vielleicht wird das heute dein Glückstag, und für dich fängt ein ganz neues Leben an.“ Ein neues Leben? Eigentlich war ich hier mit meinem momentanen recht zufrieden, es war das angenehmste, das ich je geführt hatte. Aber Frau T.´s fröhliche Stimme ließ mich ahnen, dass da draußen womöglich etwas noch Besseres auf mich wartete.


Schluss für heute, ich merke, dass ich schläfrig werde.

Also dann, gutes Nächtlein und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly


Nickname 12.06.2018, 20.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

DER HÖLLE ENTRONNEN


Über mein Dasein in Rumänien mag ich gar nicht viel erzählen. Brütende Hitze und klirrende Kälte, auf glühendem Asphalt verbrannte oder am Eis festgefrorene Pfoten; ewiger Hunger, Fressen aus Mülltonnen – falls die Stärkeren in der Gruppe etwas übriggelassen hatten – und ständig auf der Flucht vor den Hundefängern. Mich hatten sie schon erwischt. Zu meinem Glück kamen deutsche Tierschützer, kauften mich frei und brachten mich in ihre Hundeauffangstation. Dort wurde ich kastriert, erhielt meine offiziellen Papiere und durfte endlich ausreisen: Nach Deutschland in ein hoffentlich besseres Leben.


Das alles möchte ich liebend gern möglichst schnell vergessen. Aber Erinnerungen sind hartnäckig. Sie folgen dir überall hin, und die Angst vor grausamen Menschen bleibt. Ich erschrecke immer noch bei lauten Geräuschen, misstraue jedem Fremden, möge er mir noch so freundlich begegnen. Am meisten fürchte ich mich vor dunkel gekleideten Männern. Mein Frauchen (so nenne ich sie inzwischen; bis vor kurzem war sie bloß 'die Frau') wusste das. Sie hatte es in meiner Beschreibung auf der Tierschutzseite gelesen und zu 'dem Mann' (der mittlerweile mein Herrchen ist) gesagt: "Zieh dir am besten helle Kleidung an, wenn wir die Kleine kennen lernen, damit sie keine Angst bekommt." Das war wirklich rücksichtsvoll von ihr. Aber ich habe ja ein feines Gespür und merkte gleich am Geruch, dass er wohl einer von den Guten sein müsse. Ganz allmählich, in kleinen Schritten, lerne ich nun auch zu vertrauen; erst einmal nur den Beiden und ein bisschen der netten Tierärztin, alles Weitere findet sich.


Das genügt für heute, mir fallen schon wieder die Augen zu.

Also dann, gutes Nächtlein auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 11.06.2018, 20.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

INS AUGE GEGANGEN

, Ihr Lieben alle!


Als ich am Dienstag frühmorgens aufgewacht bin, bekam ich einen Riesenschreck. Mein rechtes Auge ging nicht auf und tat höllisch weh. So weh, dass ich ganz laut gejault habe, was ich sonst nie tue. Frauchen ist dann gleich um halb zehn mit mir zur Tierärztin gefahren. Die hat ein ernstes Gesicht gemacht und gemeint, das müssen wir ausschaben. Och nee, dachte ich, nicht schon wieder! Ich hab das nämlich schon dreimal mitgemacht, und immer war es scheußlich.


Das Problem ist mein schwaches Immunsystem, ein Andenken an mein früheres Leben als Straßenhündin in Rumänien. Da gab es nicht so gute und nahrhafte Sachen zu fressen wie hier. Jetzt päppeln wir mit homöopathischen Tabletten und bestem Futter meine Abwehrkräfte auf. Bis die richtig stark sind, bleibe ich eben anfällig und rufe ganz schnell „Hier!“, wenn zum Beispiel Erkältungsviren verteilt werden. Dann schwellen die Lymphknoten in meinem rechten Auge, das wegen der Hornhautverletzung besonders empfindlich ist, stark an. Eklige Pickelchen entstehen da, so wie die kleinen Kerne auf den Erdbeeren. Sie können sich wohl denken, wie schmerzhaft das ist. (Wenn Ihnen schon mal ein paar Sandkörner ins Auge geflogen sind, wissen Sie, was ich meine.) Die müssen dann ausgekratzt werden, natürlich mit örtlicher Betäubung. Die reichte diesmal aber nicht aus; kaum hatte die Tierärztin mein Auge berührt, habe ich auch schon geschrien. Da hat sie noch ernster geguckt und gesagt, dann müssen wir es wohl unter kurzer Vollnarkose machen. Frauchen rief zu Hause an, und Herrchen kam auch in die Praxis. Das Ganze hat nur ein paar Minuten gedauert, und nach einer halben Stunde wusste ich schon wieder, wer und wo ich war. Jetzt heißt es, weiter jeden Tag morgens, mittags, abends und vor dem Schlafengehen Augensalbe schmieren. Darin haben wir schon wochenlange Übung und ehrlich gesagt, wir finden es alle lästig. Aber wenn´s hilft…


In der Narkose habe ich viel buntes Zeug durcheinander geträumt: Von Rumänien, wie ich nach Deutschland gebracht wurde, von der Pflegestelle hier und wie ich in mein neues Zuhause kam. Am besten erzähle ich Ihnen das der Reihe nach. Aber erst morgen, jetzt bin ich müde. Das Schreiben ist ja noch ungewohnt für mich.


Also dann, gutes Nächtlein und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY 


Nickname 10.06.2018, 20.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

WE PRODLY PRESENT...

... Miss Nelly!


Von vorwärts...,





seitwärts...






und rückwärts.




Jeder Schnappschuss ist ein Glückstreffer,

weil unsere kleine Rumänin immer noch große Angst

vorm Fotografieren hat.

Nickname 09.06.2018, 08.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

VON FLIEGENDEN HUNDEN UND ABGEBROCHENEN KRONEN

AHOI! (30. Oktober 2017)


Liebe Leute, das wehte hier ja wieder mal tüchtig um die Häuser. Herwart hieß die Kanaille. Zum Glück hat er´s weniger toll getrieben als sein Vorgänger Xavier, aber uns hat´s auch so gereicht. Leichtgewichte wie Nelly und ich mussten tierisch aufpassen, dass wir nicht die Bodenhaftung verlieren und abheben, wenn wir so eine Sturmbö in die Flanke kriegten!


Bei uns im Wald sieht´s aus wie Kraut und Rüben, das kann ich Ihnen bellen. Überall liegen umgestürzte Bäume rum, die Forstarbeiter kommen gar nicht nach mit dem Aufräumen. Wir müssen entweder drüber hüpfen oder drunter durch kriechen oder einen Riesenumweg außen rum laufen. Ganz schön anstrengend auf die Dauer, man ist ja schließlich nicht mehr der Jüngste. Emmys Frauchen hat erzählt, eine abgebrochene Baumkrone ist praktisch genau vor ihrer und Emmys Nase gelandet und hat sie beide nur um Haaresbreite verfehlt. Gott sei Dank war ihr Schutzengel auf seinem Posten, wäre ja sonst nicht auszudenken gewesen!

 

Dazu hat´s in den letzten Tagen auch noch Strippen geregnet, und alles ist voller Pfützen und Morast. Chef sieht in seinen Gummistiefeln aus wie Peter Alexander beim Angeln und ich, als käme ich direkt aus einer Moorpackung in Bad Nauheim. Frauchen ist not amused, weil sie jeden Tag unsere Handtücher waschen darf.

 

Da fällt mir ein, unsere Große wirkt in letzter Zeit manchmal recht trübsinnig und bedrückt. Liegt vielleicht daran, dass es wieder so früh dunkel wird. Außerdem friert sie ständig, auch wenn´s draußen noch gar nicht so kalt ist. Sie müssen wissen, alles unter 20 Grad (plus, versteht sich) heißt für sie Winter.

 

Ehrlich gebellt glaube ich eher, es kommt daher, dass sie um diese Jahreszeit immer besonders viel an unsere Artgenossen denkt, die in Rumänien, Russland und anderswo auf der Welt ihr trauriges Dasein auf der Straße fristen, wo sie in eisiger Kälte ums nackte Überleben kämpfen müssen. Dort gibt´s keine gefüllten Näpfe und warmen Kuschelbetten. Die Ärmsten müssen sich irgendein Versteck suchen, in dem sie sich verkriechen können und werden obendrein von brutalen, gewissenlosen Menschen verfolgt und gequält. Wir spenden und spenden, sagt Frauchen, aber es ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein und das Elend wird immer größer statt kleiner. Dabei, wenn mehr Leute was geben würden, jeder nur so viel, dass er selbst nichts entbehren muss, käme ordentlich was zusammen. Aber die Menschen werden immer gleichgültiger und jeder denkt nur noch an sich, sagt sie. Das merken auch die im Tierheim Herzsprung, die mich damals vor der polnischen Gaskammer gerettet haben. Traurig das, wirklich traurig.

 

Das war´s für heute, gleich ist es Zeit für meine Medizin. Also, bis denne.

 

Macht´s gut, Nachbarn!

Euer BARNY


 

Bei solchem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür

(jedenfalls nicht mich!)


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Lieber mach´ ich´s mir im Bett gemütlich und ratze,

bis die Sonne wieder scheint!

Nickname 08.06.2018, 18.10| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

BEINAHE WIE ODYSSEUS

  AHOI! (14. Juli 2015)

 

Liebe Leute, die vergangenen Wochen waren der reinste Höllentrip; eine wahre Odyssee, wie Frauchen sagt. Sowas braucht kein Mensch, erst recht kein Hund. Sie haben mich regelrecht auf den Kopf gestellt, um herauszufinden, was mir fehlt: Röntgen, Ultraschall, Blutbild, Kot- und Urinproben fürs Labor (das war bestimmt ein Bild für Götter, wie Herrchen mit dem Marmeladenglas hinter mir her hechelte und versuchte, den Strahl einzufangen) – sogar den Bauch haben sie mir aufgeschnitten, weil sie glaubten, ich hätte vielleicht eins von meinen Spielzeugen verspeist. Da gibt es die unglaublichsten Sachen. Ein anderer Patient von Frau K., ein Schäferhund, hat zum Beispiel mal einen ganzen Tennisball verschluckt, aber fragt mich bitte nicht, wie. Und ein Cockerspaniel bekam den Spitznamen „Ü – Ei“, weil er immer die kleinen Figürchen aus den Überraschungseiern so lecker fand, weswegen er dreimal operiert werden musste, damit die Kinder ihre Sammlung wieder vollständig hatten.


Bei mir endete die Sache allerdings wie das berühmte Hornberger Schießen. Sämtliche Befunde waren negativ, was in dem Fall ja eigentlich positiv wäre – nur dass es mir trotzdem weiterhin dreckig ging. Ich wurde immer schlapper, hing herum wie ein Schluck Wasser und fraß kaum noch. Frauchen gab sich alle erdenkliche Mühe. Sie kaufte mir die feinsten Leckerbissen, nach denen jeder andere Hund sich alle vier Pfoten geleckt hätte, aber ich kriegte einfach nix runter. Die Ärmste verzweifelte beinahe. Sie weinte viel und betete immer wieder zum lieben Gott um ein Wunder für mich.



Ich hatte schlimmes Bauchweh und bekam jeden zweiten Tag ein starkes Schmerzmittel gespritzt. Das brachte sie dann endlich auf eine heiße Spur. Nachdem ich mich nämlich trotz allem kein bisschen besser fühlte und immer weiter abnahm, zapfte Frau K. mir noch einmal Blut ab, und diesmal gab es tatsächlich einen Befund: Ich hatte wohl inwendig ein bisschen geblutet; dadurch waren zwei Werte erhöht und die deuteten klar auf ein Magengeschwür hin. Das Schmerzmittel war also genau verkehrt gewesen, denn bekanntlich gehen derartige Medikamente ja tierisch auf den Magen; ohne diesen unbeabsichtigten Behandlungsfehler würden wir aber wahrscheinlich heute noch im Dunkeln tappen, oder ich wäre vielleicht schon gar nicht mehr da.


Nun fragt Ihr Euch sicher, wie gerät ein Hund an ein Magengeschwür? Schwer zu sagen, da gibt es verschiedene Möglichkeiten; beispielsweise eine Vergiftung oder eine Infektion mit bestimmten Bakterien. Ehrlich gesagt ist es uns auch total piepegal, woher es kam – Hauptsache, ich werde das fiese Ding möglichst schnell wieder los. Jetzt kriege ich einen Säureblocker, dazu Tabletten, die die Magenwände schützen und natürlich Diät. Wie die allerdings genau auszusehen hat, daran scheiden sich hier bei uns die Geister. Das erzähle ich Euch dann beim nächsten Mal.


Also, bis die Tage.


Macht´s gut, Nachbarn!

Euer Barny


Nickname 07.06.2018, 19.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

UNSER HELD DES TAGES

  Hallo, mein Barnybärchen! (6. Juni 2015) 


Unverhofft kommt oft, davon können wir alle hier ein Lied mit vielen Strophen singen! Eigentlich war Deine Zahn – OP ja erst für nächste Woche angesetzt; aber wie heißt es noch: Wer vorher plant, muss doppelt planen. Am Donnerstag wolltest Du lieber neben Deinem gefüllten Napf verhungern, als nur einen einzigen Happen fressen. Du hattest offensichtlich große Schmerzen. Also rief ich kurz entschlossen bei der Tierärztin an, und sie sagte: „Gut, dann machen wir es morgen früh.“ Da hatten wir Glück, denn ursprünglich stand schon ein anderer Termin auf ihrem Kalender, den sie aber verschoben hatte – warum, das wusste sie selbst nicht mehr genau. Es sollte wohl so sein.


Die Operation war kein Zuckerschlecken, und Frau K. leistete Schwerstarbeit. Über eine Dreiviertelstunde lang fuhrwerkte sie in Deinem Mäulchen herum, die Narkose musste zweimal vertieft werden. Die eine Zahnwurzel steckte so „festgemauert in der Erden“, dass sie nur in Einzelteilen regelrecht heraus gemeißelt werden konnte. Ein Stückchen blieb trotzdem drin, aber Frau K. versicherte uns, dass es keinen Schaden mehr anrichten würde. Um es zu entfernen, hätte sie die Narkose ein weiteres Mal verlängern müssen. Das mochte sie nicht riskieren, denn Dein Blutdruck war so niedrig, dass sie schon Probleme hatte, eine Vene zu finden, um die Braunüle zu legen. So stellte sich ganz nebenbei heraus, dass Dein Herz nicht mehr das kräftigste und wohl auch schon ein bisschen ausgeleiert ist. Eigentlich wäre es dafür bei einem Hund von sieben bis acht Jahren zu früh, aber wir kennen ja Deine Vorgeschichte nicht. Wenn Du Dich von dem Eingriff erholt hast, werden wir eine Ultraschalluntersuchung machen, danach wissen wir mehr. Zum Glück lässt sich so etwas gut behandeln und mit den passenden Medikamenten kannst Du steinalt werden.


Um elf Uhr durften wir Dich abholen. Da wusstest Du schon wieder, wer wir waren und freutest Dich, uns zu sehen. Allerdings warst Du noch recht wackelig auf den Beinchen und knicktest immer wieder ein, darum trug Herrchen Dich vorsichtshalber ins Auto. Kaum zu Hause angekommen, wurde Dir schlecht. Die Tierärztin hatte uns vorgewarnt, dass das als Folge der Narkose passieren könne. Ich wunderte mich allerdings, was da alles zutage kam. Der Menge nach hättest Du nämlich mindestens ein Bernhardiner sein müssen!


In den nächsten Stunden schliefst Du erst einmal Deinen Rausch aus, und gegen Abend warst Du fast wieder der Alte. Dein Magen meldete Hunger, das gabst Du mir deutlich zu verstehen. Gedünstete Hähnchenleber, mikrofein zerkleinert mit Reis war genau das richtige Menü für einen Zahnkranken. Du verspeistest es mit größtem Behagen - so genüsslich hatten wir Dich lange nicht mehr futtern gesehen!


Ich staune immer wieder, wie hart im Nehmen Ihr Hunde seid. Beim Julchen verhielt es sich ebenso. Der Ärmsten wurden ja gleich sechs Zähne auf einmal ausgerupft. Na und? Hinterher ein paar Stunden ratzen, einmal kräftig schütteln und die Angelegenheit war so gut wie vergessen. Dagegen würde unsereiner noch tagelang jammern, sich die Backe halten und sich mit Schmerztabletten dopen.


Heute ging es dann zur Nachkontrolle. Die Tierärztin zeigte sich recht zufrieden; nur an einer kleinen Stelle war die Wundnaht aufgegangen, aber in ein paar Tagen wird auch das verheilt sein. Du bekommst jetzt ein Antibiotikum, damit sich die Knochenhaut vom Kiefer nicht entzündet, und bald kannst Du wieder Deine geliebten Beefsticks kauen.


Hast Dich tapfer geschlagen, mein Kleiner, wir sind mächtig stolz auf Dich. Hoffentlich war es das erst einmal für lange, lange Zeit. Wir lieben Dich von ganzem Herzen!


Dein sehr erleichtertes Frauchen


Nickname 06.06.2018, 13.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

EIN SCHUSS IN DEN OFEN

Hey, Barny! (3. Juni 2015)


Gratuliere, mein Lieber - das hast Du sauber hingekriegt! Ein paar Stunden vor dem Besuch bei der Tierärztin fängst Du mitten in der Nacht plötzlich an, Dir die Seele aus dem Leib zu husten und spuckst jede Menge weißes Zeug, dass einem angst und bange werden kann. Frauchen kriegt natürlich voll die Panik, Du könntest was Giftiges gefressen haben. Sie rüttelt Herrchen wach und sagt: „Los, steh auf, wir müssen sofort mit Bärchen in die Klinik fahren!“ Dann springt sie aus dem Bett, zieht sich in Schallgeschwindigkeit an und steht frühmorgens um halb vier vor dem Spiegel, um sich zu schminken. Sie ist ja so eitel, dass sie ohne Farbe im Gesicht nicht mal dem Postboten die Tür aufmachen würde. Ich wette, wenn ihr das Haus überm Kopf abbrennt, legt sie auch erst noch Make-up auf, bevor sie sich von der Feuerwehr retten lässt!


Irgendwann beruhigt sich Dein Husten etwas, und sie wollen nun doch bis neun Uhr warten, wenn du sowieso zur Tierärztin musst. Die zeigt sich verständlicherweise not amused, diagnostiziert eine saftige Erkältung, und damit ist Deine Zahnbehandlung fürs Erste vom Tisch. Aber freu Dich nicht zu früh, das gewährt Dir nämlich nur eine Galgenfrist: Dein neuer Termin für nächsten Mittwoch steht bereits fest!


Der ganze Tag ist irgendwie daneben. Chef kommt nur schwer in die Gänge, das Fraule läuft wie eine Schlafwandlerin durch die Gegend; aber das Beste hast Du Dir mit dem Hustensaft geleistet. Frauchen will ihn Dir richtig professionell mittels einer Spritze ins Maul geben, und was machst Du? Schnalzt einmal kräftig mit der Zunge, und anstatt in Deinem Hals landet das klebrige Zeug mitten in Frauchens linkem Auge! Na, die hat vielleicht geweint! Erstens vor Schmerz, weil es höllisch gebrannt hat und zweitens vor Wut, weil sie sich nun noch mal neu schminken musste. Ich erwähnte wohl schon, wie eitel sie ist. Dann musste sie aber doch lachen und sann auf eine List, wie sie Dir den Saft erfolgreich einflößen könnte. Not macht bekanntlich erfinderisch, und sie kennt ja ihr Leckermäulchen. Frischkäse – Doppelrahmstufe, versteht sich – mit Hustensirup vermischt (in angemessenem Verhältnis, also drei Teile Frischkäse und ein Teil Hustensaft), dann klappt´s auch mit der Medizin!


Ehrlich gesagt beneide ich Dich nicht um das, was Dich nächste Woche erwartet. Ich habe ein bisschen gelauscht, wie Frauchen mit der Tierärztin telefonierte, und was ich da zu hören bekam, klang richtig gruselig. Aber ich weiß ja, Du bist hart im Nehmen, ein ganzer Kerl eben, und sicher werden sie Dich hinterher nach Strich und Faden verwöhnen. Hühnchen, Leber und Schabefleisch, mmhhh... mir läuft gleich das Wasser im Maul zusammen. Bobby und ich kriegen natürlich unseren Anteil, da passen wir schon auf. Jetzt schlaf Dich erst mal gesund, dann sehen wir weiter.


Gute Nacht, und schnarch uns was Feines.

Deine NELLY


Nickname 05.06.2018, 19.30| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

AU BACKE, MEIN ZAHN!

!!  (2. Juni 2015)


Na, Kumpel, da hast Du morgen einen richtig bescheidenen Tag vor Dir: Um neun Uhr früh heißt es antreten bei der Tierärztin zur Zahnbehandlung. Das Ganze unter Vollnarkose, wir machen schließlich keine halben Sachen. Wie es scheint, hast Du echt Zahnweh, weil Du nur noch weiches Zeug fressen magst. Frauchen macht sich natürlich Vorwürfe, dass sie so lange gewartet haben, Du kennst sie ja. Aber jetzt ist sicher genau der richtige Zeitpunkt, damit Du auch über- und überübermorgen noch kraftvoll zubeißen kannst!
(WIR LIEBEN REKLAME!!!)



Bobby und ich drücken Dir sämtliche Pfoten, dass alles gut vonstattengeht. Bist ja ein tapferes Kerlchen, und Chef bleibt bei Dir, da kann gar nichts passieren. Viel Glück, Freund Barny, und halte die Öhrchen fein steif!


Deine Rudelgefährtin

NELLY

Nickname 04.06.2018, 17.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

ENDSTATION SEHNSUCHT


Eines Tages geschah es. Meine Mama hatte Pit und mich zum Einkaufen mitgenommen. Vor der Drogerie band sie ihn an einem Fahrradständer fest, dann gingen wir in das Geschäft. Als wir zehn Minuten später wieder herauskamen, war der Hund verschwunden. Leine und Halsband hingen immer noch an dem Ständer, aber von Pit fehlte jede Spur. Er hatte es geschafft, seinen Kopf aus dem Halsband zu ziehen und war wieder einmal auf und davon. Wir konnten uns denken, wohin er gelaufen war und machten uns auf den Weg. Zu Fuß, versteht sich, ein Auto besaßen wir noch nicht. Als wir zur Lindenthaler Allee, einer auch damals schon recht belebten Hauptverkehrsstraße kamen, herrschte dort ziemliche Aufregung. Zwei Autos waren ineinander gefahren, vor dem einen lag ein kleiner Hund – unser Pit. Auf dem Weg zur geliebten „Ömi“ hatte er beim Überqueren der Straße wohl nicht auf die rote Ampel geachtet. Zum Glück war er nur leicht verletzt, er hatte lediglich ein paar Prellungen und ein verstauchtes Hinterbein davon getragen. Den Schaden an den Autos mussten natürlich meine Eltern bezahlen, damals dachte ja noch niemand an eine Haftpflichtversicherung für Hunde. Die geplante erste Urlaubsreise (sie sollte in den Schwarzwald gehen) wurde also noch einmal um ein Jahr verschoben.


Nach diesem Vorfall reichte es meiner Großmutter endgültig. Sie besprach sich mit meinen Eltern und setzte sich dann – vielleicht zum ersten Mal in ihrer Ehe – gegen meinen Großvater durch, indem sie Pit bei sich im Haus behielt. Ich war sehr traurig, dass ich mich von meinem Spielgefährten trennen musste; aber so viel verstand ich schon, um einzusehen, dass es für ihn das Beste war. Außerdem übernachtete ich jede Woche mindestens zweimal bei meinen Großeltern; und das Allerschönste war, dass der Hund dann bei mir im Bett schlafen durfte.


Pit starb ein halbes Jahr später. Nachmittags ging ich mit meiner Omi zum Stachelbeerpflücken in den Garten. Der Kleine lag neben meinem Sandkasten in der Sonne und döste; zumindest glaubten wir das. Als wir jedoch näher kamen und schließlich dicht vor ihm standen, rührte er sich nicht und zuckte mit keiner Wimper. Meine Omi schickte mich zurück ins Haus, um noch eine Schüssel für die Beeren zu holen. Sie ahnte wohl schon, was passiert war. Nachdem sie Pit aus der Sonne genommen und auf einen Stuhl im Schatten gelegt hatte, kam sie zu mir, nahm mich in die Arme und erklärte mir, dass der Hund keine Schmerzen gelitten hätte und einfach ganz friedlich eingeschlafen sei. Bald darauf kamen meine Eltern, und wir begruben Pit unter einem Klarapfelbaum. Ich bin mir sicher, er hat seine letzten Monate noch sehr zufrieden und glücklich verlebt.



Auf Wiedersehen, kleiner PIT!

Nickname 03.06.2018, 12.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

WO, BITTE, GEHT´S DENN HIER NACH HAUSE?



Ich gestehe es nur ungern, aber mein Orientierungssinn lässt allerhand zu wünschen übrig. Der beste aller Ehemänner formuliert das so: „Wenn du in Zukunft aus dem Haus gehst, häng dir einen Peilsender um, damit ich dich orten kann, falls du dich mal wieder (soll heißen: so wie immer) verläufst.“


Er hat recht, leider. Für mich sieht eine Straße eben wie die andere aus. In einem Kurbad habe ich vor Jahren am Tag meiner Heimreise sämtliche Konditoreien abgeklappert (es waren siebzehn) und prompt meinen Zug verpasst, weil ich mich nicht mehr erinnern konnte, wo ich diese köstlichen, handgefertigten Trüffelpralinen als Mitbringsel für meine Lieben bestellt hatte. Ein anderes Mal suchte ich in einer Münchner Tiefgarage stundenlang vergeblich nach meinem Auto. Dabei hatte ich mir die Parketage gemerkt und die Nummer des Stellplatzes vorsorglich auf dem Parkschein notiert. Sicher ist sicher. Aber das Auto blieb verschwunden, wahrscheinlich war es geklaut worden. Ich wollte gerade die Polizei verständigen und den Wagen als gestohlen melden, als mir eine innere Stimme zuflüsterte: „Vielleicht probierst du es vorher noch mal im Parkhaus gegenüber…“.


Gestern habe ich das Radfahren für mich wiederentdeckt. Es heißt ja, damit wäre es wie mit dem Schwimmen oder dem Küssen: Wer es kann, der verlernt es nie mehr. Trotzdem fühlte ich mich anfangs etwas unsicher; kein Wunder, denn mein Drahtesel hatte etliche Jahre im Geräteschuppen ein wenig beachtetes Schattendasein geführt. Nach mehreren Anläufen saß ich dann doch wieder fest im Sattel und trat vergnügt in die Pedale. Eine Zeitlang fuhr ich so durch unseren herrlichen Wald, genoss den Sonnenschein, den warmen Wind, das Vogelzwitschern – und wusste plötzlich nicht mehr, wo ich war. Ein Baum sieht ja wie der andere aus. Es dämmerte schon, und langsam wollte ich nach Hause. Mein Instinkt riet mir, ich sollte rechts abbiegen; also war es wohl besser, mich links zu halten. Vorsichtshalber entschied ich mich, doch lieber jemanden nach dem Weg zu fragen. Ich stieg ab und hielt den ersten Radfahrer an, der mir entgegen kam. „Bitte, können Sie mir sagen, wie ich zurück zur Dreilindenbrücke komme?“ Es war eine Dame, die mir bereitwillig und mit unverkennbarem badischen Akzent erklärte: „Ha noi, des isch nimmer weit, des isch glei da vorn, wo´s wieder lichter wird!“ Sodann begann sie, mir ausführlich die Geschichte unseres ehemaligen Berliner Kontrollpunktes Dreilinden zu schildern. Ich hörte ihr zehn Minuten lang zu, dann verabschiedete ich mich mit der Ausrede, dringend aufs Klo zu müssen, bedankte mich und fuhr auf dem von ihr beschriebenen Weg nach Hause.


Für alle, die bis jetzt vergeblich auf eine Pointe warten, hier ist sie: Als ich die hilfsbereite Schwäbin um Auskunft bat, war ich höchstens dreihundert Meter Luftlinie von unserem Haus entfernt – dem Haus wohlgemerkt, in dem ich aufgewachsen bin und seit über fünfzig Jahren lebe. Nicht einmal ich hätte mich da wohl noch verfahren können. Aber schließlich, sicher ist sicher.

Nickname 02.06.2018, 21.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: C´EST LA VIE!

ZUHAUSE, ABER NOCH NICHT DAHEIM


Wir waren umgezogen, von Krumme Lanke nach Schlachtensee. Unsere Wohnung lag im oberen Stock einer Gründerzeitvilla, deren Erdgeschoss und Souterrain von den Hauseigentümern bewohnt wurden. Fräulein S. und Herr L. waren ein seltsames Paar. Sie lebten in wilder Ehe miteinander (für damalige Moralvorstellungen unerhört), gingen fast nie aus und empfingen auch nur selten Besuch. Niemand begriff, warum sie überhaupt zusammen blieben, denn sie stritten sich fast ständig, und wir bekamen oben alles mit. Fräulein S. war eigentlich ganz nett, aber vor Herrn L. hatte ich eine Heidenangst. An einen Vorfall kann ich mich noch genau erinnern, obwohl ich damals erst vier Jahre alt war:


Trotz strengsten Verbotes war ich mit Pit in den völlig verwilderten Garten gegangen und hatte dort ein bisschen herum gestöbert. Natürlich fand er alles hochinteressant. Er hatte wohl ein Mauseloch entdeckt, denn er buddelte auf einmal wie verrückt und verschwand beinahe völlig in dem Loch. Nur sein kleines Hinterteil ragte noch heraus. In dem Moment tauchte urplötzlich Herr L. auf und fing an, wie ein Wahnsinniger zu toben. Er hielt eine Schaufel in der Hand und drosch auf den armen Hund ein. Ich muss vor Angst geschrien haben wie am Spieß. Zum Glück hatte meine Mutter oben das Küchenfenster offen stehen und konnte alles mit anhören. Sie kam in den Garten gerannt, stürzte sich auf Herrn L. und riss ihm die Schaufel aus der Hand. Von einer Sekunde zur anderen war er wie ausgewechselt, die Liebenswürdigkeit selbst, so als hätte jemand in seinem Kopf einen Schalter umgelegt. Meiner Mutter gegenüber verhielt er sich sowieso immer äußerst zuvorkommend, er schien tatsächlich Respekt vor ihr zu haben. Außerdem war sie damals eine bildschöne junge Frau, was vermutlich auch eine Rolle spielte. Abends gab es noch eine heftige Auseinandersetzung zwischen meinem Vater und Herrn L., und von da an lebten wir mehr oder weniger in friedlicher Koexistenz, bis wir zwei Jahre später auszogen. In den Garten haben Pit und ich allerdings nie wieder eine Pfote oder einen Fuß gesetzt.


Kein Wunder, dass der Lütte sein Großfrauchen schmerzlich vermisste und Heimweh nach seinem früheren Zuhause hatte. Er liebte uns zwar, aber meine Omi vergötterte er - genau wie ich. Immer wieder büxte er aus und fand mit schlafwandlerischer Sicherheit den Weg in die W…straße, wo er dann völlig erschöpft ankam. Von Haus zu Haus waren es beinahe vier Kilometer; mit dem Auto ein Katzensprung, aber für den kleinen Kerl mit seinen kurzen Beinchen der reinste Marathon. Anscheinend hatte er dabei auch einen guten Schutzengel, denn obwohl er einige belebte Straßen passieren musste, ist ihm nie etwas zugestoßen. Natürlich herrschte damals noch weitaus weniger Verkehr, und diejenigen, die schon ein Auto besaßen, fuhren langsamer und rücksichtsvoller, als es heutzutage viele tun. Gefährlich war es trotzdem, besonders für einen so winzigen Hund. Meiner Omi brach es jedes Mal fast das Herz, wenn wir ihn wieder abholten oder sie ihn uns zurückbringen musste.



Die schönen Beine (züchtig bedeckt) gehören meiner Mama.

 Ganz rechts unser Pit, im Vordergrund

ein Spielkamerad von ihm

und links außen? Ach, das bin ja ich!

Nickname 02.06.2018, 12.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

KLEINER HUND, GANZ GROSS


An unseren Allerersten, den „lütten Pit“, erinnere ich mich eigentlich nur aus Erzählungen. Als ich zur Welt kam, war er schon ein paar Jahre alt. Nach ihrer Heirat hofften meine Eltern lange Zeit vergeblich auf Nachwuchs; dann eröffneten die Ärzte meiner Mutter, dass sie keine Kinder bekommen könne. Sie wünschte sich trotzdem etwas zum Liebhaben und Verwöhnen, also adoptierten sie den kleinen Mischlingsrüden aus dem Tierheim. Aber es heißt nicht umsonst: „Unverhofft kommt oft!“ Sie kam schließlich doch noch zum Kind – na ja, vielleicht nicht ganz wie die sprichwörtliche Jungfrau, nur für meine Eltern war ich tatsächlich so eine Art Überraschungsei.



In ihre Freude mischte sich ein Wermutstropfen: Sie mussten umziehen, denn das Zimmer, in dem sie bis dahin zur Untermiete wohnten, wäre für uns alle viel zu klein geworden. Außerdem hätte der Vermieter kein Baby im Haus geduldet. Das Hundchen hatte er gerade noch toleriert (wohl nur, weil Pit – für seine Rassenmischung eher untypisch – überhaupt kein Kläffer war und so gut wie niemals bellte); aber ein schreiender Säugling, nein danke! Für eine größere Wohnung fehlte ihnen, wie den meisten in den 50er Jahren, das Geld. Zwar hatte mein Vater als technischer Zeichner eine feste Anstellung beim Berliner Senat gefunden, aber fragt nicht nach der Bezahlung! Meine Mutter suchte seit Jahren vergeblich eine Arbeit als Hauswirtschaftslehrerin, und so blieb nur der Weg zurück in ihr Elternhaus. Das Problem war: Mein Großvater (Opa K.) mochte überhaupt keine Hunde. Da er jedoch tagsüber im Büro und fast jeden Abend, sowie an den meisten Wochenenden, in der Kneipe saß, konnte man sich arrangieren. Meine Omi verliebte sich auf Anhieb in den kleinen Hund, und er hing abgöttisch an ihr. Die Leckerbissen, die sie ihm zusteckte, der Garten, das Plätzchen auf ihrem Sessel – für ihn waren es paradiesische Zustände. Aber bekanntlich kann man aus dem Paradies auch wieder vertrieben werden. Als mein Onkel J., der Bruder meiner Mutter, sein Abitur gemacht hatte und mit dem Studium begann, beanspruchte er die Mansarde für sich. Wir zogen also wieder um, damals war ich zwei Jahre alt. Da mein Vater inzwischen besser verdiente, durfte es diesmal eine etwas größere Wohnung sein. Dort gab es zwar auch einen Garten, den zu betreten allerdings unter „Todesstrafe“ stand.


Die Trennung fiel allen schwer – besonders meiner Omi und unserem Pit. Er war ein kleiner Hund mit einem großen Herzen, buchstäblich treu bis in den Tod. Er ließ nichts unversucht, um zu seinem geliebten Großfrauchen und ihren Blumenbeeten zurückzukehren und legte dabei sogar eines Tages den gesamten Straßenverkehr lahm. Darüber beim nächsten Mal mehr.



Meine Mama, Pit und

- im Wägelchen - ich

Nickname 01.06.2018, 09.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

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ÜBER MICH:Geboren vor 62 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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