Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: WIE DAS LEBEN SO SPIELT

FÜR EINE STUNDE VOLL SELIGKEIT




Saffron haben wir im Januar 2019 mit dem unten stehenden Text vorgestellt. Seitdem sind wieder anderthalb Jahre vergangen, ohne dass Saffron auch nur einmal gesehen wurde.


Saffron kam 2014 mit anderen Welpen ins russische Shelter "Kozhuhovo". Er hatte noch sein ganzes Leben vor sich, hätte bei einer lieben Familie leben und einfach nur glücklich sein sollen. Doch manchmal hält das Schicksal eine andere Geschichte bereit.


Saffron lebt nun bereits seit vier Jahren an diesem trostlosen Ort. Traurig und gelangweilt sitzt er in seinem kleinen Außenzwinger hinter Gitterstäben.


Ein einziger Lichtblick sind seine Betreuer, die einmal die Woche kommen. Saffron darf dann zusammen mit seinen Artgenossen in den Auslauf. Er freut sich jedes Mal so sehr. Wenn er seine Betreuer schon von weitem sieht, weiß er, endlich darf er seinen Zwinger verlassen, wenn auch nur für kurze Zeit. Eine Stunde, einmal die Woche…


Saffron ist sehr menschenbezogen, verspielt und fröhlich. Er liebt es, mit den anderen Hunden im Auslauf zu spielen. Seine Zwingernachbarn und er toben die ganze Zeit und vergeuden keine einzige Minute. Seine Betreuer beschreiben ihn als neugierig und zärtlich und er erobert alle mit seiner tollen Art. Gerne gibt er Pfötchen und kann gut an der Leine laufen.




Einmal nahm Saffron an einer Tierschutzveranstaltung teil und durfte sogar eine Nacht bei seiner Betreuerin bleiben. Er badete vergnügt, fuhr im Auto mit und schlief schön im Flur auf einer Matte. Allerdings machten ihm laute Geräusche auf der Straße ein wenig Angst.


Bei der Veranstaltung hatte Saffron leider kein Glück, so sehr sich seine Betreuer auch für ihn bemühten. Sie konnten kein Zuhause für ihn finden. Saffron verstand die Welt nicht mehr, als er wieder in seinen Zwinger zurück musste.


Daher hoffen wir, nun ein Zuhause für Saffron zu finden. Wir hoffen, dass irgendwo da draußen in Deutschland dieser eine Mensch ist, der sich in Saffron verliebt; der ihm viel Liebe und Zuneigung sowie ein warmes Körbchen schenkt. Wir wünschen uns, dass wir seine Menschen finden, die ihm zeigen, was es heißt, Teil einer Familie zu sein.


Saffron ist ein bildhübscher und schlauer Hund, aber in Russland hat er leider keine Chance, ein Zuhause zu finden. Noch nie hat sich jemand für ihn interessiert.




Saffron ist ca. 45 – 50 cm hoch, geimpft, gechipt und kastriert. Falls Sie Saffron adoptieren möchten und ihm ein tolles Leben ermöglichen wollen, dann sind seine Koffer schnell gepackt, und er kann sich auf seine Reise nach Deutschland machen.


Bei ernsthaftem Interesse wenden sie sich bitte an unsere Team-Kollegin Diana Rinke


eMail: d.rinke@tierschutz-miteinander.de
Mobil: 0171-1406060


https://tierschutz-miteinander.de/

Nickname 10.09.2020, 19.41 | (0/0) Kommentare | PL

SINGLE ODER LANGSPIELPLATTE?

Statistiken sind eine feine Sache. Sie verraten viel über uns, sowie über die Welt, in der wir leben und untermauern es mit unbestechlichen Zahlen. Wir erfahren beispielsweise, dass der Vatikan im Verhältnis zu seiner Bevölkerung die höchste Verbrechensrate aufweist. Allerdings werden die Delikte fast ausschließlich von Touristen begangen, die in der Regel ungestraft davonkommen, weil sie sich der päpstlichen Justiz durch Flucht ins benachbarte Italien entziehen. Interessant, oder?


Aber das ist längst nicht alles. Statistiken vermögen noch einiges mehr, sie können sogar bei einer Diät hilfreich sein. Wenn etwa der beste aller Ehemänner ein ganzes Brathähnchen samt der knusprigen Haut verputzt, während ich mich mit einer Handvoll Radieschen und ein paar Salatblättern begnüge, darf ich mich anschließend ebenso satt und zufrieden fühlen wie er. Schließlich habe ich – statistisch gesehen – auch ein halbes Hähnchen verspeist. Falls ich trotzdem weiter hungrig bin, liegt das bestimmt nicht an den nackten Zahlen (eher an dem Haufen nackter, sorgfältig abgenagter Knochen auf dem Teller des Besten), denn Zahlen lügen bekanntlich nicht!


Wie die aktuellen, kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Ziffern belegen, gibt es in Deutschland rund 1,6 Millionen Singles. Das heißt, zirka jeder fünfte Bundesbürger ist solo. Das Leben ohne Anhang hat zweifellos seine guten Seiten. Die Herren der Schöpfung brauchen keine drastischen Strafmaßnahmen (wie Liebesentzug und Nächtigen auf dem Sofa) zu befürchten, wenn sie ihre freie Zeit im Fußballstadion, in der Kneipe oder einem anderen Etablissement verbringen. Singlefrauen ihrerseits engagieren gut gebaute Nacktputzer und feiern wahre Shoppingorgien, ohne dass ein „Er“ sich aufführt wie Othello oder ihnen die Kreditkarte sperrt. Kurz und gut, Männlein wie Weiblein dürfen ganz nach der eigenen Fasson selig werden.


Trotz aller unbestrittenen Vorzüge des Singledaseins oute ich mich als überzeugte Langspielplatte. Der beste aller Ehemänner und ich spielen nun schon seit sechsunddreißig Jahren unser Lied (sieben Jahre "wilde Ehe", quasi als Intro, kommen hinzu): Mit täglich wechselnden Strophen, mal Staccato, mal Vibrato; heute in Dur und morgen vielleicht in Moll, aber immer nach unserer eigenen Melodie. So wird es bleiben bis ans Ende des Vinyls – selbst gegen den Rat von Experten, man solle die Nadel auswechseln, wenn die Rille zu knistern beginnt.

Honi soit, qui mal y pense!



Nickname 01.09.2020, 19.39 | (0/0) Kommentare | PL

JEDER NEUE TAG IST EINE NEUE CHANCE



https://tierschutz-miteinander.de/


DAGIR kam im Februar 2018 ins Shelter Kozhuhovo. Damals wurde er mit verletzten Hinterbeinen in der Gegend von Novokosino gefunden. Man vermutete, dass er zuvor ein Zuhause hatte.


Seit 2 Jahren lebt Dagir nun schon im Shelter und seine Betreuer sind zu seiner "Ersatz-Familie" geworden. Er freut sich sehr, wenn sie zu Besuch kommen, ihn streicheln, mit ihm spielen oder ihn einfach in den Auslauf lassen. Dort rennt und tobt er mit seinen Artgenossen. Dagir mag andere Hunde, und auch dort weiß er, wie er sich richtig verhalten muss. Er geht Ärger aus dem Weg und ist einfach nur freundlich zu allen. Selbst die älteren Hunde fühlen sich durch Dagir animiert zum Spielen und Laufen.




Dagir hat sich bis vor kurzem noch den Zwinger mit einer Hündin geteilt. Diese wurde jedoch krank und musste auf die Krankenstation wechseln. Für Dagir war dieses Erlebnis sehr schlimm, denn er litt unheimlich unter dem Verlust – so sehr, dass er sich die Pfoten an der Zwingertüre verletzt hatte, als er versuchte, diese zu öffnern. Dagir wechselte darauf den Zwinger und kam bei einem älteren Rüden unter. Er hat sich schnell dort eingelebt und zwischen den beiden entstand eine Freundschaft.


Der hübsche Rüde ist sehr sozial und würde sich über eine eigene und richtige Familie, die entsprechend Zeit für ihn haben, sehr freuen. Ein lieber und verträglicher Ersthund wäre für Dagir auch kein Problem und würde ihm sicherlich bei der Eingewöhnung sehr helfen. Schön wäre es, wenn sich für den hübschen und aktiven Rüden auch ebenso aktive Menschen melden würden.


Dagir reist geimpft, gechipt und kastriert nach Deutschland. Genau wie für alle anderen Hunde in unserer Vermittlung, suchen wir auch hier, ausschließlich nach einer Endstelle.


Weitere Informationen dazu finden sie hier:https://tierschutz-miteinander.de/project/pflegestellen/


Bei ernsthaftem Interesse wenden Sie sich bitte an unsere Team-Kollegin Yvonn Phillips


eMail: y.phillips@tierschutz-miteinander.de
Tel.: 02822-7159818
Mobil: 01578-7030172

Nickname 01.09.2020, 19.08 | (0/0) Kommentare | PL

AUS DEM SCHATZKÄSTCHEN: V.G.F.A.A

Die folgende Geschichte widme ich denjenigen, für die „Wir sind alle über 40“ nicht mehr nur ein Schlagertitel, sondern schon längst eine Tatsache ist. Natürlich dürfen die Jüngeren ebenfalls mitlesen und sich einen Vorgeschmack auf Zukünftiges holen:

 

Mein Doktor stellte neulich beim mir „Verminderte Gedächtnisleistung als Folge des Allgemeinen Alterungsprozesses“ fest, kurz V.G.F.A.A.


Und das sind die Symptome: Ich beschließe, dem besten aller Ehemänner eine Freude zu machen und seinen Wagen zu waschen. Auf dem Weg in die Garage nehme ich den Autoschlüssel vom Brett; da sehe ich durchs Küchenfenster, wie der Briefträger die Post in unseren Briefkasten wirft. Mal sehen, wahrscheinlich sind es doch wieder bloß Rechnungen und Reklame, aber vielleicht ist ja ausnahmsweise auch ein richtiger Brief dabei… so wie früher, mit der Hand geschrieben und nicht am Computer getippt.


Ich öffne den Briefkasten, lege den Autoschlüssel kurz darin ab und sortiere die Post. Die Werbung wandert gleich in die blaue Tonne, die Rechnungen bringe ich nach oben in mein Arbeitszimmer und lege sie dort auf den Schreibtisch, um sie später zu bezahlen. Ich nehme den Umschlag mit den PIN – Nummern fürs Onlinebanking aus der Schublade. Au weia, nur noch fünf PINS, da werde ich nachher sofort bei der Bank neue bestellen. Beim Schließen der Schublade stoße ich um ein Haar den halb ausgetrunkenen Kaffeebecher von heute morgen um. Gerade noch mal gut gegangen, meine Tastatur mag nämlich überhaupt keinen Kaffee. Nichts wie ab mit dem Becher in die Küche. Auf dem Weg nach unten höre ich, wie der Zimmerbrunnen in der Diele statt zu sprudeln nur noch heiser röchelt, er braucht dringend Wasser. Ich stelle den Kaffeebecher auf den Schuhschrank und – yipieehh! Da liegt ja meine Brille, die ich schon den ganzen Vormittag suche wie ein Stückchen Brot. Am besten setze ich sie gleich auf, bevor ich sie erneut verlege.


Dann gehe ich in den Keller, um eine Flasche destilliertes Wasser für den Brunnen zu holen. Himmel, A…. und Zwirn – da hat doch irgend so ein Vollidiot mein Handy auf dem Bügeltisch liegen lassen, und ich habe mich halb tot danach gesucht, als ich meiner Freundin eine SMS schreiben wollte. Ich bringe es lieber sofort zurück nach oben ins Esszimmer, wo es normalerweise neben dem richtigen Telefon liegt. In dem Moment höre ich, wie es an der Haustür läutet. Wendy und Barny stehen sofort auf der Matte und bellen wie verrückt. Ich werfe das Handy in den Korb mit der Bügelwäsche und haste die Treppe hinauf. Als ich die Haustür öffne, ist keiner da. Das waren bestimmt wieder die Kinder von nebenan mit einem ihrer Klingelstreiche. Während ich die Haustür schließe, versuche ich krampfhaft, mich daran zu erinnern, was ich eigentlich die ganze Zeit über tun wollte.

 

Abends muss ich erkennen, dass ich im Grunde nichts erledigt habe: Das Auto des Besten ist immer noch schmutzig, die Überweisungen sind unerledigt, der halbvolle Kaffeebecher steht nach wie vor auf dem Schuhschrank, die Brunnenpumpe hat mangels Wasser ihr Leben ausgehaucht, im Umschlag stecken unverändert nur fünf PINS, das Handy bleibt verschwunden und wo - zum Kuckuck! – habe ich den Autoschlüssel gelassen? Ich bin fix und fertig, denn obwohl ich eigentlich nichts geschafft habe, hatte ich doch den ganzen Tag zu tun.

 

V.G.F.A.A.ist offenbar ein sehr schweres und ernsthaftes Leiden. Ich werde im Internet darüber recherchieren. Vorher will ich nur noch einige Mails verschicken…


Hat es Euch auch schon erwischt? Gebt bitte diese Nachricht an alle Eure Freunde und Bekannten weiter; ich habe nämlich vergessen, wem ich sie bereits gesendet habe.


Vielen Dank!



Nickname 22.08.2020, 13.44 | (0/0) Kommentare | PL

BEINAHE WIE IM FILM!

Robin, der achtjährige Enkel meiner Freundin Melanie, ist ein kleines Schlitzohr, ein richtiger Pfiffikus. Außerdem verfügt er über einen fast unwiderstehlichen Charme, den er bei Bedarf sehr gezielt einzusetzen versteht. Sein treuherziger Augenaufschlag bringt ganze Felswände zum Einsturz und lässt auch noch die letzten Eisberge schmelzen. Die Mädchen, denen er damit später zweifellos einmal das Herz brechen wird, tun mir heute schon leid.


Robin ist zwar zwar kein Wunderkind, aber hochintelligent und ein kleines Genie in Mathe. Seine Aufgaben rechnet er im Kopf schneller aus, als andere mit dem Taschenrechner, und bei Klassenarbeiten ist er in der Hälfte der Zeit fertig – oft zum Ärger der Lehrerin, weil er sich den Rest der Stunde damit vertreibt, seine Mitschüler durch Clownerien von der Arbeit abzulenken. Seine Begeisterung für dieses Fach zeigt sich auch in der Wahl seiner Spielsachen, die am besten alle geometrisch, das heißt viereckig geformt sein sollen: Playstation, Fernseher und PC. An letzterem bewirtschaftet er nicht nur seinen virtuellen Bauernhof, sondern erbaut Flughäfen und sogar ganze Städte. Zu seinen Fernsehlieblingen zählen unter anderem Captain Picard und Mister Spock, auch Tom und Jerry lässt er gern über den Bildschirm flimmern. Am liebsten würde er so den ganzen Tag im Schlafanzug, auf dem Teppich liegend, vor der Mattscheibe verbringen. Fast alle Kinder übernachten gern bei Oma und Opa, weil sie dort meistens viel mehr Freiheiten als bei den Eltern haben. Aber natürlich muss auch hier irgendwann Feierabend sein.


Nun gehört ein simples „Nein“ leider nicht Robins bevorzugtem Wortschatz an. Deswegen bleibt meiner Freundin oft nichts weiter übrig, als ein rigoroses Machtwort zu sprechen, in etwa so: „Entweder du machst jetzt auf der Stelle den Fernseher (wahlweise die Playstation, den Computer) aus, oder es gibt keinen Käsekuchen!“ Das zieht, wenigstens für den Moment, weil der Kleine für diese Leckerei so ziemlich alles tun würde. Aber dann genügt ein unbewachter Augenblick, beispielsweise wenn Melanie telefoniert. Das tut sie ausgiebig und oft, denn ihr großer Freundeskreis reicht weit über ihre Heimatstadt hinaus. Sie braucht dabei nur kurz aus dem Zimmer gehen, weil es manchmal etwas zu bereden gibt, das nicht unbedingt für Kinderohren bestimmt ist – und schon errichtet der Kleine per Mausklick neue Wolkenkratzer, verkauft Eier von seiner Hühnerfarm oder schert seine Schafe.


Auch gestern konnte und wollte er wieder kein Ende finden. Auf Melanies energisches „Robin, genug für heute!“ warf er ihr unter langen, seidigen Wimpern einen Blick zu, bei dem sämtliche romantischen Kinohelden, einschließlich Clark Gable, Rock Hudson und Gregory Peck, vor Neid erblasst wären, und schmeichelte: „Och nöö, nur noch zehn Minuten, biiiitte!“ Aber Melanie blieb hart: „Nein, für heute reicht´s. Jetzt gibt es Abendbrot, dann wird geduscht, und danach geht es ab ins Bett!“ Vor Staunen riss der Kleine die Augen ganz weit auf, zog einen Schmollmund und meinte enttäuscht: „Komisch, im Film klappt das jedes Mal!“


„Na, und ich habe mich vielleicht gewundert, was für Streifen der Junge sich zu Hause ansieht“, erzählte Melanie mir später am Telefon. „Bisher dachte ich immer, dass er nur ´Star Wars´ guckt…“

Nickname 18.08.2020, 21.03 | (0/0) Kommentare | PL

ALS DIE BILDER FLIEGEN LERNTEN

Wissen Sie, das Fernsehprogramm im Allgemeinen und die Unterhaltungssendungen am Wochenende im Besonderen sind nicht mehr, was sie einmal waren; da stimmen sicherlich viele zu. Mit Wehmut denke ich an die großen Samstagabendshows von früher zurück. Frank Elstner, Kuli, Peter Frankenfeld – das waren Unterhalter im besten Sinne. Gemessen an ihnen erscheinen unsere heutigen so genannten Comedians nur als müde Abziehbilder. Ganz ähnlich dachte wohl auch ein 35 Jahre alter Darmstädter, dem, nach eigener Aussage vor der Polizei, eines Abends gegen 21 Uhr "der Kragen geplatzt" war. Er warf gleich drei Fernsehgeräte aus einem Fenster seiner Wohnung im 3. Stock auf die Straße!


Passanten alarmierten die Polizei. Diese konnte den Fernsehmuffel mit Hilfe seiner Verlobten und eines Freundes dazu bewegen, die Trümmer der ersten beiden auf die Weise „abgeschalteten“ Apparate zusammenzufegen. Der Frieden hielt jedoch nicht lange an: Bereits eine Stunde später warf der angetrunkene Mann auch noch das dritte in der Wohnung vorhandene Fernsehgerät nach draußen. Daraufhin verschaffte die Darmstädter Polizei dem Fernsehmuffel in einer Ausnüchterungszelle sieben Stunden alternatives Programm.



Nickname 17.08.2020, 16.26 | (0/0) Kommentare | PL

MERLIN UND DER SPIEGEL

ANMERKUNG:


Eventuell vorhandene Ähnlichkeiten mit zweibeinigen Merlins

sind selbstverständlich vollkommen unbeabscichtigt und rein zufällig!

(Aber im Vertrauen: Kennen wir nicht alle einen?)




Sich im Spiegel zu betrachten,
um auf die Figur zu achten,
pflegt gewisslich jedermann.
Selbst Hund Merlin hält sich dran.
Denn im Unterschied zu seinen
Artgenossen, die da meinen,
Spiegelhunde wären böse,
macht der Schlaue kein Getöse,
denn er weiß es ganz genau:
"ICH bin das im Spiegel! – Wau!"


Heute wirkt er aufgewühlt,
als er nach dem Spiegel schielt.
"Nein, wie konnt ich´s übersehn?
Gott, wie bin ich, Merlin, schööön!"…
Größenwahn umweht den Hund.
Und schon stellt der eitle Spund
unverblümt und gar nicht zage
die berühmte Gretchenfrage:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist der schönste Hund im Land?"


Doch der blankgeputzte Stand-
spiegel an der Zimmerwand
glitzert frech und sagt kein Wort.
Merlin ärgert sich sofort:
"Ich will eine Antwort! Sprich!
Kann wer schöner sein als ich?
Sieh mein tolles Laufgestell,
mein charmant geflecktes Fell,
Muskeln, durchtrainiert und stramm
(alles für: cherchez la femme),
meine Rute, jeder Zoll
selbstbewusst und hoheitsvoll,
und – apart besondrer Art –
diesen graumelierten Bart …
Los, gesteh! Du bist ergriffen
von dem attraktiven, vifen
Merlin, der jetzt routiniert
und gekonnt vor dir posiert.
Spiegel, komm und äußre dich!
Sag, der schönste Hund bin ich!!!"


Und schon dehnt er seine Haxen,
dass sie um die Hälfte wachsen,
lässt die Sprunggelenke knacksen,
macht Kotau und andre Faxen,
bis er keine Luft mehr kriegt
und k.o. am Boden liegt …
Doch der Spiegel, der bleibt stumm
und der Hund fragt sich, warum.
Bis ihm schließlich, reichlich spät,
endlich dann der Knopf aufgeht.


"Klar, das war mein feuchtes Schnaufen!
Deshalb bist du angelaufen!
Und ein blindes Spiegelglas
spiegelt weder dies noch das!"
Fette Merlin-Pfotensiegel
schmücken bald den matten Spiegel,
wo die angeschnauften Stellen
sich nur zögerlich erhellen –
und das dauert … Schließlich hat
Merlin die Geschichte satt,
knurrt: "Der Spiegel will mich äffen!"
und beginnt ihn zu verkläffen.


Als der Bellende gewahr wird,
dass der Spiegel wieder klar wird,
sind die Muskeln nicht mehr warm.
Selbst der Spiegel schlägt Alarm:
"Merlin, Merlin! Ält´re Hunde
brauchen eine Aufwärmrunde.
Kalte Muskeln können krampfen!"
Aber Merlin ist am Dampfen:
"Wer gehört zum alten Eisen???
Ich doch nicht!!!! Soll ich's beweisen?"


Und im hektischen Bemühen
seine Muskeln langzuziehen,
treibt der sture Senior
es noch ärger als zuvor.
Plötzlich kracht es im Gebälk
und der Hund wird sichtbar welk.
Schluss ist´s mit der stolzen Pose,
denn jetzt hat ihn die – Arthrose.
Krumm schleicht Merlin in sein Eck
und verdaut den ersten Schreck.
"Mist! Das hat, schnieft er geschockt,
"mir der Spiegel eingebrockt!
Aber wart! Du wirst noch scheppern,
denn ich werde dich zertöppern,
blöder Spiegel! Denk daran, –
wenn ich wieder laufen kann!"


 © Hannelore Nics, Wien

Nickname 04.08.2020, 19.57 | (0/0) Kommentare | PL

ES IST SCHON EIGENARTIG

Was ich verwundert immer sah:
Die Menschen sagen fröhlich 'Ja!'
und meistens ernst verbissen 'Nein!'


Das sehe ich durchaus nicht ein.
Wer sicher ist, kann es doch wagen,
auch freundlich lächelnd 'Nein!' zu sagen.


Karl-Heinz Söhler



Nickname 30.07.2020, 19.38 | (0/0) Kommentare | PL

WÜSTE DROHUNG



Hubert erhält vom Finanzamt eine nachdrückliche Mahnung.


Aufgebracht schreibt er zurück: „Beamter Schlotterstein, alle Rechnungen kommen bei mir in einen großen Sack. Am Jahresende werden zehn daraus gezogen und bezahlt. Wenn Sie mir noch mal so eine grobe Mahnung schicken, nehmen Sie an der diesjährigen Ziehung nicht teil!“

Nickname 29.07.2020, 16.47 | (0/0) Kommentare | PL

SUCHE DRINGEND NEUE KLAMOTTEN - WER KANN HELFEN?

Also, ich brauche unbedingt ein neues NERVENKOSTÜM, passend für ca 1,78 m Größe, gerne fröhlich bunt. Mein altes hat leider schon ziemlich viele Löcher und hat schon einen leichten Grauschleier.


Es sollte weite ÄRMEL haben, aus denen ich mir immer bei Bedarf was schütteln kann. Genügend große TASCHEN, in denen man eine Faust machen kann.




Dann brauche ich dringend neue SAMTHANDSCHUHE, weil meine schon völlig zerschlissen sind und ich damit nicht mehr jeden anfassen kann. Bitte keine weißen, die sind immer so schnell schmutzig.




Wenn noch jemand eine ROSA BRILLE zu Hause hat, die hätte ich auch gerne. Meine alte passt anscheinend nicht mehr richtig. 




Ich hätte auch gerne mal ein Paar SCHUHE, die mir richtig passen, da ich mir ja immer gleich jeden Schuh anziehen muss ... und das ist schmerzhaft auf Dauer.




Vielleicht noch einen schönen HUT, an den ich mir ein paar Dinge stecken kann.




Ganz toll wäre, wenn noch jemand ein DICKES FELL gegen ein dünnes tauschen möchte? Der nächste Sommer kommt bestimmt!

Zum Schluss bitte ich noch um einen GÜRTEL, den ich nach diversen Feiertagen enger schnallen kann.



Nickname 27.07.2020, 19.49 | (0/0) Kommentare | PL

2020
<<< September >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 010203040506
07080910111213
14151617181920
21222324252627
282930    
ÜBER MICH:Geboren vor 65 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von sieben allerliebsten Fellnasen.

Einige Beiträge dieses Blogs enthalten
kostenfreie, unbestellte Werbung
durch Bilder, Namensnennung und/oder Verlinkung,
welche meinen persönlichen Geschmack wiedergeben
und KEINE Kaufempfehlung darstellen!
Besucherzaehler