Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

DAS KANN DOCH JEDEM MAL PASSIEREN!

   Liebes Frauchen!


Tut mir echt leid, dass ich neulich in dem großen Kaufhaus für Tiere ans Regal mit den Halsbändern und Leinen gepinkelt habe, als du mir einen neuen Ranzen anprobieren wolltest. Bestimmt war dir das sehr peinlich, aber musstest du gleich so ein Drama daraus machen? Die nette Verkäuferin sagte noch, das wäre halb so wild, und ich sei nicht der erste, dem das passiert. Deswegen roch es dort wahrscheinlich auch so aufregend, dass ich einfach nicht an mich halten konnte. Überhaupt, wessen Idee war es denn, dass ich den neuen Ranzen brauchte, wo ich den alten gerade so schön eingetragen hatte? Ich fand, er passte noch ganz gut, aber du meintest, er wäre „eingelaufen“. In Wirklichkeit findest du mich einfach nur zu dick. Dabei trägt höchstens mein dichtes Fell, auf das du sonst so stolz bist, vielleicht ein bisschen auf. Und falls (ich sage ausdrücklich falls!) ich tatsächlich ein klein wenig zugelegt haben sollte, wessen Schuld wäre das? Schließlich bist d u es von uns beiden, die weiß, wie man die Kühlschranktür öffnet!


 Dabei fällt mir ein: Warum hast du morgens beim Gassigehen vergessen, das Täschchen mit den Leckerlis für unterwegs mitzunehmen? Gerade heute, wo Herrchen den ganzen Tag weg ist und ich vor Kummer meinen Schwanz auf Halbmast trage, hätte ich ein Trösterchen dringend gebraucht. Aber Schwamm drüber, vergessen wir alles und sind uns wieder gut, ja? 


Dein dich liebender Barny


P.S. Das „kleine Drecksvieh“ vor allen Leuten musste trotzdem nicht sein!



Nickname 25.10.2018, 19.33 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

GERETTET - GOTT SEI DANK!



Heute Nachmittag sitze ich gemütlich im Wohnzimmer bei Kaffee und Quark-Marillen-Palatschinken und schaue mir eine Folge von „Dr. Markus Welby“ an.


Plötzlich gibt es an der Fensterscheibe einen dumpfen Schlag. Ich erschrecke und ahne Schlimmes. Zu Recht, denn auf den Terrassenfliesen liegt ein kleiner Grünfink mit seltsam verdrehtem Köpfchen. Ich renne nach draußen und hebe das Vögelchen behutsam auf. Es ist so winzig, man könnte fast meinen, dass es sich um ein Jungtier handelt. Gott sei Dank, es lebt und scheint sich auch nichts gebrochen zu haben. Leider kommt es immer wieder einmal vor, dass so ein gefiederter Freund gegen die Scheibe fliegt. Zum Glück haben wir ein Insektennetz davor, das mildert den Aufprall. Im Fernsehen gab es einen Bericht, dass jährlich Hunderttausende von Singvögeln in den Großstädten überall auf der Welt auf die Weise ums Leben kommen. Diese hässlichen, schwarzen Folien in Krähengestalt, die manche in bester Absicht an ihre Fenster kleben, funktionieren nämlich nicht wirklich. Der Vogel denkt sich, ach guck mal, ein Artgenosse, fliegt hin und „BUMMS!“ Bei neugebauten Hochhäusern setzt man darum inzwischen ein spezielles Fensterglas ein, welches von außen entspiegelt ist.


Ich sehe mir den Grünfinken genauer an. Inzwischen hält er das Köpfchen wieder gerade und wirkt auch sonst recht munter. Er hat sicher nur einen Schock erlitten und der kleine Schädel brummt ihm von dem Aufprall. Aber wohin jetzt mit ihm? Da fällt mir Wendys Futternapf ein, den ich zur Erinnerung aufgehoben habe. Mit einem weichen Tuch darin gibt er ein bequemes Ruheplätzchen ab. Vorsichtig setze ich den kleinen Vogel hinein, stelle den Napf auf den Esszimmertisch und schließe die Tür. Vorher habe ich den Durchgang zur Terrasse weit aufgemacht, damit er den Ausflug findet, wenn er sich von seinem Schrecken erholt hat. Dann spreche ich noch ein Gebet für ihn und hoffe das Beste.


Eine halbe Stunde später gehe ich leise nachschauen. Das Finklein hockt noch immer an derselben Stelle. Aber als ich einen Schritt näher trete, flattert es plötzlich los und fliegt zielstrebig hinaus in den Garten. Das ist ja noch noch einmal gut gegangen! Erleichtert sage ich ein kurzes Dankgebet. Wendys Napf kommt wieder an seinen Platz, das Tuch wandert in den Wäschekorb – der Piepmatz hat darauf ein Andenken hinterlassen. Mach es gut, kleiner Vogel und genieße deine Freiheit. Wir helfen dir gern durch die kalte Jahreszeit, und wenn der Frühling kommt, höre ich dich vielleicht einmal zwitschern oder du kommst uns sogar mit deinem Nachwuchs besuchen. Ich wünsche dir ein glückliches Leben.

Nickname 30.09.2018, 17.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

BLEIB WEG VON MEINEM WIGWAM!



Kinder, war das ein Schreck! Da gingen wir, nichts Böses ahnend, vergnügt im Wald spazieren. Frauchen hatte mich anfangs noch an der Flexileine. Das macht sie immer so, bis wir die neuralgischen Punkte (so nennt sie die Stellen, an denen ich gern mal stiften gehe) passiert haben. Barny lief uns ein Stück voraus und stöberte links vom Weg im Unterholz. Auf einmal blieb er wie angenagelt stehen und starrte gebannt auf etwas. Meine scharfen Äuglein entdeckten es ebenfalls sofort, und ich kläffte vor Aufregung im höchsten Diskant. Am liebsten hätte ich mich losgerissen; aber die Leine ist ja sehr stabil und Frauchen hielt mich eisern fest.


 Jetzt sah sie auch, was uns so faszinierte: Etwa zwanzig Meter neben dem Weg hatten Kinder im Sommer aus Ästen und Stöcken eine Art Wigwam gebaut. Und davor lag – nee, nicht Winnetou, sondern ein ausgewachsener Keiler! Es war halb elf am hellen Vormittag, noch dazu bei strahlendem Sonnenschein, wer rechnet denn da mit sowas? Anscheinend hatte der Bursche sich das hölzerne Zelt als Schlafplatz ausgesucht. Als er uns hörte, stand er behäbig auf und fixierte uns. Frauchen kriegte voll die Panik, das können Sie sich wohl denken. Leise, um das Riesentier nicht zu erschrecken, rief sie nach Barny. Das war natürlich zwecklos, denn der gehorcht meistens nur, wenn er will. Und jetzt wollte er nicht. Aber da fing der Keiler zu grunzen und zu quieken an; richtig drohend klang das und hieß auf Wildschweinisch wohl so viel wie: "Mach dich schleunigst vom Acker, du Zwerg! Ein bisschen dalli, wenn ich bitten darf, sonst nehme ich dich auf meine Hauer und lehre dich das Fliegen, dass dir Hören und Sehen vergeht!"


 Das wirkte. Barny drehte sich um und trottete gemächlich zu uns zurück. Zack, da hatte Frauchen ihn auch schon am Haken. Dann gingen wir möglichst unauffällig weiter. Frauchen zitterten die Knie, und für den Rest der Strecke blieben wir angeleint. Das war zwar doof, aber sie kennt ihre Pappenheimer. Sie wusste genau, dass wir die erste sich bietende Gelegenheit zur Wildschweinjagd nutzen würden - und wie die hätte enden können, das malen wir uns lieber nicht aus!


Also dann, gute Nacht und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly


Nickname 27.09.2018, 21.49 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

BUNT SIND SCHON DIE WÄLDER


In den Wäldern und Parks ist bereits deutlich sichtbar, dass der Sommer seinen Abschied verkündet hat. Die Blätter fallen, Kastanien und Eicheln säumen wieder den täglichen Spaziergang. Auch im Herbst haben unsere Hunde besondere Ansprüche, denen wir gerecht werden müssen. 


Die herbstlichen Tücken


Der zu heiße Asphalt ist Geschichte, nun bestehen die gemeinen Gefahren für empfindliche Hundepfoten in spitzen Kastanienschalen und harten Laubstücken. Prüfen Sie daher nach jedem Spaziergang die Pfotenballen Ihres tierischen Begleiters. Es kann auch schon mal vorkommen, dass Sie noch während der Gassirunde einen spitzen Kastanienstachel entfernen müssen.

Schon seit einigen Wochen sind neben Zecken und Flöhen auch wieder weitere Plagegeister unterwegs: die Grasmilben. Ihre Larven befallen im Spätsommer und Herbst vor allem Hunde und Katzen und machen ihnen jede Menge Ärger. Einige Tiere reagieren sehr empfindlich auf die Bisse. Oft hilft es schon, wenn Sie Ihrem Vierbeiner nach dem Rennen durch hohes Gras die Pfoten und Beine kurz abwaschen. Wenn Ihr Hund sich jedoch verstärkt schleckt und Sie sich Sorgen machen, suchen Sie vorsichtshalber den Tierarzt Ihres Vertrauens auf.

Sehen und gesehen werden

Zum Bedauern der meisten Menschen wird es nun auch wieder früher dunkel und viele Spaziergänge werden künftig in der Finsternis stattfinden. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Ihr Hund gesehen wird. Auch schon bei kleinen Runden besteht große Gefahr durch Autos oder andere motorisierte Fortbewegungsmittel. Auch Radfahrer könnten Ihren Vierbeiner schnell übersehen. Der Tierbedarfshandel bietet mittlerweile jede Menge Ausstattung an. Die Angebotspalette reicht von leuchtenden Halsbändern, über reflektierende Leinen und Geschirre bis hin zu Regenmänteln mit Reflektoren. Vergessen Sie sich selbst nicht: Auch Sie sollten in der Dunkelheit sichtbar sein. Stecken Sie zudem für unterwegs eine kleine Taschenlampe ein, wenn Sie für einen Spaziergang im Wald oder Feld die beleuchteten Bereiche verlassen. Dann sehen Sie besser, Sie werden besser gesehen und Sie finden bei der Entsorgung die Hinterlassenschaften Ihres tierischen Freundes in der Dunkelheit leichter wieder.

Vorsorge ist die halbe Miete

Vergessen Sie auch im Herbst niemals die TASSO-Marke an Halsband oder Geschirr. Ein interessantes Geräusch wie die Bewegung eines Wildtieres oder ein intensiver Geruch können besonders bei Hunden mit ausgeprägtem Jagdtrieb in einem ungünstigen Fall schon ausreichen, um das Weite zu suchen. Um auf Nummer sich zu gehen, sollten Sie Ihren Hund im Dunkeln an der Leine lassen, vor allem dort, wo Verkehr herrscht. So gut er auch hört und so hell er in der Dunkelheit auch leuchten mag – es kann immer jemanden geben, der ihn übersieht.

Haben Sie auf Ihrer Gassirunde einen Hund ohne sichtbare TASSO-Marke gesehen? Sprechen Sie sein Frauchen oder Herrchen doch mal darauf an, ob er bereits bei TASSO registriert ist. Denn egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Mit der Registrierung bei TASSO erhält jedes Tier den größtmöglichen Schutz davor, nie wieder nach Hause zu finden. 


Nickname 22.09.2018, 17.25 | (0/0) Kommentare | PL

OHNMÄCHTIGE TRÄNEN

Seit dem frühen Nachmittag sitzt Frauchen da und weint immer wieder bittere Tränen. Sie tut mir so leid! Es fing an, als sie dieses Gedicht hier gelesen hat:


DER ALTE KETTENHUND


"Ich bin allein; es ist schon Nacht und stille wird's im Haus.

Dort ist ein Feuer angefacht, dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett, deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett bewache seine Ruh'.


Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach, erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durch's morsche Dach,
Stroh gab's schon längst nicht mehr.


Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört -
und wüßt mein Herr auch, was mir fehlt -
er wird nicht gern gestört.
Die Nacht ist lang - zum zehnten Mal leck ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt, den grub ich längst schon aus.


Die Kette, die schon oft geflickt, sie reibt den Hals mir bloß.

Sie reicht nur noch ein kurzes Stück, und nie werd' ich sie los.

Was Freiheit ist, das lern' ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei."


Leider ist nicht bekannt, wer dieses Gedicht geschrieben hat, es muss aber wohl jemand mit einem weichen, mitfühlenden Herzen gewesen sein. Herrchen, Barny, Woody und ich haben immer wieder versucht, unsere Große zu trösten, doch bisher war unsere Mühe vergeblich. Sie sagt, sie hat eine unbändige Wut auf die Menschen, fühlt sich so ohnmächtig und manchmal möchte sie am liebsten alles kurz und klein schlagen. Ich kann sie gut verstehen. 


Doch wer unser Frauchen kennt, der weiß, sie belässt es nicht beim Weinen, sondern muss selbst etwas tun. Und sie sagt, die besten Ideen kommen ihr immer dann, wenn sie so richtig wütend ist. Ich weiß noch nicht genau, was sie vorhat; nur dass es dabei um Tierschutz gehen soll, ist klar. Jetzt hört sie endlich auf zu weinen, Gott sei Dank! Ich habe nämlich schon Bauchweh vor lauter Mitgefühl. Aber das verschwindet sofort wieder, wenn es gleich Abendbrot gibt.


Also dann, gute Nacht und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly



Nickname 21.09.2018, 18.25 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

WENN HALTER ZUSAMMENHALTEN

...haben Hunde mehr Spaß!




Am liebsten begleiten unsere Hunde uns überall hin. Aufgeregt wedeln sie mit dem Schwanz, sobald Herrchen oder Frauchen zu den Schuhen greift und freuen sich über jeden noch so kleinen Ausflug.


Allerdings ist es nicht immer möglich, den geliebten Vierbeiner mitzunehmen. Manchmal ist es sogar sinnvoller, wenn er zu Hause bleibt. So beispielsweise beim Einkauf: Obwohl es immer noch weit verbreitet ist, rät TASSO dringend davon ab, Hunde vor dem Geschäft warten zu lassen. Den Hund im Auto lassen, ist da keine Alternative: Ab bereits frühlingshaften Temperaturen kann das Auto zur tödlichen Falle werden.


Ungern allein


Nicht nur der Kinobesuch oder Ausflug in einen Freizeitpark, sondern auch spontane Überstunden im Büro oder ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt können dafür sorgen, dass Abwesenheitszeiten in zumutbarer Weise überbrückt werden müssen. Deshalb ist es sinnvoll, das Alleinbleiben von Anfang an zu trainieren. Beginnen Sie mit kleinen Schritten: Verlassen Sie den Raum für einen kurzen Moment und schauen Sie, wie Ihr Hund reagiert. Bleibt er entspannt, steigern Sie langsam die Zeit, ohne ihn zu überfordern. Mit der Zeit erkennt der Vierbeiner das Muster und verlässt sich darauf, dass Sie zurückkommen. Und Sie haben den wichtigsten Schritt getan: Ein gut vorbereiteter Hund, der Vertrauen in seinen Halter hat, wird so auch wenige Stunden allein zu Hause bleiben können.


Es geht auch anders


Meist ohne es zu wissen haben Hundehalter die großartige Möglichkeit, ein starkes Netzwerk zu gründen. Wer einen Hund hat, wird bestätigen, dass der regelmäßige Spaziergang zu vielen neuen Bekanntschaften führt. Schnell kommt man mit anderen Gassigehern ins Gespräch, erfragt Namen und tauscht Kontaktdaten aus.




Hundehalter verbindet nicht nur die gemeinsame Wahl des Haustieres, sondern auch die damit verbundenen Herausforderungen des Alltags. Haben Sie Menschen kennengelernt, mit denen Sie den Spaziergang gerne absolvieren, und haben sich auch die Hunde aneinander und an die jeweils andere Person gewöhnt, nutzen Sie diesen tollen Umstand! Besprechen Sie die Möglichkeiten, sich bei der Hundebetreuung gegenseitig zu unterstützen, indem Sie bei Bedarf den jeweils anderen Hund zu sich nehmen. Auf diese Weise tragen Sie zur Lebensqualität Ihres Hundes bei, der seine Zeit mit einem liebgewonnenem Artgenossen und einem sorgenden Menschen verbringen darf.




Wichtig ist, dass Sie den Hunden genügend Zeit geben, ihr jeweiliges Gegenüber gut kennenzulernen. Auch diese neue Situation muss geübt werden. Beginnen Sie mit kurzen Abwesenheitszeiten, die Sie nach und nach steigern. Entwickelt sich alles zu Ihrer und des Hundes Zufriedenheit, sind Sie auf einem guten Weg, auch mal für eine längere Zeit, Ihren Hund betreuen lassen zu können. Prüfen Sie aber auch, ob der andere Tierhalter mit Ihrem Hund zurechtkommt. Schließlich haften im Ernstfall Sie als Halter grundsätzlich für eventuelle Schäden, die Ihr Hund verursacht – auch wenn er sich in anderweitiger Obhut befindet. Besprechen Sie das Vorgehen in Notfällen und auch, wer wann und auf welche Weise benachrichtigt werden muss.


Sind alle Fragen geklärt und die Hunde gut vorbereitet, kann es bei der nächsten Möglichkeit losgehen. 


TASSO wünscht allen Hunden und ihren Haltern viel Spaß!

©TASSO e.V.

Nickname 20.09.2018, 13.05 | (0/0) Kommentare | PL

MORGENGRAUEN ODER: DAS GRAUEN AM MORGEN

 

 Liebes Frauchen!

 

Entschuldige bitte, dass ich dir und Herrchen heute früh so einen Mordsschrecken eingejagt habe. Ich wollte nicht ausbüxen, wirklich nicht! Zuerst war ja auch alles gut, so wie immer. Wir machten zu dritt unsere Runde durch den Wald. Barny und ich studierten die Morgenzeitung, schrieben eigene Meldungen dazu, erledigten unsere Geschäfte und begrüßten ein paar Bekannte.


 Alles war friedlich – bis auf einmal dieses schwarze Ungeheuer wild kläffend auf uns zugesprungen kam. Du weißt ja, wie sehr ich mich vor Riesenschnauzern fürchte. Sein Frauchen rief noch, der tut nix, der will nur spielen! Aber das sagen sie alle. Ich dachte nur eins: Bloß weg hier! Voller Panik flüchtete ich und ließ mich nicht aufhalten - da konnte Daddy noch so viel brüllen und pfeifen!


Herrchen rief dich mit seinem Handy an und sagte, geh mal raus gucken, ob Nelly vor dem Gartentor steht. Von mir war aber weit und breit keine Spur, und natürlich hast du dich furchtbar aufgeregt. Es sind ja nur ein paar hundert Meter vom Auslaufgebiet bis zu uns, und ich kenne den Weg genau. Aber ich muss zweimal über die Straße laufen; und auch wenn es hier nur wenig Autoverkehr gibt und überall Tempo-30-Zone ist (die gilt ja nicht für alle, schon gar nicht für Motorradfahrer!), kann schnell was passieren. Du wolltest gerade auf deinen Drahtesel steigen und mich suchen fahren, da kam ich die Einfahrt hochgekeucht. Ich war fix und fertig, die Zunge hing mir fast bis zum Boden. Ich dachte schon, gleich setzt es was; aber du hast kein bisschen mit mir geschimpft, sondern hast mich gestreichelt und meinem Schutzengel gedankt, dass er mich heil zurückgebracht hat. Schnell gabst du Herrchen Entwarnung, und ein paar Minuten später waren wir alle wieder beisammen. Dann bekamen wir auch gleich unser Frühstück. Ich habe meins buchstäblich eingeatmet, solchen Hunger hatte ich!

 

Zwölf Stunden ist das her, aber ich zittere immer noch. Außerdem bin ich hundemüde, und die Knochen tun mir weh. Ich glaube, ich verschwinde jetzt in meinem Körbchen. Gute Nacht, liebes Frauchen, und danke, dass du mir nicht böse bist!

 

DEINE NELLY



Nickname 18.09.2018, 20.35 | (0/0) Kommentare | PL

ALSO, DAS HATTEN WIR NOCH NICHT!



Zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass es im September bei uns jemals gefiederten Nachwuchs gegeben hat. Eigentlich sollte die heurige Familienplanung bei Fink, Meise & Co. längst abgeschlossen sein. Aber dieser Sommer stellt alles auf den Kopf, außerdem füttern wir ganzjährig. Da denkt sich wohl manches Vogelelternpaar, wo eine Generation satt geworden ist, wird auch die zweite nicht verhungern! So sehen wir seit einigen Tagen immer mal wieder ein plustriges Flaumfederbällchen durch den Garten hüfen oder flattern.



 

Gestern Abend um halb neun beehrte uns ein junger Grünling mit seinem Besuch. Er flog durch die offene Terrassentür direkt ins Esszimmer. Wir saßen noch draußen beim Kartenspielen und hatten eine Lampe brennen, weil es jetzt doch schon früher dunkel wird. Vielleicht hatte er noch nicht schlafen können und das Licht hatte ihn neugierig gemacht. Schnell schloss ich die Tür zur Diele, damit sich der kleine Flattermann (oder war´s eine Flatterfrau?) nicht ins obere Stockwerk verirrte. Im vergangenen Jahr hatten wir das nämlich mit einer Blaumeise. Geschlagene anderthalb Tage dauerte es, bis das Tierchen wieder ins Freie fand; dabei standen die Fenster sogar nachts sperrangelweit offen. Die Zimmer sahen dann auch dementsprechend aus – man glaubt ja nicht, was so ein kleiner Vogel kleckern kann!

 

Unser Gast fand zwar den Weg nach draußen recht schnell, blieb dann aber bewegungslos an der Hauswand sitzen. Dort lassen konnten wir ihn nicht, wegen der Katzen, die hier nachts gerne durch die Gärten streifen. Also hoben wir ihn auf und trugen ihn nach hinten auf die überdachte Veranda, wo wir ihn in einen Korb auf zwei weiche Handtücher setzten. Hier war er einigermaßen in Sicherheit. 



 

Heute früh war der Korb leer, das Vöglein ausgeflogen. Ich hoffe, der kleine Piepmatz hat zu seinen Eltern zurück gefunden. Ein Dankeschön hat er uns auch hinterlassen, und ich musste die Tücher waschen. Man glaubt ja nicht, was so ein kleiner Vogel… Sie wissen schon.

Nickname 11.09.2018, 17.18 | (0/0) Kommentare | PL

E.T. IM FELLKLEID



Unser Woody ist – wie Barny, Nelly und all die anderen – ein einmaliger Hund. Er hat so ein paar persönliche Merkmale, an denen wir ihn mühelos unter Tausenden erkennen. Da sind zum Beispiel fünf schneeweiße Haare. Die liegen nicht einfach glatt an, wie sein übriges Fell, sondern ragen etwa drei Zentimeter lang aus seinem Scheitel senkrecht in die Höhe. Der Beste nennt sie Woodys Funkmast, und ich haben Bilder im Kopf. Wäre das nicht genial, wenn unser Großer tatsächlich eine Antenne besäße, mit deren Hilfe er Kontakt zur Obersten Dienststelle aufnehmen und von dort Nachrichten empfangen könnte? Die müssten wir nur noch ins Menschliche übersetzen, und unser Leben wäre um vieles leichter: 


So würden wir beizeiten gewarnt, wenn wieder ein Schub von Barnys blöder Krankheit bevorsteht. Wir kämen endlich dahinter, warum Nelly in bestimmten Situationen so hysterisch und überdreht reagiert. Woody könnte uns seine panische Furcht vorm Autofahren erklären und wie wir sie gemeinsam überwinden können; und vielleicht dürften wir sogar unseren Regenbogenkindern einmal kurz HALLO sagen. Schade, dass besonders das nicht geht. Damit müssen wir warten, bis eines Tages auch unsere Lebensreise zu Ende ist und wir uns alle wiedersehen. Ich freue mich schon drauf. 




Nickname 09.09.2018, 10.29 | (0/0) Kommentare | PL

DRUM PRÜFE, WER SICH EWIG BINDET!

Nach drei Tagen machten wir die Übernahme perfekt, ohne erst die Probewoche abzuwarten. Grundsätzlich halte ich aber den Gassivertrag für eine gute Sache; besonders, wenn schon ein Hund in der Familie lebt. Beim ersten Kennenlernen im Tierheim ist meistens alles noch ganz easy: Man beschnuppert sich, kann sich gut riechen und findet sich gegenseitig durchaus sympathisch. Dort begegnet man sich ja auch auf neutralem Boden. Wenn aber der oder die Neue mit nach Hause genommen wird und es dort plötzlich heißt, so, das ist jetzt deine Freundin/dein Freund, nun habt euch recht lieb -, dann sieht die Sache oft ganz anders aus. Du, mein liebes Karlchen, hattest den Vorteil, zunächst als Einzelhund bei uns zu leben, bis wir Wendy in unser kleines Rudel aufnahmen. Das war eine abenteuerliche Geschichte, die wir später noch erzählen werden.



 

Verzeih mir, kleiner Freund, du warst unser erster Hund, bei dem ich anfangs zweifelte, ob wir uns richtig entschieden hatten. (Dich zurück ins Tierheim zu bringen, wäre aber nie infrage gekommen!). Du verhieltest dich uns gegenüber, ich nenne es mal höflich-reserviert und strengtest dich überhaupt nicht an, uns zu gefallen. Stattdessen zogst du dich von uns zurück und wolltest am liebsten alleine sein. Dabei gaben wir uns solche Mühe, dir die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen! Wir dachten, du seiest ein schwieriger Hund, aber das stimmte nicht. Du warst nur das Opfer von Menschen, die immer den bequemsten Weg wählen und kneifen, wenn es brenzlig wird.



Nickname 08.09.2018, 21.22 | (0/0) Kommentare | PL

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ÜBER MICH:Geboren vor 63 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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