Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

WENN HALTER ZUSAMMENHALTEN

...haben Hunde mehr Spaß!




Am liebsten begleiten unsere Hunde uns überall hin. Aufgeregt wedeln sie mit dem Schwanz, sobald Herrchen oder Frauchen zu den Schuhen greift und freuen sich über jeden noch so kleinen Ausflug.


Allerdings ist es nicht immer möglich, den geliebten Vierbeiner mitzunehmen. Manchmal ist es sogar sinnvoller, wenn er zu Hause bleibt. So beispielsweise beim Einkauf: Obwohl es immer noch weit verbreitet ist, rät TASSO dringend davon ab, Hunde vor dem Geschäft warten zu lassen. Den Hund im Auto lassen, ist da keine Alternative: Ab bereits frühlingshaften Temperaturen kann das Auto zur tödlichen Falle werden.


Ungern allein


Nicht nur der Kinobesuch oder Ausflug in einen Freizeitpark, sondern auch spontane Überstunden im Büro oder ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt können dafür sorgen, dass Abwesenheitszeiten in zumutbarer Weise überbrückt werden müssen. Deshalb ist es sinnvoll, das Alleinbleiben von Anfang an zu trainieren. Beginnen Sie mit kleinen Schritten: Verlassen Sie den Raum für einen kurzen Moment und schauen Sie, wie Ihr Hund reagiert. Bleibt er entspannt, steigern Sie langsam die Zeit, ohne ihn zu überfordern. Mit der Zeit erkennt der Vierbeiner das Muster und verlässt sich darauf, dass Sie zurückkommen. Und Sie haben den wichtigsten Schritt getan: Ein gut vorbereiteter Hund, der Vertrauen in seinen Halter hat, wird so auch wenige Stunden allein zu Hause bleiben können.


Es geht auch anders


Meist ohne es zu wissen haben Hundehalter die großartige Möglichkeit, ein starkes Netzwerk zu gründen. Wer einen Hund hat, wird bestätigen, dass der regelmäßige Spaziergang zu vielen neuen Bekanntschaften führt. Schnell kommt man mit anderen Gassigehern ins Gespräch, erfragt Namen und tauscht Kontaktdaten aus.




Hundehalter verbindet nicht nur die gemeinsame Wahl des Haustieres, sondern auch die damit verbundenen Herausforderungen des Alltags. Haben Sie Menschen kennengelernt, mit denen Sie den Spaziergang gerne absolvieren, und haben sich auch die Hunde aneinander und an die jeweils andere Person gewöhnt, nutzen Sie diesen tollen Umstand! Besprechen Sie die Möglichkeiten, sich bei der Hundebetreuung gegenseitig zu unterstützen, indem Sie bei Bedarf den jeweils anderen Hund zu sich nehmen. Auf diese Weise tragen Sie zur Lebensqualität Ihres Hundes bei, der seine Zeit mit einem liebgewonnenem Artgenossen und einem sorgenden Menschen verbringen darf.




Wichtig ist, dass Sie den Hunden genügend Zeit geben, ihr jeweiliges Gegenüber gut kennenzulernen. Auch diese neue Situation muss geübt werden. Beginnen Sie mit kurzen Abwesenheitszeiten, die Sie nach und nach steigern. Entwickelt sich alles zu Ihrer und des Hundes Zufriedenheit, sind Sie auf einem guten Weg, auch mal für eine längere Zeit, Ihren Hund betreuen lassen zu können. Prüfen Sie aber auch, ob der andere Tierhalter mit Ihrem Hund zurechtkommt. Schließlich haften im Ernstfall Sie als Halter grundsätzlich für eventuelle Schäden, die Ihr Hund verursacht – auch wenn er sich in anderweitiger Obhut befindet. Besprechen Sie das Vorgehen in Notfällen und auch, wer wann und auf welche Weise benachrichtigt werden muss.


Sind alle Fragen geklärt und die Hunde gut vorbereitet, kann es bei der nächsten Möglichkeit losgehen. 


TASSO wünscht allen Hunden und ihren Haltern viel Spaß!

©TASSO e.V.

Nickname 20.09.2018, 13.05 | (0/0) Kommentare | PL

MORGENGRAUEN ODER: DAS GRAUEN AM MORGEN

 

 Liebes Frauchen!

 

Entschuldige bitte, dass ich dir und Herrchen heute früh so einen Mordsschrecken eingejagt habe. Ich wollte nicht ausbüxen, wirklich nicht! Zuerst war ja auch alles gut, so wie immer. Wir machten zu dritt unsere Runde durch den Wald. Barny und ich studierten die Morgenzeitung, schrieben eigene Meldungen dazu, erledigten unsere Geschäfte und begrüßten ein paar Bekannte.


 Alles war friedlich – bis auf einmal dieses schwarze Ungeheuer wild kläffend auf uns zugesprungen kam. Du weißt ja, wie sehr ich mich vor Riesenschnauzern fürchte. Sein Frauchen rief noch, der tut nix, der will nur spielen! Aber das sagen sie alle. Ich dachte nur eins: Bloß weg hier! Voller Panik flüchtete ich und ließ mich nicht aufhalten - da konnte Daddy noch so viel brüllen und pfeifen!


Herrchen rief dich mit seinem Handy an und sagte, geh mal raus gucken, ob Nelly vor dem Gartentor steht. Von mir war aber weit und breit keine Spur, und natürlich hast du dich furchtbar aufgeregt. Es sind ja nur ein paar hundert Meter vom Auslaufgebiet bis zu uns, und ich kenne den Weg genau. Aber ich muss zweimal über die Straße laufen; und auch wenn es hier nur wenig Autoverkehr gibt und überall Tempo-30-Zone ist (die gilt ja nicht für alle, schon gar nicht für Motorradfahrer!), kann schnell was passieren. Du wolltest gerade auf deinen Drahtesel steigen und mich suchen fahren, da kam ich die Einfahrt hochgekeucht. Ich war fix und fertig, die Zunge hing mir fast bis zum Boden. Ich dachte schon, gleich setzt es was; aber du hast kein bisschen mit mir geschimpft, sondern hast mich gestreichelt und meinem Schutzengel gedankt, dass er mich heil zurückgebracht hat. Schnell gabst du Herrchen Entwarnung, und ein paar Minuten später waren wir alle wieder beisammen. Dann bekamen wir auch gleich unser Frühstück. Ich habe meins buchstäblich eingeatmet, solchen Hunger hatte ich!

 

Zwölf Stunden ist das her, aber ich zittere immer noch. Außerdem bin ich hundemüde, und die Knochen tun mir weh. Ich glaube, ich verschwinde jetzt in meinem Körbchen. Gute Nacht, liebes Frauchen, und danke, dass du mir nicht böse bist!

 

DEINE NELLY



Nickname 18.09.2018, 20.35 | (0/0) Kommentare | PL

ALSO, DAS HATTEN WIR NOCH NICHT!



Zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass es im September bei uns jemals gefiederten Nachwuchs gegeben hat. Eigentlich sollte die heurige Familienplanung bei Fink, Meise & Co. längst abgeschlossen sein. Aber dieser Sommer stellt alles auf den Kopf, außerdem füttern wir ganzjährig. Da denkt sich wohl manches Vogelelternpaar, wo eine Generation satt geworden ist, wird auch die zweite nicht verhungern! So sehen wir seit einigen Tagen immer mal wieder ein plustriges Flaumfederbällchen durch den Garten hüfen oder flattern.



 

Gestern Abend um halb neun beehrte uns ein junger Grünling mit seinem Besuch. Er flog durch die offene Terrassentür direkt ins Esszimmer. Wir saßen noch draußen beim Kartenspielen und hatten eine Lampe brennen, weil es jetzt doch schon früher dunkel wird. Vielleicht hatte er noch nicht schlafen können und das Licht hatte ihn neugierig gemacht. Schnell schloss ich die Tür zur Diele, damit sich der kleine Flattermann (oder war´s eine Flatterfrau?) nicht ins obere Stockwerk verirrte. Im vergangenen Jahr hatten wir das nämlich mit einer Blaumeise. Geschlagene anderthalb Tage dauerte es, bis das Tierchen wieder ins Freie fand; dabei standen die Fenster sogar nachts sperrangelweit offen. Die Zimmer sahen dann auch dementsprechend aus – man glaubt ja nicht, was so ein kleiner Vogel kleckern kann!

 

Unser Gast fand zwar den Weg nach draußen recht schnell, blieb dann aber bewegungslos an der Hauswand sitzen. Dort lassen konnten wir ihn nicht, wegen der Katzen, die hier nachts gerne durch die Gärten streifen. Also hoben wir ihn auf und trugen ihn nach hinten auf die überdachte Veranda, wo wir ihn in einen Korb auf zwei weiche Handtücher setzten. Hier war er einigermaßen in Sicherheit. 



 

Heute früh war der Korb leer, das Vöglein ausgeflogen. Ich hoffe, der kleine Piepmatz hat zu seinen Eltern zurück gefunden. Ein Dankeschön hat er uns auch hinterlassen, und ich musste die Tücher waschen. Man glaubt ja nicht, was so ein kleiner Vogel… Sie wissen schon.

Nickname 11.09.2018, 17.18 | (0/0) Kommentare | PL

E.T. IM FELLKLEID



Unser Woody ist – wie Barny, Nelly und all die anderen – ein einmaliger Hund. Er hat so ein paar persönliche Merkmale, an denen wir ihn mühelos unter Tausenden erkennen. Da sind zum Beispiel fünf schneeweiße Haare. Die liegen nicht einfach glatt an, wie sein übriges Fell, sondern ragen etwa drei Zentimeter lang aus seinem Scheitel senkrecht in die Höhe. Der Beste nennt sie Woodys Funkmast, und ich haben Bilder im Kopf. Wäre das nicht genial, wenn unser Großer tatsächlich eine Antenne besäße, mit deren Hilfe er Kontakt zur Obersten Dienststelle aufnehmen und von dort Nachrichten empfangen könnte? Die müssten wir nur noch ins Menschliche übersetzen, und unser Leben wäre um vieles leichter: 


So würden wir beizeiten gewarnt, wenn wieder ein Schub von Barnys blöder Krankheit bevorsteht. Wir kämen endlich dahinter, warum Nelly in bestimmten Situationen so hysterisch und überdreht reagiert. Woody könnte uns seine panische Furcht vorm Autofahren erklären und wie wir sie gemeinsam überwinden können; und vielleicht dürften wir sogar unseren Regenbogenkindern einmal kurz HALLO sagen. Schade, dass besonders das nicht geht. Damit müssen wir warten, bis eines Tages auch unsere Lebensreise zu Ende ist und wir uns alle wiedersehen. Ich freue mich schon drauf. 




Nickname 09.09.2018, 10.29 | (0/0) Kommentare | PL

DRUM PRÜFE, WER SICH EWIG BINDET!

Nach drei Tagen machten wir die Übernahme perfekt, ohne erst die Probewoche abzuwarten. Grundsätzlich halte ich aber den Gassivertrag für eine gute Sache; besonders, wenn schon ein Hund in der Familie lebt. Beim ersten Kennenlernen im Tierheim ist meistens alles noch ganz easy: Man beschnuppert sich, kann sich gut riechen und findet sich gegenseitig durchaus sympathisch. Dort begegnet man sich ja auch auf neutralem Boden. Wenn aber der oder die Neue mit nach Hause genommen wird und es dort plötzlich heißt, so, das ist jetzt deine Freundin/dein Freund, nun habt euch recht lieb -, dann sieht die Sache oft ganz anders aus. Du, mein liebes Karlchen, hattest den Vorteil, zunächst als Einzelhund bei uns zu leben, bis wir Wendy in unser kleines Rudel aufnahmen. Das war eine abenteuerliche Geschichte, die wir später noch erzählen werden.



 

Verzeih mir, kleiner Freund, du warst unser erster Hund, bei dem ich anfangs zweifelte, ob wir uns richtig entschieden hatten. (Dich zurück ins Tierheim zu bringen, wäre aber nie infrage gekommen!). Du verhieltest dich uns gegenüber, ich nenne es mal höflich-reserviert und strengtest dich überhaupt nicht an, uns zu gefallen. Stattdessen zogst du dich von uns zurück und wolltest am liebsten alleine sein. Dabei gaben wir uns solche Mühe, dir die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen! Wir dachten, du seiest ein schwieriger Hund, aber das stimmte nicht. Du warst nur das Opfer von Menschen, die immer den bequemsten Weg wählen und kneifen, wenn es brenzlig wird.



Nickname 08.09.2018, 21.22 | (0/0) Kommentare | PL

GEKAUFT, WIE GESEHEN

Unser erstes Beschnuppern verlief vielversprechend. Wir mussten allerdings eine Viertelstunde auf Lucky warten, weil der noch beim Tierarzt war. Auf unsere Frage, ob er denn krank sei, hieß es, man wüsste nur, dass er ein leichtes Leberleiden hätte, wofür er Medikamente bekäme. Die wollte man uns mitgeben, falls unsere Wahl auf ihn fiele. Im Übrigen könnten wir in lebenslang kostenlos im Tierheim behandeln lassen. Damit gaben wir uns zufrieden.

 

Endlich ging die Sprechzimmertür auf und eine Tierpflegerin erschien mit Lucky. Der sah sich kurz um, steuerte dann zielstrebig auf uns zu und präsentierte mir sein Hinterteil. Nun war Schwanzwurzelkraulen angesagt, das er mit wohligem Grunzen begleitete. Dabei legte er einen gekonnten Steptanz à la Fred Astaire auf den gefliesten Boden. Wie es aussah, hatte er seine Entscheidung bereits getroffen!



 

Zu dritt unternahmen wir dann einen Spaziergang über das Tierheimgelände. Der Beste -  schon ganz stolzes Herrchen – führte die Leine, brav und ohne zu ziehen lief Lucky nebenher. Offensichtlich war er ein sehr kontaktfreudiger kleiner Hundemann. Er begrüßte unterwegs jeden mit freudigem Schwanzwedeln und staubte viele Streicheleinheiten und Leckerlis ab.

 

Nach unserem Rundgang unterschrieben wir im Tierheim den so genannten Gassivertrag und konnten Lucky zunächst probeweise für eine Woche mit nach Hause nehmen. Es kostete uns einige Überredung und noch mehr Häppchen, bis er sich ins Auto setzen ließ. Wir verstanden das, schließlich musste er schon mal so eine Fahrt ins Ungewisse antreten, und inzwischen war das Tierheim seine neue Heimat geworden. Bestimmt würde er sich bald an uns gewöhnen, so dachten wir zuversichtlich.


   

Nickname 07.09.2018, 13.27 | (0/0) Kommentare | PL

IN ABSCHIEBEHAFT

Wieder zu Karlchen, der damals noch Lucky hieß. Unsere Trauer um Schnuppe war grenzenlos, doch wir wussten, die Süße würde es gutheißen, dass wir uns schon bald wieder nach einem neuen Lebensabschnittsgefährten umsahen. So viele hoffen auf ein schönes Zuhause, und wir nehmen unseren gewesenen Lieblingen ja nichts weg. Im Herzen bleiben sie sowieso für immer bei uns. Ich finde, hierher passt gut das "Testament eines Hundes":


Wenn Menschen sterben, 

machen sie ein Testament,

um ihr Heim und alles, was sie haben,
 denen zu hinterlassen,
die sie lieben.

Ich würde auch solch ein Testament machen,

 wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
 würde ich
mein glückliches Zuhause hinterlassen, 
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnden Hand, die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
 zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, 
gehalten im tröstenden Arm.

Und wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht:

„Nie wieder werde ich einen Hund haben,
 der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus
 und gib ihm meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurücklasse,
 ist alles, was ich geben kann. 




Es gibt da draußen zig Tausend solcher armen, einsamen Wesen, und ich würde so gern noch  ganz vielen davon ein gemütliches Heim bieten. Leider ist mein Leben dafür nicht mehr lang genug.-


 Auf der Internetseite des Berliner Tierheims entdeckte ich den kleinen Terrier-Schäferhundmischling namens Lucky und verliebte mich in sein rührendes Opagesicht. (Mein Großvater hieß Karl, daher hatte das Hündchen seinen späteren Namen). In der Beschreibung stand, er wurde zusammen mit seinem Sohn abgegeben. Angeblich, weil die Leute Nachwuchs erwarteten und in eine größere Wohnung umziehen mussten, in der Hunde nicht erlaubt waren. Entschuldigung?! Natürlich steht es jedem frei, sich zu vermehren oder nicht. Das ist aber kein Grund, zwei altgediente, treue Hausgenossen einfach abzuschieben. Dann sucht man eben so lange, bis sich etwas findet, das für alle passt. Dass der Wohnungswechsel nur eine faule Ausrede gewesen war, begriffen wir einige Zeit später.

 

Der Junior hatte bereits weiter vermittelt werden können, Lucky war übrig geblieben. Das ist leider typisch: Hundesenioren warten in den Tierheimen oftmals lange und nicht selten vergeblich auf ein neues Zuhause. Dabei sind, nach unserer Erfahrung, gerade sie die dankbarsten, angenehmsten und bescheidensten Mitbewohner, die man sich wünschen kann! 



Nickname 06.09.2018, 07.51 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

NEUER HUND, NEUES GLÜCK?



Nachdem unser geliebtes Schnuppchen ihrem Kumpel Charly über die Regenbogenbrücke gefolgt war, standen wir zum ersten Mal allein da. Sonst war von zwei Hunden ja immer einer übrig geblieben. Ich bin mit Tieren aufgewachsen und ein Leben ohne Fellkind wäre für mich kein richtiges mehr. Aha, höre ich ein paar aufmerksame Leser sagen, Hunde sind für sie ein Kindersatz. Nein, sind sie nicht. Einen Ersatz sucht man für etwas, das man sich wünscht, aber nicht bekommen kann. Für mich stand bereits mit fünfzehn Jahren fest, dass ich keine Kinder wollte. Dem Besten war es zum Glück egal, und so blieb es dabei.


Wir verniedlichen und vermenschlichen unsere Vierbeiner nicht, wie manche Leute das tun. Die stecken die armen Viecher in alberne Kleidchen, behängen sie mit echten oder unechten Klunkern, lackieren ihnen die Krallen, lassen sie vom Hundefrisör bis zur Unkenntlichkeit stylen und stellen sie bei langweiligen Schönheitswettbewerben zur Schau. Ein wahres Hundeleben! Natürlich verwöhnen wir unsere Lieblinge. Wir geben ihnen so viel Freiheit, wie heutzutage noch erlaubt ist (gerne auch ein bisschen mehr) und machen ihnen das Leben, das ihnen schon übel genug mitgespielt hat, möglichst angenehm. Außerdem mag ich den Ausdruck Fellkind, ich finde ihn schön.


Nickname 05.09.2018, 15.54 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

FÜR EINEN FREUND



Mein liebes Karlchen! (20. November 2012)


Heute vor einem Jahr bist du über die Regenbogenbrücke gegangen. Viel zu früh, gerade mal achteinhalb Monate lang durften wir dich lieb haben. Du warst ja schon ein älterer Herr von zwölf oder dreizehn Jahren, als wir dich adoptierten. Trotzdem hättest du bei uns noch lange ein schönes Leben haben können – wäre da nicht der Bauchspeicheldrüsenkrebs gewesen. Wir hatten keine Ahnung, wie krank du warst, als wir dich zu uns nahmen, denn das hatte man den Mitarbeitern im Tierheim verschwiegen. Es hieß nur, du hättest ein leichtes Leberleiden, das aber mit Tabletten gut behandelt werden könne. In Wahrheit warst du todkrank, wie unsere Tierärztin durch Blutuntersuchungen, Ultraschall und Röntgenbilder herausfand. Die Menschen, bei denen du vorher lebtest, haben sich einfach nicht genügend gekümmert; und als sie merkten, du bist krank und fängst an, Geld zu kosten, haben sie dich zusammen mit deinem Sohn kurzerhand ins Heim abgeschoben. Vielleicht machen es ihre Kinder eines Tages mit ihnen ebenso; dann werden sie am eigenen Leib erfahren, wie sich das anfühlt. Hätten wir Bescheid gewusst – du wärst trotzdem unser Hund geworden. Nur hätten wir uns dann darauf einrichten können, dass uns keine längere gemeinsame Zeit vergönnt sein würde.


Wir haben wirklich mit allen Mitteln um dein liebes Leben gekämpft und das Menschenmögliche versucht. Es war zu spät, aber weißt du, ein halbes Jahr lang hatten wir doch eine richtig gute Zeit. Du durftest sogar noch lernen, dass man vor anderen Hunden keine Angst haben muss, und ich war so stolz auf dich, als du tapfer an einem ganzen Rudel vorbei liefst, ohne zu knurren oder auch nur mit der Wimper zu zucken. Du warst genauso stolz, das konnte ich merken. Deine Furcht vor Gewittern und dem Knacken in der Heizung hättest du auch noch überwunden, wenn dir nur genügend Zeit geblieben wäre.


Die Entscheidung für den Abschied hast du uns nicht leicht gemacht. Zweimal hatten wir die Tierärztin schon um ihr Kommen gebeten. Beim ersten Mal hast du sie gesehen, gewufft und bist auf deinem Sofa verschwunden. Sie sagte, einem Hund, der mich noch anbellt, wenn ich komme, ist noch nicht alles egal, der möchte noch nicht sterben. Beim zweiten Mal hattest du nach Tagen plötzlich wieder angefangen zu fressen, das hielten wir für ein gutes Zeichen und schöpften erneut Hoffnung. Aber dann ging es doch ganz schnell. Du rührtest nicht einmal mehr die feinsten Leckerbissen an, zogst dich von uns zurück und wolltest nur noch an deinem Lieblingsplätzchen im Garten liegen. Da wussten wir, dass es soweit war. Die Tierärztin kam, um dir die Spritze zu geben. Leider fand sie keine Vene mehr, weil du schon innerlich blutetest, und sie musste in deinen Po pieken. Das tat weh, und deinen Schmerzenslaut höre ich immer noch. Verzeih mir, mein Kleiner, wir hätten dir das so gern erspart, aber es ging doch nicht anders.


 Nachdem du eingeschlafen warst, haben wir noch lange bei dir gesessen und dich gestreichelt. Wendy war ganz still und in sich gekehrt, sie hat gespürt, was geschehen war. Obwohl ihr nur wenige Monate ein Team wart, hing sie doch an dir. Dann kam der Tierbestatter und holte dich ab. Das ist jedes Mal der schrecklichste Moment, wenn einer von euch aus dem Haus getragen wird. Herrchen ging danach mit Wendy spazieren, und ich wusste mich nicht anders zu trösten, als mich an den Computer zu setzen und nach einem neuen Hund Ausschau zu halten. Eine Freundin hatte mir einmal erzählt, Hunde würden ihren Nachfolger aussuchen. Inzwischen weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das stimmt. Und Karlchen, du hast gut gewählt. Barny ist ein feiner, lieber kleiner Kerl. Trotzdem vergessen wir dich nicht, so wenig wie wir die anderen vergessen. Hab Dank für die besondere Zeit mit dir. Eines Tages sehen wir uns alle wieder.


In Liebe,
Dein Frauchen (mit Herrchen, Wendy und Barny)


Nickname 04.09.2018, 16.34 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

WIE KOMMT MAN AUF DEN HUND?



Hin und wieder werde ich gefragt, wie sucht ihr eigentlich eure Hunde aus? Dann antworte ich: Gar nicht! Wir nehmen, was wir zugewiesen bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass Tiere ihre Nachfolger selbst bestimmen. Das klingt manch einem vielleicht zu esoterisch. Eine Bekannte aus der Nachbarschaft war ebenfalls skeptisch; aber dann hatte sie ein Erlebnis, das sie nachdenklich werden ließ:

 

Im Frühjahr musste sie ihre über alles geliebte Kitty nach einundzwanzig Jahren einschläfern lassen. Sarina und ihr Lebensgefährte hatten das Kätzchen damals in Niedersachsen vor einem Bauern, der es ertränken wollte, gerettet und mit der Flasche aufgezogen. Nun waren beide untröstlich und wollten kein neues Tier mehr. Am Freitag sah ich sie dann mit einer großen Packung Katzenstreu aus dem Auto steigen. Ich fragte, na, habt ihr Familienzuwachs bekommen? Ja, erklärte Werner, die Wohnung kam uns plötzlich so leer vor, keiner da, der sich freut, wenn man nach Hause kommt.

 

So fuhren sie, ohne besondere Vorstellungen, ins Tierheim. Nur dass es eine schon etwas ältere Katze sein sollte, darüber waren sie sich einig. Eine nette Pflegerin führte die Beiden herum und zeigte ihnen ihre Schützlinge; darunter auch ein süßes, schwarz-weißes Katerchen, dem leider ein Bein fehlte. Werner hätte den Kleinen trotzdem genommen, aber Sarina sagte, nenn mich oberflächlich, ich bin auch Ästhetin und möchte gern ein Tier haben, an dem alles dran ist. (Ich will das hier nicht bewerten, das entscheidet jeder für sich). Der Kleine war auch erst drei Jahre alt und kam schon deswegen nicht in Frage.

 

Die Tierpflegerin brachte sie zu einem weiteren Gehege und meinte, vielleicht wäre ja unsere Minou etwas für Sie. Die Süße ist ungefähr neun Jahre alt, allerdings sehr menschenscheu. Man hat sie in einem Pappkarton einfach hier vor dem Tierheim abgestellt! Sarina und die Katze sahen sich an – es war Liebe auf den ersten Blick. Werner war ebenfalls einverstanden, so wurde Minou von den Beiden adoptiert.

 

Und dann, als wir den Übernahmevertrag unterschrieben haben, erzählte mir Sarina, kam der Moment, als ich Gänsehaut kriegte und an das denken musste, was du über Tiere und ihre Nachfolger gesagt hast: Minou wurde am 23. April vor dem Tierheim ausgesetzt – an dem Tag, als Kitty über die Regenbogenbrücke ging…



Nickname 03.09.2018, 10.47 | (0/0) Kommentare | PL

2018
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ÜBER MICH:Geboren vor 63 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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