Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

ZUM GUTEN SCHLUSS

 


Erinnern Sie sich an die 'unheimliche Begegnung der dritten Art' mit meinem Klon? Ich sage Ihnen, das war echt gruselig! Jeder hat ja angeblich irgendwo auf der Welt einen Doppelgänger. Bekannte wollen unser Frauchen zum Beispiel mal am Strand von Mallorca gesichtet haben. Die schwören heute noch Stein und Bein, dass sie und nur sie es gewesen sein kann. Dabei hat die Große noch nie im Leben einen Fuß auf die Insel gesetzt. Aus der Ferne mag das ganz lustig scheinen. Aber wenn man sich dann selbst leibhaftig gegenübersteht, sieht die Sache schon anders aus.


Zurück zu Benny, so heißt mein Schwippzwilling. Stellen Sie sich vor, es könnte sein, dass wir gemeinsame Vorfahren haben! Sein Frauchen erzählte nämlich, sie hätte ihn von ihrem Schwiegerpapa geerbt. Der war damals schon achtzig, als er den Hund aus dem Tierschutz übernahm. Wenn Sie mich fragen, ein bisschen alt für einen zweijährigen, quirligen Hundejungen! Die beiden lebten in einer Zweizimmerwohnung. Viel Auslauf hatte Benny da nicht. In der Nähe gab es zwar einen kleinen Park, aber dort durften die Hunde natürlich nicht herumtoben, sondern mussten brav an der Leine laufen.


Ursprünglich stammt Benny genau wie ich aus Rumänien. Er hat dort auf der Straße gelebt, bis er von den Hundefängern gekascht wurde. Gott sei Dank haben deutsche Tierschützer ihn aus dem Tötungslager gerettet, nur ist nicht bekannt, wo genau das war. Wir sind auch gleichaltrig, beide so sieben bis acht Jahre. Wer weiß, am Ende sind wir sogar echte Geschwister! Benny lebt jetzt bei seiner neuen Familie in Kleinmachnow – das liegt direkt bei uns um die Ecke – in einem Haus mit großem Garten. Vielleicht können wir ihn da ja mal besuchen. Umgekehrt wird´s ein bisschen schwierig, weil unser Woody mit fremden Hunden noch nicht so richtig gut Freund ist.


Irgendwie schon komisch, auf einmal einen Bruder zu haben, von dem man bisher nicht wusste, dass es ihn gibt. Aber vielleicht ist unsere Ähnlichkeit ja auch bloß ein Zufall, sozusagen eine Laune der Natur. Was soll´s, für mich bleibt so oder so alles beim Alten. Frauchen hat nämlich gesagt, egal, wie viele Brüder, Schwestern, Vettern oder Kusinen von mir noch auftauchen – sie hält es mit einem bekannten Schlager aus den 60ern. Der geht so:

„…es gibt Millionen von Sternen,

in der Nacht brennen tausend Laternen,

Gut und Geld gibt es viel auf der Welt,

aber dich gibt´s nur einmal für mich!“

 

Schön, oder?

Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.

 

Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 30.06.2018, 07.38 | (0/0) Kommentare | PL

DIE WELT IST EIN DORF!

 


Wie man sich doch irren kann. Bisher dachte ich immer, ich sei ein Unikat, und Frauchen meint das auch. Wenn ich meine selbst einstudierte Ballakrobatik zeige oder einen Indianertanz aufführe, bei dem garantiert jeder Häuptling vor Neid erblasst, lacht sie, bis ihr die Tränen kommen und sagt, Nelly, du bist wirklich einmalig. Stellen Sie sich nun mein Entsetzen vor, als ich mich heute beim Waldgassi urplötzlich meinem Zwilling gegenübersah! Ich stehe jetzt noch unter Schock, das können Sie mir glauben. Der Schrecken schlug mir augenblicklich auf die Eingeweide, und ich musste mich schleunigst ins Unterholz verdrücken.


Zuerst glaubte ich an irgendeinen dämlichen Aprilscherz, oder mein Double wäre eine Art Fata Morgana und würde sich bei genauerem Hingucken in Luft auflösen. Aber weit gefehlt. Nachdem sich mein Innenleben beruhigt hatte und ich wieder aus dem Gebüsch hervorkroch, sah ich ihn mitten auf dem Waldweg liegen, wo er zwei Schmetterlinge beobachtete, die in der Sonne spielten und sich abwechselnd hinter dem linken und dem rechten Ohr kratzte. Hoffentlich hatte der keine Flöhe! Die springen ja meilenweit und hätten uns auch leicht verwechseln können, ähnlich wie wir uns waren. Er drehte sich nach mir um, wedelte freundlich mit seinem – meinem! - Schwanz und zwinkerte mir vertraulich zu.


Es war einfach unglaublich. Er hatte genau meine Größe, meine Statur, das gleiche dezente Grau um Schnauze und Brustansatz sowie – leider muss ich es zugeben – das gleiche schwarzglänzende, seidige Fell. Zum seinem Glück besaß er – anders als ich – noch beide Augen. Davon abgesehen glichen wir uns wie ein Ei dem anderen und wären glatt als doppeltes Lottchen durchgegangen – hätte es da nicht „den kleinen Unterschied“ gegeben. Sie verstehen schon, und ich brauche nicht weiter in intime Details zu gehen.


Ansonsten schien mein Klon nicht die hellste Kerze im Leuchter zu sein. Unsere Ähnlichkeit war ihm offenbar noch nicht aufgefallen; er tat zumindest so, als wäre das alles ganz normal. Ich brauchte dringend moralische Unterstützung. Unsere Frauchen waren längst in eine lebhafte Unterhaltung vertieft; sie schwatzten und lachten und achteten nicht weiter auf uns. Hilfesuchend sah ich mich nach Barny um. Aber der hatte inzwischen seine Busenfreundin Emmy entdeckt, ein hübsches Retrievermischlingsmädel; wenn die auf der Bildfläche erscheint, vergisst er alles andere und hat nur noch Augen für sie.


Mir war schlecht, ich wollte nach Hause. Zum Glück hatten unsere Frauchen gerade ihren Plausch beendet und verabschiedeten sich mit dem Versprechen, bald wieder gemeinsam spazieren zu gehen. Na, aber das nächste Mal dann bitteschön ohne mich! Wir fingen Barny ein, der sich nur schwer von seiner Emmy losreißen konnte und fuhren nach Hause, wo ich mich sofort in mein Körbchen flüchtete und mir die Decke über den Kopf zog. Bloß nichts mehr hören und sehen. Mir reichte es, vielen Dank, und von Doppelgängern bin ich für den Rest meines Lebens bedient! 

  

    

Bin ich´s oder bin ich´s nicht???

(Auflösung: Ja, ich bin es - Gott sei Dank!

Frauchen hatte nämlich keine Kamera dabei)


Jetzt am Abend – nach einem ausgiebigen Nickerchen, einem ordentlichen Abendfresschen und mit genügend Abstand – betrachte ich die Angelegenheit schon etwas anders. Ein Zwillingsbruder wäre vielleicht gar nicht so übel. Wenn ich mir überlege, was wir zwei alles anstellen könnten… Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass wir tatsächlich um ein paar Ecken miteinander verwandt sind. Das Leben geht ja manchmal seltsame Wege, und sein Frauchen hat da was erzählt. Mehr darüber demnächst. Mir fallen schon wieder die Augen zu, obwohl ich gerade erst ein paar Stunden geschlafen habe. Das alles war wohl doch ein bisschen viel für mich.


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY 

Nickname 29.06.2018, 18.32 | (0/0) Kommentare | PL

EIN FLOTTER DREIER

 


Barny hat einen tierischen Schreibkrampf, deswegen übernehme ich heute.


Also…, die beiden Großen haben es noch einmal getan, und wir Hunde sind wieder zu dritt. Honi soit, qui mal y pense! Ganz ehrlich, das mit dem „Nur–für–ein–paar–Tage–und–Nächte–auf–Probe“ hat sowieso niemand ernsthaft geglaubt. Wer einmal hier ist, der bleibt auch da; außer, es hätte zwischen uns eine unüberwindliche Abneigung gegeben. Die gab es aber nicht, ganz im Gegenteil.


Ich bin kein Schmetterling, der von Blüte zu Blüte flattert. Unseren Bobby hatte ich aufrichtig gern, und Barny läuft sowieso außer Konkurrenz. Aber beim Woody hatte ich von Anfang an das Gefühl, als würde ich ihn schon seit einer Ewigkeit kennen. Das erste Treffen gab es, wie mit dem Böbchen, auf neutralem Boden im Auslaufgebiet. Das heißt, diesmal fand es am Waldrand statt, weil der Kollege sich zu der Zeit noch entschieden weigerte, auch nur einen einzigen Meter an der Leine zu laufen. Er stand bloß wie angewachsen da und ließ sich beschnuppern. Ich merkte, da war einer, der noch mehr Angst hatte als ich, das gab mir Selbstvertrauen. Barny akzeptiert grundsätzlich jeden, solange der ihm nur seine Ruhe lässt und Herrchen als sein - also Barnys - persönliches Eigentum anerkennt, und damit war die Sache soweit geritzt.


Als wir zu Hause ankamen, hatte ich ein Déja – vu. Genau wie derzeit Bobby zögerte Woody höchstens ein paar Minisekunden, dann hopste er ins Haus. Wegen seines verkürzten Hinterbeins sah er dabei zum Brüllen aus. Sorry, ich weiß, man soll sich darüber nicht lustig machen, aber es war einfach urkomisch! Er guckte sich nur kurz um, fand auf Anhieb eines unserer kuscheligsten Hundebetten und plumpste hinein. Barny verdrehte die Augen, als wollte er sagen, war das nötig? Wir hatten es doch gerade so gemütlich zu zweit! Aber wir wollten ja gastfreundlich sein. Außerdem gibt´s hier jede Menge an weichen Kissen und Decken, wo ausdrücklich "Reserviert für Hunde" draufsteht, wir müssen uns also deshalb nicht ins Fell kriegen.


Inzwischen sind dreieinhalb Monate vergangen. Von Kleinigkeiten abgesehen leben wir ganz zufrieden miteinander; und wenn wir nicht gestorben sind, dann bellen wir morgen noch. Klingt märchenhaft, ich weiß, ist aber trotzdem wahr.


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 28.06.2018, 13.41 | (0/0) Kommentare | PL

WIR ÜBERLEGEN NOCH

 


Liebe Leute, unser Frauchen hat seit gestern einen dicken Knoten im Gehirn von dem Bandwurmsatz, den sie geschrieben hat. Deswegen mach´ ich hier mal weiter.


Also: Wo der Woody - der ja damals noch Grigore hieß -, vorübergehend Quartier bezogen hatte, das war keine richtige Pflegestelle, sondern ein Gnadenhof für alte und kranke Hunde. Die sollen gar nicht mehr vermittelt werden und dort friedlich bis zu ihrem Ende leben. Eigentlich eine schöne Sache. Da gab es aber eine Schäferhündin, die jünger und fitter war als die anderen und die das Sagen hatte. Anscheinend witterte sie in dem Neuzugang einen unerwünschten Konkurrenten und fing prompt an, ihn zu mobben. Sie hatte sozusagen das Hausrecht, und den Leuten fiel nichts Besseres ein, als den Grigore in eine Transportbox zu sperren (das ist eine Art Käfig, in dem wir Hunde zum Beispiel eine Flugreise aussitzen müssen). Darin brachte er viele Stunden am Tag und die meisten Nächte zu. Nicht eben komfortabel, und für seine angeknacksten Knochen war es das reine Gift. In dem engen Kasten konnte er sich ja kaum umdrehen, geschweige denn richtig ausstrecken.


Nach dem Telefongespräch mit Frau T. und zwei schlaflosen Nächten hielt unser Frauchen Familienrat mit Chef. Der kennt sie seit über vierzig Jahren und weiß, wie sie tickt. Darum wunderte er sich auch kein bisschen, als sie vorschlug, den Hund einfach mal so für ein paar Tage und Nächte auf Probe bei uns wohnen zu lassen. Er gab nur zu bedenken, wie ich und Nelly darauf reagieren würden. Wir hatten uns ja gerade erst wieder in unserer gemütlichen Zweisamkeit eingerichtet.


Genug für heute. Ich bin das viele Schreiben nicht gewohnt, und mir fallen gleich die Pfoten ab. Morgen gibt´s den Rest der Geschichte. Also, bis denne.


Macht´s gut, Nachbarn!

Euer BARNY


Nickname 27.06.2018, 18.46 | (0/0) Kommentare | PL

WAS TUN?, SPRACH ZEUS


GANZ EHRLICH...  Woody ist ein best dog ever, ein weltbester Hund. Wieso nur ein bester und nicht der beste überhaupt? Weil unsere Vierbeiner allesamt beste Hunde waren und sind. Tatsächlich haben wir mit unseren tierischen Lebensabschnittsgefährten unglaubliches Glück gehabt. Klar gab es hin und wieder Schwierigkeiten. Nicht jeder war hundertprozentig pflegeleicht – das bin ich übrigens auch nicht – und unsere Holly würde mancher vielleicht sogar als Problemhund bezeichnen. Sie hatte ja auch schon einiges durch, bevor sie zu uns kam. Für uns war sie eine feine Kameradin, wir haben sie innig geliebt und oft herzhaft über ihre Einfälle gelacht.


Back to Woody. Ich könnte schwören, dass unser Böbchen dabei seine Pfoten im Spiel hatte. Denn eigentlich sollte das mit drei Hunden eine einmalige Sache bleiben. Wir sind nicht mehr die Jüngsten und möchten auf keinen Fall, dass unsere Lieblinge uns überleben.


Hätte ich seinem früheren Pflegefrauchen nicht von seinem Fortgehen geschrieben und hätte sie nicht angerufen und gesagt, ach, das sind ja traurige Nachrichten, und gerade habe ich zwei von Bobbys Art hier, von denen der eine aber zurzeit in einer anderen Pflegestelle untergebracht ist, - übrigens heißt er zufällig auch Grigore, so wie früher der Bobby, ist ja in Rumänien ein gebräuchlicher Hundename -, weil er sich mit dem Spotty nicht versteht, der will nämlich immer den Chef spielen, aber ihn konnte ich nicht weggeben, weil er total auf mich fixiert ist und sonst niemanden an sich ran lässt und der Grigore ist ja mehr so eine Art Teddy, der lässt sich alles gefallen, nur hat er es in der Pflegestelle nicht besonders gut und das macht mir viel Kopfzerbrechen, ich muss ihn unbedingt von da wegholen, aber ich weiß nicht, wo ich ihn hier bei mir unterbringen soll, ich kann ihm höchstens in der Garage etwas herrichten…


So, den letzten Satz lernen Sie jetzt auswendig, und morgen erzählen wir Ihnen, wie es weiterging!


Nickname 26.06.2018, 09.29 | (0/0) Kommentare | PL

WAS KANN DER BOBBY DENN DAFÜR, DASS ER SO SCHÖN IST?

 


Was sagen Sie? Der Knabe in dem Lied heißt Sigismund? Ja, ich weiß, und für meinen Geschmack ist das ein reichlich alberner Name. Außerdem liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters, und so mancher hat ein Gesicht, das nur seine Mutter lieben kann. Aber unseren Bobby finde ich richtig hübsch mit seinem einen Auge, der demolierten Schnauze, dem gespaltenen Ohr und den verkrüppelten Vorderbeinen. Sein weiches, weißes Fell mit den lustigen Kuhflecken hat es mir angetan, und wenn er mir manchmal zublinzelt, kommt er mir direkt verwegen vor. Dabei ist er alles andere als das. Statt auszuteilen steckt er lieber ein, möchte es jedem recht machen und niemandem im Wege sein. Ein echter Seelenhund!


Halten Sie mich bitte nicht für flatterhaft. Ich liebe Barny nach wie vor heiß und innig. Sein Herz ist aus purem Gold; er hat mich hier mit offenen Pfoten aufgenommen und ganz schnell heimisch werden lassen. Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein. Obendrein besitzt er sehr viel Charme, trotz seiner manchmal etwas ruppigen Art. Aber Bobby ist eben ganz anders, eher ein Hund zum Anlehnen, und das gefällt mir gut. Übrigens, wer sagt denn, dass man nicht zwei lieben kann? Rein platonisch, wohlgemerkt, zu etwas anderem reicht´s beim Böbchen ohnehin nicht mehr. Jedenfalls hat er bisher meine sämtlichen Flirtversuche höflich, aber doch entschieden zurückgewiesen. Dabei dachte ich, Männer wollen immer… Frauchen sagt, das liegt am Alter, er ist froh, wenn man ihm seinen Frieden lässt. Den hat er sich auch verdient nach allem, was er durchmachen musste. Ich fühle mich trotzdem hundewohl mit meinen beiden Jungs und bin, wie Lucylectric (noch so ein komischer Name) froh, „dass ich´n Mähähädchen bin“!


Gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly





Sie sehen, meine Männer liegen mir zu Füßen!

Nickname 25.06.2018, 10.25 | (0/0) Kommentare | PL

ANSCHAUEN KOSTET NICHTS

 

  (10. Dezember 2014)

 

Unsere erste Begegnung hatten wir auf neutralem Boden: Wir trafen Frau T. mit Bobby im Auslaufgebiet. Dort gab es für niemanden einen Heimvorteil, so konnten wir uns ganz zwanglos beschnuppern. Barny machte es wie immer: Er ignorierte den fremden Artgenossen und ließ ihn links liegen. So schien es zumindest. Seltsam war nur, dass er jedes Mal genau den Baum goss, den der Neue eben bewässert hatte und sich für dieselben Nachrichten interessierte, die der andere gerade las. Ein reichlich plumpes Manöver, wenn Sie mich fragen. Männer sind ja so leicht zu durchschauen!


Ich ging natürlich diskreter vor. Erstens, weil ich ein Mädchen bin und zweitens, weil große Hunde mir nach wie vor Angst einjagen. Es ist zwar schon viel besser geworden, aber ein bisschen fürchte ich mich noch immer. Der hier schien allerdings harmlos zu sein. Er wedelte mich freundlich an, zwinkerte mir mit seinem einen Auge lustig zu und tat sonst nichts Anstößiges oder Beunruhigendes. Auch war er wohl schon ein älteres Semester, aber das musste ja nichts heißen. Schließlich sagt man zu Recht: Je oller, je doller. Trotzdem flößte mir der nette Bursche mit seinem gescheckten Fell gleich Vertrauen ein.


Nach etwa einer halben Stunde kamen wir zurück an den Ausgangspunkt. Die Großen besprachen sich kurz; dann sprangen Barny und ich in unser Auto, und Bobby stieg bei Frau T. ein. Mach´s gut, Kumpel, es war nett, dich kennenzulernen. Vielleicht sieht man sich irgendwann.


Wir ahnten noch nicht, was unsere Menschen ausgeheckt hatten! Davon in Kürze dann mehr.


Gutes Nächtlein und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre NELLY



Zwei Wochen später...


 

 

...warten wir gemeinsam aufs Abendbrot.

Nickname 24.06.2018, 19.42 | (0/0) Kommentare | PL

DIE BEIDEN HABEN ES GETAN!

  !!! 

(2. Dezember 2014)

   

Und nun sind wir zu dritt. Honi soit, qui mal y pense! Vielleicht erinnern Sie sich, was ich Ihnen über Frauchens Prinzipien erzählt habe: "Drei sind einer zu viel", "Zwei Hände, zwei Hunde" und derlei Weisheiten mehr. Aber ein anderes Sprichwort sagt: Grundsätze sind dafür da, um sie zu brechen.


Bobby (der vorher Grigo hieß) ist allerdings nicht aus irgendeiner weiblichen Laune heraus angeschafft worden, die Sache hat eine sehr ernste Vorgeschichte. Frauchen ist im Internet auf einen Artikel über die entsetzlichen italienischen „Canili“ gestoßen, hat auch etwas über die so genannten Todeshäuser in der Ukraine und die Hundemassaker in Rumänien (bei denen die Hunde zu Hunderten mit Spaten erschlagen werden) gelesen. Danach war sie nicht mehr dieselbe. Tagelang lief sie herum wie Falschgeld, weinte und tat nur das Allernötigste. Eines Abends bekam ich dann mit, wie sie betete: "Gott, bitte lass mich sterben. Lass mich jetzt einschlafen und morgen früh nicht mehr aufwachen. Diese Erde ist kein guter Ort, und Mensch zu sein ist eine Schande. Für Barny und Nelly ist ja gesorgt und D. kommt auch allein zurecht. Ich mag nicht mehr, bitte lass Schluss sein."


Sie hat es nur gedacht, aber ich konnte es trotzdem hören und bekam schreckliche Angst um sie. Zum Glück ist sie dann am nächsten Morgen doch wieder aufgewacht. Sie sprach mit Herrchen und sagte, sie würde gern noch einen Hund haben; einen, der wie Barny und ich das Grauen überlebt hat und mit dem sie sozusagen stellvertretend all die vielen Millionen ehren wolle, für die sie nichts tun könne. Sie schauten auf der Seite von Frau T., meiner ehemaligen Pflegemama, nach und entdeckten dort den Grigo. Über ihn stand folgendes zu lesen:

 

"Grigo ist einer von diesen ganz armen Socken: Als er hier ankam, war ein Auge total vereitert und verschrumpelt und wir mussten feststellen, dass genau darunter der Backenzahn gespalten war, ebenso wie sein linkes Ohr. Wie kann so etwas passieren? Durch einen Schlag mit dem Spaten vielleicht...? Das Auge und der Zahn - und noch 12 weitere Zähne waren total vereitert und mussten schnellstmöglich herausoperiert werden. Mittlerweile hat der liebe Grigo diesen Eingriff hinter sich und erholt sich zusehends. Er ist ein alter Hund, der auch noch auf den Vorderläufen stark humpelt. So möchte er keine langen Spaziergänge mehr und liebt es, im Garten zu liegen. Er ist ein sehr ruhiger und verträglicher Hund, sein größtes "Hobby" ist Fressen, das genießt er sehr und kann nicht genug kriegen. Für Grigo suchen wir einen ruhigen Platz mit Garten und möglichst ebenerdiger Wohnung. Er ist absolut stubenrein und liebt es, auf einer weichen Matte zu liegen. Außerdem fährt er sehr gerne im Auto mit und läuft halbwegs gut an der Leine. Grigo ist kastriert, geimpft, gechipt sowie entwurmt und gegen Flöhe/Zecken behandelt. Seine Schulterhöhe beträgt 53 cm. er wiegt ca. 20 kg. Wer gibt ihm ein liebevolles Zuhause für seine letzten Jahre?"



 

 Die Antwort lautete kurz und bündig: WIR! Danach ging dann im Grunde alles ganz fix, und nun gehört er also zu unserem Familienrudel. Nur den Namen haben wir geändert, bei uns heißt er jetzt Bobby. Ihm ist es wurscht, wie er gerufen wird, er hört sowieso nicht mehr besonders gut. Wie wir uns kennenlernten, wie sein Einzug verlief und wie wir miteinander leben, darüber berichte ich Ihnen beim nächsten Mal. Und wissen Sie was? Ich kenne da noch so eine Spruchweisheit, die trifft es genau, finde ich. Sie lautet: „Aller guten Hunde sind drei“!

 

Auf Wiederlesen bis zum nächsten Mal!

 

Haben Sie es fein!
Ihre NELLY

Nickname 23.06.2018, 07.35 | (0/0) Kommentare | PL

OH, DIESE MÄNNER!

  (13. Oktober 2014)

 

Ihnen vertraue ich es an, Sie werden mich sicher nicht verraten: Mein neuer Rudelgefährte Barny gefällt mir von Tag zu Tag besser. Ich finde ihn äußerst attraktiv mit seinem blonden, seidenweichen Fell; er wird ja auch alle zwei Tage von Herrchen gestriegelt und gebürstet wie beim teuersten Hundefrisör. Kein Wunder, dass ihm so manches Rasse- oder Mischlingsmädchen nachguckt und mit ihm zu flirten versucht. Dann denke ich immer, ätschebätsch, der gehört mihir! Aber erzählen Sie ihm das bloß nicht weiter, sonst wird er noch eitel. Mir gegenüber verhält er sich höflich und zurückhaltend, wie ein echter Kavalier eben. Er wird nie zudringlich oder so, wenn Sie wissen, was ich meine. Sowieso ist er nur wenig interessiert am weiblichen Geschlecht; das hängt wohl damit zusammen, dass wir beide kastriert sind. Gut, manchmal kommt er mir etwas schwerfällig vor. Ein bisschen mehr Temperament dürfte er gern zeigen, da muss ich ihm noch auf die Sprünge helfen. Er hat ja sein Leben bisher mit zwei lieben, älteren Hundedamen geteilt, das färbt eben ab.

 

Trotz aller Vorzüge hat er eine fürchterliche Unart: Seine ewige Spülerei. Jedesmal, wenn er beim Waldgassi die Hundenachrichten liest und eine Randnotiz oder einen Kommentar hinterlässt, unterschreibt er das mit seinem Namen. Dabei scharrt er dermaßen heftig mit den Hinterpfoten, dass haufenweise Blätter, Kiefernnadeln und Erdreich in alle Himmelsrichtungen fliegen. Auf die Weise tut er der übrigen Hundewelt kund: "Barny was here!" Oft stehe ich direkt hinter ihm und kriege die volle Ladung ins Gesicht. Nicht gerade angenehm, das können Sie mir glauben; besonders bei meinen empfindlichen Augen. Frauchen oder Herrchen müssen mich dann regelmäßig saubermachen. Warum ich ihm nicht lieber ausweiche und anderswo meine Zeitung lese? Sehr einfach, weil gerade dort, wo er ist, etwas  Interessantes drinstehen könnte. Nicht, dass ich besonders neugierig wäre, oh nein, aber schließlich will man ja auch als Mädchen überall mitreden können!

 

Das ist eigentlich schon alles, was mich an ihm stört. Irgendwie gewöhne ich ihm das auch noch ab. Ich wäre nicht die erste, die sich ihren Partner nach eigenen Wünschen erzieht. Dafür braucht es nur Geduld, starke Nerven, und man muss ausgeschlafen sein.

 

Also dann, gute Nacht und auf Wiederlesen.

 

Haben Sie es fein!

Ihre Nelly


 


Er ist so süß, wie er da liegt und schläft...!

Nickname 22.06.2018, 20.40 | (0/0) Kommentare | PL

DUMME HABEN´S LEICHTER

  

(28. September 2014)

 

Ich stecke gerade richtig in der Zwickmühle. Das tut zwar nicht so weh, wie es klingt, ist aber doch sehr unangenehm. Ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten soll.

 

Es geht um folgendes:

Ich lebe ja erst seit kurzem hier bei meiner Familie. Bisher kenne ich kein normales Hundedasein, muss alles, was dazu gehört, von der Pieke auf erlernen. Ich bin mit Feuereifer dabei, und die Großen sind sehr stolz auf mich, denn ich begreife schnell. Es heißt, ein Lehrer muss selbst die dümmsten Schüler von Zeit zu Zeit loben, damit sie nicht die Lust verlieren. Das gilt erst recht für eine kluge Hündin wie mich! Herrchen und Frauchen wissen das und belohnen mich immer mit einem feinen Leckerli, wenn ich etwas richtig mache. Das spornt an, denn ich futtere für mein Leben gern. Und wenn eine Sache nicht gleich auf Anhieb klappt, kriege ich trotzdem ein Häppchen. Barny kassiert ebenfalls tüchtig ab, er mischt ja überall mit.

 

Jetzt kommt´s: Er hat mir im Vertrauen erzählt, dass es nur anfangs so viele Leckerlis gibt. Sobald ich alle Kommandos kenne und befolge, werden es weniger, bis die Quelle irgendwann versiegt. Er sagt, zu seiner Zeit als Neuer war das genauso. Damals hat sich Wendy über die Extrabröckchen gefreut. Sie verstehen mein Problem? Um noch lange abzusahnen, müsste ich mich möglichst dumm anstellen und recht begriffsstutzig tun. Das ginge aber entschieden gegen meine Ehre. Schließlich habe ich einen Ruf zu verlieren, ich bin ja nicht umsonst als blitzgescheites Mädchen bekannt. Barny und ich hielten heimlich Kriegsrat und fanden die Lösung: Ein dritter Hund! Der hätte dann auch alles neu zu lernen, und es gäbe wieder Häppchen im Überfluss. So einfach, so genial.


Die Sache hat leider einen Haken: Herrchen und Frauchen möchten keinen weiteren Hund. Das heißt, eigentlich schon. Wenn es nach Frauchen ginge, hätten sie sogar ihr privates, kleines Tierheim. Aber sie hat da ein Prinzip: „Zwei Hände zum Streicheln, zwei Hunde“, und sie meint, „Drei sind einer zuviel“ sei nicht nur der Titel einer erfolgreichen Fernsehserie, sondern ein sehr wahrer Satz. Insgeheim gebe ich ihr recht. Mit Barny teile ich unsere Zweibeiner ja gern, er ist ein prima Kumpel. Aber mit noch einem Artgenossen? Nein danke! Sie sehen, ich sitze wirklich arg in der Klemme.

Was raten Sie mir?

 

Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.

 

Haben Sie es fein!

Ihre NELLY 


Nickname 21.06.2018, 10.50 | (0/0) Kommentare | PL

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ÜBER MICH:Geboren vor 62 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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