
ALVIDA - SIE SIND NICHT ALLE SO!

Alvida
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 09.2022
Schulterhöhe: 51 cm
"Was haben sie nur mit dir gemacht, kleine Alvida? Hast du auf der Straße gelebt in einer Gegend, in der Hunde mit Stöcken und Steinen verjagt werden? Oder hast du zuhause Prügel bezogen? Du kannst es uns nicht sagen; aber wir wissen auch so, dass du Menschen begegnet sein musst, die dich grausam behandelt haben und dass du erst lernen musst, dass wir nicht alle so sind. Sonst würdest du dich nicht am liebsten unsichtbar machen, sobald du einen von uns erblickst.

Man zeigte uns deine Bilder, und wir konnten erkennen, wie gern du dich in einem Mauseloch verkrochen hättest, als die netten Tierschützer dir dann auch noch Halsband und Leine angelegt haben. Aber du hast es über dich ergehen lassen, ohne zu knurren oder gar zu beißen, denn du bist ein ganz liebes Mädchen, dem man leider übel mitgespielt hat.

All das geschah in deinen ersten zwölf Lebensmonaten. Rund um deinen ersten Geburtstag gerietest du dann in dieses düstere, furchteinflößende Hundelager und hast seitdem nie einen Menschen zu Gesicht bekommen; zumindest keinen, der es gut mit dir meinte, bis die Tierschützer dich besucht haben. Sie erzählten uns auch, dass du in deiner Zelle mit Rüden und Hündinnen gleichermaßen einträchtig zusammenlebst, denn wie gesagt, du bist ein liebes Mädchen und weißt, wie man sich unter Artgenossen benimmt.
Was du aber im Augenblick noch nicht weißt, dir sicher nicht einmal vorstellen
kannst: Es gibt Menschen, die möchten, dass du es gut bei ihnen hast. Sie sind
geduldig, verständnisvoll und wissen, dass man sanft und behutsam umgehen muss
mit einem kleinen Hundemädchen, welches in jungen Jahren schon soviel Schmerz
und Leid erdulden musste.

Und genau diese Menschen wollen wir für dich finden, liebe, kleine Alvida. Es fällt ja so leicht, sich in dein süßes Gesichtchen zu verlieben. Sei also ganz unbesorgt, mein Schatz. Wir als Tierschützer kennen uns ein wenig aus und sind sicher, dass da draußen dein Mensch, deine Familie nur darauf wartet, dich in seinem oder ihrem Leben willkommen zu heißen. Vielleicht wirst du für immer einen Rest des schweren Päckchens mit dir herumtragen, das man dir in deiner Welpenzeit aufgeladen hat. Aber gemeinsam schafft ihr den Weg in ein fröhliches, unbeschwertes Hundeleben. Halt nur noch ein kleines Weilchen durch, der erste Schritt ist schon getan!"

Sabine Wojtok
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HALYRA - UND PLÖTZLICH IST DA EINE WELT

Halyra
Rasse: Maremmano Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 07/2016
Schulterhöhe: 64 cm
Hier, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir Ihnen Halyra vorstellen. Nach einem nicht aufgezeichneten ersten Lebensjahr hat sie neun Jahre lang in einem Hundelager in einer engen Box zugebracht. Nun wurde sie, im zehnten Jahr ihres Lebens, in ein anderes Canile verlegt. Ob es dadurch besser oder schlechter geworden ist? Allein lebt sie noch immer. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wir dürfen Halyra vermitteln und Ihnen hier vorstellen. Sie hat dadurch einen Namen, eine Persönlichkeit und vor allem eine Chance bekommen.

Allem voran: Halyra ist eine ältere Maremmano-Mischlingshündin, die durch ein Leben geprägt wurde, in dem sie kaum Gelegenheit hatte, die Welt kennenzulernen. Menschen, die einen fröhlichen, pflegeleichten und formbaren Hund suchen, werden bei den vielen anderen, die wir vermitteln, sicherlich eher fündig. Denn Halyra ist anders.

Sie weiß selbst nicht, wie sie wäre, wenn das geschieht, was sie sich nach so vielen Jahren vermutlich kaum vorstellen kann: wenn sie ein Zuhause bekommt. Halyra verspricht Ihnen nichts. Sie verspricht nicht, von Anfang an gern Ihre Nähe zu suchen und andere Hunde zu mögen. Auch lange Spaziergänge oder fröhlicher Besuch gehören nicht selbstverständlich zu dem, was sie sich heute ausmalen kann.

Vieles von dem wird Halyra erst lernen müssen. Vor allem aber muss Halyra bei Ihnen ankommen dürfen, ohne dass von ihr sofort etwas erwartet wird.
Beim Besuch der Tierschützer zeigte sie sich als recht gute Leinengängerin. Katzen waren ihr gleichgültig; auch Menschen schienen sie zunächst nur wenig zu interessieren, aber sie ließ sich problemlos berühren. Das mag auf den ersten Blick nicht nach viel klingen – für Halyra ist es vielleicht schon ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt.

Überhaupt wirkte sie, als sei sie von der Welt außerhalb ihres kleinen Zwingers zunächst einfach überwältigt; als wollte sie am liebsten von einem sicheren Platz aus alles erst einmal in Ruhe betrachten und verstehen. So vieles ist neu für eine Hündin, die zehn Jahre lang kaum Gelegenheit hatte, das Leben und sich selbst kennenzulernen.

Darum braucht Halyra vor allem Zeit. Einen sicheren Ort. Menschen, die ihr nichts abverlangen und ihr trotzdem zeigen, dass sie bleiben darf; die sich über kleine Fortschritte freuen können: über einen Blick, ein längeres Bleiben und irgendwann vielleicht sogar darüber, dass Halyra von sich aus Ihre Nähe sucht.

Möchten Sie dieser stillen Hündin den Weg in ein anderes Leben bahnen? Können Sie sich darauf einlassen, Halyra ohne große Erwartungen zu begleiten und gemeinsam mit ihr herauszufinden, wer eigentlich in ihr steckt?

Dann geben Sie ihr die Chance, die sie nach all den Jahren so sehr verdient hat. Unsere Vermittlerinnen helfen Ihnen dabei, für Halyra die Tore in ein neues Leben zu öffnen.
Daniela Koenemann
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BALDOVINO: VOM KÜHNEN FREUND ZUM STILLEN BEOBACHTER - UND ZURÜCK?

Baldovino
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 09/2015
Schulterhöhe: 59 cm
September 2026: Als Baldovino vor drei Jahren ins Lager kam, trug er noch Hoffnung im Herzen. Offen und voller Vertrauen begegnete er den Menschen, sog jede Aufmerksamkeit förmlich auf, als wolle er all die versäumte Zuneigung seines bisherigen Lebens in wenigen Momenten nachholen.

Doch die Zeit hat Baldovino verändert. Der einst lebensfrohe, aufgeschlossene Rüde ist ruhiger geworden. Er lässt sich weiterhin anfassen und gut handhaben, nimmt den Kontakt zu Menschen an, sucht aber kaum noch von sich aus ihre Nähe. Die stürmische Begeisterung, mit der er früher auf Menschen zuging, ist einer vorsichtigen Zurückhaltung gewichen.

Draußen dagegen scheint noch etwas von seiner alten Neugier lebendig zu sein. Jede Bewegung, jeder neue Geruch zieht seine Aufmerksamkeit auf sich; vielleicht, weil es dort wenigstens ein wenig Abwechslung in seinem ansonsten eintönigen Alltag gibt.
Drei Jahre in Beton und hinter Gittern lassen keinen Hund unberührt. Stück für Stück gehen Unbeschwertheit und Lebensfreude verloren, wenn jeder neue Tag dem vorherigen gleicht.

Heute lebt Baldovino abgesondert in einer Einzelbox. Anfangs teilte er sich seine Zelle noch mit weiteren Artgenossen; doch der andauernde Stress, das Bellen, die Enge und der ewige Lärm haben ihn zermürbt. Wenn er andere Hunde nur sieht, wird er unruhig, seine Nerven liegen blank. Tag für Tag derselbe Ausblick, dieselben Gerüche, dieselbe Einsamkeit – ein Leben im Kreis, geprägt vom Warten.
So zieht sich Baldovino immer mehr zurück. Die Hoffnung in seinen bernsteinfarbenen Augen ist leiser geworden. Wer ihn heute sieht, der erahnt, wie viel von seiner einstigen Lebensfreude ihn die vergangenen drei Jahre gekostet haben.

Vielleicht gehörte Baldovino tatsächlich einmal zu einer Familie. Denn lieb, anhänglich und voller Vertrauen zu Menschen war er, als die Tierschützer ihn im November 2023 kennenlernen durften. Auf ihren unerwarteten Besuch reagierte er mit überschwänglicher Freude. Auch an der Leine konnte er bereits sehr gut gehen. Außerdem kam Baldovino erst mit acht Jahren in ein Canile. Vieles spricht also dafür, dass er früher einmal bei Menschen gelebt hat.
Aber unter uns gesagt: Wer seinen achtjährigen Rüden in ein Hundegefängnis steckt, hat das Prädikat Familie nicht verdient. Doch das ist eine andere Geschichte.
Diejenige, die jetzt für Baldovino geschrieben werden könnte, wäre diese hier: Ein eigenes Zuhause, endlich dazugehören, verlässliche Menschen, Ruhe und die Gewissheit, nicht wieder verloren zu gehen.

Sein Name bedeutet übrigens mutiger, tapferer oder kühner Freund. Und unser lieber, großer Baldovino wäre bestimmt nicht nur das, sondern auch ein treuer Begleiter seiner Lieblingsmenschen – wenn er sie nur endlich haben dürfte.
Trotz allem ist er ein stolzer, schöner Hund geblieben. Die Jahre im Lager haben ihn leiser gemacht, seine Hoffnung vorsichtiger, seine Freude verhaltener. Aber sie haben den mutigen Freund in ihm nicht ausgelöscht und es braucht gar nicht so viel, um ihn wieder hervorzulocken: Nur ein wenig Verständnis, Geduld und natürlich viel Liebe, damit er spürt, dass sein Leben noch nicht zu Ende ist.

Baldovino läuft die Zeit davon. Doch vielleicht ist ja da draußen jemand, der ihm gerade noch früh genug zeigt, dass er nicht vergessen wurde.
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OLDRICH - STILLE WILL GESEHEN WERDEN

Oldrich
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 06.2019
Schulterhöhe: 60 cm
"Sie ist weg." "WER ist weg?!" "Na, Oberlyn! Sie hats geschafft!" Wie ein Lauffeuer ging es durch die kahlen, schimmeligen Betonflure des Canile. Ein aufgeregtes Konzert aus Bellen, Jaulen und Gitterrasseln setzte ein – manche freudig, manche neidisch, andere verzweifelt und wieder andere einfach, weil es alle machten. Mittendrin saß Oldrich. Still. Ein bisschen verwirrt, ein bisschen stolz, aber auch ein kleines bisschen traurig. Seine Schwester war jahrelang seine Mitbewohnerin, Seelentrösterin und Wärmflasche auf vier Pfoten gewesen. Jetzt hatte sie ein Zuhause. Ein richtiges Zuhause mit Platz auf dem Sofa, Leberwurst aus der Tube und mit Menschen, sie sich nicht störten an einem bisschen Fell in ihrem Morgenkaffee.
"Das ist doch super!", bellt jemand aus der Nachbarbox. Oldrich nickt bedächtig. Und er? Er teilt seinen kahlen Käfig nun allein mit Alphonza. Alphonza ist in Ordnung. Sie frisst ihm nicht das Futter weg und schnarcht nicht ganz so laut wie Oberlyn. Dennoch vermisst Oldrich sie. Aber er nimmt sich zusammen. So ist er eben, ein stiller Held.

Wenn die Tierschützer zu Besuch kommen, neigt
Oldrich leicht den Kopf zur Seite; nicht zu niedlich, aber dennoch charmant.
Die meisten sehen dann nur: "Hm, schüchtern." Er ist keiner dieser
fluffigen Instagramhunde mit Pomponschwanz und Schnappschusslächeln. Er ist
einfach Oldrich. Wunderschön schwarz-weiß, mit einem etwas hervorstehenden
Unterkiefer; die Tierschützer nennen das diplomatisch leichte Prognathie.
Er bleibt stets abwartend und ruhig - manchmal so ruhig, dass man meinen
könnte, er sei aus Stein. Aber seine Augen blicken fragend-hoffnungsvoll und
sein Herz, klopft voller Erwartung. Vertrauen kommt bei ihm nicht per Express,
sondern eher wie ein Paket, das auf dem Postweg aus dem vorletzten Jahrhundert
verschickt wurde - aber es kommt an. Er ist nicht unhöflich, doch sein Instinkt
sagt: "Verhalte dich lieber still, vielleicht ist das hier gefährlich. Denn
der Alltag im Canile hat ihn geprägt. Tage, Wochen, Jahre, immer gleich. Beton,
Gitter, manchmal Futter, oft Hunger, Schmutz, Einsamkeit, Langeweile, Regen,
Hitze, Kälte, Hoffnung und immer wieder bittere Enttäuschung. Oldrich ist kein
Draufgänger. Er ist ein Beobachter, einer, der lieber zweimal hinschaut, bevor
er jemandem die Pfote reicht.
Aber wenn man sich Zeit nimmt, kann man das sanfte Leuchten in seinen Augen
sehen. Vertrauen auf Sparflamme, das gern wachsen möchte. Bei ruhiger Ansprache
kommt er näher; ganz langsam, wie ein scheuer Tanzpartner, der den Rhythmus der
Welt erst noch lernen muss. Und dann lässt er sich streicheln.

Oldrich lebt leise im Schatten der Lauten. Er lebt zwischen Hoffnung und Resignation. Aber er lebt und das mit so viel Würde, dass einem das Herz wehtut.
Damals war´s, vor nunmehr vier Jahren. Plötzlich lag ein Leuchten in Oldrichs Äuglein, als die Tierschützer zu ihm sagten: "Lieber Oldrich, du bist jetzt in der Vermittlung. Bald holen wir dich hier heraus und dann wird dein Leben wunderschön." Leider meldete sich niemand für ihn, so blieb es bis heute und ganz langsam, kaum merklich zerbricht seine Seele. Von dem einst neugierigen, zutraulichen Hundbuben ist nicht mehr viel übrig. Die Tierschützer zeigten sich erschrocken, als sie phn vor ein paar Tagen wiedersahen, denn aus Oldrich ist ein zurückhaltender, schüchterner Hund geworden. Er musste zusehen, wie seine Geschwisterchen adoptiert wurden, mit ihnen verlor er seinen letzten Halt.
Oldrich ist einer von den Unsichtbaren im Lager, die nicht durch besondere Merkmale hervorstechen und versuchen, den harten Alltag inmitten von Stein, Freudlosigkeit und Isolation irgendwie zu meistern. Aus der Erfahrung wissen wir, dass bei liebevoller Ansprache und geduldiger Führung auch schüchterne Hunde wie Oldrich aufblühen und zu fröhlichen Begleitern werden können.

Liebe Leserinnen und Leser, Oldrich braucht kein
Feuerwerk, keine großen Gesten. Er braucht jemanden wie Sie, der zu ihm sagt: "Komm, Oldrich, wir schauen gemeinsam. Du darfst langsam sein, ich warte auf
dich."
Wenn Sie einen Blick für das
scheinbar Unscheinbare und ein Ohr für leise Töne haben, dann melden Sie sich
bitte bei Oldrichs Vermittlerin. Denn nie ist einfach zu lang. Dieser
wunderbare Hund mit der sanften, leisen Seele hat lange genug gewartet und wäre
bestimmt sogar bereit, für Sie ein bisschen zu wedeln.
Margot Wolfinger
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ARCHIE – ICH BIN NOCH DA!

Archie
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.03.2022
Schulterhöhe: 66 cm
Vier Jahre. So lange wartet Archie nun schon darauf, dass jemand ihn entdeckt.
Als er gerade dem Welpenalter entwachsen war, wurde er gemeinsam mit seiner Schwester Aviella ins Canile abgeschoben. Eine Zeit, in der junge Hunde eigentlich ihre Welt erkunden, Eindrücke sammeln und lernen sollten, dem Leben zu vertrauen. Archie bekam stattdessen Betonboden, Zwingergitter und kaum Kontakt zu Menschen.

Damals kam er zudem in schlechtem Zustand ins Canile: voller Flöhe und mit einer großflächigen Dermatitis. Heute geht es ihm glücklicherweise wesentlich besser.
Doch die Jahre hinter Gittern haben Spuren hinterlassen. Archie kann in einer neuen Umgebung zunächst vorsichtig und verunsichert sein. Schließlich ist ihm fast alles fremd, was für andere Hunde selbstverständlich ist. Gras unter den Pfoten, ein eigenes Körbchen, Spaziergänge, ein Mensch, der morgens wiederkommt – all das hat er nie kennengelernt.

Aber trotz seiner langen Wartezeit hat Archie etwas ganz Wichtiges nicht verlernt: Vertrauen.
Heute wird er als freundlicher, geselliger und selbstbewusster Hund beschrieben. Er lässt sich gut anfassen und inzwischen auch intensiver untersuchen oder versorgen. Mit anderen Hunden kommt er zurecht, er lebt mit Rüden und Hündinnen zusammen und auch an der Leine macht er seine Sache gut.

Wenn die Tierschützer kommen, ist Archie anfangs manchmal noch etwas vorsichtig. Doch wenn er merkt, dass jemand freundlich zu ihm ist, taut er auf und sucht von sich aus den Kontakt. Dann zeigt sich auch seine fröhliche Seite.
Und vielleicht würde Archie selbst heute sagen:
"Warum will mich eigentlich niemand liebhaben?"
"So oft habe ich mich schon gezeigt. Ich habe mein Herz wie ein Fenster im Regen geöffnet, aber die Zeit rinnt weiter, und niemand sieht mich. Niemand möchte mein Freund sein.

Ganz ehrlich: Manchmal fühlt es sich an, als wäre mein ganzes Leben ein einziger, endloser Regentag. Das Glück scheint draußen zu warten, während ich drinnenbleibe. Und die Hoffnung ist nur ein kleiner Lichtstrahl, der sich manchmal durch die Wolken kämpft.
Wenn die Tierschützer kommen, bin ich zunächst still und vorsichtig. Aber sobald ich merke, dass jemand Wärme mitbringt, öffne ich langsam mein Herz. Dann zeige ich, wie viel Lebensfreude in mir steckt.

Ich möchte so gern mit dir hinausgehen in den Sonnenschein. Ich möchte die Nässe abschütteln und endlich erfahren, wie sich ein richtiges Hundeleben anfühlt.
Ich kann sogar richtig lustig sein – frag Manuela. Mit ihr habe ich schon einmal Hundetanz gemacht. Für einen kleinen Moment wurde aus dem Prasseln ein fröhlicher Rhythmus.

Ich bin bereit, den alten Regen hinter mir zu lassen.
Ich bin doch da. Ich warte noch immer. Ich habe mich nicht versteckt. Ich habe nicht aufgegeben. Ich bin nur immer noch hier.
Hol mich hier raus. Ich warte auf dich."
Und tatsächlich: Archie ist immer noch hier. Wir haben ihn schon so oft gezeigt und von ihm erzählt. Andere Hunde haben inzwischen ihre Koffer gepackt und sind in ein neues Leben gereist. Archie blieb zurück.
Wie oft kann man von einem Hund erzählen, bevor niemand mehr seine Geschichte hören möchte? Wie oft kann man schreiben: Er wartet noch?

Archie ist kein schwieriger Hund und er trägt auch kein großes Geheimnis mit sich herum. Er braucht einfach etwas Zeit, wenn sich seine Welt verändert. Er braucht Menschen, die ihm zeigen, dass er ihnen vertrauen kann. Und dann wird er seinen Weg gehen.
Vier Jahre seines Lebens hat Archie hinter Zwingergittern verbracht. Er hat lange genug gewartet. Viel zu lange.

Wir möchten im nächsten Jahr nicht wieder schreiben müssen, dass Archie immer noch dort sitzt und auf seinen Menschen wartet. Wir möchten ihm endlich zeigen, wie sich ein richtiges Zuhause anfühlt. Dafür brauchen wir Sie.
„Komm, Archie. Du hast lange genug gewartet.
Vielleicht ist es diesmal wirklich soweit.
Daniela Koenemann
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IDRYSH - GROSSE HUNDE WERFEN LANGE SCHATTEN

Idrysh
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2017
Schulterhöhe: 70 cm
Idrysh kennt Kommandos wie "Sitz" und "Pfote". Er läuft ordentlich an der Leine und sucht von sich aus den Kontakt zu Menschen. Freundlich und selbstbewusst kommt er auf sie zu. All das erzählt von einem Leben, das nicht hinter Gittern begonnen haben kann. Irgendwo muss es einmal ein anderes Zuhause gegeben haben.
Vielleicht kannte Idrysh eine Haustür, die sich für ihn öffnete. Einen Napf, der immer am gleichen Platz stand und vermutlich nie lange unbeachtet blieb. Spazierwege, auf denen er wusste, an welcher Ecke die spannendsten Nachrichten anderer Hunde zu finden waren. Vielleicht legte er seine große Pfote in eine menschliche Hand und bekam dafür ein Lächeln, ein Leckerchen, oder beides. Bei rund 70 Zentimetern Schulterhöhe war diese Pfote ohnehin kaum zu übersehen.

Wir wissen nicht, ob sein Leben so oder ganz anders aussah. Und wir wissen nicht, warum es endete.
Geboren wurde Idrysh 2017. Seit April 2026 lebt er in einem Hundelager. Was zwischen damals und heute geschah, liegt im Dunkeln. Doch Spuren davon trägt er bis heute in sich. Denn ein Hund vergisst nicht alles, nur weil sich hinter ihm eine Zwingertür schließt. Was er außerdem erlebt hat, können wir nur dort erahnen, wo seine Gelassenheit plötzlich endet.

Für einen Hund, der vermutlich einmal ein Zuhause hatte, muss ein Lager besonders schwer zu ertragen sein. Denn Idrysh könnte den Unterschied kennen. Sein Körper erinnert sich vielleicht noch an weiche Liegeplätze, an Ruhe und an das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.

Heute beginnt jeder Tag auf Beton. Und dort endet er auch. Ein Lager ist kein Ort, an dem ein Hund lebt. Es ist ein Ort, an dem er wartet.
Die Tage gleichen einander. Nur Idrysh wird älter, während die Erinnerung an sein früheres Leben langsam verblasst. Was nicht verblasst, ist seine Bereitschaft, sich den Menschen noch einmal zuzuwenden.

Unseren Tierschützern begegnet Idrysh freundlich und offen. Er kommt selbstsicher näher und sucht den Kontakt. Dauert eine Berührung jedoch länger an, wird er unsicher. Vielleicht gab es in seiner Vergangenheit Hände, die nicht immer Gutes bedeuteten. Was in ihm dann wach wird, wissen wir nicht. Möglicherweise hat er einfach gelernt, dass man Menschen gernhaben kann - und trotzdem vorsichtig bleiben sollte.

Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln. Sichtbar sind nur ihre Schatten.
Mit anderen Hunden zeigt sich Idrysh sozial. Derzeit teilt er seinen Zwinger mit der Hündin Amaya. Er ist aber ebenso mit Rüden verträglich und lebte zuvor bereits mit zwei männlichen Hunden zusammen. Umziehen musste er lediglich, weil einer der beiden Rüden begann, ihn anzuknurren. Idrysh selbst war nicht derjenige, der Streit suchte. Offenbar muss ein Hund seiner Größe niemandem mehr beweisen, wie groß er ist.

Die Umsetzung erfolgte übrigens nicht aus besonderer Fürsorge des Lagerbetreibers. Wir mussten ausdrücklich darauf bestehen. Denn dort zählt selten, ob ein Hund Tag für Tag im Schatten eines Konflikts leben muss.

Idrysh bringt vieles mit: Er ist umgänglich, läuft gut an der Leine, kennt offenbar einige Kommandos und hat sich seine Offenheit gegenüber Menschen bewahrt. Er braucht kein Training. Was ihm fehlt, ist ein Mensch, der seine Vergangenheit nicht aus ihm herauszerren möchte, sondern bereit ist, gemeinsam mit ihm Zukunft zu schreiben.
Wir wissen nicht, welche Schatten auf Idryshs Leben gefallen sind. Wir können seine Vergangenheit nicht heller machen.

Aber vielleicht sind Sie der Mensch, der dafür sorgt, dass seine Zukunft endlich wieder Licht bekommt. Bitte rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!
Tanja Roth
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DENISSE - ICH WÜRDE SO GERNE...

Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 05/2022
Schulterhöhe: 57 cm
Ich würde so gern mit meinem Lieblingsmenschen spazieren gehen, die Welt erschnuppern, endlich etwas lernen, neue Hunde- und Menschenfreunde treffen, umsorgt werden und abends bei meiner Familie sein. Ich möchte wissen, dass ich geliebt werde und bleiben darf. Für immer.
Denisse ist natürlich kein sprechender Hund, und wir können auch keine Hundegedanken lesen. Aber wenn wir uns die Fotos und Videos der rund viereinhalbjährigen Hündin ansehen, die von den mit uns befreundeten Tierschützern im August 2026 endlich wieder einmal besucht werden durfte, dann können wir uns ziemlich gut vorstellen, was in Denisse vorgehen mag.

Denn da sehen wir eine allerliebste, freundliche, neugierige und aufgeschlossene Hündin, die unbedingt gefallen möchte und ganz offensichtlich spürt, dass es außerhalb ihres Gefängnisses noch so viel mehr zu entdecken gibt. Denisse hat Menschen gern, mit anderen Hunden kommt sie problemlos zurecht. Sie ist ein feines, wunderhübsches Hundemädchen. Eine Perle, die so viel zu geben hätte – wenn man sie nur endlich ließe.

Stattdessen sitzt Denisse schon ihr ganzes Leben hinter Gittern; auf nacktem Beton in einem kahlen Zwinger von wenigen Quadratmetern. Im August 2022 waren sie und ihre Geschwister Damish, Damek, Denis, Darcyline und Daffie geschätzt erst drei Monate alt, als für sie das endete, was einmal ein ganz normales Hundeleben hätte werden sollen.
Sie kamen in eines der widrigen Hundelager. Tor zu, fertig. Das wär´s dann gewesen – wären unsere Tierschützer vor Ort nicht wenig später auf die sechs Welpen aufmerksam geworden.

Im Oktober 2022 durften wir die kleine Hundefamilie zum ersten Mal auf unserer Homepage vorstellen. Und tatsächlich geschah ein erstes Wunder: Damek konnte noch vor Jahresende in sein Zuhause ziehen. Leider sollte dies bis heute das einzige Wunder für die Geschwisterchen bleiben. Daffie ist inzwischen verstorben, die anderen vier warten noch immer – eingesperrt, ohne Nestwärme und ohne Hoffnung, endlich ankommen zu dürfen.

Schon recht früh wurde bei allen Geschwistern Leishmaniose festgestellt; vermutlich schon im Mutterleib übertragen von ihrer ebenfalls erkrankten Mutter. Ob das der Grund dafür ist, dass weder Denis, Damish, Darcyline noch unsere allerliebste Denisse bisher auch nur eine einzige passende Anfrage erhalten haben?
Wir wissen es nicht. Vielleicht schreckt die Diagnose immer noch viele Menschen ab. Dabei bedeutet Leishmaniose nicht zwangsläufig, dass ein Hund kein schönes und erfülltes Leben führen kann. Mit der richtigen tierärztlichen Betreuung und einer auf den jeweiligen Hund abgestimmten Therapie können betroffene Tiere durchaus viele gute Jahre erleben.

Doch genau diese medizinische Versorgung gibt es für Denisse derzeit nicht. Die Lagerleitung lässt eine solche nicht zu. Umso wichtiger wäre es, dass Denisse endlich einen Menschen findet, der bereit ist, sich ihrer anzunehmen und ihr die Behandlung zukommen zu lassen, die sie so dringend braucht.

Aufgeben kam für uns noch nie infrage. Deshalb stellen wir Denisse heute noch einmal ganz oben auf unsere Liste. Denn trotz ihrer schwierigsten Lebensumstände ist diese Hündin noch immer lieb, vertrauensvoll, neugierig und bewegungsfroh. Noch hat sie ihre Lebensfreude nicht verloren.

Aber wie lange wird das so bleiben?
Jahre hinter Gittern gehen nicht spurlos an einem Hund vorbei. Und je länger Denisse warten muss, desto größer wird die Gefahr, dass ihre Erkrankung irgendwann Folgen hat, die sich nicht mehr auffangen lassen. Wir möchten verhindern, dass ihr Leben, das noch gar nicht recht begonnen hat, eines Tages endet, ohne dass sie jemals erfahren durfte, wie sich ein eigenes Zuhause anfühlt.

Deshalb bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser: Helfen Sie Denisse.
Wenn Sie auf der Suche nach einer lieben, wunderschönen erwachsenen Hündin sind, etwas Hundeerfahrung und Einfühlungsvermögen sowie genügend Zeit und Geduld mitbringen, dann könnte Denisse genau die richtige Begleiterin für Sie sein. Und falls Sie selbst ihr kein Zuhause schenken können, helfen Sie ihr bitte trotzdem: Erzählen Sie in Ihren Kreisen von Denisse und teilen Sie ihre Geschichte in Ihren sozialen Medien.

Vielleicht geschieht durch viele Menschen, die nicht wegsehen, doch noch ein weiteres kleines Wunder.
Wir wünschen uns von Herzen, dass Denisse endlich ein Leben beginnen darf, das diesen Namen auch verdient. Und wir danken Ihnen für jede Unterstützung.
Ina Schoenfuss
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DAEVIR - PFEIFT SICH SEINE WELT, WIE SIE IHM GEFÄLLT

Daevir
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2025
Schulterhöhe: 34 cm
April 2026: Kannst du pfeifen? Ich lerne es gerade; und wenn ich es erst richtig gut kann, pfeife ich auf sämtliche Hundelager der Welt. Ich bin nämlich ein Pfiffikus und wir Pfiffiküsschen sind geboren, um fröhlich zu sein und Menschen zum Lachen zu bringen.

Ich war
gerade ein Jahr alt, als ich ins Hundegefängnis kam, und hier hocke ich nun
seit fünf Monaten. Mir reicht´s! Hier ist es gruselig, schmutzig und kein
bisschen schön.
Als ich hierhergebracht wurde, war es bitterkalt. Wir mussten uns auf dem eisigen Betonboden zusammenkuscheln, um nicht zu erfrieren. Endlich ist es wärmer geworden, aber jetzt pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass schon bald das nächste Eend im Asyl auf uns zurollt: der Sommer.

Dann wird es hier brüllend heiß und es gibt keinen Schutz vor der brennenden italienischen
Sonne. Wir werden schrecklichen Durst leiden und können nur hoffen, dass sich
jemand erbarmt und uns wenigsten manchmal etwas frisches Wasser bringt. Aber wenn
das genauso läuft wie mit dem Futter, dann habe ich wenig Zuversicht.
Unsere
Zellen werden auch nur selten saubergemacht. Alles ist voll mit… na, du weißt
schon, was…Es ist nass, es stinkt und von dem ganzen Dreck habe ich schon Pickel
auf der Nase. Das sollte sich dringend ein Tierarzt ansehen, aber der darf ja
nicht rein in unseren Kerker. Ich werde mich wohl weiter mit dem Jucken und
Brennen quälen müssen.

Vor
einigen Tagen gab es einen Lichtblick: Die Tierschützer durften uns endlich
wieder einmal besuchen. Die waren supernett! Ich habe mich dermaßen gefreut und
mein Schwanz hat sich vor Begeisterung wie ein Propeller gedreht, dass ich beinahe
abgehoben wäre. Die Tierschützer lachten und sagten, ich sei ein pfiffiges
Kerlchen. Dann haben sie mit mir das Laufen an der Leine geübt, und weil ich
sehr aufgeweckt und gelehrig bin, habe ich das auf Anhieb super gemacht.
Die
Tierschützer haben sich auch gefreut, dass meine zwei Freunde und ich in
unserer Zelle so miteinander auskommen. Ich vertrage mich nämlich mit allen,
mit Rüden und Hündinnen, jawoll. Ich kann ein richtig guter Freund sein und die
anderen aufmuntern, wenn sie traurig sind. Das schaffe ich bestimmt auch bei
Menschenfreunden.

Die
Tierschützer versprachen mir, dass ich jetzt auf ihre Seite im Internetz komme,
und wer so einen kleinen Pfiffikus wie mich sucht, der kann mich dort gar nicht
übersehen. Ich hoffe sehr, dass mich bald jemand findet; denn je länger wir
hier im Hundelager aushalten müssen, desto mehr verlieren wir unsere
Fröhlichkeit, unsere Jugend und unsere Gesundheit - eigentlich unser Leben. Das
klingt furchtbar traurig.

Drum, wenn du einen Pfiffikus wie mich haben möchtest, dann pfeife doch bitte
ganz schnell meine Vermittlerin an. Die weiß, was zu tun ist und wie ich ratzfatz
bei dir sein kann; weil dann nämlich das passiert, wofür ich so doll übe: Wir
pfeifen gemeinsam auf alle Hundeknaste der Welt und tun, wozu Pfiffiküsschen geboren
werden – fröhlich sein und gemeinsam lachen.
Sabine Wojtok
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172-83 49 335
aus dem Ausland:
+49172-83 49 335
per EMail:
18.10.2026, 20.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE | Daevir, pfeifen, Pfiffikus, Hundelager, Tierschützer, kleiner gelehriger Hundemann, Zwinger, Welpen, bitterkalt, brüllend heiß, schmutzig, Sommer, Pickel, Durst, Jugend, Gesundheit, Fröhlichkeit,
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Geboren vor 71 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.



