Mitternachtsspitzen
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Einträge vom: 03.01.2018

KLEINE NACHLESE

Liebe Lesende!

Nun ist das neue Jahr schon wieder drei Tage alt. Wie meine Omi immer zu sagen pflegte: "Wenn ich Geburtstag habe (am 15. Januar), ist es nicht mehr lange bis Ostern, dann kommen die großen Ferien, und wenn die zu Ende sind, haben wir bald den 1. Advent." Na ja, gerade so mit dem ICE wollen wir nicht durch die Monate rasen, aber irgendwie stimmt es doch - die Zeit vergeht wie im Fluge. Vor allem, wenn man, wie ich, bereits eine nette, ältere Dame ist. Ganz ehrlich, seit ich die 60 überschritten habe, rennt die Zeit schneller als früher. Aber vielleicht bin ich auch nur langsamer geworden...


Dieses Jahr (also eigentlich letztes Jahr, da haben wir´s schon) habe ich zu Weihnachten wieder einige Besuche im Krankenhaus gemacht. Im Jahr davor musste das leider ausfallen, weil es mich selber erwischt hatte. Dafür hatte ich es dann Silvester nachgeholt. Vor einigen Jahren habe ich damit begonnen, an Feiertagen ehrenamtlich kranke Menschen zu besuchen, die sonst niemanden haben. Der Beste würde mich auch begleiten, aber einer muss ja bei den Hundchen bleiben; besonders am letzten Tag des Jahres. Abends bin ich natürlich auch zu Hause, nur gibt es bei uns immer wieder irgendwelche Deppen, die meinen, sie müssten schon mittags um zwei mit der Knallerei anfangen. Obwohl ich sagen kann, dass es diesmal um die Zeit noch erträglich war, da fing es 'erst' gegen 17 Uhr an, und kurz vor Mitternacht brach dann bis 3 Uhr früh die Hölle los. Am schlimmsten finde ich diese neumodischen Batterien, die außer Geknatter und Geheule eigentlich nichts Nennenswertes zu bieten haben. Was will man bei 5 Euro für zweihundert Schuss auch groß erwarten? Für empfindsame Hundeohren und -seelen sind die Dinger aber eine Qual, was auch für Menschenohren gilt; seit meinem Hörsturz vor einigen Jahren kann ich Lärm noch schlechter ertragen. Und wenn ich daran denke, was man mit den Milliarden, die da weltweit sinnlos in der Luft verpuffen, alles an Gutem für Menschen oder Tiere - je nachdem, wo man seine persönlichen Prioritäten setzt - tun könnte, wird mir immer ganz anders.


Früher gab es bei uns auch Feuerwerk, mein Papa war unser Pyrotechniker. Der Ärmste hatte nämlich ausgerechnet Silvester Geburtstag, und wir haben ihn oft damit aufgezogen, dass er Glück gehabt hätte, noch auf den Kalender zu passen. Für Verwandtschaft und Freunde war das natürlich praktisch, die wussten immer, wo sie den Jahreswechsel feiern konnten. Abgebrannt wurden allerdings nur einige wenige, richtig schöne Raketen und zwei oder drei Sonnen. Außerdem bekam jeder Gast noch eine Wunderkerze in die Hand. Bis dann vor etwa fünfundvierzig Jahren einer unserer Gäste nicht aufgepasst und die Haustür offengelassen hatte. Unser damaliger Hund Ajax konnte aus dem Haus entwischen, stürzte sich auf eine gerade startende Rakete, biss hinein und verbrannte sich die Schnauze (zum Glück nicht bis aufs Fleisch, er hatte sich nur etwas die Haut versengt und seine schönen langen Barthaare waren futsch). Er dachte wohl, er müsste sein geliebtes Herrchen vor dem glühenden, zischenden Ungeheuer beschützen. Ab da war bei uns Ende der Vorstellung.


 


Nach dem Fest ist vor dem Fest, und unverhofft kommt oft. So bekamen wir am 30. Dezember noch überraschend Besuch. Das heißt, wir wussten schon vorher Bescheid, nur war es nicht, wie sonst bei mir, längerfristig geplant. Es kamen frühere Freunde zu uns, von denen wir fast zwei Jahre lang nichts gehört hatten. Damals gab es ein paar grundsätzliche Differenzen, und danach herrschte absolute Funkstille. Irgendwann begannen wir dann wieder, uns übern Zaun hinweg beiläufig zu grüßen, wenn sie unserer betagten Nachbarin bei der Gartenarbeit halfen; und einen Tag vor Heiligabend standen sie plötzlich mit einer Flasche Champagner vor unserem Tor und wünschten frohe Weihnachten. Ich habe sie dann eingeladen und wir verlebten zu sechst (ihre Tochter nebst Freund war mit von der Partie) einen sehr lustigen Tag. Nach dem Mittagessen spielten wir Tennis und Bowling  am Fernseher, dann gab´s Kaffee und Kuchen und hinterher einige Runden Phase 10. Es war ganz wie in alten Zeiten, als hätte es dazwischen nichts gegeben. Mit so einer Versöhnung das alte Jahr zu beschließen und ins neue zu starten ist eine schöne Sache, finde ich.


Von guten Vorsätzen jeder Art für 2018 habe ich wohlweislich abgesehen, erfahrungsgmäß überleben die bei mir nämlich kaum die erste Januarhälfte. Es gibt allerdings ein paar Dinge, die ich ändern oder auch ausbauen möchte, und ich meine, das sollte möglich sein. Sehen wir mal.


Allen eine entspannte Woche, und möge denjenigen, die schon wieder zur Arbeit müssen, der Anfang leichtfallen. Heute ist ja erst der 3. Januar, also einmal darf ich noch:


Nickname 03.01.2018, 14.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: UNSER LEBEN UND WIR

2018
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ÜBER MICH:Geboren vor 62 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.