Mitternachtsspitzen

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SPÄTSOMMER TEIL 9 : WAS SAGST DU, WER STEHT DRAUSSEN?


Kennen Sie die Geschichte aus "Klein Erna", in der Frau Puvogel mit ihrem hölzernen Hörrohr in der Kirche sitzt und sich der um Ruhe und Ordnung besorgte Kirchendiener bei Beginn der Predigt von hinten an sie heranschleicht und ihr zuzischelt: "Beste Frau, ein TUUT mit dem Ding, und Sie sind draußen"?


Nun kann man zwar in heutiger Zeit das Hörrohr von damals durch einen Minisender hinterm Ohr ersetzen, doch nicht jeder, der in frühreren Zeiten das Gras wachsen hörte, verfügt über so ein Teil. Außerdem versteht man ja nur deshalb nicht alles, weil das Radio zu laut ist, draußen gerade ein LKW vorbeifährt oder der Sprechende fürchterlich nuschelt.


Diese Ausreden des Betroffenen können sich über einige Jahre hinziehen, ohne dass die Beschaffung einer Hörhilfe erforderlich wäre. Eine einigermaßen tolerante Familie kann mit diesem Zustand leben, zumal sich bei der alltäglichen Standardfrage "Was hast du gesagt?" durchaus auch belebende Momente ergeben, die zur Belustigung innerhalb der häuslichen Gemeinschaft beitragen. Besonders reizvoll ist der Zustand, wenn sowohl Er als auch Sie dieser geringen Hörschwäche erlegen ist, was mit nachfolgenden Beispielen belegt werden kann:


Wenn Sie morgens beim Aufwachen gähnt, "eigentlich bin ich noch gar nicht wach" und Er versteht, "wer war eigentlich heute Nacht auf unserem Dach?", so kann man davon ausgehen, dass der Tag für beide fröhlich beginnt. Die Stimmung kann sich fortsetzen, wenn Er sich im Keller wiederfindet, weil verstanden wurde: "Hole mir die Matratze aus dem Keller", obwohl gesagt wurde "unsere Katze futtert immer schneller". Auch wäre denkbar, dass Er an Sie die Bitte richtet, die leere Tomatendose nicht fortzuwerfen, denn die sei für die Pinsel in seiner Werkstatt und Sie mit der Frage antwortet: "Seit wann bist du in der Gewerkschaft?"


Sollte sich allerdings einmal bei einer Autofahrt die Situation ergeben, bei der Sie an einer Kreuzung die Warnung ausspricht: "Die Ampel ist rot" und Er mit der Frage antwortet: "Wer ist tot?", so wäre sicherlich zu empfehlen, den Beistand eines Ohrenarztes einzuholen.


(D. Ibbeken)


Fazit: In allen anderen Fällen sollte der erheiternden Situationskomik wegen auf die Anschaffung jeglicher Hörhilfen verzichtet werden. Das könnte so manchen vor Kopfschmerzen oder gar einem Hörsturz bewahren, wenn man beispielsweise ihn direkt vor seiner Haustüre hat:


Nickname 07.08.2017, 22.13

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ÜBER MICH:Geboren vor 62 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.