Mitternachtsspitzen

Ausgewählter Beitrag

SPÄTSOMMER, TEIL 1: Was heißt hier alt?

Drei Schwestern, 92, 94 und 96 Jahre alt, leben zusammen in einem Haus. Eines Abends lässt sich die 96jährige ein Bad ein. Als sie mit dem ersten Fuß drinnen ist, ruft sie ihre Schwestern: "War ich gerade dabei aus dem Bad oder in das Bad zu steigen?"
Die 94jährige ruft zurück: "Ich weiß es nicht. Ich komme zu dir rauf um nachzusehen!"
Auf halbem Weg auf der Treppe bleibt sie stehen und ruft: "War ich gerade dabei die Treppe hinauf oder hinunter zu gehen?"
Die 92jährige sitzt am Küchentisch bei einer Tasse Tee und hört ihren Schwestern zu.
Sie schüttelt den Kopf und klopft auf den Tisch: "Auf Holz klopfen und hoffen, dass ich nicht auch so werde."
Dann ruft sie ihren Schwestern zu: "Ich komme gleich um euch zu helfen, aber zuerst muss ich nachsehen, wer gerade an der Tür geklopft hat!"



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Als ehrenamtliche Mitarbeiterin in zwei Seniorenheimen (wobei der Begriff durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn dieses Amt bedeutet eine Ehre für mich) halte ich immer wieder kurze Referate zum Thema Menschen und Leben ab 60 plus vor interessierten Heimbewohnern und deren Angehörigen. Mein Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Tatsache, dass dieser Lebensabschnitt nicht in erster Linie Abbau und Siechtum bedeutet, sondern ebenso bewusst und erfüllt gelebt werden kann, wie die Jugend und das „Mittelalter“. Und je mehr man darüber weiß, desto mehr verliert diese Lebensphase ihren Schrecken. Ich wende mich mit meinen kleinen Vorträgen an alle, die ältere Angehörige pflegen oder für ihre eigene Zukunft gewappnet sein wollen. Einiges davon möchte ich hier gern wiedergeben. Ich wünsche unterhaltsame und informative Lektüre!


Zunächst einmal gilt es zu klären: Altern und Alter - was ist das eigentlich? Es handelt sich dabei um einen ganz normalen, biologischen Vorgang, welcher, wenn man es genau nimmt, bereits im Moment der Zeugung einsetzt. Im Laufe seines Lebens sammelt der Mensch Erfahrungen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Zwar ist manchmal vom „kindischen Greis“ die Rede, wenn ein Mensch im höheren Alter in kindliche Verhaltensweisen zurückzufallen scheint. In Wahrheit bedeuten diese Parallelen zu kindlichen Verhaltensweisen aber keinen Rückschritt in der Entwicklung des Menschen, sondern sind Teil derselben.


Auf welche Weise und in welchem Tempo der Alterungsprozess fortschreitet, hängt wesentlich von der Persönlichkeit des Einzelnen, seinen Lebensumständen und seiner Lebensführung ab.


Nach neuesten Erkenntnissen der Gerontologie (Altersforschung) ist der Mensch
nicht so alt:


- wie seine Gefäße und seine Stoffwechselfunktion (körperliche Begriffsbestimmung)
- wie er sich fühlt
(seelisch-geistige Begriffsbestimmung) - auch wenn der Volksmund etwas anders behauptet. Denn sonst könnte man sich subjektiv nicht manchmal wie ein Teenager und dann wieder wie Methusalem fühlen.
- wie gesellschaftliche und politische Rollenzuweisungen ihn definieren
(gesellschaftspolitische Begriffsbestimmung), sondern er ist so alt wie sein Anpassungsvermögen (Adaption) an seine Umwelt und die jeweilige Situation. Dieses nimmt mit zunehmendem Alter in bestimmten Bereichen ab, während es sich in anderen Bereichen wandelt. Es ist außerdem abhängig von Umweltbedingungen und der Fähigkeit, seinem individuellen Leben auf körperlichem, geistigem und mitmenschlichen Gebiet einen Sinn zu geben.


Nickname 03.08.2017, 14.50

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ÜBER MICH:Geboren vor 62 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.