Mitternachtsspitzen
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Einträge vom: 07.07.2020

SPÄTSOMMER, TEIL 8: WAS SAGST, DU WER STEHT DRAUSSEN?

Kennen Sie die Geschichte aus "Klein Erna", in der Frau Puvogel mit ihrem hölzernen Hörrohr in der Kirche sitzt und sich der um Ruhe und Ordnung besorgte Kirchendiener bei Beginn der Predigt von hinten an sie heranschleicht und ihr zuzischelt: "Beste Frau, ein TUUT mit dem Ding, und Sie sind draußen"?


Nun kann man zwar in heutiger Zeit das Hörrohr von damals durch einen Minisender hinterm Ohr ersetzen, doch nicht jeder, der in frühreren Zeiten das Gras wachsen hörte, verfügt über so ein Teil. Außerdem versteht man ja nur deshalb nicht alles, weil das Radio zu laut ist, draußen gerade ein LKW vorbeifährt oder der Sprechende fürchterlich nuschelt.


Diese Ausreden des Betroffenen können sich über einige Jahre hinziehen, ohne dass die Beschaffung einer Hörhilfe erforderlich wäre. Eine einigermaßen tolerante Familie kann mit diesem Zustand leben, zumal sich bei der alltäglichen Standardfrage "Was hast du gesagt?" durchaus auch belebende Momente ergeben, die zur Belustigung innerhalb der häuslichen Gemeinschaft beitragen. Besonders reizvoll ist der Zustand, wenn sowohl Er" als auch "Sie" dieser geringen Hörschwäche erlegen ist, was mit nachfolgenden Beispielen belegt werden kann:


Wenn "Sie" morgens beim Aufwachen gähnt, "eigentlich bin ich noch gar nicht wach" und "Er" versteht, "wer war eigentlich heute Nacht auf unserem Dach?", so kann man davon ausgehen, dass der Tag für beide fröhlich beginnt. Die Stimmung kann sich fortsetzen, wenn "Er" sich im Keller wiederfindet, weil verstanden wurde: "Hole mir die Matratze aus dem Keller", obwohl gesagt wurde "unsere Katze futtert immer schneller". Auch wäre denkbar, dass "Er" an "Sie" die Bitte richtet, die leere Tomatendose nicht fortzuwerfen, denn die sei für die Pinsel in seiner Werkstatt und "Sie" mit der Frage antwortet: "Seit wann bist du in der Gewerkschaft?"


Sollte sich allerdings einmal bei einer Autofahrt die Situation ergeben, bei der "Sie" an einer Kreuzung die Warnung ausspricht: "Die Ampel ist rot" und "Er" mit der Frage antwortet: "Wer ist tot?", so wäre sicherlich zu empfehlen, den Beistand eines Ohrenarztes einzuholen.


(D. Ibbeken)


Fazit: In allen anderen Fällen sollte der erheiternden Situationskomik wegen auf die Anschaffung jeglicher Hörhilfen verzichtet werden. Das könnte so manchen vor Kopfschmerzen oder gar einem Hörsturz bewahren, wenn man beispielsweise ihn direkt vor seiner Haustüre hat:



Nickname 07.07.2020, 20.30| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: WIE DAS LEBEN SO SPIELT | Tags: Hörgerät, er, sie, Stimmung, Dach, Nacht,

LUST AUF EIN ABENTEUER?



Als Junghund kam Plombir in das Shelter. Woher er kam und wie sein Leben bis dahin aussah kann niemand sagen.


Es hat ein wenig gedauert, bis Plombir Vertrauen gefasst hatte. Er freute sich jedes Mal, wenn er die freiwilligen Helfer sah, aber wenn sich dann jemand näherte, war die Furcht doch etwas größer als die Neugier. Die Betreuer sahen dennoch, dass er den Kontakt unbedingt wollte und auch brauchte. So verbrachten sie etwas mehr Zeit mit ihm und holten ihn aus dem Zwinger. Bei den kleinen Spaziergängen nahm Plombir schnell Kontakt auf und genoss die Streicheleinheiten.


Bis heute freut sich Plombir auf den einen Tag in der Woche, an dem er für eine Stunde seinen Zwinger verlassen darf. Ein kurzer, glücklicher Moment.


10 Jahre sind eigentlich noch kein Alter…. wenn unsere Familienhunde alt werden, dann wird ihr Leben ruhiger und langsamer Wir betrachten es als Geschenk...


Doch in einem Shelter mit fast 3.000 Hunden ist das ein Ding der Unmöglichkeit! Im Shelter muss ein alter Hund vorsichtig sein. Im gleichen Atemzug muss er aber auch schnell sein, denn er muss mit den jungen Hunden mithalten, ansonsten geht er gnadenlos in der Menge unter.


Ein Leben im Shelter ist eine Aufgabe, die nicht alle bestehen können. Viele heiße Sommertage, an denen es keine Schattenplätze mehr gibt, stürmische und nasse Herbsttage, die die Hunde bis auf die Knochen nass werden lassen und eiskalte Winternächte, die das Fell mit Eisklumpen überziehen. Vor diesen unvorstellbaren Bedingungen gibt es nicht immer Schutz für jeden Hund.


Plombir hat all die Jahre gemeistert und dabei sein freundliches Wesen nicht verloren!




Doch mittlerweile hat auch Plombir die Zeit eingeholt. Er ist im Shelter zum Senior geworden. Fast 10! Jahre sitzt Plombir dort und hat in all den Jahren das Shelter nie verlassen. Er kennt die Welt außerhalb der Mauern nicht. 


In einem so großen Shelter hat „alt sein“ noch eine ganz andere Bedeutung…. Die Chancen ein Zuhause zu finden, gehen gegen Null – gibt es doch so viele junge Hunde, die ebenfalls auf der Suche sind. Auf der Suche nach ein wenig Glück…. Die alten Hunde sind dabei oft die Verlierer, denn selten möchte sich jemand auf das „Abenteuer“ einlassen.


Daher versuchen wir das fast Unmögliche… wir versuchen, für diesen freundlichen, verträglichen Senior ein Zuhause zu finden. Ein ruhiges Zuhause, dass keine großen Erwartungen an ihn stellt und ihn sicher und mit viel Geduld ankommen lässt.


Plombir ist ca. 50-55 cm groß, gechipt, geimpft und kastriert. Er hat ein freundliches Wesen und ist gut verträglich mit Artgenossen. Ob er sein Zuhause mit Katzen teilen könnte, kann vor Ort leider nicht zuverlässig getestet werden.


Weitere Bilder und ein Video sind auf unserer HP zu finden: https://tierschutz-miteinander.de/project/plombir/


Sollte sich jemand auf das "Abenteuer" alter Hund ernsthaft einlassen wollen freut sich unsere Teamkollegin Claudia Peters über Anfragen


eMail: c.peters@tierschutz-miteinander.de
Telefon: 05363-989350 (Anrufbeantworter)

Nickname 07.07.2020, 19.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE | Tags: Hunde, Russland, Abenteuer, alt, nass, eiskalt, warten, Hoffnung,

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ÜBER MICH:Geboren vor 64 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von sieben allerliebsten Fellnasen.

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