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Tag: Zuwendung
GRIGOR - UND MANCHMAL GEHEN SIE KAPUTT

Grigor
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 12.2021
Schulterhöhe: 42 cm
Kleine Hunde haben im Lager so gut
wie keine Chance. Sie werden übersehen, weil sie in der grauen Masse
untergehen; und manchmal werden sie kaputtgemacht.
Im vergangenen Dezember wurde Grigor in eine andere Box umgesetzt. Es war ein willkürlicher
Beschluss der Lagerbetreiber, ohne Blick auf den Hund und eine krasse Fehlentscheidung,
die den kleinen Grigor um ein Haar das Leben gekostet hätte. Denn hier geriet er an einen Rüden, der ihn
mehrfach angriff und ihn beharrlich daran hinderte, an das ohnehin viel zu
knapp bemessene Futter zu kommen.
Erst als sein erbärmlicher Zustand nicht mehr zu übersehen war, nahm man ihn aus diesem Zwinger. Ich möchte anmerken, dass der andere Hund keineswegs bösartig oder von Naturaus aggressiv, sondern nur hungrig und verzweifelt war und wie all die vielen bedauernswerten Kreaturen in diesem Hundegefängnis ums nackte Überleben kämpfte.
Grigors kleiner Körper war ausgemergelt;
außerdem hatte er eine schwere Verletzung am Körper davongetragen - so schlimm,
dass die Bilder kaum auszuhalten sind. Ein solcher Zustand kommt nicht über
Nacht, dennoch hatte im Lager niemand eingegriffen.
Heute sitzt Grigor allein in einem Käfig; nicht aus
Fürsorge, sondern nur um zu verhindern, dass von den Zuständen in der
Hundeverwahranstalt allzu viel nach außen dringt. Für den keinen Grigor
bedeutet es lediglich einen kurzenAufschub. Das Leid der Tiere spielt in diesen
Lagern keine Rolle, hier geht es nur ums Geld. Zwar wird für Unterbringung und
Versorgung gezahlt, doch wieviel - oder wenig – davon bei den Hunden ankommt,
kontrolliert keiner.
Seit einigen Wochen dürfen Tierschützer ihn manchmal kurz besuchen. Sie bringen
ihm Futter mit und versorgen liebevoll seine Wunde. Sie bleiben ruhig bei ihm
und geben ihm etwas, das im Lager sonst nicht vorgesehen ist: Verständnis,
Zuwendung und Zeit. Ganz langsam und zaghaft
spricht Grigor darauf an. Er freut sich, wenn er die Menschen sieht und lässt
sich schon leichter anfassen. Er zeigt, dass er kein hoffnungsloser Fall ist,
sondern ein zutiefst verletzter Hund, der nur zu gern vertrauen möchte. Aber er
bleibt weiterhin angespannt. Ein unerwartetes Geräusch, eine schnelle Bewegung
und Grigor weicht sofort zurück. Sein schmächtiger Körper erinnert sich…
Die äußerlichen Wunden sind inzwischen beinahe
verheilt und Grigor nimmt allmählich an Gewicht zu. Das ist allein diesen
Besuchen zu verdanken und dem Umstand, dass endlich jemand hinsieht.
Uns bewegt die bange Frage: Was wird aus Grigor,
wenn man ihn erneut in einen Zwinger steckt, in dem es nicht passt? Wenn er
wieder zum Opfer wird und am Ende den Kürzeren zieht? Wenn diesmal niemand
hinsieht und ihm im letzten Moment zu Hilfe kommt? Zugegeben, die Bilder seiner
Wunde und des kleinen, geschundenen Körperchens sind nur schwer zu ertragen.
Sie sollen es auch sein, denn sie zeigen, was passiert, wenn ein kleiner Hund
keine Stimme hat und niemand hinschaut. Wie viele wie er verschwinden genau so
leise und unauffällig, bis nichts mehr von ihnen übrig ist?
Grigor darf auf keinen Fall dorthin zurück, wo er fast
zerstört worden wäre. Was er jetzt braucht, ist kein Mitleid, sondern ein
Zuhause. Möchten Sie ihn gern aufnehmen und ihn Schritt für Schritt ins Leben
führen? Dann sprechen Sie bitte möglichst bald mit seiner Vermittlerin. Vielen,
lieben Dank!
Tanja Roth
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0173 - 67 31 030
aus dem Ausland:
+49173 - 67 31 030
per EMail:
03.02.2026, 15.41 | (0/0) Kommentare | PL
SÜSSER, ALS ES DIE WERBUNG VERSPRICHT! NUTS

NUTS
geb. 2008
kastriert, geimpft und gechipt
Zwingernummer:
D 55
Du bist ein so genanntes Fundtier, lieber NUTS. Das heißt, Du wurdest entweder auf der Straße irgendwo in Moskau geboren, oder man hat sich Deiner kurzerhand entledigt, weil man Dich nicht mehr haben wollte. Für uns unbegreiflich, denn wir durften Dich selbst kennenlernen und haben Dich als freundlichen, sanften Hundemann erlebt, als einen von den Hunden, die jede noch so kleine menschliche Zuwendung gleich doppelt und dreifach genießen. Deine Freude ist immer riesig, wenn Du ein-, mit viel Glück auch zweimal in der Woche Dein enges Gefängnis verlassen und Dir im Freilauf für ein paar Minuten die Beine vertreten darfst. Aber die Streicheleinheiten von den freiwilligen Betreuern sind doch stets das Größte für Dich.

Es gab eine Zeit, da warst Du sehr krank. Deine Nieren und die Leber waren nicht in Ordnung. Auch wogst Du zuviel; außer von morgens bis abends Fressen gibt es im Shelter ja nichts, womit Ihr armen Seelen die gähnende Langeweile und die ewige Einsamkeit betäuben könntet. Und da das grauenvolle Futter zwar den Magen füllt, aber trotzdem nie richtig sättigt und leider wegen der schlechten Zutaten dick macht, wurdest Du zum Moppelchen.
Daher
musstest Du für viele Monate in einen Isolationszwinger auf der Krankenstation
übersiedeln, weil sich im Sektor selbst niemand richtig um Dich hätte kümmern
können und wollen. Die Betreuer haben Deine Medikamente und das spezielle
Diätfutter aus ihrer eigenen Tasche bezahlt und mit viel Liebe und Fürsorge
erreicht, dass Du heute wieder völlig gesund bist. Deine Blutwerte liegen alle
im Normbereich und zudem hast Du ordentlich abgespeckt.

Krankenstation
– das bedeutete für Dich aber ein Mehr an Einsamkeit, denn die Zwinger dort
sind noch um einiges kleiner. Außerdem sind sie bis zur halben Höhe vergittert,
und wer wenigstens ab und zu einen Blick auf die Welt „da draußen“ erhaschen
will, muss sich auf die Hinterbeine stellen. Was für ein Hundeleben…
Auf Deinem Eingangsblatt im Shelter steht geschrieben, dass Du bereits seit 2009 dort lebst. Du kamst also als blutjunger Hund dorthin und lebst nun schon seit unfassbaren 11 Jahren hinter den halb verrosteten Gittern. 11 endlose, bitterkalte Winter und beinahe ebenso viele brütend heiße Sommer im winzigen Außenzwinger, der paraktisch keinerlei Schutz bietet, wenn man von der lächerlich kleinen Holzhütte einmal absieht, die Du Dir auch noch mit zwei oder drei Leidensgefährten teilen musst. Trotz all der Widrigkeiten hast Du Dir Dein freundliches, fast heiteres, liebenswürdiges Wesen bewahrt. Du gehst brav an der Leine, verträgst Dich mit Deinen Artgenossen und bist ein Hund, wie man ihn sich wünscht.
Dass Du trotzdem in all den Jahren nie die Chance auf ein eigenes, schönes Zuhause bekommen hast, liegt schlicht daran, dass Du – rein äußerlich betrachtet – nichts Besonderes bist. Du bist nur einer von rund 3000 Hunden in diesem Sheltermoloch und siehst aus wie viele Deiner Schicksalsgenossen. So wurdest Du einfach übersehen, da Du Deine charakterlichen Vorzüge leider nicht für jeden sichtbar außen trägst.

Vor zwei Monaten passiert, was irgendwann passieren musste: Da bringen die Sheltertierärtze in Deinem Zwinger zwei junge Hunde unter. Du hast keine Chance gegen die beiden neuen. Sie drangsalieren und attackieren Dich. Schwer verletzt, mit Bisswunden im Nacken, wirst Du gefunden und operiert. Wie durch ein Wunder überlebst Du – nur wofür?
Deine äußeren Wunden, sie heilen.
Die inneren, die heilen nicht. Seit der Attacke bist Du ein anderer geworden.
Nach Deiner Genesung setzt man Dich zwar zu netten Artgenossen, die Dich in
Ruhe lassen; aber Du bist müde, bewegst Dich noch weniger als zuvor. Der extrem
heiße russische Sommer und das Zuviel an Gewicht auf Deinen Rippen tun ihr
Übriges. Du bist müde, gezeichnet, möchtest am liebsten nur noch schlafen und
gibst Dich auf. Dabei bist Du so ein netter,
freundlicher und anhänglicher Hund, der die Menschen trotz allem liebt.

Vielleicht
sind Sie ja der Mensch oder die Familie mit einem großen Herzen für
Hundesenioren wie Nuts? Er wird Sie mit seiner Treue und Dankbarkeit, reichlich
belohnen!
https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
18.01.2024, 18.53 | (0/0) Kommentare | PL
EIGENES HEIM - GLÜCK ALLEIN! ROGER

ROGER
Rüde
50 cm Schulterhöhe
geb. ca. 2009
geimpft, gechipt, kastriert
Pflegestelle Moskau
Die Jahre gingen ins Land. Hunde kamen, Hunde gingen - doch Roger blieb. Niemand zeigte Interesse an dem jungen, lebensfrohen Rüden. Nicht einen Menschen konnte er davon überzeugen, dass er ein wundervoller Begleiter sein würde, wenn er nur die Möglichkeit dazu bekäme.

Nach vielen, verlorenen Jahren gab Roger sich
auf. Er zog sich zurück und seine Betreuer bemerkten schnell, dass er dieses
Leben einfach nicht mehr ertrug. Er hatte keine Kraft mehr für den täglichen
Kampf gegen die Einsamkeit und Traurigkeit. Seine Seele wurde krank – ein
stilles und leises Leiden.
Für die Betreuer war es bitter, mit anzusehen, wie aus diesem lebensfrohen Hund ein Häufchen Elend wurde. Als sich dann 2018 die Gelegenheit bot, brachten sie Roger in eine Pension. Bereits nach kurzer Zeit lebte er auf, seine Seele konnte Kraft tanken.


Roger ist aufgeblüht und genießt auch heute noch sein neues Leben, das sich im Ansatz nach einem Zuhause anfühlt und die Welt ein bisschen besser macht. Doch ein richtiges Zuhause ist es natürlich nicht. Es leben dort einige Hunde, mit denen sich Roger gut versteht und gern mit ihnen spielt. Aber auch dort ist die Zeit immer knapp bemessen für jeden einzelnen Hund.

Wir möchten so gern für Roger noch einmal in seinem Leben ein richtiges Zuhause finden mit Menschen, die ihn behutsam wieder an eine normale Welt gewöhnen, die ausreichend Zeit und vor allen Dingen viel Liebe zu verschenken haben.

Roger ist ein aufgeschlossener und
freundlicher Hundemann, der sich gut mit seinen Artgenossen versteht und sich
über einen bereits vorhandenen Kumpel – oder eine Kumpeline – sicher
freuen würde. Trotz seiner knapp 12 Jahre ist er immer noch neugierig und
unternehmungslustig. Er verdient es, dass sein Hunger nach Zuwendung und Liebe
endlich gestillt wird. Denn ein bezahlter Pensionsplatz ist natürlich um
Lichtjahre besser, als das kalte, unbarmherzige Shelter, kann aber doch niemals
ein schönes, eigenes Zuhause ersetzen.
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18.01.2024, 18.53 | (0/0) Kommentare | PL
Geboren vor 70 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.

