Mitternachtsspitzen
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Einträge vom: 10.02.2017

So ein Hundeleben: Wie in Hannover!

Ich gehe inzwischen so brav an der Leine, als sei das die natürlichste Sache der Welt. Nichts Besonderes, meinen Sie? Für mich schon! Bis vor kurzem wollte ich am liebsten ins erstbeste Mauseloch kriechen, wenn ich ein Halsband klappern hörte. Da kam dann die Erinnerung wieder hoch an Rumänien und an die Hundefänger, die mich brutal mit der Drahtschlinge eingefangen und in den Hundeknast verschleppt hatten.


Barny und Nelly führen vor Freude jedes Mal einen Indianertanz auf, wenn sie zum Gassigehen fertig gemacht werden. Aber was soll ich mit der Welt da draußen? Unser Garten ist riesig, ich kann mir genügend Bewegung verschaffen. Sie kennt inzwischen die Ecken, die ich mir für mein großes Geschäft ausgesucht habe und hält sie peinlich sauber. Außerdem treiben sich immer wieder ein paar Katzen, Igel oder sogar ein Fuchs auf dem Grundstück herum, so dass ich allerlei zum Schnuppern und Aufstöbern habe. Warum also in die Ferne schweifen?


In diesem Punkt gingen unsere Meinungen auseinander. Sie bestand darauf, dass ich wenigstens ab und zu über den Napfrand schaute. Dafür ließ sie mich öfters in den vorderen Teil des Gartens, von wo man auf die Straße gucken kann. Wegen der Nachbarn dürfen wir sonst nur selten dort spielen, damit wir hinterm Zaun nicht zu viel bellen. Sie meinte es gut, und ich mochte sie nicht enttäuschen. Also tat ich ihr den Gefallen und nahm hin und wieder eine Nase voll vom Duft der großen, weiten Welt. Die riecht gar nicht übel, solange man durch einen schützenden Zaun von ihr getrennt bleibt. Aber raus  auf die Straße gehen? Nee danke, ohne mich! Dieses Leben habe ich lange genug 'genossen', das brauche ich nicht mehr! Ich versuchte geduldig, ihr das klarzumachen. Sie ließ jedoch nicht locker, und eines Tages kam ihr eine List…


Mehr davon beim nächsten Mal, jetzt fallen mir die Augen zu.

Das Schreiben ist ja noch sehr ungewohnt für mich.


Schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.


Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY


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Auch ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY

Nickname 10.02.2017, 21.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: NELLYS TAGEBUCH

Felix, der Glückliche - nomen est omen?

In der Vermittlung seit 01.09.2015


• Podenco - Mischling


• Rüde, kastriert


• geboren ca. 2010


• Schulterhöhe: ca. 62 cm


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• Felix ist geimpft, gechipt, entwurmt, kastriert,

tierärztlich untersucht und hat einen EU-Pass.


Beschreibung von Felix


Ein freundliches "HALLO" an Euch da draußen!


Ich bin der Podenco-Mix Rüde Felix. Zurzeit lebe ich im Tierheim Herzsprung und bin auf der Suche nach einem neuen Zuhause.

 

Ich habe eine To-do-Liste, die ich in Zukunft abarbeiten möchte. Ihr seid bestimmt neugierig, was auf meiner Liste so steht und das erzähle ich Euch jetzt. Der erste Punkt ist der Wichtigste von allen: Ich möchte mich in das Herz von liebevollen Menschen einschleichen und ihnen als fröhlicher Begleiter zur Seite stehen. Dann können wir viele tolle Dinge zusammen erleben. Weitere Punkte auf meiner Liste sind ausgedehnte Spaziergänge, danach vielleicht eine Abkühlung im See, ausgelassene Spielstunden, sportliche Aktivitäten, entspannte Kuscheleinheiten und gemütliche Stunden, in denen ich neben Euch liege und Ihr mein Köpfchen krault. SCHÖN!

 

Für all Eure Mühe bekommt Ihr im Gegenzug einen lieben und menschenbezogenen Vierbeiner. Ich liebe meine Menschen sehr und verbringe sehr gerne Zeit mit ihnen. Im Haus benehme ich mich brav und ausgeglichen. Auch das Kommando „Sitz“ beherrsche ich schon, ebenso fahre ich brav im Auto mit. Mit meinen Artgenossen komme ich meistens gut zurecht, nur große dominante Rüden kann mag ich weniger. In meinem Zuhause sollten keine kleinen Kinder leben, da mich diese verunsichern.


Übrigens sieht man mir nur optisch die Podenco - Gene an, auch charakterlich kann man diese erkennen. Aus diesem Grund ist es für Euch wichtig zu wissen, dass ich rassetypisch einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb besitze, den man mir auch nicht abtrainieren kann. Daher sollte, das heißt eigentlich muss ich bei Spaziergängen immer an der Leine bleiben. Auch habe ich große Angst vor extrem lauten Geräuschen, wie z.B. Schüssen, Silvesterknallern oder Gewitter.

 

Ich hoffe sehr, dass sich jemand in mich verliebt und mir ein gutes Zuhause schenkt!

http://tierherzen-brauchen-hilfe.de/

Nickname 10.02.2017, 18.58| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in:

Person SCHWEIN

Es ist noch nicht lange her, da galten Tiere als lebende Automaten; ähnlich wie man Kinder noch bis ins 18. Jahrhundert hinein als sprechende Automaten betrachtete. Auf den Münzeinwurf folgte die entsprechende Warenausgabe – auf Futter die Zutraulichkeit, auf Schläge die Furcht. Man sah die Tiere einem strikten Reiz-Reaktions-Schema unterworfen, das durch ererbte Instinkte vorgegeben war. Selbst Lern- und Kommunikationsverhalten hielt man nur in den engen Grenzen des genetischen Codes für möglich, und dieser Code galt als eine Art unveränderliche Software, mit der das Gerät beziehungsweise Tier schon im Auslieferungszustand beziehungsweise bei der Geburt ausgestattet sei.
    
Insofern erübrigte sich für den naturwissenschaftlich aufgeklärten Menschen alle Einfühlung – alle Fragen nach Gefühlen, Empfindungen und Schmerzen der Tiere. Diese Fragen galten als Kitsch. Niemand, ein paar romantische Spinner ausgenommen, wäre auf die Idee gekommen, von einem Seelenleben der Tiere zu sprechen, wie es jetzt Peter Wohlleben in seinem gleichnamigen Bestseller ganz selbstverständlich tut.
                           

Was hat sich da verändert? Wie kommt es zu dem Massenerfolg eines Buches, das allen Nüchternheits- und Wissenschaftlichkeitsgeboten der Moderne widerspricht?  



Der Erfolg und übrigens auch das Wagnis des Autors sind bei Weitem erstaunlicher als bei dem Vorgängerbuch, ebenfalls einem Bestseller, das von dem "Geheimen Leben der Bäume"  erzählte. Auch dort rückte Peter Wohlleben Naturwesen in die Reichweite menschlicher Einfühlung, aber das war wenig mehr als ein rhetorischer Trick. Die wissenschaftlich gut gesicherten Erkenntnisse über das Kommunizieren von Bäumen untereinander, über Botenstoffe und Selbstorganisation im Pflanzenkollektiv wurden von ihm nur so erzählt, als handele es sich um Subjekte, die ein Bewusstsein ihres Tuns und Seins haben. Die Vermenschlichung – das, was man abfällig Anthropomorphismus nennt – war lediglich ein Sprachgestus. Die Analogien zum Menschen, der ja auch Botschaften austauscht und sich im Kollektiv organisiert, blieben genau dies: bloße Analogien, zum besseren pädagogischen Verständnis. Und natürlich sollte auch Respekt geweckt werden für die Pflanzen, die mehr sind als ein bloßer Rohstoff, viel mehr sogar.

    

Von einem Seelenleben der Tiere zu sprechen, und sei es nur fragend, geht aber weit darüber hinaus. Das ist kein sprachlicher Anthropomorphismus mehr, sondern eine Hypothese mit Anspruch auf Plausibilität, und zwar schon deswegen, weil sich der Mensch mit dem Tier in einer gemeinsamen Evolutionskette befindet – auch er ist ein Tier. Das aber heißt, dass Verhaltensähnlichkeiten keineswegs Analogien sein müssen, es können auch Verhaltensverwandtschaften sein. Ein Tier, das trauert, muss nicht nur für das menschliche Auge zu trauern scheinen – es könnte tatsächlich trauern. Die Einfühlung, die der Naturwissenschaftspositivismus jahrzehntelang für Kitsch, zumindest für trügerisch gehalten hat, könnte durchaus zu Recht versucht werden. Und mehr noch: Sogar die Einfühlung in die Einfühlung des Tieres wäre begründbar – also auch der früher gerne belächelte Satz: "Mein Hund spürt, dass ich traurig bin". 



Peter Wohlleben ist kein naiver Schwärmer. Er ist studierter Forstwirt, mit drei Jahrzehnten Praxis und entsprechend praktischer Nüchternheit. Er weiß, dass er sich auf ungesichertes Terrain begibt, wenn er den Abstand zwischen Tier und Mensch – den Abgrund funktionalen Missverstehens – solchermaßen verkleinert. Ein typisches Missverständnis ist beispielsweise, einem Tier emotionale Zuwendung zu unterstellen, das in Wahrheit nur gefüttert werden will. Aber selbst in diesem Falle ist nicht das Tier der Automat, sondern der Mensch ist in der tierischen Perspektive ein Automat. Und nicht alle Verhaltensweisen lassen sich auf diese Art von Berechnung reduzieren. Wohlleben hat viele Beispiele dafür, wie sich die naive Intuition (die als naiv denunzierte Intuition) durch genaue Beobachtung bestätigt – so lassen sich tatsächlich persönliche Freundschaften zwischen Tieren nachweisen. Er hat aber auch ein gutes theoretisches Argument: Der Abstand verkleinert sich von selbst, wenn man ihn nicht als Abstand von Mensch zu Tier, sondern als Abstand von Tier zu Tier sieht, erst recht von Säugetier zu Säugetier. Er verkleinert sich noch einmal, wenn es sich im Falle der Haustiere um eine jahrtausendelange Züchtung zur Menschennähe handelt.


Die klassische Verhaltensforschung hat gerade deshalb immer einen Bogen um die Haustiere gemacht: Weil in ihnen der Mensch als Züchter immer schon enthalten ist und daher nicht als objektiver Beobachter auftreten kann. Peter Wohlleben geht sogar einen charakteristischen Schritt darüber hinaus. Nicht nur das Haustier ist an den Menschen herangezüchtet worden, der Mensch selbst hat nach Jahrtausenden ein kulturell vermitteltes, vielleicht sogar inzwischen genetisch ererbtes Vorwissen über diese Tiere.


Das leicht und flüssig, gleichzeitig unterhaltsam und vorsichtig geschriebene Buch täuscht ein wenig über die wissenschaftliche und theoretische Beschlagenheit des Autors. Man könnte es leicht unterschätzen, wenn nicht die paar Fußnoten, die er hier und da macht, profunde Kenntnis der einschlägigen Forschungen verrieten.


Noch weniger sollte man allerdings, trotz des sanften Tons, seine polemische Energie unterschätzen. Wohlleben liebt es, die erstaunlichen Beobachtungen über die Fähigkeiten, die Intelligenz und Kommunikationsbegabung von Wildtieren stets mit ein und derselben Pointe zu versehen: dass sich diese Fähigkeiten auch bei Schweinen finden lassen. Kolkraben erkennen ihr Spiegelbild? Das tun Schweine auch. Rabenvögel lernen einen persönlichen Namen? Schweine auch.



Hier liegt nämlich das moralische Dilemma – und der wahrscheinliche Grund dafür, warum die Moderne so heftig daran interessiert war, Tieren ein Innenleben abzusprechen. Es war die Voraussetzung dafür, sie der industriellen Massenproduktion und deren Grausamkeiten auszuliefern. Automaten konnte man auch der Automatisierung unterwerfen. Und ebenso wahrscheinlich ist, dass die Exzesse dieser Industrialisierung nun den Blick auf den grundlegenden Fehler lenken, der sie erst hat entstehen lassen. Dieser Fehler war, das Tier als das ganz Andere zu denken.


Das ist es aber nicht. Peter Wohllebens Buch enthält die indirekte, darum nicht weniger energische Aufforderung an den Menschen, aus seiner herrischen Überlegenheitsposition herauszutreten und sich wieder in die Schöpfung einzusortieren – als Mitgeschöpf unter Geschöpfen. Die Fähigkeit dazu hat der Mensch, es bedarf gar keines moralischen Appells, sie aufzurufen. Sie besteht in der instinktiven Empathie, die jeder spürt, der sich dem Pulsschlag unter einem Fell, dem Zutraulichkeitswiehern eines Pferdes oder auch nur dem Blickkontakt mit einem Schwein aussetzt, den immer wachen, aufmerksamen, forschenden, schön bewimperten Schweinsäuglein. Das Tier ist eine Person, nicht weniger als der Mensch. "Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen." (Lukas 12,4)


Peter Wohlleben hat ein Buch über "Das Seelenleben der Tiere" geschrieben. Kein Kitsch, sondern das Ergebnis seriöser Forschung und langer Beobachtung.    


Von Jens Jessen; DIE ZEIT Nr. 28/2016, 30. Juni 2016

Peter Wohlleben: Das Seelenleben der Tiere. Ludwig Verlag, München 2016; 240 S., 19,99 €

Nickname 10.02.2017, 13.44| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: ZEITREISE UND GEDANKENFLUG

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ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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