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Tag: Seelen
POLDINO – DAS SUPERTALENT

POLDINO
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 03/2018
Schulterhöhe: 54 cm
Poldino ist ganz aufgeregt, sein Herz tanzt vor Lampenfieber. Der hübsche schwarz-weiße Hund hat all seinen Mut zusammengenommen und steht nun auf der Bühne. Heute stellt er sich der Jury vor.
Jury: „Guten Abend. Möchten Sie sich bitte vorstellen?
Poldino: „Hallo, ich bin Poldino und mein besonderes Talent ist es, ein Seelenhund zu sein.
Jury: „Ein Seelenhund? Was genau können Sie denn besonders gut?
Poldino: „Ich kann gut zuhören und begleite Menschen sanft und ruhig durch ihren Alltag.
Jury: „Herzlichen Glückwunsch, Poldino! Das ist ein ganz besonderes Talent. Sie kommen ins Finale – und wir wünschen Ihnen ein Happy End!
Erleichtert verlässt Poldino die Bühne. Draußen warten bereits die Reporter und bitten ihn um seinen Steckbrief.
Doch als sie seine Geschichte lesen, wird es still.
2019 wurde der damals etwa einjährige Hundejunge nach einem Unfall in ein Canile gebracht. Wenigstens wurde seine Verletzung medizinisch versorgt: Sein vermutlich gebrochenes rechtes Vorderbein wurde mit einem Fixateur stabilisiert. Danach schlossen sich die Türen seines Zwingers.
Seit inzwischen sieben langen Jahren lebt Poldino auf wenigen Quadratmetern nacktem Beton.

Dabei beschreiben ihn die Tierschützer vor Ort als ausgesprochen freundlichen, sozialen und liebevollen Rüden. Er läuft gut an der Leine, versteht sich mit Hündinnen ebenso wie mit Rüden und hat auch einen Katzentest glänzend bestanden. Nur seinen Napf möchte er im Moment noch nicht teilen. Nach allem, was er erlebt hat, überrascht uns das nicht. Mit Geduld und Vertrauen wird er sicher lernen, dass ihm niemand mehr etwas wegnehmen möchte.
Unsicher sind sich die Tierschützer lediglich bei seinem Alter. Einige verlorene Zähne und starker Zahnstein lassen vermuten, dass Poldino älter sein könnte als ursprünglich angenommen.
März 2025 Der Vorhang ist gefallen. Doch Poldino wartet noch immer geduldig hinter den Kulissen des Lebens auf seinen großen Auftritt.
Die Jury hat er längst überzeugt. Nur die wichtigste Entscheidung steht noch aus: die eines Menschen, der ihm endlich ein Zuhause schenkt.

Poldino bleibt freundlich. Er bleibt sanft. Er bleibt bereit, sein Herz zu verschenken. Er ist ein Hund, von dem man lernen kann.
Juni 2026 Licht aus. Spot an. Und niemand kam.
2024 war er der Hund mit den zitternden Pfoten und dem Herzen voller Lampenfieber. Er wollte gesehen erden. Er wollte leben. 2025 wartete er geduldig hinter den Kulissen. Ohne Vorwurf. Ohne Bitterkeit. Als wäre er sicher gewesen, dass sein großer Auftritt noch kommen würde.

Und heute?
Heute sitzt Poldino einfach da. Ruhig. Zu ruhig.
Die Muskeln sind geschwunden, ein paar Zähne fehlen. Sieben Jahre Beton hinterlassen Spuren. Keine lauten, die man sofort sieht; sondern leise – die Stille eines Hundes, der gelernt hat zu warten.
Drei Akte. Derselbe Hund: Erst Lampenfieber. Dann Geduld. Jetzt Erschöpfung.
Beim Menschen würden wir es Resignation nennen. Bei Hunden sieht es oft aus wie Anpassung. Doch wir kennen den Unterschied und wir machen uns Sorgen.
Dabei ist Poldino kein Hund für die Einsamkeit. Er ist ein Hund für jemanden.
Das zeigte auch die Begegnung mit der fremden Hündin Silvana. Freundlich, ruhig und gelassen begegnete er ihr wie ein echter Gentleman. Nur an seinem Napf hält er noch fest – das ist seine kleine Baustelle. Alles andere bringt er bereits mit.
Beim Besuch unserer Tierschützer blitzte plötzlich wieder etwas auf. Für einen kurzen Moment war der alte Poldino wieder da. Der Hund, der einmal voller Vorfreude auf sein Leben wartete.

Er ist noch da. Und er wartet immer noch.
Oftmals ist das größte Glück gar kein großer Auftritt. Es kann auch ein ein ruhiger Abend auf dem Sofa sein. Ein Hund, der viel zu lange allein war und irgendwann seinen Kopf auf Ihr Bein legt.
Sieben Jahre Zwinger. Sieben Jahre Beton. Sieben Jahre Warten.
Sein vierter Akt ist noch nicht geschrieben. Er könnte mit Ihrem Anruf beginnen.
Ina Schoenfuss
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172 -83 86 015
aus dem Ausland:
+49172 -83 86 015
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08.08.2026, 17.13 | (0/0) Kommentare | PL
WIE IM MÄRCHEN - UND WENN ER NICHT GESTORBEN IST... LOSKUTIK

LOSKUTIK
Rüde
geb. Dezember 2021
50 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
sehr gut verträglich mit Artgenossen
liebt den Menschen, lässt sich hingebungsvoll streicheln
lernt gerade das Laufen an der Leine
auf der Suche nach einem besseren Ort
Mein erster Gedanke: So ein schwieriger Name. Und neugierig, wie ich bin, mache ich mich auf die Suche nach Loskutik im Internet, denn alle Namen, die Nataliya (eine der guten Seelen im Shelter Kozhuhovo) vergibt, haben ihre Bedeutung.
Die kurze Geschichte von Loskutik ist schnell erzählt: Er wurde vor einiger Zeit gemeinsam mit seinen Geschwistern in einer Box in der Nähe des Moskauer Hundeasyls Kozhuhovo ausgesetzt. Den Anfang ihrer Shelterzeit verbringen die Welpen in einem Isolationsbereich. Allen seinen Geschwistern gelingt es, ein Zuhause zu finden; Loskutik bleibt als einziger zurück und muss sich nun im normalen, bitteren Shelteralltag zurechtfinden.

Aber ich möchte ja noch wissen, wie der kleine Loskutik zu seinem Namen kam. "Loskutik und die Wolke" (das Mädchen Fetzen und das Wölkchen) ist ein Märchen, schon bald fünfzig Jahre alt. Es handelt von einem verwaisten Mädchen, das von einem Ladenbesitzer ausgenutzt wird. Das Land, in welchem sie leben, leidet unter einer unvorstellbaren Dürre, weil der König ales Wasser gestohlen hat und es nur in kleinen Mengen für viel Geld verteilt.
Eines Tages landet eine geschwächte und erschöpfte Wolke auf Loskutiks Fensterbank. Von diesem Augenblick an verändert sich ihr Leben. Loskutik möchte der Wolke helfen, zu ihrem Freund, einer Kröte, im königlichen Palast zu gelangen, und die Wolke möchte gern für Loskutik einen besseren Ort zum Leben finden. Gemeinsam wollen sie dem Land das Wasser wieder zurückbringen.
Im Märchen ist Loskutik ein Lumpenmädchen, eine Waise,
ein Habenichts. Ohne Eltern im Leben unterwegs, sucht sie nach einem besseren
Ort. So wie unser kleiner Loskutik aus dem riesigen Shelter Kozhuhovo, der auch
auf der Suche nach diesem besseren Ort ist.

Diese Geschichte mag nicht in ein Vermittlungsinserat gehören, aber vielleicht gefällt sie dem einen oder der anderen. Mich hat sie berührt mir Loskutiks Namen ins Gedächtnis gebrannt.
Der kleine Loskutik liebt es, sein Bäuchlein zu präsentieren und sich voll Wonne streicheln und kraulen zu lassen. An der Leine läuft er noch nicht so richtig gut; das laute und immerwährende Gebell seiner Leidensgefährten bereitet ihm viel Stress und macht ihm Angst. Aber die Freiwilligen – allen voran Nataliya – üben fleißig mit ihm.
Für Loskutik wäre es so wichtig, auch noch das Glück seiner Geschwister haben zu dürfen.

Wo sind seine Menschen, die ihn zu sich holen und ihm die wunderbare Welt mit ihren vielen Eindrücken Stück für Stück zeigen?
Loskutik, der Findelhund hat leider nicht das Glück,
die Wolke an seiner Seite zu haben – aber vielleicht schon bald Sie? Der junge, unschuldige und so liebenwerte Hund
sollte nicht länger suchen müssen, sondern endlich diesen – seinen - besseren
Ort finden. Vielen, lieben Dank!
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt über den
Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.Worringer@procanes.org
24.09.2024, 18.44 | (0/0) Kommentare | PL
LASST MICH AUS DEM SCHATTEN TRETEN! BUBA

BUBA
Hündin
geb. 2010
48 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
bestens verträglich mit Artgenossen
anfangs ein wenig schüchtern gegenüber Fremden
läuft brav an der Leine
warmes Bettchen für die letzten Jahre gesucht
Dein pfiffiges Lausmädchengesicht lässt Dich wesentlich jünger erscheinen, als Du es den Jahren nach bist. Dabei hast auch Du, wie Deine Seelenschwester Ponka und ungezählte andere, Dein ganzes Leben lang ein Schattendasein geführt: Kaum geboren, musstest Du auch schon Einzug halten im riesigen, seelenlosen Shelter Kozhuhovo bei Moskau. Das war im November 2010. Viele sagen, für Welpen sei das Leben im Hundeasyl schon sehr schwer. Wie hart es erst für Kranken und die Senioren sein muss, können und wollen wir uns nicht vorstellen.

Nie in all den vielen Jahren warst Du für einen
Menschen besonders wichtig. Die freiwilligen Betreuer, die Euch manchmal
besuchen dürfen, geben ihr Bestes, um Euch Euer trauriges Los ein bisschen zu
erleichtern; auch und gerade jetzt im eisigen, russischen Winter, wenn die
Kälte und Feuchtigkeit durch jede Ritze der Zwinger kriechen und den alten
Knochen schwer zu schaffen machen. So haben sie Dir ein Mäntelchen angezogen,
dass Dich hoffentlich ein wenig wärmt. Aber bei aller Liebe können sie nie ein
eigenes Zuhause ersetzen. Wie oft Du Dich abends hungrig und durstig auf den
harten, schmuddeligen Holzdielen deines
Gefängnisses zum Schlafen gelegt hast (soweit das an diesem gefährlichen Ort
möglich ist), weißt nur Du allein.

Dein ganzes Dasein besteht im Grunde aus dem Kampf ums
Überleben; und Dein einziger Halt war und bleibt Ponka, Deine Zwingergefährtin
und Freundin, die Dich durch die schwere Zeit begleitet und mit Dir gemeinsam
kämpft. Die Frage ist nur: Wofür?
Es ist wohl das Fünkchen Hoffnung, das Dich am Leben erhält. Hoffnung auf Menschen, die ein weiches, mitfühlendes Herz besitzen, die gerade alte Hunde gern zu sich nach Hause holen. Und genau diese Menschen versuchen wir für Dich zu finden.
Es sind immer sehr besondere Menschen, die sich speziell für einen Hundesenioren entscheiden. Denn sie wissen, dass die gemeinsame Zeit vielleicht nur sehr kurz bemessen sein wird und der Abschied womöglich nicht lange auf sich warten lässt. Aber jeder einzelne Tag mit so einem alten Hund ist ungeheuer bereichernd und erfüllend. Ich spreche da aus eigener Erfahrung: Einige unserer – im besten Sinne des Wortes – Lebensabschnittsgefährten waren 13 bis 14 Jahre alt, als sie zu uns kamen und nach acht bis neun Monaten mussten wir sie gehen lassen. Doch möchten wir keinen von ihnen missen und sind dankbar für jede Sekunde, die wir mit ihnen verleben durften.

Wollen Sie der betagten Buba gern das Glück eines
eigenen Zuhauses schenken und an ihrem Glück teilhaben? Dann wenden Sie sich
bitte an uns. Vielen, lieben Dank!
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt über den
Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Buba, Ponka und Marik bekommen Extrafutter von den
Betreuern:
Buba und Marik beim Gassigehen im Shelterbereich:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.Worringer@procanes.org
10.01.2024, 19.00 | (0/0) Kommentare | PL
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Geboren vor 71 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.

