Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: NELLYS TAGEBUCH

Die fünfte Jahreszeit

 


Manche nennen sie Karneval oder Fasching. Bei unserem Frauchen heißt sie „Frühjahrsputz“. Zwar sagt sie selbst von sich, sie sei alles andere als eine perfekte Hausfrau. Es gäbe soviel Schöneres zu tun als sauberzumachen, und bei drei Hunden hätte man ohnehin selten ein blitzblankes Haus. Aber einmal im Jahr überkommt sie die Arbeitswut, dann gibt es kein Halten mehr. Heuer ist sie spät dran, weil ihr immer wieder etwas dazwischenkam. Deswegen muss Chef ordentlich mit ran. Sie hat ihn eingeteilt, um den Keller aufzuräumen, die Garage zu entrümpeln und die Küche neu zu streichen. In jedem Zimmer werden Gardinen abgenommen, Fenster geputzt und Teppichböden shampooniert. Frauchen kriecht bis in die hintersten Winkel, um auch noch die letzte Staubflocke zu vernichten. Für uns Hunde bedeutet das puren Stress. Überall stehen Wischeimer, Besen und Staubsauger herum, wir finden nirgends mehr ein stilles Örtchen. Und ständig heißt es: „Nelly, nun geh doch mal zur Seite!“, „Woody, musst du ausgerechnet hier liegen?“ oder „Barny, du stehst schon wieder im Weg!“


Am ätzendsten finde ich den Geruch nach Essigreiniger, der in allen Räumen herumfliegt, in unsere Augen kriecht und unsere empfindlichen Nasen beißt. Warum eigentlich gibt es keine Putzmittel mit der erfrischenden Brise von knusprig gebratenem Hühnchen? Das Wetter ist auch nicht besonders, trotzdem flüchten wir wenigstens manchmal in den Garten. Dort haben wir unsere Ruhe – bis Herrchen mit diesem grässlichen Rasenmähdingsbums einen Höllenlärm veranstaltet und ich mich zu Tode fürchte. Wieso schaffen sie sich nicht lieber ein paar Heidschnucken an? Die machen wenig Krach, halten das Gras schön kurz und wir hätten noch jemanden zum Spielen.


Hoffentlich geht der Anfall bald vorbei, ich halte die ganze Aktion nämlich für reine Zeitverschwendung. Der Schmutz kommt sowieso wieder, und der Rasen wächst schneller, als du „Hundekuchen“ sagen kannst. Was ließe sich statt dessen nicht alles anstellen, zum Beispiel spazieren gehen, Ball spielen, oder einfach gemeinsam auf dem Sofa dösen. Aber so sind unsere Zweibeiner – lieb und nützlich und gut, nur manchmal schwer zu begreifen.


Also dann, auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly





Hört endlich auf zu putzen,
lasst uns lieber zusammen spielen!

Nickname 05.05.2017, 15.29 | (0/0) Kommentare | PL

Wenn du denkst, du denkst oder: Immer hübsch sauber bleiben!

Gedankenhygiene, meint Frauchen, ist mindestens ebenso wichtig wie Körperpflege. Es genügt nicht, regelmäßig zu duschen, sich die Zähne zu putzen und die Haare zu waschen. Man muss den Kopf auch von innen sauber halten. Das klingt offenbar leichter, als es ist. Ich hörte sie nämlich sagen, dass ihre Gedanken sich oftmals wie ein Karussell drehen und dabei immer um dieselben Dinge kreisen: Unerfreuliches aus der Vergangenheit, das längst gekaut sein sollte, uralte Schuldgefühle und auch sonst noch allerlei seelischen Müll. Und wenn sie denkt, „ach, jetzt denke ich einfach mal an gar nichts“, dann fängt sie erst recht zu grübeln an. Das ist wie mit dem rosa Elefanten, Sie wissen schon; also anscheinend ziemlich kompliziert, das Ganze. Dabei wäre das Leben viel einfacher, wenn die Menschen weniger überflüssigen Ballast mit sich herumschleppen würden!


Wir Hunde können da als gute Vorbilder dienen. Ich meine, welcher gescheite Vierbeiner weint schon einem gefressenen Knochen hinterher oder trägt seinem Kumpel die Rauferei von gestern nach, wo doch wahrscheinlich alles nur ein Missverständnis war? Stattdessen leben wir im Jetzt und Hier, genießen den Augenblick und sind zufrieden mit dem, was ist. Da gibt es gleich noch so einen Punkt: Menschen denken ständig an Geld und wie sie immer noch mehr davon bekommen können. Darüber vergessen sie ganz, sich an dem zu erfreuen, was sie haben, und das Miteinander bleibt sowieso auf der Strecke. Dabei können sie doch auch nur drei Mahlzeiten am Tag futtern und ein Fell auf einmal tragen. Nehmen Sie dagegen uns: Das Rudel ist uns wichtiger als der feinste Schmaus, egal ob wir nun reinrassig oder Mischlinge sind (von ganz verfressenen Ausnahmen einmal abgesehen). Manche von uns hungern sogar hin und wieder ohne zu murren, wenn ihr Mensch gerade selber nicht genug zu essen hat, solange sie nur bei ihm sein können. Vermutlich leben viele Zweibeiner gerade darum so gern mit uns zusammen, weil wir ihnen zeigen, dass es auch anders gehen kann – eben einfach leben.


In dem Sinne, schönen Sonntag noch und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly




Bei aller Genügsamkeit

soll man ja doch kein Krümelchen umkommen lassen!

Nickname 30.04.2017, 13.08 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

...aber dich gibt´s nur einmal für mich!

 


Erinnern Sie sich an die 'unheimliche Begegnung der dritten Art' mit meinem Klon? Ich sage Ihnen, das war echt gruselig! Jeder hat ja angeblich irgendwo auf der Welt einen Doppelgänger. Bekannte wollen unser Frauchen zum Beispiel mal am Strand von Mallorca gesichtet haben. Die schwören heute noch Stein und Bein, dass sie und nur sie es gewesen sein kann. Dabei hat die Große noch nie im Leben einen Fuß auf die Insel gesetzt. Aus der Ferne mag das ganz lustig scheinen. Aber wenn man sich dann selbst leibhaftig gegenübersteht, sieht die Sache schon anders aus.


Zurück zu Benny, so heißt mein Schwippzwilling. Stellen Sie sich vor, es könnte sein, dass wir gemeinsame Vorfahren haben! Sein Frauchen erzählte nämlich, sie hätte ihn von ihrem Schwiegerpapa geerbt. Der war damals schon achtzig, als er den Hund aus dem Tierschutz übernahm. Wenn Sie mich fragen, ein bisschen alt für einen zweijährigen, quirligen Hundejungen! Die beiden lebten in einer Zweizimmerwohnung. Viel Auslauf hatte Benny da nicht. In der Nähe gab es zwar einen kleinen Park, aber dort durften die Hunde natürlich nicht herumtoben, sondern mussten brav an der Leine laufen.


Ursprünglich stammt Benny genau wie ich aus Rumänien. Er hat dort auf der Straße gelebt, bis er von den Hundefängern gekascht wurde. Gott sei Dank haben deutsche Tierschützer ihn aus dem Tötungslager gerettet, nur ist nicht bekannt, wo genau das war. Wir sind auch gleichaltrig, beide so sieben bis acht Jahre. Wer weiß, am Ende sind wir sogar echte Geschwister! Benny lebt jetzt bei seiner neuen Familie in Kleinmachnow – das liegt direkt bei uns um die Ecke – in einem Haus mit großem Garten. Vielleicht können wir ihn da ja mal besuchen. Umgekehrt wird´s ein bisschen schwierig, weil unser Woody mit fremden Hunden noch nicht so richtig gut Freund ist.


Irgendwie schon komisch, auf einmal einen Bruder zu haben, von dem man bisher nicht wusste, dass es ihn gibt. Aber vielleicht ist unsere Ähnlichkeit ja auch bloß ein Zufall, sozusagen eine Laune der Natur. Was soll´s, für mich bleibt so oder so alles beim Alten. Frauchen hat nämlich gesagt, egal, wie viele Brüder, Schwestern, Vettern oder Kusinen von mir noch auftauchen – sie hält es mit einem bekannten Schlager aus den 60ern. Der geht so:

„…es gibt Millionen von Sternen,

in der Nacht brennen tausend Laternen,

Gut und Geld gibt es viel auf der Welt,

aber dich gibt´s nur einmal für mich!“


Ist das nicht schön?

Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 05.04.2017, 16.11 | (0/0) Kommentare | PL

Die Welt ist ein Dorf!


Wie man sich doch irren kann. Bisher nahm ich an, ich sei ein Unikat, und Frauchen meint das auch. Wenn ich meine selbst einstudierte Ballakrobatik zeige oder einen Indianertanz aufführe, bei dem garantiert jeder Häuptling blass wird vor Neid, lacht sie, bis ihr die Tränen kommen und sagt, Nelly, du bist wirklich einmalig. Stellen Sie sich nun mein Entsetzen vor, als ich mich heute beim Waldgassi urplötzlich meinem Zwilling gegenübersah! Ich stehe jetzt noch unter Schock, das können Sie mir glauben. Der Schrecken schlug mir augenblicklich auf die Eingeweide, und ich musste mich schleunigst ins Unterholz verdrücken.


Ich dachte zuerst an irgendeinen dämlichen Aprilscherz, oder mein Double wäre eine Fata Morgana und würde sich bei genauerem Hingucken in Luft auflösen. Aber weit gefehlt. Nachdem sich mein Innenleben beruhigt hatte und ich wieder aus dem Gebüsch kroch, sah ich ihn mitten auf dem Waldweg liegen, wo er zwei Schmetterlinge beobachtete, die in der Sonne spielten, und sich dabei genüsslich hinter den Ohren kratzte. Hoffentlich hatte der keine Flöhe! Die springen ja meilenweit und hätten uns auch leicht verwechseln können, ähnlich wie wir uns waren. Er drehte sich zu mir um, wedelte freundlich mit seinem – meinem! - Schwanz und zwinkerte mir vertraulich zu.


Es war einfach unglaublich. Er hatte genau meine Größe, meine Statur, das gleiche dezente Grau um Schnauze und Brustansatz sowie – leider muss ich es zugeben – das gleiche schwarzglänzende, seidige Fell. Zum seinem Glück besaß er – anders als ich – noch beide Augen. Davon abgesehen glichen wir uns wie ein Ei dem anderen und wären glatt als doppeltes Lottchen durchgegangen – hätte es da nicht „den kleinen Unterschied“ gegeben. Sie verstehen schon, und ich brauche nicht weiter in intime Details zu gehen.


 

Bin ich´s... oder bin ich´s nicht???

(Auflösung: Ja, ich bin´s, denn leider hatten wir

keinen Fotoapparat dabei)


Ansonsten schien mein Klon nicht die hellste Kerze im Leuchter zu sein. Unsere Ähnlichkeit war ihm offenbar noch nicht aufgefallen; er tat zumindest so, als wäre das alles ganz normal. Ich brauchte dringend moralische Unterstützung. Unsere Frauchen waren längst in eine lebhafte Unterhaltung vertieft; sie schwatzten und lachten und achteten nicht weiter auf uns. Hilfesuchend sah ich mich nach Barny um. Aber der hatte inzwischen seine Busenfreundin Emmy entdeckt, ein hübsches Retrievermischlingsmädel; wenn die auf der Bildfläche erscheint, vergisst er alles andere und hat nur noch Augen für sie.


Mir war schlecht, ich wollte nach Hause. Zum Glück hatten unsere Frauchen gerade ihren Plausch beendet und verabschiedeten sich mit dem Versprechen, bald wieder gemeinsam spazieren zu gehen. Na, aber das nächste Mal dann bitteschön ohne mich! Wir fingen Barny ein, der sich nur schwer von seiner Emmy losreißen konnte und fuhren nach Hause, wo ich mich sofort in mein Körbchen flüchtete und mir die Decke über den Kopf zog. Bloß nichts mehr hören und sehen. Mir reichte es, vielen Dank, und von Doppelgängern bin ich für den Rest meines Lebens bedient!


Inzwischen - nach einem ausgiebigen Nickerchen, einem ordentlichen Abendfresschen und mit genügend Abstand - betrachte ich die Angelegenheit schon etwas entspannter. Ein Zwillingsbruder wäre vielleicht gar nicht so übel. Wenn ich mir überlege, was wir zwei alles anstellen könnten… Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass wir tatsächlich um ein paar Ecken miteinander verwandt sind. Das Leben geht ja manchmal seltsame Wege, und sein Frauchen hat da was erzählt. Mehr darüber demnächst, mir fallen schon wieder die Augen zu. Das alles war wohl doch ein bisschen viel für mich.


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY

Nickname 01.04.2017, 20.43 | (0/0) Kommentare | PL

Ein flotter Dreier


Barny hat einen tierischen Schreibkrampf, deswegen übernehme ich heute.


Also…, die beiden Großen haben es noch einmal getan, und wir Hunde sind wieder zu dritt. Honi soit, qui mal y pense! Ganz ehrlich, das mit dem „Nur–für–ein–paar–Tage–und–Nächte–auf–Probe“ hat sowieso niemand ernsthaft geglaubt. Wer einmal hier ist, der bleibt auch da; außer, es hätte zwischen uns eine unüberwindliche Abneigung gegeben. Die gab es aber nicht, ganz im Gegenteil.


Ich bin kein Schmetterling, der von Blüte zu Blüte flattert. Unseren Bobby hatte ich aufrichtig gern, und Barny läuft sowieso außer Konkurrenz. Aber beim Woody hatte ich von Anfang an das Gefühl, als würde ich ihn schon seit einer Ewigkeit kennen. Das erste Treffen gab es, wie mit dem Böbchen, auf neutralem Boden im Auslaufgebiet. Das heißt, diesmal fand es am Waldrand statt, weil der Kollege sich zu der Zeit noch entschieden weigerte, auch nur einen einzigen Meter an der Leine zu laufen. Er stand bloß wie angewachsen da und ließ sich beschnuppern. Ich merkte, da war einer, der noch mehr Angst hatte als ich, das gab mir Selbstvertrauen. Barny akzeptiert grundsätzlich jeden, solange der ihm nur seine Ruhe lässt und Herrchen als sein - also Barnys - persönliches Eigentum anerkennt, und damit war die Sache soweit geritzt.


Als wir zu Hause ankamen, hatte ich ein Déja – vu. Genau wie derzeit Bobby zögerte Woody höchstens ein paar Minisekunden, dann hopste er ins Haus. Wegen seines verkürzten Hinterbeins sah er dabei zum Brüllen aus. Sorry, ich weiß, man soll sich darüber nicht lustig machen, aber es war einfach urkomisch! Er guckte sich nur kurz um, fand auf Anhieb eines unserer kuscheligsten Hundebetten und plumpste hinein. Barny verdrehte die Augen, als wollte er sagen, war das nötig? Wir hatten es doch gerade so gemütlich zu zweit! Aber wir wollten ja gastfreundlich sein. Außerdem gibt´s hier jede Menge an weichen Kissen und Decken, wo ausdrücklich "Reserviert für Hunde" draufsteht, wir müssen uns also deshalb nicht ins Fell kriegen.


Inzwischen sind dreieinhalb Monate vergangen. Von Kleinigkeiten abgesehen leben wir ganz zufrieden miteinander; und wenn wir nicht gestorben sind, dann bellen wir morgen noch. Klingt märchenhaft, ich weiß, ist aber trotzdem wahr.


Also dann, gute Zeit und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Nickname 31.03.2017, 15.40 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Kein gutes Blatt: Grand mit Viren

  AHOI! 


Liebe Leute, so ein Mist. Nun hat´s unser Frauchen doch erwischt. Dabei wollte sie diese Saison unbedingt mal aussetzen. Bisher hat sie sich auch wacker gehalten, aber vergangenen Sonnabend ging es los. Vormittags rief eine Freundin von ihr an und wollte wissen, wie es uns geht. Da fühlte sich die Große noch fit. Abends machte es dann plötzlich „Pumm!“ und in Nullkommanix hatte sie eine verstopfte Triefnase, kleine verquollene Schweinsäuglein (hat sie gesagt!) und Halsweh, so als hätte sie mit Reißnägeln gegurgelt.


Als sich herumsprach, dass das Fraule flachliegt, kriegte sie natürlich von allen Seiten zu hören, warum haste dich bloß nicht gegen Grippe impfen lassen, wärste man hingegangen. Davon hält die Große aber nix. Erstens, weil sie panische Angst hat vor der Piekserei. Sie kann im Fernsehen ja keine Arztserie angucken, weil sie gleich in Ohnmacht fällt, wenn sie eine Spritze sieht. Und zweitens, weil sie sagt, so eine Impfung hat Begleiterscheinungen, die nicht von Pappe sind wirkt immer nur gegen einen bestimmten Typ von Viren. Wenn die nun beschließen, kommt, wir schicken einfach mal die Brüder vom anderen Stamm auf den Kriegspfad, dann biste neese!


In den beiden Seniorenheimen, wo Frauchen ehrenamtlichen Dienst leistet, war man wenig begeistert, als sie sich krankgemeldet hat. Dort soll am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag nämlich Fasching gefeiert werden, und unser Fraule macht das Programm, mit Musik, Witze erzählen und lustigen Spielen. Ein Kostüm hat sie sich auch schon besorgt, so was Hawaiianisches. Natürlich hatten alle Angst, dass der Spaß ins Wasser fällt. Die Große hat sie aber beruhigt und gesagt, nur keine Panik, bis dahin ist die olle Fregatte längst wieder flott.


Inzwischen ist sie wieder fast wohlauf. Zum Glück hatte sie ja kein richtiges Influnzadings, sondern bloß eine saftige Erkältung. Das ganze homöopathische Zeug, das sie sich schon wochenlang einwirft, um ihr Immunsystem auf Trab zu bringen, nützt also doch was.


Schluss für heute, gleich gibt es Abendbrot. Bleibt gesund und haltet Euch senkrecht. Wie sagte schon Lupina, die weise Wölfin? Die beste Krankheit taugt nix!


In dem Sinne:


Macht´s gut, Nachbarn!

Euer Barny



Mal gucken, was heute Abend läuft!


Nickname 16.02.2017, 17.26 | (4/3) Kommentare (RSS) | PL

So ein Hundeleben: Wie in Hannover!

Ich gehe inzwischen so brav an der Leine, als sei das die natürlichste Sache der Welt. Nichts Besonderes, meinen Sie? Für mich schon! Bis vor kurzem wollte ich am liebsten ins erstbeste Mauseloch kriechen, wenn ich ein Halsband klappern hörte. Da kam dann die Erinnerung wieder hoch an Rumänien und an die Hundefänger, die mich brutal mit der Drahtschlinge eingefangen und in den Hundeknast verschleppt hatten.


Barny und Nelly führen vor Freude jedes Mal einen Indianertanz auf, wenn sie zum Gassigehen fertig gemacht werden. Aber was soll ich mit der Welt da draußen? Unser Garten ist riesig, ich kann mir genügend Bewegung verschaffen. Sie kennt inzwischen die Ecken, die ich mir für mein großes Geschäft ausgesucht habe und hält sie peinlich sauber. Außerdem treiben sich immer wieder ein paar Katzen, Igel oder sogar ein Fuchs auf dem Grundstück herum, so dass ich allerlei zum Schnuppern und Aufstöbern habe. Warum also in die Ferne schweifen?


In diesem Punkt gingen unsere Meinungen auseinander. Sie bestand darauf, dass ich wenigstens ab und zu über den Napfrand schaute. Dafür ließ sie mich öfters in den vorderen Teil des Gartens, von wo man auf die Straße gucken kann. Wegen der Nachbarn dürfen wir sonst nur selten dort spielen, damit wir hinterm Zaun nicht zu viel bellen. Sie meinte es gut, und ich mochte sie nicht enttäuschen. Also tat ich ihr den Gefallen und nahm hin und wieder eine Nase voll vom Duft der großen, weiten Welt. Die riecht gar nicht übel, solange man durch einen schützenden Zaun von ihr getrennt bleibt. Aber raus  auf die Straße gehen? Nee danke, ohne mich! Dieses Leben habe ich lange genug 'genossen', das brauche ich nicht mehr! Ich versuchte geduldig, ihr das klarzumachen. Sie ließ jedoch nicht locker, und eines Tages kam ihr eine List…


Mehr davon beim nächsten Mal, jetzt fallen mir die Augen zu.

Das Schreiben ist ja noch sehr ungewohnt für mich.


Schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.


Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY


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Auch ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY

Nickname 10.02.2017, 21.15 | (0/0) Kommentare | PL

So ein Hundeleben: Ober, bitte zahlen!

Na schön, das war sicher nicht in Ordnung, was ich mir da gestern Abend geleistet habe. Die Gardinenpredigt hatte ich verdient und ich ließ sie über mich ergehen, obwohl ich mir bei jedem lauten Wort fast ins Hemd mache. Barny und Nelly hatten mich noch gewarnt. Sie meinten, Junge, lass das besser bleiben, das gibt Ärger und nicht zu knapp. Nur was soll ich machen, wenn die Türen zum Schlaraffenland sperrangelweit offenstehen? Ich bin ja auch nur ein Hund.


Aber von vorne: Sie fährt ab und zu in einen besonderen Supermarkt für uns Vierbeiner. Dort gibt es alles, was das Hundeherz begehrt. Wir dürfen da leider nicht rein; das heißt, wir dürften schon, bloß hält sie das für seelische Grausamkeit. Wenn sie zurückkommt, stehen wir alle an der Eingangstür Spalier und sie muss zuerst Zoll bezahlen, sonst lassen wir sie nicht wieder ins Haus.


BARNY bei der Arbeit


Ich bin ein schlauer Bursche und habe gelernt, genau zu beobachten. Das musste ich, wenn ich auf der Straße überleben wollte. Mir fiel auf, dass sie mit den vollgepackten Tüten immer durch eine Tür verschwindet, hinter der eine Treppe in ein unterirdisches Gelass führt. Diese Tür stand gestern einen Spalt breit offen, und durch die Ritze stieg mir ein verlockender Duft in die Nase. Der kam aus dem Gelben Sack, der oben am Treppenabsatz steht und den ich schon gern mal plündere – wenn ich Glück habe und er oder sie vergessen, die Tür zuzumachen... Man glaubt ja nicht, was für Schätze die Menschen einfach so wegwerfen! Die interessierten mich jetzt aber nicht. Ich wollte wissen, was da unten war und tapperte im Dunkeln die Treppe runter. Wir Hunde sind ja in erster Linie Nasentiere, und ich fand mich auch ohne Licht prima zurecht.


Unten gab es noch eine Tür, die bloß angelehnt war. Kleine Fische für´n großen Angler! Kurz die Pfote in die Ritze gesteckt, einmal kräftig dran gezogen – und schon stand ich in einem Raum voller Köstlichkeiten. Da gab es ein ganzes Regal mit Hirschherzen, Pferdefleischriegeln, Straußnuggets – ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Ich entschied mich für eine Packung Känguruzigarren, die ich nach oben ins Esszimmer trug und mit bestem Appetit verspeiste. Köstlich, sage ich Ihnen, kann ich nur  wärmstens empfehlen! Danach hatte ich immer noch Hunger; also zurück in den Delikatessenladen. Diesmal suchte ich mir ein Päckchen getrocknete Hühnerbrustfilets aus, die ich mit Barny und Nelly teilen wollte. Gerade wollten wir uns zu dritt darüber hermachen, als plötzlich sie im Zimmer stand. Das Theater können Sie sich vorstellen! Ich machte mich schon  auf eine ordentliche Tracht Prügel gefasst, aber zum Glück schrie sie mich nur fürchterlich an. Ich verstehe ja, dass sie mich nicht überfüttern will, weil das schlecht ist für meine kaputten Gelenke und sie aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer man die Pfunde wieder los wird, wenn man sie erst einmal auf den Rippen hat. Den 'verfressenen Mistköter' und 'Beschaffungskriminellen' fand ich trotzdem übertrieben. Nachdem sie sich beruhigt hatte, durften wir Drei die Hühnerfilets immerhin doch noch verputzen.


Ich will mich nicht beschweren. Die Mahlzeiten hier sind gut und reichlich, es gibt auch allerhand Leckeres für zwischendurch. Außerdem deprimiert mich so ein Anschiss. Aber Gelegenheit macht Diebe und Hunger ist schlimmer als Angst. Wenn man so lange wie ich von der Pfote ins Maul gelebt hat, nimmt man eben mit, was man kriegen kann. Na ja, künftig hält sie die Türen bestimmt fest verschlossen, dann ist es mit der Selbstbedienung vorbei. Sehen wir mal.


Also, schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.


Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY



Nickname 05.02.2017, 20.45 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Was wäre, wenn...?

Haben Sie schon mal Post von Ihrem Hund erhalten? Natürlich nicht, denn er kann ja nicht schreiben. Aber könnte er es, wären seine Briefe sicher höchst interessant und aufschlussreich. Er würde auch nicht lange - wie wir es gern tun - um die Sache herumreden, sondern gleich auf den Punkt kommen. Das läse sich dann beispielsweise so:

Liebes Frauchen!

Könntest du damit aufhören, mich in aller Öffentlichkeit "Bärchen" oder "Schieterle" zu nennen? Ich weiß, du tust das, weil du mich so süß und knuddelig findest. Zu Hause in unseren eigenen vier Wänden stört es mich ja auch nicht weiter; nur wenn wir unterwegs sind, vor den anderen, da ist es mir doch ein bisschen peinlich. Zum Beispiel heute, als wir Emmy in der Frühe beim Waldgassi trafen, hat sie mich kaum angeguckt. Aber bestimmt nicht aus Schüchternheit, sondern weil sie sich insgeheim halbtot gelacht hat darüber, wie du mich rufst. Wenn sich das rumspricht, bin ich bei den anderen Jungs unten durch. Ich finde meinen Namen, den du extra für mich ausgesucht hast, wirklich schön. Wollen wir es nicht dabei lassen? BITTE!

Dein Barny




BARNY, einfach nur Barny.
Na ja, vielleicht höchstens noch "Poldi",
nach meinem polnischen Landsmann aus der Nationalmannschaft.
Alles andere lassen wir sein.

Nickname 04.02.2017, 11.03 | (0/0) Kommentare | PL

Meine Klappe halt´ ich nicht!

Wissen Sie, was unser Frauchen auf den Tod nicht leiden kann? Wenn manche Hundebesitzer glauben, sie müssten andere ständig darüber belehren, was für deren Vierbeiner das Richtige ist. Wie oft hat sie sich schon angehört, dass man seinen Liebling unbedingt nur einmal täglich füttern soll, denn schließlich steht in der freien Wildbahn auch nicht an jeder Ecke eine Würstchenbude für den kleinen Hunger zwischendurch. Unser Barny verträgt aber wegen seiner IBD keine großen Mengen und bekommt deshalb dreimal am Tag eine kleinere Portion. Soll sie mich und Woody dabei zugucken lassen? Wir kriegen unsere Mahlzeiten im selben Rhythmus und fahren sehr gut damit.



   

Reg dich nicht auf, komm lieber spielen!


Ob es sich nun ums richtige Futter, das passende Spielzeug oder die perfekte Erziehungsmethode handelt – es gibt immer einen, der es besser weiß. So erging es der Großen bei unserem ersten gemeinsamen Waldspaziergang.


Damals lebte ich gerade eine Woche in meinem neuen Zuhause. Natürlich hielt Frauchen mich an der Leine, ich war ja fremd im Revier und konnte mich noch nicht selbständig orientieren. Außerdem reagierte ich (wie in manchen Situationen auch heute noch) extrem ängstlich und hätte beim geringsten Anlass unweigerlich Reißaus genommen. Ein Mann kam uns mit seinem Dackel entgegen, sah das Fraule vorwurfsvoll an und fragte scheinbar mitleidig: „Ach, geht´s hier im Auslaufgebiet nicht ohne Leine?“ Ja, dachte der denn, sie würde mir aus purer Bosheit das Herumtoben und Stöbern verbieten? Ihr lag auch schon eine passende Antwort auf der Zunge. Weil sie aber weiß, dass sie in solchen Situationen sehr schnell pampig wird und sie keine Lust auf weitschweifige Erklärungen hatte, blieb sie still und wir gingen einfach weiter.


Gestern bei der Gassirunde mit Woody hatte Frauchen so ein „Déja vu“, und diesmal hielt sie ihre Klappe nicht. Mit überraschenden Folgen…


 


Also dann, einen schönen Sonntag noch und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly


Nickname 29.01.2017, 14.01 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

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ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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