Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: NELLYS TAGEBUCH

Kein gutes Blatt: Grand mit Viren

  AHOI! 


Liebe Leute, so ein Mist. Nun hat´s unser Frauchen doch erwischt. Dabei wollte sie diese Saison unbedingt mal aussetzen. Bisher hat sie sich auch wacker gehalten, aber vergangenen Sonnabend ging es los. Vormittags rief eine Freundin von ihr an und wollte wissen, wie es uns geht. Da fühlte sich die Große noch fit. Abends machte es dann plötzlich „Pumm!“ und in Nullkommanix hatte sie eine verstopfte Triefnase, kleine verquollene Schweinsäuglein (hat sie gesagt!) und Halsweh, so als hätte sie mit Reißnägeln gegurgelt.


Als sich herumsprach, dass das Fraule flachliegt, kriegte sie natürlich von allen Seiten zu hören, warum haste dich bloß nicht gegen Grippe impfen lassen, wärste man hingegangen. Davon hält die Große aber nix. Erstens, weil sie panische Angst hat vor der Piekserei. Sie kann im Fernsehen ja keine Arztserie angucken, weil sie gleich in Ohnmacht fällt, wenn sie eine Spritze sieht. Und zweitens, weil sie sagt, so eine Impfung hat Begleiterscheinungen, die nicht von Pappe sind wirkt immer nur gegen einen bestimmten Typ von Viren. Wenn die nun beschließen, kommt, wir schicken einfach mal die Brüder vom anderen Stamm auf den Kriegspfad, dann biste neese!


In den beiden Seniorenheimen, wo Frauchen ehrenamtlichen Dienst leistet, war man wenig begeistert, als sie sich krankgemeldet hat. Dort soll am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag nämlich Fasching gefeiert werden, und unser Fraule macht das Programm, mit Musik, Witze erzählen und lustigen Spielen. Ein Kostüm hat sie sich auch schon besorgt, so was Hawaiianisches. Natürlich hatten alle Angst, dass der Spaß ins Wasser fällt. Die Große hat sie aber beruhigt und gesagt, nur keine Panik, bis dahin ist die olle Fregatte längst wieder flott.


Inzwischen ist sie wieder fast wohlauf. Zum Glück hatte sie ja kein richtiges Influnzadings, sondern bloß eine saftige Erkältung. Das ganze homöopathische Zeug, das sie sich schon wochenlang einwirft, um ihr Immunsystem auf Trab zu bringen, nützt also doch was.


Schluss für heute, gleich gibt es Abendbrot. Bleibt gesund und haltet Euch senkrecht. Wie sagte schon Lupina, die weise Wölfin? Die beste Krankheit taugt nix!


In dem Sinne:


Macht´s gut, Nachbarn!

Euer Barny



Mal gucken, was heute Abend läuft!


Nickname 16.02.2017, 17.26 | (4/3) Kommentare (RSS) | PL

So ein Hundeleben: Wie in Hannover!

Ich gehe inzwischen so brav an der Leine, als sei das die natürlichste Sache der Welt. Nichts Besonderes, meinen Sie? Für mich schon! Bis vor kurzem wollte ich am liebsten ins erstbeste Mauseloch kriechen, wenn ich ein Halsband klappern hörte. Da kam dann die Erinnerung wieder hoch an Rumänien und an die Hundefänger, die mich brutal mit der Drahtschlinge eingefangen und in den Hundeknast verschleppt hatten.


Barny und Nelly führen vor Freude jedes Mal einen Indianertanz auf, wenn sie zum Gassigehen fertig gemacht werden. Aber was soll ich mit der Welt da draußen? Unser Garten ist riesig, ich kann mir genügend Bewegung verschaffen. Sie kennt inzwischen die Ecken, die ich mir für mein großes Geschäft ausgesucht habe und hält sie peinlich sauber. Außerdem treiben sich immer wieder ein paar Katzen, Igel oder sogar ein Fuchs auf dem Grundstück herum, so dass ich allerlei zum Schnuppern und Aufstöbern habe. Warum also in die Ferne schweifen?


In diesem Punkt gingen unsere Meinungen auseinander. Sie bestand darauf, dass ich wenigstens ab und zu über den Napfrand schaute. Dafür ließ sie mich öfters in den vorderen Teil des Gartens, von wo man auf die Straße gucken kann. Wegen der Nachbarn dürfen wir sonst nur selten dort spielen, damit wir hinterm Zaun nicht zu viel bellen. Sie meinte es gut, und ich mochte sie nicht enttäuschen. Also tat ich ihr den Gefallen und nahm hin und wieder eine Nase voll vom Duft der großen, weiten Welt. Die riecht gar nicht übel, solange man durch einen schützenden Zaun von ihr getrennt bleibt. Aber raus  auf die Straße gehen? Nee danke, ohne mich! Dieses Leben habe ich lange genug 'genossen', das brauche ich nicht mehr! Ich versuchte geduldig, ihr das klarzumachen. Sie ließ jedoch nicht locker, und eines Tages kam ihr eine List…


Mehr davon beim nächsten Mal, jetzt fallen mir die Augen zu.

Das Schreiben ist ja noch sehr ungewohnt für mich.


Schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.


Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY


******************

******************


Auch ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY

Nickname 10.02.2017, 21.15 | (0/0) Kommentare | PL

So ein Hundeleben: Ober, bitte zahlen!

Na schön, das war sicher nicht in Ordnung, was ich mir da gestern Abend geleistet habe. Die Gardinenpredigt hatte ich verdient und ich ließ sie über mich ergehen, obwohl ich mir bei jedem lauten Wort fast ins Hemd mache. Barny und Nelly hatten mich noch gewarnt. Sie meinten, Junge, lass das besser bleiben, das gibt Ärger und nicht zu knapp. Nur was soll ich machen, wenn die Türen zum Schlaraffenland sperrangelweit offenstehen? Ich bin ja auch nur ein Hund.


Aber von vorne: Sie fährt ab und zu in einen besonderen Supermarkt für uns Vierbeiner. Dort gibt es alles, was das Hundeherz begehrt. Wir dürfen da leider nicht rein; das heißt, wir dürften schon, bloß hält sie das für seelische Grausamkeit. Wenn sie zurückkommt, stehen wir alle an der Eingangstür Spalier und sie muss zuerst Zoll bezahlen, sonst lassen wir sie nicht wieder ins Haus.


BARNY bei der Arbeit


Ich bin ein schlauer Bursche und habe gelernt, genau zu beobachten. Das musste ich, wenn ich auf der Straße überleben wollte. Mir fiel auf, dass sie mit den vollgepackten Tüten immer durch eine Tür verschwindet, hinter der eine Treppe in ein unterirdisches Gelass führt. Diese Tür stand gestern einen Spalt breit offen, und durch die Ritze stieg mir ein verlockender Duft in die Nase. Der kam aus dem Gelben Sack, der oben am Treppenabsatz steht und den ich schon gern mal plündere – wenn ich Glück habe und er oder sie vergessen, die Tür zuzumachen... Man glaubt ja nicht, was für Schätze die Menschen einfach so wegwerfen! Die interessierten mich jetzt aber nicht. Ich wollte wissen, was da unten war und tapperte im Dunkeln die Treppe runter. Wir Hunde sind ja in erster Linie Nasentiere, und ich fand mich auch ohne Licht prima zurecht.


Unten gab es noch eine Tür, die bloß angelehnt war. Kleine Fische für´n großen Angler! Kurz die Pfote in die Ritze gesteckt, einmal kräftig dran gezogen – und schon stand ich in einem Raum voller Köstlichkeiten. Da gab es ein ganzes Regal mit Hirschherzen, Pferdefleischriegeln, Straußnuggets – ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Ich entschied mich für eine Packung Känguruzigarren, die ich nach oben ins Esszimmer trug und mit bestem Appetit verspeiste. Köstlich, sage ich Ihnen, kann ich nur  wärmstens empfehlen! Danach hatte ich immer noch Hunger; also zurück in den Delikatessenladen. Diesmal suchte ich mir ein Päckchen getrocknete Hühnerbrustfilets aus, die ich mit Barny und Nelly teilen wollte. Gerade wollten wir uns zu dritt darüber hermachen, als plötzlich sie im Zimmer stand. Das Theater können Sie sich vorstellen! Ich machte mich schon  auf eine ordentliche Tracht Prügel gefasst, aber zum Glück schrie sie mich nur fürchterlich an. Ich verstehe ja, dass sie mich nicht überfüttern will, weil das schlecht ist für meine kaputten Gelenke und sie aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer man die Pfunde wieder los wird, wenn man sie erst einmal auf den Rippen hat. Den 'verfressenen Mistköter' und 'Beschaffungskriminellen' fand ich trotzdem übertrieben. Nachdem sie sich beruhigt hatte, durften wir Drei die Hühnerfilets immerhin doch noch verputzen.


Ich will mich nicht beschweren. Die Mahlzeiten hier sind gut und reichlich, es gibt auch allerhand Leckeres für zwischendurch. Außerdem deprimiert mich so ein Anschiss. Aber Gelegenheit macht Diebe und Hunger ist schlimmer als Angst. Wenn man so lange wie ich von der Pfote ins Maul gelebt hat, nimmt man eben mit, was man kriegen kann. Na ja, künftig hält sie die Türen bestimmt fest verschlossen, dann ist es mit der Selbstbedienung vorbei. Sehen wir mal.


Also, schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.


Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY



Nickname 05.02.2017, 20.45 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Was wäre, wenn...?

Haben Sie schon mal Post von Ihrem Hund erhalten? Natürlich nicht, denn er kann ja nicht schreiben. Aber könnte er es, wären seine Briefe sicher höchst interessant und aufschlussreich. Er würde auch nicht lange - wie wir es gern tun - um die Sache herumreden, sondern gleich auf den Punkt kommen. Das läse sich dann beispielsweise so:

Liebes Frauchen!

Könntest du damit aufhören, mich in aller Öffentlichkeit "Bärchen" oder "Schieterle" zu nennen? Ich weiß, du tust das, weil du mich so süß und knuddelig findest. Zu Hause in unseren eigenen vier Wänden stört es mich ja auch nicht weiter; nur wenn wir unterwegs sind, vor den anderen, da ist es mir doch ein bisschen peinlich. Zum Beispiel heute, als wir Emmy in der Frühe beim Waldgassi trafen, hat sie mich kaum angeguckt. Aber bestimmt nicht aus Schüchternheit, sondern weil sie sich insgeheim halbtot gelacht hat darüber, wie du mich rufst. Wenn sich das rumspricht, bin ich bei den anderen Jungs unten durch. Ich finde meinen Namen, den du extra für mich ausgesucht hast, wirklich schön. Wollen wir es nicht dabei lassen? BITTE!

Dein Barny




BARNY, einfach nur Barny.
Na ja, vielleicht höchstens noch "Poldi",
nach meinem polnischen Landsmann aus der Nationalmannschaft.
Alles andere lassen wir sein.

Nickname 04.02.2017, 11.03 | (0/0) Kommentare | PL

Meine Klappe halt´ ich nicht!

Wissen Sie, was unser Frauchen auf den Tod nicht leiden kann? Wenn manche Hundebesitzer glauben, sie müssten andere ständig darüber belehren, was für deren Vierbeiner das Richtige ist. Wie oft hat sie sich schon angehört, dass man seinen Liebling unbedingt nur einmal täglich füttern soll, denn schließlich steht in der freien Wildbahn auch nicht an jeder Ecke eine Würstchenbude für den kleinen Hunger zwischendurch. Unser Barny verträgt aber wegen seiner IBD keine großen Mengen und bekommt deshalb dreimal am Tag eine kleinere Portion. Soll sie mich und Woody dabei zugucken lassen? Wir kriegen unsere Mahlzeiten im selben Rhythmus und fahren sehr gut damit.



   

Reg dich nicht auf, komm lieber spielen!


Ob es sich nun ums richtige Futter, das passende Spielzeug oder die perfekte Erziehungsmethode handelt – es gibt immer einen, der es besser weiß. So erging es der Großen bei unserem ersten gemeinsamen Waldspaziergang.


Damals lebte ich gerade eine Woche in meinem neuen Zuhause. Natürlich hielt Frauchen mich an der Leine, ich war ja fremd im Revier und konnte mich noch nicht selbständig orientieren. Außerdem reagierte ich (wie in manchen Situationen auch heute noch) extrem ängstlich und hätte beim geringsten Anlass unweigerlich Reißaus genommen. Ein Mann kam uns mit seinem Dackel entgegen, sah das Fraule vorwurfsvoll an und fragte scheinbar mitleidig: „Ach, geht´s hier im Auslaufgebiet nicht ohne Leine?“ Ja, dachte der denn, sie würde mir aus purer Bosheit das Herumtoben und Stöbern verbieten? Ihr lag auch schon eine passende Antwort auf der Zunge. Weil sie aber weiß, dass sie in solchen Situationen sehr schnell pampig wird und sie keine Lust auf weitschweifige Erklärungen hatte, blieb sie still und wir gingen einfach weiter.


Gestern bei der Gassirunde mit Woody hatte Frauchen so ein „Déja vu“, und diesmal hielt sie ihre Klappe nicht. Mit überraschenden Folgen…


 


Also dann, einen schönen Sonntag noch und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre Nelly


Nickname 29.01.2017, 14.01 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben

Eltern und Nachbarn haben eines gemeinsam: Beide kann man sich nicht aussuchen. Das heißt, bei den Nachbarn ginge das schon. Nur müsste man dann erst eine Zeitlang zur Probe wohnen, bevor man sich endgültig entscheidet, in eine bestimmte Gegend zu ziehen. Vielleicht hat man Glück, und da wohnen lauter nette Leute: die ein Auge zudrücken, wenn die Jugend ein-, zweimal im Jahr nach zehn Uhr abends noch ein bisschen lauter feiert. Und die nicht gleich mit ihrem Anwalt kommen, wenn wir Hunde nachts ab und zu bellen, weil wir etwas Verdächtiges gehört haben.


Oft liest man ja fellsträubende Geschichten, von Gartenzwergmorden und Zoff am Maschendrahtzaun. Manchmal enden solche Streitereien sogar erst vor Gericht, oder wenn einer der Kampfhähne seine Siebensachen packt und sich eine neue Bleibe sucht.




Ich habe auch eine Nachbarin, ein Airedaleterriermädchen namens Suse. Die benimmt sich aber leider gar nicht mädchenhaft, sondern wie eine rüpelige Straßengöre! Sie kann mich nicht ausstehen (das beruht übrigens auf Gegenseitigkeit), und seit ich damals hier eingezogen bin, hat sie mich auf dem Kieker. Ein anderes Frauchen erzählte neulich, dass Suse in unserem Kiez unbedingt so eine Art Bandenchefin sein und den Ton angeben will. Von mir aus soll sie, ich möchte in Frieden leben und lege es nicht auf ein Kräftemessen an. Das kriegt die doofe Suse aber nicht ihren eckigen Kopf, da hat sie, scheint´s, nur Hundekuchen drin. Sobald wir uns treffen, stürzt sie sich wie eine Furie auf mich und beginnt eine wüste Rauferei. Zwar beißt sie nicht richtig zu, schnappt nur in die Luft, schmeißt sich auf mich und spektakelt herum wie eine Irre. Ich wehre mich natürlich so gut ich kann, denn ich habe zwar fürchterliche Angst, doch feige bin ich nicht! Suses Frauchen ist nicht besonders gut zu Fuß; bis die kommt, haben meine Großen längst eingegriffen. Eigentlich soll man das ja nicht, es kann gefährlich werden, weil der Hund in seiner Wut manchmal nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann. Das ist ihnen in dem Moment aber völlig gleich, Herrchen packt die Töle kurzerhand am Schlafittchen oder schubst sie einfach zur Seite. Da sitzt sie dann total belämmert und ist auf einmal mäuschenstill. Ich hocke daneben und zittere am ganzen Körper, für mich bedeutet es puren Stress. Ihrem Frauchen ist das immer sehr peinlich, sie entschuldigt sie jedes Mal in den höchsten Tönen. Und was habe ich davon? Lieber soll sie mit ihrer Halbstarken eine gute Hundeschule besuchen, da können beide eine Menge lernen.


Eins steht auf jeden Fall für mich fest: Ganz gleich, was die blöde Suse sich noch ausdenkt, um mich einzuschüchtern – ich ziehe hier nicht weg!


Also dann, schönen Tag noch und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly


Guck mal, dumme Suse, was du mich kannst!

Nickname 26.01.2017, 14.14 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Wie mache ich´s nur wieder gut?


Liebes Frauchen!


Verzeih, dass ich in der Frühe beim Waldgassi den Benno von Frau Meyer-Kühlwein so ein bisschen angegangen bin. Ich weiß, du hasst es, wenn ich das tue, aber ich konnte nicht anders. Der Typ ist so ein Langweiler: Statt wie jeder vernünftige Beagle mit mir eine Runde pirschen zu gehen, Vögel aufzuscheuchen und in Mauselöchern zu stöbern, steht er nur da wie sein eigenes Denkmal, zuckt mit keiner Wimper und rührt sich nicht vom Fleck. Mir sagt man ja nach, dass ich nicht der Schnellste bin; aber verglichen mit dem gehe ich doch ab wie ein Düsenjet! Ich musste ihn einfach zwicken, um zu sehen, ob er überhaupt noch lebt. Wer konnte denn ahnen, dass er deswegen gleich so ein Theater macht! Jault wie am Spieß gebraten, humpelt, als hätte ich ihm ein Bein abgebissen (dabei habe ich höchstens ein ganz kleines bisschen Fell erwischt) und verkriecht sich unter Muttis bodenlangem Pelzmantel. Der war hoffentlich nicht echt, sonst hätte ich ihn mir vorgenommen, aber so richtig! Klar, dass die Olle sauer war und gezetert hat wie ein altes Marktweib. Du hättest das umgekehrt sicher auch getan, bloß nicht so vulgär. Aber Frauchen, wir beide wissen: Es gibt so gut wie kein Problem, das sich mit einer anständigen Fleischwurst nicht aus der Welt schaffen ließe. Was hältst Du davon, wenn wir rübergehen und ihm zur Versöhnung eine bringen? Du könntest noch eine Flasche Sekt mitnehmen. Die trinkst Du dann mit der Meyer-Kühlwein, der Benno kriegt die ganze Wurst - für mich hast Du ja vorsorglich ein paar von meinen speziellen Leckerlis eingepackt - und vielleicht wäre das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Man muss flexibel sein, sagst Du doch auch immer.


Nix für ungut!

Dein Dich liebender Barny




Ist ja in Ordnung, ich schäme mich doch schon!

Nickname 07.01.2017, 16.54 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Wenn du denkst, du denkst oder: Immer hübsch sauber bleiben!

Gedankenhygiene, meint Frauchen, ist mindestens ebenso wichtig wie Körperpflege. Es genügt nicht, regelmäßig zu duschen, sich die Zähne zu putzen und die Haare zu waschen. Man muss den Kopf auch von innen sauber halten. Das klingt offenbar leichter, als es ist. Ich hörte sie nämlich sagen, dass ihre Gedanken sich oftmals wie ein Karussell drehen und dabei immer um dieselben Dinge kreisen: Unerfreuliches aus der Vergangenheit, das längst gekaut sein sollte, uralte Schuldgefühle und auch sonst noch allerlei seelischen Müll. Und wenn sie denkt, „ach, jetzt denke ich einfach mal an gar nichts“, dann fängt sie erst recht zu grübeln an. Das ist wie mit dem rosa Elefanten, Sie wissen schon; also anscheinend ziemlich kompliziert, das Ganze. Dabei wäre das Leben viel einfacher, wenn die Menschen weniger überflüssigen Ballast mit sich herumschleppen würden!


Wir Hunde können da als gute Vorbilder dienen. Ich meine, welcher gescheite Vierbeiner weint schon einem gefressenen Knochen hinterher oder trägt seinem Kumpel die Rauferei von gestern nach, wo doch wahrscheinlich alles nur ein Missverständnis war? Stattdessen leben wir im Jetzt und Hier, genießen den Augenblick und sind zufrieden mit dem, was ist. Da gibt es gleich noch so einen Punkt: Menschen denken ständig an Geld und wie sie immer noch mehr davon bekommen können. Darüber vergessen sie ganz, sich an dem zu erfreuen, was sie haben, und das Miteinander bleibt sowieso auf der Strecke. Dabei können sie doch auch nur drei Mahlzeiten am Tag futtern und ein Fell auf einmal tragen. Nehmen Sie dagegen uns: Das Rudel ist uns wichtiger als der feinste Schmaus, egal ob wir nun reinrassig oder Mischlinge sind (von ganz verfressenen Ausnahmen einmal abgesehen). Manche von uns hungern sogar hin und wieder ohne zu murren, wenn ihr Mensch gerade selber nicht genug zu essen hat, solange sie nur bei ihm sein können. Vermutlich leben viele Zweibeiner gerade darum so gern mit uns zusammen, weil wir ihnen zeigen, dass es auch anders gehen kann – eben einfach leben.


In dem Sinne, schönen Abend noch und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!
Ihre Nelly




Bei aller Genügsamkeit

soll man ja doch kein Krümelchen umkommen lassen!

Nickname 06.01.2017, 17.12 | (0/0) Kommentare | PL

Grand Charmeur im Altersheim

AHOI!

Liebe Leute, das ging mal wieder so richtig rund, heute Nachmittag im Seniorenheim! Vor dem 'Event' kämmte und bürstete Herrchen mich stundenlang, um mein Fell schön streichelweich für die alten Hände zu machen. Frauchen packte jede Menge Leckerlis ein – wohlweislich nur meine neue Lieblingssorte (ist wegen meiner blöden Allergie zwar Diät, schmeckt aber trotzdem prima), sie wollte sich ja nicht blamieren. Wenn ich nämlich etwas nicht mag, kann sie sich auf den Kopf stellen oder ein Rad schlagen – ich mache meine Schnauze nicht auf. Einen Haufen Spielzeug, darunter zwei niegel-, nagelneue Qietschbälle, nahmen wir auch mit. Dann ging es los.


Bei unserer Ankunft wurden wir gleich mit großem Hallo begrüßt. Frauchen rückte schnell noch ein paar Tische zur Seite, damit meine Rennbahn frei war, und schon begann der Spaß. Ich will nicht hochstapeln, aber bestimmt bin ich an die dreißig Mal hinter meinen Bällchen her gerannt und habe sie wieder zurückgebracht. Das klingt jetzt nicht viel, aber für mich ist es immer noch beachtlich. Man muss bedenken, dass mein Herz auch nicht mehr das kräftigste ist, obwohl ich mich bedeutend fitter fühle, seit ich jeden Morgen eine Tablette bekomme. Trotzdem lässt die Kondition doch ein bisschen schneller nach als früher.


Natürlich ging das alles nicht ohne ordentliches Getöse ab, denn wie schon erwähnt handelte es sich um Qietschbälle. Es hat aber niemanden gestört; nur eine Bewohnerin war etwas irritiert und fragte immer wieder: „Hört ihr nicht, es hat an der Tür geklingelt. Warum geht denn keiner aufmachen?“ Na ja, sie ist fast taub, nur ganz hohe Töne hört sie noch gut. Frauchen hat übrigens echt Bauklötzer gestaunt, wie flink und behende einige der Damen plötzlich waren; sonst sitzen sie nämlich meistens nur still auf ihren Stühlen und rühren sich nicht vom Fleck.


Zwischendurch gab es immer wieder eine Runde Leckerlis und jede Menge Streicheleinheiten. Die alten Damen haben sich beim Kraulen gegenseitig förmlich überboten, und es ist ein Wunder, dass ich überhaupt noch Fell habe. Aber schön war es doch, und ich habe es richtig genossen, Hund im Korbe zu sein. (Ich weiß, dass es Hahn heißt. Aber erstens habe ich vier Beine; und zweitens kann ich nicht krähen – bis jetzt jedenfalls. Wer weiß, vielleicht fange ich eines Tages ja noch an, Fremdsprachen zu lernen.) Idem Heim herrscht nämlich chronischer Herrenmangel. Es gibt zwar auch einige männliche Bewohner; aber die wollen entweder für sich allein sein oder sind bereits so krank, dass sie an den Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen können.


Das viele Pfötchengeben war ein bisschen doof, immer erst „Sitz“ und Pfote hoch, bevor es was zu futtern gab. Aber die alten Leutchen stehen da voll drauf, und Frauchen hatte mich extra darum gebeten. Sie meinte, diese Menschen hätten wirklich nicht mehr viel Freude im Leben, eigentlich würden viele nur noch dasitzen und auf den Tod warten. Da habe ich ihnen natürlich den Gefallen getan, und sie gerieten vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen!


Nach anderthalb Stunden waren sämtliche Leckerlis vernichtet, und die Bälle quietschten nicht mehr. Meine Spielkameradinnen fingen langsam zu gähnen an, und ich fühlte mich so richtig schön k.o. Noch eine Runde mit Streicheln und Pfötchengeben, und dann nichts wie nach Hause. Beim Abschied mussten wir hoch und heilig versprechen, bald wiederzukommen. Na klar, machen wir!


Es war ein toller Nachmittag, aber jetzt bin ich hundemüde. Meine Decke habe ich schon mal vorgewärmt, und Herrchens Schuhe geben ein feines Kopfkissen ab. Also dann, gut´s Nächtle, liebe Leute. Ich wünsche Euch einen friedlichen Schlaf und viele lustige Träume.


Macht´s gut, Nachbarn!
Euer Barny





Nickname 01.11.2016, 18.42 | (0/0) Kommentare | PL

The same procedure twice a year!

"Wer hat an der Uhr gedreht?" Jedes Jahr stellen unsere Großen sich dieselbe Frage und sind immer gleich ratlos. Im Prinzip wissen sie natürlich, wie es funktioniert: Zum Frühjahr werden die Gartenmöbel nach draußen vors Haus gebracht und die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Im Herbst geht das Ganze retour. So weit, so klar. Aber dann beginnt bei uns das große Rechnen. Bobby braucht nämlich zweimal am Tag seine Tabletten und das möglichst regelmäßig, morgens und abends um zehn Uhr. Frauchen fing also gestern wieder zu zählen an: „Um zehn heute Abend ist es noch zehn. Elf, zwölf, eins, zwei – zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, das sind zwölf Stunden. Eine halbe Stunde dürfen wir ausnahmsweise abweichen. Wenn ich dem Süßen seine Medizin morgen früh um halb zehn und abends um zehn Uhr gebe, müssten wir wieder im Rhythmus sein.“ Sie sagt, das grenzt an höhere Mathematik, und das ist nun so gar nicht ihr Spezialgebiet. Manchmal flucht sie auch dabei und benutzt Ausdrücke, die ich hier nicht wiederholen möchte.
 
Allerdings scheint niemand von diesem Zeitumstellungsdurcheinander so recht begeistert zu sein. Alle unsere Bekannten finden es genauso doof wie wir. Keiner will es haben, trotzdem wird es immer weiter gemacht. Sowas nennen die Menschen dann Demokratie. Begreife einer die Zweibeiner! Zum Glück müssen wir sie nicht verstehen, wir müssen sie nur liebhaben.  Und das tun wir rund um die Uhr!


Na dann, angenehmen Abend und auf Wiederlesen.

Haben Sie es fein!
Ihre NELLY

Nickname 30.10.2016, 16.58 | (0/0) Kommentare | PL

2017
<<< Februar >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  0102030405
06070809101112
13141516171819
20212223242526
2728     
ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


Letzte Kommentare
Gudrun:
Ja, ja, Kindermund!LG, G.
...mehr

Anne:
Guten Morgen!Wenn wir könnten, würden wie sie
...mehr

Gudrun:
Verreisen finde ich hingegen ganz wunderbar,
...mehr

Yolanda:
Jeder Topf findet seinen Deckel? Sehe ich nic
...mehr

Monika:
Lieber Barny,fein, daß es deiner "Großen" sch
...mehr

:
Liebe Sabine,von Herzen gute Besserung für di
...mehr

Anne:
Heide sollte es heißen
...mehr

Anne:
Lieber Barny
...mehr

Anne:
Ach ja, das hätten wir wohl. Schön wäre es :-
...mehr

Anne:
Liebes Bienlein,die sind ja was süß, die klei
...mehr