Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Menschen

Unser tägliches Brot

Bei unserem Bäcker hängt an der Wand hinter der Verkaufstheke ein Holzschild in Form einer Stulle (für Nicht-Berliner: eine Brotscheibe oder –schnitte). Darauf steht: „Altes Brot ist nicht hart. KEIN Brot, das ist hart.“


Ich lese es und frage mich, warum er dort ausgerechnet diesen Spruch angebracht hat. Wenn seine Kunden den beherzigen und zukünftig alle ihr Brot aufessen würden, anstatt es nach zwei Tagen in den Müll zu werfen, weil die Kruste nicht mehr kracht, wäre das doch ziemlich schlecht fürs Geschäft.



Die Erzählungen meiner Mutter aus der Zeit unmittelbar nach Kriegsende fallen mir ein. Meine Großmutter war damals schwerkrank, mein Großvater befand sich in Gefangenschaft, und Mama als die Älteste von drei Geschwistern war verantwortlich für das Überleben der Familie. Oft legte sie barfuß oder in viel zu engen Schuhen fünfzehn Kilometer und mehr am Tag zurück, um irgendwo ein Brot zu ergattern. Das kam natürlich nicht frisch aus dem Backofen, wies wohl auch schon ein paar Schimmelstellen auf. Diese wurden sorgfältig entfernt. Das übrige Brot schnitt man in kleine Würfel und röstete sie mit einem Stückchen Butter – sofern vorhanden – in der Pfanne an (war keine Butter oder sonstiges Fett da, was der Regel entsprach, sahen später eben mehr Augen in die Suppe hinein als aus ihr heraus). Das Ganze wurde mit kochendem Wasser übergossen, man gab ein paar Krümel Salz oder Zucker für ein bisschen Geschmack hinzu, und fertig war das Festmahl. Satt machte so eine Brotsuppe zwar nicht, aber sie wärmte durch und besänftigte den knurrenden Magen wenigstens für kurze Zeit.


Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich ein Stück Brot wegwerfen muss. Zum Glück kommt das nur selten vor. Man kann geschnittenes Brot ja wunderbar einfrieren und entnimmt dann eben immer nur so viele Scheiben, wie man auch wirklich essen will.


Übrigens gibt es einen kinderleichten Trick, um altbackenes Brot noch einmal so gut wie frisch zu bekommen: Man besprühe es leicht mit Wasser, stecke es für einige Minuten - je nach Brotsorte und Dicke der Scheiben - in den Toaster und röste es auf mittlerer Stufe an. Die Krume wird wieder weich und fluffig, die Kruste schön kross. Etwas Butter und Pflaumenmus drauf – für diese Leckerei lasse ich die feinste Sahnetorte stehen. Probieren Sie es aus, es schmeckt genial. Ich wünsche guten Appetit!

Nickname 20.01.2017, 21.30 | (0/0) Kommentare | PL

Wenn es um Treue geht

Aus dem Buch "Delicia" von Marie Corelli, 1897:


"Treue ist eine gewöhnlich vorkommende Eigenschaft bei Hunden, die jedoch selten bei Menschen anzutreffen ist. Hunde lieben und sind treu, Menschen begehren und verlangen, doch sobald das Verlangen zufriedengestellt wird, werden sie treulos!


Dennoch, so wird behauptet, stehen Menschen höher auf der Skala der Schöpfung als Hunde. Das verstehe ich nicht. Wenn Wahrheit, Treue und Aufopferung Tugenden sind, sind Hunde den Menschen überlegen; wenn aber Prahlerei, Selbstbezogenheit und Arglist Tugenden sind, sind natürlich die Menschen den Hunden überlegen!"


Vergleicht man Hunde mit Menschen, dann wird einem schnell klar, dass Hunde, wenn sie sterben, mindestens ebenso viel Trauer und Verzweiflung verdienen, wie Menschen sie wert sein könnten. Das belegt das obige, inzwischen schon einhundertzwanzig Jahre alte Zitat. Für mich ist diese Aussage heute so aktuell wie damals, es hat sich in meinen Augen nichts Wesentliches geändert.



Unsere geliebte WENDY - eine, die treuer war als Gold

Nickname 14.01.2017, 17.13 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Der Parkplatzneurotiker

Ein altes Sprichwort, wohlbegründet,
verheißt, dass welcher sucht, auch findet.
Jedoch scheint dies nicht eben selten
nur in beschränktem Maß zu gelten -
hört man doch oft, wie wer sich plagt
auf hoffnungsloser Parkplatzjagd.

Denn will der Mensch sich mal was kaufen,
ist er meist zu bequem zum Laufen,
denkt sich: "Ach Gott, der Weg ist weit,
ich nehm´ das Auto, bin gescheit."
Froh gibt er Gas, schon braust er los,
das Ding fährt wirklich ganz famos,
und er erreicht sein Ziel im Nu -
doch hier schlägt nun das Schicksal zu,
denn wie durch schiere Hexerei
ist nirgends eine Lücke frei
(wie er mit einem Blick erkennt),
wo er sein Auto parken könnt´.

So macht der Mensch mit leisem Fluche
sich zähneknirschend auf die Suche,
und endlich, nach drei Viertelstunden,
hat er ´nen freien Platz gefunden.
Doch ach! Er sieht´s in höchster Not:
Dort steht ein Schild: "Hier Parkverbot".
Da hilft kein Au und auch kein Weh,
er fährt noch einmal ums Karree.

Inzwischen ist sein Tank fast leer,
er fürchtet schon, es geht nicht mehr,
als plötzlich ihm Fortuna winkt:
Kaum zwanzig Meter vor ihm blinkt
ein LKW und rollt davon.
Gar köstlich scheint der Mühen Lohn!
Jedoch das Glück ist nicht von Dauer:
Ein Polizist liegt auf der Lauer,
und der bedeutet ihm diskret,
dass er vor einer Auffahrt steht.
So muss er schleunigst subtrahieren,
will er kein Strafmandat riskieren.


Ein letzter Ausweg fällt ihm ein:
Er fährt ins nächste Parkhaus rein.
Fast jeder zweite Platz ist leer,
da fällt die Wahl ihm richtig schwer!
Nun endlich aller Sorgen bar,
betritt er froh den Boulevard.

Den Ärger hat er längst vergessen,
gleich geht das Shopping los - indessen,
er kann den Spaß nicht mehr genießen,
weil eben grad´ die Läden schließen.
Der Mensch, mit allerletzter Kraft,
nur mühsam noch den Heimweg schafft.
Dort zieht er still für sich den Schluss:
"Das nächste mal geh´ ich zu Fuß!"

©Mitternachtsspitzen

Nickname 08.01.2017, 21.37 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Das ist wohl Ansichtssache

Einige sagen:
"Politiker, das sind alles fähige Menschen."

Andere dagegen meinen:
"Politiker - das sind Menschen, die zu allem fähig sind."

Und was denken S I E? 

    

Nickname 02.01.2017, 15.24 | (0/0) Kommentare | PL

Weihnachten der Tiere

Die Tiere diskutierten einst über Weihnachten.
Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. "Na klar, Gänsebraten", sagte der Fuchs. "Denn was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten?"
"Schnee", sagte der Eisbär. "Viel Schnee." Und er schwärmte verzückt von der weißen Weihnacht.


Das Reh sagte: "Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern."
"Aber bloß nicht so viele Kerzen", heulte die Eule. "Schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache."


"Aber mein neues Kleid muss man sehen", sagte der Pfau. "Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten."
"Und Schmuck!" krächzte die Elster. "Jede Weihnachten bekomme ich was: einen Ring, ein Armband. Oder eine Brosche oder eine Kette. Das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten."


"Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen", brummte der Bär, "das ist doch die Hauptsache. Wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten."


"Mach's wie ich:" sagte der Dachs, "pennen, pennen, pennen. Das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich: Mal richtig pennen."
"Und saufen", ergänzte der Ochse. "Mal richtig einen saufen - und dann pennen." Aber da schrie er "Aua", denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt.


"Du Ochse du, denkst du denn nicht an das Kind?" Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: "Das Kind. Jaja, das Kind - das ist doch die Hauptsache. Übrigens", fragte er dann den Esel, "wissen das eigentlich die Menschen?"


Der Ursprung der Fabel:


Die Bauern bezogen Tiere und Bäume in das Brauchtum mit ein. Am Heiligen Abend ist es im ländlichen Bereich der Brauch, nach der Christmette durch den Stall zu gehen. Die Tiere bekommen dann Leckerbissen (Äpfel, Semmeln, Nüsse usw.). Der Landmann sprach mit den Tieren und Bäumen an diesem Abend und bekam auch oft Antwort. Heute geht oft der Bauer am Heiligen Abend durch Haus und Stall, beräuchert (mit Weihrauch) und besprengt (mit Weihwasser) alle seine Tiere.


Im 6. Jahrhundert schon war man der Überzeugung, dass die Tiere am Heiligen Abend sprechen könnten. Es hing damit zusammen, dass ja im Stall zu Bethlehem die Tiere das Jesuskind besuchten und ihm Gaben überbrachten und mit ihm sprachen.
Ich glaube im Übrigen, dass die Tiere nicht nur am Heiligen Abend sprechen können. Es wäre schön und zum Segen für uns alle, wenn wir ihnen aufmerksam zuhören und ihren Stimmen mehr Macht geben würden.


In diesem Sinne,

Gesegnete Feiertage!




Nickname 24.12.2016, 18.19 | (0/0) Kommentare | PL

Eine Frage, die uns bewegt

     WANN FÄNGT WEIHNACHTEN AN? 

"Wenn der Schwache dem Starken
seine Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte
des Schwachen liebt.


Wenn der Habewas
mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute
bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme
ihm sagen will.
Wenn das Leise laut wird
und das Laute still.


Wenn das Bedeutungsvolle
bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige
wichtig und groß.


Wenn mitten im Dunkel
ein winziges Licht
Geborgenheit,
helles Leben verspricht.


Und du zögerst nicht, sondern du
gehst so, wie du bist,
darauf zu -

dann, ja dann
fängt Weihnachten an."


In diesem Sinne:


Uns allen viel Licht, Liebe
und ein verständnisvolles Miteinander!


 
FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!

Nickname 23.12.2016, 09.27 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Die Kutsche fährt retour

Vor einiger Zeit habe ich hier das Gedicht 'FRAU VS. HUND' wiedergegeben. Es löste völlig zu Recht heftige Empörung aus. Zur Erinnerung noch einmal das "Werk":


"Jüngling in den reifen Jahren,
willst du nehmen eine Frau,
denke stets an die Gefahren,
überleg´ es dir genau.


Hüte dich vor Liebesgaben,
hüte dich vor schwacher Stund´,
willst du lieben ohne Plagen,
kauf dir lieber einen Hund!


So ein Hund gehört dir immer,
weil er dich als Herrn erkennt,
bei einer Frau geschieht das nimmer,
denn Gehorsam ist ihr fremd.


Mitgift hat er freilich keine,
aber eines weißt du ganz genau,
so ein Hund wird immer treu sein –
weißt du das von deiner Frau?


So ein Hund weint nie ´ne Träne,
niemals braucht er Aspirin,
abends hat er nie Migräne
und braucht nie was anzuzieh´n.


Willst du mal ´ne Reise machen,
kannst du ruhig den Wau Wau
einem Freund in Pflege geben –
versuch das mal mit deiner Frau!


Gehst du mit ihr auf die Straße,
bleibt sie plötzlich stille steh´n:
"Lieber Mann, mich drückt die Blase,
halt die Tasche, ich muss gehen."


Deinem Hund genügt ein Bäumchen,
denn er nimmt´s nicht so genau,
er hebt einfach hoch das Beinchen –
verlang das mal von deiner Frau!


Vor den Läden steh´n die Frauen,
neue Kleider sind ihr Ziel,
können gar nicht satt sich schauen,
haben Hüte nie zu viel.


Einen Hund, den brauchst du nimmer
auszuschmücken wie ´nen Pfau,
denn er läuft ja nackend immer –
verlang das mal von deiner Frau!


Willst du wie in früheren Tagen,
abends in die Kneipe geh´n,
musst die erst dein Frauchen fragen,
bitte, bitte, musst du fleh´n.

Bei den Hunden ist das anders,
denn die Sitten sind hier rauh,
diese werden eingeschlossen –
versuch das mal mit deiner Frau!


Und kommst du mal spät nach Hause,
willst zu ihr ins Bettchen geh´n,
wird sie toben ohne Pause:
"Geh, ich will dich nicht mehr seh´n!"


Doch wie anders ist so´n Hündchen,
macht es mal zu laut wau wau,
kriegt es eines auf die Schnauze –
mach das mal mit deiner Frau!


Drum ihr Männer, lasst euch sagen,
lasst die Hände von der Frau,
denn in ihren alten Tagen,
wird sie hässlich, alt und grau.


Wird dein Hund dir mal zuwider,
dann verkaufst du den Wau Wau
und kaufst dir ´nen neuen wieder –
verkauf mal so ´ne alte Frau!


Geschmacklos, oder? Besonders die zwei letzten  Strophen wurden von Vielen als abstoßend empfunden, und mit Humor hat das wirklich nichts mehr zu tun. Vor kurzem bin ich nun auf das aus meiner Sicht höchst vergnügliche Gegenstück gestoßen. Ich finde, das kann man ruhig so stehen lassen. Aber lest bitte selbst:


Mädel, bist du zwanzig Jahr´,
nimm dir niemals einen Mann.
Willst du dich vor Leid bewahren,
schaff dir bloß kein Mannsbild an.


Schlecht sind heute alle Männer,
Kind, ich weiß das ganz genau.
Ich geb´ dir 'nen Rat als Kenner:
"Kauf dir lieber ´nen WAUWAU".


So ein Hündchen, ein Wauwauchen,
das ist Geld und Goldes wert.
Sagst du nur, "Sei lieb zu Frauchen",
ist er lieb, wie's sich gehört.


Und des Nachts vor deinem Bettchen
liegt er und bewacht dich dann.
Wohlbemerkt: "Vor" deinem Bettchen,
glaubst du denn, das tut ein Mann???


So ein Hündchen kannst du streicheln,
kannst zu ihm so zärtlich sein.
Doch willst du einem Manne schmeicheln,
bildet er sich gleich was ein.


So ein Hund, der kann nicht lügen,
höchstens knurrt er dann und wann.
Er wird niemals dich betrügen.
Weißt du das von deinem Mann???


So ein Hündchen geht nie kegeln,
lässt dich nie des Nachts allein.
Geht nicht zum Fußball, geht nicht segeln,
der will stets nur bei dir sein.


Und führen fern dich deine Wege,
gibst du dein WauWauchen dann
bei der Nachbarin in Pflege.
Mach das mal mit deinem Mann!


Zugegeben, beim Lesen habe ich das eine oder andere Mal mit dem Kopf genickt - obwohl der Beste selbstverständlich die berühmte Ausnahme von der Regel und über jede Kritik erhaben ist, ebenso wie alle anderen hier lesenden Herren der Schöpfung!


Nickname 28.10.2016, 13.56 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Kein Tag wie jeder andere


Tierschützer und Tierfreunde feiern am 04. Oktober 2016 gemeinsam den Welttierschutztag. Dieser internationale Aktionstag soll auf das Leid der Tiere aufmerksam machen, welches durch den Menschen verursacht wird. Oft werden Nutz- und Haustiere unter schlechten Bedingungen gehalten oder vernachlässigt. Heinrich Zimmermann, ein deutsch-jüdischer Schriftsteller, stellte nach jahrelangem Kampf für den Tierschutz einen Antrag auf die Einführung eines Tierschutztages, der 1931 auf dem Florenzer Tierschutzkongress aufgenommen und schließlich mit dem Welttierschutztag umgesetzt wurde.


Tierschutzverbände auf der ganzen Welt machen am Welttierschutztag auf die Rechte der Tiere aufmerksam. Sie sollen als Lebewesen wahrgenommen und nicht wie Produkte oder Dinge behandelt werden. Zu einer artgerechten Haltung gehören medizinische Versorgung, ausreichend Platz bei der Haltung, eine gesunde Ernährung und genügend Zuwendung. Eine besonders grausame Behandlung von Tieren, etwa durch Gewaltanwendung, Verwahrlosung oder vermeidbare Qualen wie ein zu langer Transport, wird nicht nur, aber vor allem am Welttierschutztag von Tierschützern scharf kritisiert.


Üblicherweise veranstalten Tierheime, Notauffangstationen für Tiere oder Tierkliniken am Welttierschutztag einen Tag der offenen Tür. Besucher erhalten so Einblicke in die aktive Tierschutzarbeit und haben die Möglichkeit, die zahlreichen Vereine finanziell oder durch Mitwirken zu unterstützen. Außerdem wird der Welttierschutztag genutzt, um auf Missstände im Umgang mit Tieren hinzuweisen. Die Menschen werden dazu aufgerufen, vor der Tierquälerei nicht die Augen zu verschließen, sondern sich in ihrem Handlungsrahmen für die Rechte der Tiere stark zu machen.


Der Welttierschutztag findet seit 1925 jedes Jahr am Namenstag von Franz von Assisi statt.




Er galt als besonders tierlieber und gottesfürchtiger Mönch. Seiner Meinung nach war auch der kleinste Wurm ein Teil von Gottes Schöpfung und als solcher schützens- und achtenswert. Sein ganzes Leben predigte er, Tiere als dem Menschen gleichwertig anzusehen und formulierte eine gottgegebene Pflicht für den Menschen, die Tiere zu schützen.


Dieser Grundgedanke entspricht genau dem Ziel der Tierschützer am Welttierschutztag.


 (Text entnommen von www.kleiner-kalender.de )

Nickname 04.10.2016, 10.00 | (0/0) Kommentare | PL

Eine erfreuliche Bilanz

Sie wird mit Recht zunehmend beklagt: die fortschreitende Anonymität und Entfremdung unter den Menschen. Familien zerstreuen sich in alle Winde, Paare trennen sich bei der geringsten Unstimmigkeit. Nachbarn leben oft jahrelang Tür an Tür, ohne je über ein unverbindliches "Schönen Tag noch!" hinauszukommen. Bei uns verhält sich das ähnlich: Von den 'Ureinwohnern', die seit über fünfzig Jahren in dieser Straße zu Hause sind, gibt es außer uns nur noch drei. Alle anderen sind im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte neu zugezogen. Was ich von ihnen weiß? Bestenfalls, wie sie ungefähr aussehen, ob sie einen Hund oder Kinder haben (was ja meistens nicht zu überhören ist) und welche Automarke sie fahren. Früher war es üblich, sich beim Einzug wenigstens den unmittelbaren Nachbarn vorzustellen. Leider ist diese schöne Sitte gänzlich aus der Mode geraten. So erfuhr ich erst, wie die Neuen von nebenan heißen, als mich der Paketbote eines Tages bat, für sie eine Sendung anzunehmen.


Auf die Dauer war das kein Zustand, und ich beschloss, etwas dagegen zu tun. Mit Schreibblock und Stift bewaffnet zog ich los; einmal die Straße auf und ab, wobei ich mir die Namen an den Briefkästen nebst der dazugehörigen Hausnummern notierte. Abends prüfte ich meine Liste: Einige Namen strich ich sofort, manche bekamen ein Plus, wieder andere versah ich mit einem Fragezeichen. Am Ende blieben ganze sechzehn mögliche Besucherkandidaten übrig - vorausgesetzt, sie würden meine Einladung annehmen. Die musste nun geschrieben werden. Ich setzte mich an meinen Computer, formulierte, löschte und formulierte neu. Nach zwei Stunden harter Arbeit kam folgendes heraus:


EINLADUNG


"Kein Mensch ist so reich,
dass er nicht seinen Nachbarn braucht."
Sprichwort aus Ungarn


Hallo, liebe Nachbarn!


Nun wohnen wir schon ziemlich lange Zaun an Zaun (oder beinahe) - nur so richtig kennen gelernt haben wir uns bisher noch nicht. Das möchten wir ändern.


Hätten Sie vielleicht Zeit und Lust, uns einmal zu besuchen? Den Termin (ab Freitag, den 23. September 2016) dürfen Sie gern selbst vorschlagen, da richten wir uns weitmöglichst nach Ihnen - außer donnerstags und jeden 2. Sonnabend im Monat, an diesen Tagen bin ich ehrenamtlich unterwegs.


Rufen Sie uns doch einfach an und sagen Sie Bescheid, wann es Ihnen am besten passt.
Tel.: ........
WIR FREUEN UNS AUF SIE!!!


Herzliche Grüße von Haus zu Haus,
Ihre Familie .......


Mit kleinen Bildern und einem farbigen Rand versehen, wirkte es gedruckt recht ansprechend. Jetzt nur noch in Umschläge stecken, adressieren, einwerfen und abwarten, ob überhaupt jemand darauf reagieren würde.


Bisher haben wir sieben Antworten bekommen, und zwei Termine stehen schon fest: Am 30. September erwarten wir Herrn und Frau Sch., am 3. Oktober besucht uns Familie P. Für den Anfang ein schöner Erfolg, wie ich finde, und vielleicht macht unser Beispiel ja Schule. Na dann, auf gute Nachbarschaft!



Nickname 24.09.2016, 20.39 | (0/0) Kommentare | PL

Spätsommer TEIL 2: Jahresringe

Bäume und Menschen haben vieles gemeinsam: Am Beginn ihres Lebens sind sie biegsam und geschmeidig. Mit den Jahren werden sie starrer und weniger flexibel; aber die Erfahrung lehrt sie, sich den Gegebenheiten anzupassen und so allen Stürmen zu trotzen. Beide setzen im Laufe ihres Lebens Jahresringe an. Und wie beim Baum die Rinde, wir die Haut des Menschen mit der Zeit poröser und durchlässiger - er bekommt ein dünneres Fell. Dabei muss es im Alter keineswegs düster oder trist zugehen. "Küss mich, ich bin der Herbst und habe auch noch meine sonnigen Tage!", heißt es nicht umsonst. Ältere Menschen haben wie wir alle ein Recht auf Liebe und sie haben ihren ganz eigenen, mit viel Lebensweisheit gewürzten Humor. Manchmal werden sie auch wieder wie Kinder: genauso offen, ehrlich und direkt. Daher habe ich mich entschlossen, meinen lieben Alten eigene Blogeinträge zu widmen. Genügend Material dafür gibt es. Zu den selbst erlebten Geschichten aus meiner ehrenamtlichen Arbeit in zwei Seniorenheimen werden sich unter anderem die von Wolfgang Lange in seinem Buch "Omas Sparbuch, Opas Krückstock..." gesammelten Anekdoten gesellen. Die Bilder habe ich nach Fotos selbst gebastelt und veröffentliche sie hier mit freundlicher Erlaubnis.


Hier ein kleiner Vorgeschmack:


"Wenn man mich fragt, wie es mir gehe
und wie´s mit der Gesundheit stehe,
so sage ich mit frohem Mut:
"Danke, gut!"


Es wurde mancher Mediziner
erfolgreich an mir zum Verdiener.
Zuerst mal waren es die Augen,
die nicht so recht mehr wollten taugen.
Dann spürte ich nach kurzer Zeit:
Du läufst ja nicht mehr allzu weit!
Und ein Geheimnis war zu lüften,
woher die Schmerzen in den Hüften?
Ein Othopäd von hoher Kunst
hat mir die linke flott verhunzt.
Ein steifes Knie, ein kurzes Bein
bracht´ mir die Unternehmung ein.
Dann ging die rechte Hüft´ entzwei.
In Hamburg machte man sie neu
Und baute nach der Anamnese
gleich ´ne vernünftige Prothese.


Nun will das Hören nicht gelingen,
ich hör nicht mehr die Vöglein singen.
Der Ohrenarzt weiß guten Rat
und kommt mit einem Apparat,
setzt mir ein Knöpfchen in das Ohr,
schwupps! - hör ich lauter als zuvor.


Der Zahnarzt hat sein Teil getan,
dass beißen ich - und lachen kann.
Erst war´s ne Krone, dann die Brücke,
er tauschte aus mir Stück um Stücke.
Drum sagt man mir trotz aller Falten:
"Du hast dich wunderbar gehalten!"


So wird der Mensch zu guter Letzt
von Kunst und Technik ganz durchsetzt.
Sogar ein Herz ersetzt man dreist,
doch nie die Seele und den Geist.


Drum fragt mich einer, wie´s mir gehe
Und wie´s mit der Gesundheit stehe,
dann sagt mein Ich mit frohem Mut:
"Danke, gut!"


(Gefunden im Nachlass einer Heimbewohnerin)


So humorvoll kann Älterwerden also auch gehen.

Ich finde: Zur Nachahmung empfohlen!



Nickname 24.08.2016, 07.22 | (0/0) Kommentare | PL

2017
<<< April >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
     0102
03040506070809
10111213141516
17181920212223
24252627282930
ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


Letzte Kommentare
Monika:
Wir wünschen euch allen von Herzen ein frohes
...mehr

Mondbub:
Liebe Bärliner,das Vorbloggen machen wir auf
...mehr

mondbub:
Das wünschen wir der Kleinen auch. Ach, was i
...mehr

mondbub:
Liebe Sabine,ich kann von mir sagen, dass ich
...mehr

:
Macht nix,liebe Sabine.Ja,hier ists nun auch
...mehr

:
Schön und wahr ist das,liebe Sabine,es fehlt
...mehr

Monika:
Hallo, liebe Nelly,nach einigen Schwierigkeit
...mehr

:
Liebe Sabine,das sind wieder sehr schöne Kraf
...mehr

:
Ich freu mich mit für Herby,liebe Sabine.Er i
...mehr

gerda.f:
Ganz liebe Grüsse.Was man vielen Tieren an tu
...mehr