Mitternachtsspitzen
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Einträge vom: 05.02.2017

So ein Hundeleben: Ober, bitte zahlen!

Na schön, das war sicher nicht in Ordnung, was ich mir da gestern Abend geleistet habe. Die Gardinenpredigt hatte ich verdient und ich ließ sie über mich ergehen, obwohl ich mir bei jedem lauten Wort fast ins Hemd mache. Barny und Nelly hatten mich noch gewarnt. Sie meinten, Junge, lass das besser bleiben, das gibt Ärger und nicht zu knapp. Nur was soll ich machen, wenn die Türen zum Schlaraffenland sperrangelweit offenstehen? Ich bin ja auch nur ein Hund.


Aber von vorne: Sie fährt ab und zu in einen besonderen Supermarkt für uns Vierbeiner. Dort gibt es alles, was das Hundeherz begehrt. Wir dürfen da leider nicht rein; das heißt, wir dürften schon, bloß hält sie das für seelische Grausamkeit. Wenn sie zurückkommt, stehen wir alle an der Eingangstür Spalier und sie muss zuerst Zoll bezahlen, sonst lassen wir sie nicht wieder ins Haus.


BARNY bei der Arbeit


Ich bin ein schlauer Bursche und habe gelernt, genau zu beobachten. Das musste ich, wenn ich auf der Straße überleben wollte. Mir fiel auf, dass sie mit den vollgepackten Tüten immer durch eine Tür verschwindet, hinter der eine Treppe in ein unterirdisches Gelass führt. Diese Tür stand gestern einen Spalt breit offen, und durch die Ritze stieg mir ein verlockender Duft in die Nase. Der kam aus dem Gelben Sack, der oben am Treppenabsatz steht und den ich schon gern mal plündere – wenn ich Glück habe und er oder sie vergessen, die Tür zuzumachen... Man glaubt ja nicht, was für Schätze die Menschen einfach so wegwerfen! Die interessierten mich jetzt aber nicht. Ich wollte wissen, was da unten war und tapperte im Dunkeln die Treppe runter. Wir Hunde sind ja in erster Linie Nasentiere, und ich fand mich auch ohne Licht prima zurecht.


Unten gab es noch eine Tür, die bloß angelehnt war. Kleine Fische für´n großen Angler! Kurz die Pfote in die Ritze gesteckt, einmal kräftig dran gezogen – und schon stand ich in einem Raum voller Köstlichkeiten. Da gab es ein ganzes Regal mit Hirschherzen, Pferdefleischriegeln, Straußnuggets – ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Ich entschied mich für eine Packung Känguruzigarren, die ich nach oben ins Esszimmer trug und mit bestem Appetit verspeiste. Köstlich, sage ich Ihnen, kann ich nur  wärmstens empfehlen! Danach hatte ich immer noch Hunger; also zurück in den Delikatessenladen. Diesmal suchte ich mir ein Päckchen getrocknete Hühnerbrustfilets aus, die ich mit Barny und Nelly teilen wollte. Gerade wollten wir uns zu dritt darüber hermachen, als plötzlich sie im Zimmer stand. Das Theater können Sie sich vorstellen! Ich machte mich schon  auf eine ordentliche Tracht Prügel gefasst, aber zum Glück schrie sie mich nur fürchterlich an. Ich verstehe ja, dass sie mich nicht überfüttern will, weil das schlecht ist für meine kaputten Gelenke und sie aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer man die Pfunde wieder los wird, wenn man sie erst einmal auf den Rippen hat. Den 'verfressenen Mistköter' und 'Beschaffungskriminellen' fand ich trotzdem übertrieben. Nachdem sie sich beruhigt hatte, durften wir Drei die Hühnerfilets immerhin doch noch verputzen.


Ich will mich nicht beschweren. Die Mahlzeiten hier sind gut und reichlich, es gibt auch allerhand Leckeres für zwischendurch. Außerdem deprimiert mich so ein Anschiss. Aber Gelegenheit macht Diebe und Hunger ist schlimmer als Angst. Wenn man so lange wie ich von der Pfote ins Maul gelebt hat, nimmt man eben mit, was man kriegen kann. Na ja, künftig hält sie die Türen bestimmt fest verschlossen, dann ist es mit der Selbstbedienung vorbei. Sehen wir mal.


Also, schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.


Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY



Nickname 05.02.2017, 20.45| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: NELLYS TAGEBUCH

Ach, lassen Sie doch mal fünf Grad sein!

Diese magische Marke dürften wir sicherlich bald knacken, und dann steht den Frühlingsgefühlen eigentlich nichts mehr im Wege. Wenn draußen die Sonne vom Himmel lacht und die Temperaturen steigen, tanzen bei Vielen die Hormone Salsa. Das äußert sich auf ganz unterschiedliche Weise: Die einen fangen Grillen, manche erleben bereits ihren zweiten (oder dritten) Frühling - und wieder andere pflücken fleißig bunte Stilblüten und frischen Zungensalat. Hier nach längerer Abstinenz ein paar neue, köstliche Beispiele. Viel Vergnügen damit!

"Brahms machte mit seinen Werken, was er wollte." (Das war sein gutes Recht)

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"Um zwanzig Uhr können Sie sich das Tote-Hoden-Konzert, äh nein, das Tote-Hosen-Konzert anhören... ich schmeiß mich weg!"

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"Dr. Holl - ein deutscher Spielfilm mit Dieter Borsche, der vor einigen Jahren starb und damit einen seiner größten Publikumserfolge erzielte."

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"Das wohl bekannteste Werk von Günter Grass ist die Buschtrommel". (Blechtrommel)

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"Sie hörten die h-Mess-Molle, äh, h-Moss-Melle, Verzeihung, die h-Moll-Messe von Johann Sebaldrian Bach. Ich häng mich auf!"

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"Große Schatten werfen ihr Ereignis, ihr Kommen, Willkommen voraus... begrüßen wir unseren hohen Gast, den bunten, äh, Bundespräsidenten."

Ich wünsche allen Lesern


05.02.2017, 09.10| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: ZEITREISE UND GEDANKENFLUG

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ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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Fällt mir mal wieder eine Gedichtzeile zu ein
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