Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Segen

Des Pudels Kern


Schon als kleines Mädchen hatte ich mit dem lieben Gott meine Not. Ich dachte wohl, dass es ihn gab; jemand musste schließlich die Erde erschaffen haben, die Tiere, die Blumen, die anderen Menschen und mich selbst. Nur das Bild des alten, gütigen, weisen Mannes mit Bart, das man uns Kindern von ihm malte, passte mir nicht. Für diese Darstellung waren die älteren Herren, die ich kannte, nämlich meine beiden Großväter, einfach zu schlechte Vorbilder.


Ebenso missfiel mir der Gedanke, Gott säße irgendwo im Himmel und würde nur darauf lauern, dass ich etwas Verbotenes tat, wofür er mich bestrafen konnte. Diese Angst wird in nahezu allen Religionen geschürt: "Wenn du gegen eines der Gebote verstößt, nicht blind gehorchst, dich nicht klein machst oder dich der höchsten Autorität widersetzt, musst du auf ewig in der Hölle die furchtbarsten Qualen erdulden." Angst essen Seele auf, heißt es; aber Gott ist sicherlich kein Kannibale.


Am wenigsten behagte mir die Vorstellung des angeblichen Getrenntseins von Gott. Er als der Allmächtige da oben, ich als kleines, unbedeutendes Würmchen hier unten - nach meinem Empfinden konnte das so nicht stimmen. Schon früh hatte ich mich der Natur verbunden gefühlt. Ich erinnere mich noch, wie ich meiner Omi erzählte: "Weißt du, ich glaube, der liebe Gott wohnt im Wald!", und sie antwortete: "Ja, mein Kind, der liebe Gott wohnt in Allem, überall, und in Jedem von uns." Diese Art zu glauben nennt man Pantheismus, doch das wussten wir beide damals natürlich nicht.


Alle sind eins, und Jeder fühlt sich mit Jedem verbunden. Verstehen und Verzeihen heißen die Zauberwörter in der großen, himmlischen Familie. Einer Familie, in der es - anders, als es in meiner irdischen der Fall war - statt vieler Ungerechtigkeiten, Eifersucht und Neid nur gegenseitiges Verständnis, Harmonie und Freude gibt.


Gottvater und -mutter sind reines Licht und pure Liebesenergie. Als ein Teil davon habe ich die heilige Pflicht und Schuldigkeit, allem Lebendigen - einschließlich mir selbst - mit größtmöglicher Achtung und Liebe zu begegnen.


Wie passen die von mir so geliebten Engel in dieses märchenhafte Bild? Ich betrachte sie als meine himmlischen Geschwister, die immer für mich da sind und auf die ich mich jederzeit verlassen kann.


Manch einem werden solche Ideen wohl allzu naiv und weltfremd erscheinen. Ich halte sie für des Pudels Kern und habe für mich beschlossen, an das zu glauben, was mich freut und mir gut tut. Vielleicht versetze ich damit keine Berge. Doch ich bin schon zufrieden, wenn es mir gelingt, ein paar von den winzigen Steinchen aus dem Weg zu schaffen, die uns manchmal in die Schuhe geraten und so gemein an den Fußsohlen pieken.



fürs Lesen, und bleiben Sie behütet!

Nickname 15.01.2017, 17.38 | (0/0) Kommentare | PL

Am Beginn eines neuen Jahres


"Möge die Freude eines fröhlichen Herzens
und alles Glück der Kleeblätter
das ganze Jahr über mit Dir sein.

Mögen Dich viele Segenswünsche erreichen,
mögest Du Gemeinschaft und Freunde haben,
um alle Wege Deines Lebens zu genießen."

(Irischer Segenswunsch)


Nickname 01.01.2017, 08.30 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Über Mauern und Zäune



"Mögest du stets
freundlich und voller Wohlwollen
über Mauern und Zäune blicken können,
auf dass dein offenes Wesen
auch die Welt offener macht." 

Irischer Segen

Nickname 16.08.2016, 08.36 | (0/0) Kommentare | PL

Funkeln



"Mögest du auch in dunklen Stunden
das Funkeln einer bunten Welt erahnen.
Mögest du tief in dir wissen,
dass du ein wichtiger Teil
dieses Funkeln bist."

(Irischer Segen) 

Nickname 04.08.2016, 09.16 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Erster Engelssegen

Der Engel Gottes sei vor dir,
um dir den rechten Weg zu zeigen.


Der Engel Gottes sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen
und dich zu schützen.


Der Engel Gottes sei hinter dir,
um dich zu bewahren
vor der Heimtücke böser Menschen.


Der Engel Gottes sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst,
um dich aus der Schlinge zu ziehen.


Der Engel Gottes sei in dir,
um dich zu trösten,
wenn du traurig bist.


(Nach einem irischen Segenswunsch)


130

Nickname 05.11.2015, 19.12 | (0/0) Kommentare | PL

2017
<<< Februar >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  0102030405
06070809101112
13141516171819
20212223242526
2728     
ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


Letzte Kommentare
Gudrun:
Ja, ja, Kindermund!LG, G.
...mehr

Anne:
Guten Morgen!Wenn wir könnten, würden wie sie
...mehr

Gudrun:
Verreisen finde ich hingegen ganz wunderbar,
...mehr

Yolanda:
Jeder Topf findet seinen Deckel? Sehe ich nic
...mehr

Monika:
Lieber Barny,fein, daß es deiner "Großen" sch
...mehr

:
Liebe Sabine,von Herzen gute Besserung für di
...mehr

Anne:
Heide sollte es heißen
...mehr

Anne:
Lieber Barny
...mehr

Anne:
Ach ja, das hätten wir wohl. Schön wäre es :-
...mehr

Anne:
Liebes Bienlein,die sind ja was süß, die klei
...mehr