Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Gedicht

Der Parkplatzneurotiker

Ein altes Sprichwort, wohlbegründet,
verheißt, dass welcher sucht, auch findet.
Jedoch scheint dies nicht eben selten
nur in beschränktem Maß zu gelten -
hört man doch oft, wie wer sich plagt
auf hoffnungsloser Parkplatzjagd.

Denn will der Mensch sich mal was kaufen,
ist er meist zu bequem zum Laufen,
denkt sich: "Ach Gott, der Weg ist weit,
ich nehm´ das Auto, bin gescheit."
Froh gibt er Gas, schon braust er los,
das Ding fährt wirklich ganz famos,
und er erreicht sein Ziel im Nu -
doch hier schlägt nun das Schicksal zu,
denn wie durch schiere Hexerei
ist nirgends eine Lücke frei
(wie er mit einem Blick erkennt),
wo er sein Auto parken könnt´.

So macht der Mensch mit leisem Fluche
sich zähneknirschend auf die Suche,
und endlich, nach drei Viertelstunden,
hat er ´nen freien Platz gefunden.
Doch ach! Er sieht´s in höchster Not:
Dort steht ein Schild: "Hier Parkverbot".
Da hilft kein Au und auch kein Weh,
er fährt noch einmal ums Karree.

Inzwischen ist sein Tank fast leer,
er fürchtet schon, es geht nicht mehr,
als plötzlich ihm Fortuna winkt:
Kaum zwanzig Meter vor ihm blinkt
ein LKW und rollt davon.
Gar köstlich scheint der Mühen Lohn!
Jedoch das Glück ist nicht von Dauer:
Ein Polizist liegt auf der Lauer,
und der bedeutet ihm diskret,
dass er vor einer Auffahrt steht.
So muss er schleunigst subtrahieren,
will er kein Strafmandat riskieren.


Ein letzter Ausweg fällt ihm ein:
Er fährt ins nächste Parkhaus rein.
Fast jeder zweite Platz ist leer,
da fällt die Wahl ihm richtig schwer!
Nun endlich aller Sorgen bar,
betritt er froh den Boulevard.

Den Ärger hat er längst vergessen,
gleich geht das Shopping los - indessen,
er kann den Spaß nicht mehr genießen,
weil eben grad´ die Läden schließen.
Der Mensch, mit allerletzter Kraft,
nur mühsam noch den Heimweg schafft.
Dort zieht er still für sich den Schluss:
"Das nächste mal geh´ ich zu Fuß!"

©Mitternachtsspitzen

Nickname 08.01.2017, 21.37 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Es ist schon eigenartig!

Was ich verwundert immer sah:
Die Menschen sagen fröhlich 'Ja!'
und meistens ernst verbissen 'Nein!'
Das sehe ich durchaus nicht ein.
Wer sicher ist, kann es doch wagen,
auch freundlich lächelnd 'Nein!' zu sagen.


Karl-Heinz Söhler


Das stimmt. Es kommt nicht so sehr darauf an, was man sagt; sachlich und inhaltlich mag man ja durchaus richtig liegen. Entscheidend ist, wie man etwas sagt, denn schließlich macht in erster Linie der Ton die Musik.


In diesem Sinne weiterhin

einen wohlklingenden und


 !!!

Nickname 21.05.2016, 15.00 | (0/0) Kommentare | PL

Ein bisschen Nostalgie am Morgen

In meinem alten Tagebüchlein
habe ich kürzlich nachgelesen.
Da schien mir manches gegenwärtig,
als wär´ es gestern erst gewesen.


Das Foto von der „großen“ Liebe,
ein Vers über den ersten Kuss;
solch kleine Herzensheimlichkeiten
steh´n hier sicher unter Verschluss.


Alles konnt´ ich ihm anvertrauen,
ich wusste ja, es war verschwiegen.
Nun wird es wieder viele Jahre
versteckt in meinem Schreibtisch liegen –


mit all meinen Erinnerungen,
von denen mir zu wissen bleibt,
dass immer noch das Leben selber
die buntesten Geschichten schreibt.


© by Mitternachtsspitzen


"Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen."
(Werner Finck)



Nickname 06.04.2016, 08.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Der Bücherbanause

Sehr frei nach Eugen Roth:

Ein Mensch, um Bildung stets besorgt,
hat wo ein Buch sich ausgeborgt,
das er nach Feierabend still
von vorn bis hinten lesen will.
Der Titel kündigt es schon an:
´s ist ein historischer Roman!
Der Mensch, dem Thema wohlgesonnen,
hat die Lektüre kaum begonnen,
das legt er auch schon wutentbrannt
den Wälzer wieder aus der Hand.

"Wie öde", schilt er vor sich hin,
"da sind ja keine Bilder drin,
nur tausend eng bedruckte Seiten,
die meinen Augen Qual bereiten.
Da weiß doch, wenn´s zum Ende geht,
kein Mensch mehr, was am Anfang steht.
Statt mich am Abend auszuruhn,
soll ich hier schwere Arbeit tun.
Nein danke, das ist nichts für mich,
auf solchen Spaß verzichte ich!"

Der Mensch - wir hören´s zwar nicht gern -
sieht, statt zu lesen, lieber fern.

©Mitternachtsspitzen


Nickname 05.03.2016, 21.56 | (0/0) Kommentare | PL

Es ist schon eigenartig

Was ich verwundert immer sah:
Die Menschen sagen fröhlich 'Ja!'
und meistens ernst verbissen 'Nein!'
Das sehe ich durchaus nicht ein.
Wer sicher ist, kann es doch wagen,
auch freundlich lächelnd 'Nein!' zu sagen.


Karl-Heinz Söhler


Nickname 10.01.2016, 16.54 | (0/0) Kommentare | PL

Hundespaziergang zu Weihnachten

Ein kleiner Hund aus gutem Haus,
der riss an Weihnachten einst aus.
Einen Spaziergang fand er labend,
besonders grad am Heil'gen Abend,
wenn alle Menschen sind in Eile
und Hunde haben Langeweile.


Zunächst lief er durch seinen Garten
und wollte auf das Frauchen warten.

Das kam nicht heim, so lief er fort -
trollt sich gemächlich durch den Ort,
verbellt ein bißchen Prinz und Rexi,
besucht dann freundlich Nachbars Hexi.


Kurz: Er genießt nach Hundeweise
'ne munt're kleine Weihnachtsreise.
Vergnügt strolcht er auch übern Markt,
wo sonst sein Frauchen öfters parkt.
Doch als er nun nach Hause wollte,
wusst' er nicht mehr, wohin er sollte.


Dem kleinen Hund wird bang zumute.
Er senkt die Ohren, klemmt die Rute
tief zwischen seine Beine ein.
Wie gern würd' er zu Hause sein
in seinem warmen Hundebett.
Die Menschen hier sind gar nicht nett!


Schon naht von fern ein Polizist.
"Der wird mich fangen, so ein Mist!"
Das kleine Hundchen rennt und rennt,
bis es nicht Weg und Steg mehr kennt.
Längst ist es aus der Stadt hinaus -
vorbei am allerletzten Haus.


Da plötzlich hört der kleine Schlingel
den Klang von Hufen und Geklingel.
Und sieht im Lichtglanz einen Schlitten,
der kommt wie aus des Himmels mitten
und wie aus einem großen Tor
klingt Lachen und Musik hervor.


"Freut euch, ihr Menschen auf der Erden,
euch soll das Fest der Weihnacht werden.
Mit Glück und Freude und Geschenken
will euch das Christkind jetzt bedenken!"
Wer denkt in dieser frohen Stunde
an arme, heimatlose Hunde?


So bellt und jault das Hündchen kläglich.
"Ein kleiner Hund? Ja, ist das möglich?"
Schon naht sich ihm mit schnellen Schritten
das Christkind selbst vom gold'nen Schlitten
und nimmt ihn freundlich auf den Arm.
"Nun hast du's hier erst einmal warm.


Ich bring dich in den Hundehimmel,
du glaubst gar nicht, welch ein Gewimmel
von netten Hunden wird dort warten
im wunderschönen Himmelsgarten."
Das Hündchen läßt sich gerne tragen,
doch fragt's: "Was wird mein Frauchen sagen?"


Es jault auf einmal ganz erschreckt:
"Wenn es jetzt, dass ich weg, entdeckt?
Es denkt doch gleich, ich bin gestorben.
Und dann ist ihm das Fest verdorben.
Im Himmel wär' es sicher schön,
doch Christkind, das musst du verstehn,


mein Frauchen, das mich zärtlich liebt,
wär' sicher allzu sehr betrübt."
Das Christkind lächelt und es nickt.
"Du weiß, was sich für Hunde schickt.
Des Hundes Liebe ist die Treue.
Drum bringe ich dich jetzt aufs Neue


zu deinen Menschen schnell nach Haus.
Und dann reißt du nie wieder aus."
Der Schlitten fliegt mit Schellenklang
den Waldweg und die Straß' entlang.
Dem Hündchen ist es wie ein Traum.
Schon sitzt es unterm Weihnachtsbaum.


"Da ist ja unser Strolchi wieder",
ruft Frauchen, und die Weihnachtslieder,
die klingen fröhlich jetzt und heiter,
das Christkind, das fährt leise weiter....


©Elisabeth Petzina


Nickname 23.12.2015, 13.52 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Ohnmächtige Tränen

Seit dem frühen Nachmittag sitzt Frauchen da und weint immer wieder bittere Tränen. Sie tut mir so leid! Es fing an, als sie dieses Gedicht hier gelesen hat:


DER ALTE KETTENHUND


"Ich bin allein; es ist schon Nacht und stille wird's im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht, dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett, deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett bewache seine Ruh'.


Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach, erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durch's morsche Dach,
Stroh gab's schon längst nicht mehr.


Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört -
und wüßt mein Herr auch, was mir fehlt -
er wird nicht gern gestört.
Die Nacht ist lang - zum zehnten Mal leck ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt, den grub ich längst schon aus.


Die Kette, die schon oft geflickt, sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück, und nie werd' ich sie los.


Was Freiheit ist, das lern' ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei."


Leider ist nicht bekannt, wer dieses Gedicht geschrieben hat, es muss aber wohl jemand mit einem weichen, mitfühlenden Herzen gewesen sein. Chef, Barny, das Böbchen und ich haben immer wieder versucht, unsere Große zu trösten, doch bisher war unsere Mühe vergeblich. Sie sagt, sie hat eine unbändige Wut auf die Menschen, fühlt sich so ohnmächtig und manchmal möchte sie am liebsten alles kurz und klein schlagen. Ich kann sie gut verstehen. Aber wer unser Frauchen kennt, der weiß, sie belässt es nicht beim Weinen, sondern muss selbst etwas tun. Und sie sagt, die besten Ideen kommen ihr immer dann, wenn sie so richtig wütend ist. Ich weiß noch nicht genau, was sie vorhat; nur dass es dabei um Tierschutz gehen soll, ist klar. Jetzt hört sie endlich auf zu weinen, Gott sei Dank! Ich habe nämlich schon Bauchweh vor lauter Mitgefühl. Aber das verschwindet sofort wieder, wenn es gleich Abendbrot gibt.


Also dann, gute Nacht und auf Wiederlesen.


Haben Sie es fein!

Ihre NELLY


Herbst1



Nickname 23.11.2015, 18.37 | (0/0) Kommentare | PL

Es liegt am Preis oder: Geiz ist geil

Er scheint uns oftmals nicht geheuer,
der gute Rat - nur, weil er teuer.
Dagegen folgen wir meist willig
dem schlechten Rat, weil dieser billig.

animaatjes-geld-86347

©Mitternachtsspitzen



Nickname 10.11.2015, 14.05 | (0/0) Kommentare | PL

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ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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