Mitternachtsspitzen

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Gedanken

A propos: Schönheitsideale

AHOI!


„Spieglein, Spieglein dort am Schrank, seh´ ich dich, dann werd´ ich krank!“ Diesen Spruch sagt unser Frauchen jeden Morgen innerlich auf, wenn sie sich in der Spiegeltür am Kleiderschrank anschaut. Ihr gefällt rein gar nichts, was sie da sieht. Ihren Bauch findet sie zu wabbelig, die Oberschenkel zu dick, den Po zu flach. Klar, sie ist keine zweite Claudia Schiffer oder Heidi Klum, und die Zeit ihrer Idealmaße (damals 68,5 kg bei 1,76 m Körpergröße) liegt auch schon ein paar Jahrzehnte zurück. Aber Nelly, Bobby und ich, wir Drei lieben sie genauso wie sie ist, weil sie uns lieb hat und gut für uns sorgt. Das ist überhaupt das Wichtigste. Ihr Menschen legt viel zu viel Wert auf Äußerlichkeiten. Für einen perfekten Body quält Ihr Euch im Fitnessstudio (das ist ja noch harmlos), lasst Euch mit schmerzhaften Spritzen malträtieren und legt Euch sogar unters Messer. Und was kommt dabei raus: Muskelpakete, die nicht mehr zum übrigen Körper passen, Brüste wie Atombomben und Lippen, dass man meinen könnte, jemand sei in einen Bienenschwarm geraten. So ein Stückchen glattere Haut macht aus Euch ja auch noch keinen neuen, besseren Menschen - abgesehen davon, das unzählig viele meiner Artgenossen und andere Tiere dafür in grausigen Tierversuchen schreckliche Schmerzen erleiden und sogar mit ihrem Leben bezahlen müssen.


Macht Euch doch mal locker, und denkt nicht immer nur an Euer Aussehen. Wie Ihr inwendig beschaffen seid, darauf kommt´s nämlich an. Wir Hunde würden niemals einen Artgenossen verachten, bloß weil sein Fell struppig wirkt, seine Beine ein bisschen krumm gewachsen sind oder seine Schnauze ein Stück zu kurz geraten ist. Hauptsache, er gibt einen duften Kumpel ab, mit dem man Knochen stehlen kann. Schönheit liegt jeweils im Auge des Betrachters, und bekanntlich sieht man nur mit dem Herzen gut. Weiter nichts als Gemeinplätze, sagen Sie? Schon möglich, aber stimmen tun sie doch. Nehmen Sie zum Beispiel unseren Bobby. Mit seinen deformierten Vorderbeinen, dem fehlenden Auge, der schiefen Schnauze und dem gespaltenen Ohr ist er wahrlich kein Adonis und würde bei Schönheitskonkurrenzen wohl regelmäßig leer ausgehen. Dafür hat er ein Gemüt wie Samt und Seide und ein flaumfederweiches Herz. Das haben Nelly und ich auf Anhieb gecheckt und ihn mit offenen Pfoten in unser Rudel aufgenommen. Für uns Hunde zählt wirklich nur die innere Schönheit, und die sehen wir bei Euch auch ohne dass Ihr Euch wenden oder operieren lasst!


Na dann, bis in Bälde.


Macht´s gut, Nachbarn!
Euer Barny




Ich kann mir nicht helfen -
ich finde mich schön!

Nickname 24.06.2016, 10.29 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Blick zurück ohne Zorn

Es gibt Momente, in denen man feststellt,
dass das Ende näher ist als der Anfang.
Dann zieht man Bilanz und fragt sich,
ob man im Leben alles richtig gemacht hat.
Wenn vielleicht auch nicht alles,
dann doch das meiste oder zumindest einiges -
das wäre immerhin schon etwas.



Nickname 21.06.2016, 14.59 | PL

Jeder Tag ist eine Rose

Ganz in der Nähe unseres Grundstücks – nur etwa dreihundert Meter Luftlinie entfernt - liegt der Berliner Waldfriedhof. Immer dienstags und donnerstags finden dort die Beerdigungen statt; und wenn der Wind entsprechend steht, hören wir alle halbe Stunde das Glockenläuten von der Kapelle neben der Aussegnungshalle. Es ist ein seltsames Gefühl, quicklebendig und entspannt im Garten die Sonne zu genießen, während gleich nebenan Menschen ihre verstorbenen Angehörigen beweinen.


Das macht mir die Kostbarkeit jedes Augenblicks immer wieder bewusst. In dem Sinne: CARPE DIEM! Macht etwas Schönes aus diesem Tag!



Nickname 07.05.2016, 15.07 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Lebensretter

Schon seltsam, worüber man bisweilen so nachdenkt. Gestern habe ich mir im Fernsehen die erste Folge der Serie „Time Tunnel“ angeschaut, die von einem Privatsender ausgestrahlt wird. Die Serie stammt aus den späten 60er Jahren. Zwei Wissenschaftler werden, via eines Zeittunnels, an die unterschiedlichsten Plätze in der Vergangenheit oder in der Zukunft katapultiert. In der ersten Episode verschlägt es sie auf die „Titanic“, einen Tag vor deren Untergang. Natürlich versuchen die beiden, die bevorstehende Katastrophe abzuwenden; das misslingt jedoch, da der Lauf der Geschichte durch sie nicht verändert werden darf. Eine Passagierin weigert sich, allen guten Worten zum Trotz, in eines der (wie wir wissen, viel zu wenigen) Rettungsboote zu steigen, weil sie todkrank ist und ihren Platz einer jungen schwangeren Frau überlassen will. Da habe ich überlegt: Hätte ich an ihrer Stelle den Mut und die Größe, mein Leben – auch wenn es nur noch wenige Monate wären – zu opfern, um ein anderes zu retten? Man muss gar nicht so weit in die Geschichte zurückgehen, um derartige Beispiele für selbstloses Heldentum zu finden. Bei der letzten Flutkatastrophe sprang ein Mann in die Oder, um den Hund seiner Freundin zu retten. Beide ertranken. Wäre ich, trotz meiner allseits bekannten Tierliebe, ebenfalls wie selbstverständlich gesprungen? Mit sicherem Abstand und ohne vor der Notwendigkeit zu stehen sage ich, ja natürlich, auf jeden Fall. Doch was wäre, wenn…? Vielleicht denkt man in solchen Momenten nicht mehr nach, sondern handelt rein instinktiv. Ich für meinen Teil ziehe jedenfalls den Hut vor allen, die fremdes Leben, sei es "nur" das eines Hundes, höher stellen als das eigene. Möglicherweise täte ich es auch; aber wie gesagt, sicher bin ich nicht.

Nickname 07.04.2016, 13.25 | (0/0) Kommentare | PL

Spätsommer, TEIL 5: Seligpreisungen

"Selig, die Verständnis zeigen
für meinen stolpernden Fuß und meine lahme Hand.


***


Selig, die begreifen,
dass mein Ohr sich anstrengen muss,

um alles aufzunehmen, was man zu mir spricht.


***


Selig, die zu wissen scheinen,
dass meine Augen trüb
und meine Gedanken träge geworden sind.


***


Selig, die mit freundlichem Lächeln verweilen,
um ein wenig mit mir zu plaudern.


***


Selig, die niemals sagen:
'Diese Geschichte haben Sie mir heute schon zweimal erzählt.'


***


Selig, die es verstehen,
Erinnerungen an frühere Zeiten in mir wachzurufen.


***


Selig, die mich erfahren lassen,
dass ich geliebt, geachtet und nicht allein gelassen bin.


***


Selig, die mir in ihrer Güte
die Tage, die mir noch bleiben auf dem Weg in die Heimat,
erleichtern."



Nickname 16.03.2016, 16.54 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Montag, 16. November 2015: Alles zu seiner Zeit

23


"Alles, was ich wissen muss
wird mir zur rechten Zeit offenbart -
heute wie an jedem anderen Tag."


***


"Ich denke positive Gedanken,
weil jede Zelle meines Körpers
auf jeden meiner Gedanken
und jedes meiner Worte reagiert."


Nickname 16.11.2015, 07.36 | (0/0) Kommentare | PL

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ÜBER MICH:Geboren vor 61 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von drei allerliebsten Fellnasen.


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Komisch! Meine Socken sind immer paarweise au
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So eine Eselsbrücke habe ich mir für Stalakmi
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mondbub:
Dankeschön! Heute Abend hat der Michel etwas
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Anne:
Liebe Sabine,durch die Erkältung und den Hust
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Gudrun:
Geschäftstüchtig der Mann!Gruß, G.
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Gudrun:
Überaus schön! Herzlichen Dank für die Lach-A
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Gudrun:
Ja! Da haben die Tiere eigentlich vollkommen
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Anne:
Guten Morgen, liebe Bärliner,heute muss ich a
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:
Liebe Sabine,ja,sehr schön ist das geschriebe
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Karin:
Sehr schön geschrieben. Hoffentlich denkt man
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